tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Dienstag, 13. Mai 2014

Die Nacht in Ericson's Pace Arrow



Mo.,12.5.
Dem Wind entgegen
Die letzte Woche beginnt. Ich bin früh aufgestanden, um bessere upload Zeiten für meinen Blog im Sunrise zu erreichen, in der Hoffnung, das alle Mitbewohner noch schlafen.
Ellinor muß warten bis 08:00h, dann ist ein Großteil der Arbeit getan, ich weiß im Moment nicht, wie ich die Situation verbessern soll, alle 4Tage spätestens muß das Netbook an die Steckdose.
Es geht verspätet los, die Sonne steht schon hoch, als ich endlich mit dem letzten blogpost fertig bin und er im upload ist. Mit einigen illegalen Radfahrermanövern bin ich vom Motel schnell wieder auf dem Einser. Ein wenig von Euphorie getragen, weil der gestrige Gegenwind ausbleibt, kreuze ich auf der Ringautobahn, bin wir endlich die Fahrtrichtung Westen erreichen. Pech gehabt mein Lieber, hier steht der Wind und wartet schon auf Dich.
Die Norweger werden nachher sagen, 4-5Bft., manchmal auch 6.
Auch wenn man sich nur 73km für diesem Tag vornimmt, entschärft das die Sache nicht. Dieser Tag ist der Kampf des Radlers allein gegen den Wind. Moose Jaw muß erreicht werden. Kurz aus der Stadt raus und schon geht gar nichts mehr. Der Wind kommt von NNW und es gibt kein Entkommen, die ersten Stunden bringe ich nicht mehr als 11km/h auf die Pedale, stoisch einen Fuß vor den nächsten setzend. Der Wind lässt überhaupt nicht nach, er bläßt unbeirrt über Stunden. Erbarmungslos. In Holstein haben wir Knicks zwischen den Feldern, hier vorhanden, würde der Wind mindestens abgebremst und die Situation wäre sofort entschärft. Aber hier gibt es keine Kinicks und keine Bushaltehäuschen mit Häkelgardinen.
Dann ein grobes Foul der Sask. Strassenverwaltung, war da nicht vorhin ein Schild mit Moose Jaw 62km, jetzt 10km später taucht wieder Moos Jaw auf, nun 61km. F…
Eigentlich sollten es nur 71km sein, irgendjemand hat hier Probleme mit dem metrischen System. Es demoralisiert, da rechnet man im Kopf mit, kämpft gegen den Wind und dann stimmen vermeintlich die Hinweisschilder nicht. Es wird an diesem Tag kein weiteres mehr geben.
Bei KM 52 Kaffeepause bei Chubbys; Bar, Motel, und Tankstelle, wie man mir sagt die einzige Fascillity in Belle Plaine. Den Pot Kaffee mit Refill für $1,75, aber man stellt mir eine riesige Refill-Thermoskanne auf den Tisch. Wieder so ein Arlington, wie können die sich hier halten, abgesehen vom Benzindurst der Pickups.
In den Kneipen läuft immer Fernsehen und immer wird Hockey gezeigt.
Nach dem Chubbys dreht mich die Strasse ein wenig aus dem Wind und ich erreiche den heutigen Spitzenwert von 15,3km/h. Rechts an der Kalium road tauchen mehrere Fabriken in den Feldern auf, ansonsten das gleiche Bild wie die letzten 3 Tage. Goldgelbe Felder bis zum Horizont, dazwischen Zinksilos und in der Ferne vereinzelt Höfe. Zwischendrin Feldstrassen die in die Ferne gehen. Manchmal ein einsamer Traktor auf dem Feld. Was für eine Weite.
Private James Ryan live, Paint Ball Moose Jaw
Bis 15km vor Moose Jaw lässt sich das gut an, dann wacht der Wind wirder auf, meine eine-Stunde-heute-wenigtens-ohne ist anscheinend um.

Wieder muß gekämpft werden. Der Ort Moose Jaw zieht sich in die Länge. Man sieht in der Ferne die Silhouette, der Ort ist den Highway 1 ostwärts entlang ziemlich ausgefranzt. Viele Steinbruchunternehmen reihen sich auf der rechten Fahrbahnseite aneinander. Industrieunternehmen, von Farmen relativ wenig zu sehen. Ich will eigentlich gar nicht hinein, sondern kurz vor der Verkaufsmeile abspringen und die Nacht vor der Stadt verbringen, um am nächsten Morgen früh zu Walmart und Tim, Ellinor anzurufen und dann raus aus der Stadt. Bin ich erstmal drin, wird es schwer eine Farm zu finden.
Als sich der Highway aufteilt in einen Innenstadtarm und eine Umgehungsstrasse, ist der Zeitpunkt gekommen, jetzt abspringen und ich drehe sofort in eine geschotterte Seitenstrasse, ein Pflanzenmarkt und dann, hier und nirgends anders.

Die mir öffnende Frau Ericson ist zunächst ein wenig überrascht, als ich mein Bedürfnis vortrage, Hey Lady, ich bin der Frank…, hat aber dann eigentlich nix dagegen, will aber auf ihren Mann warten, der just von der Arbeit käme.

Eigentlich will ich ja nur ein Platz für mein Zelt, aber das ist in ihren Augen zu wenig, wenn ihr Mann nichts dagegen hat, wollen sie mir lieber ihren Camper anbieten.
Nun, ihr Mann kommt nicht sofort und ich erfahre in 5min jede Menge von Frau Ericson, sie sagt die Rente ist eingereicht und hoffentlich kollabiert das Land jetzt nicht.
Hmm, was man eben so erzählt, wenn man von einem fremden Mann aus dem Haus geholt wird. Sie wirkt ein wenig sehr mit sich beschäftigt, deswegen dränge ich mich auch nicht weiter auf, bin aber doch froh als ihr Mann Lannie erscheint, nun geht es voran und er zeigt mir seinen Camper.
Nochmals dränge ich ihn, ich könnte auch im Zelt schlafen, nur weiterfahren will ich nicht, doch Lannie Ericson hat schon die Tür zu seinem Pace Arrow geöffnet. Hier und deutet auf die 2,00m Sitzbank im Mittelteil des Wagens, macht auch keine Mühe.
Traumwagen, noch fahrbereit Dodge Pace Arrow
Dann verschwindet er, für ihn ist die Sache erledigt, ich bleibe allein zurück, soll ich noch mal stören, gibt’s noch was zu sagen, nein, das Bedürfnis an Neuigkeiten meine Person betreffend ist für die beiden anscheinend ausreichend erschöpft. Muß man ja auch erst mal verdauen, steht da einfach ein Reiter aus Europa auf dem Hof. Dennoch klopfe ich noch mal und überreiche ihnen meine Karte, sozusagen als höfliche Form der Vorstellung, damit ihr wenigstens wisst, mit wem ihr es zu tun hattet, aber nur wenn ihr wirklich wollt. Der Rest bleibt unausgesprochen, muß auch nicht und ich mache mich zu dem Wohnschiff auf. Camper würde es einfach nicht richtig treffen. Hier stehen 80er Retro Camping zum anfassen.
Innenleben im Geslenkirchener Barock

Yeah, ein 1980er Dodge Pace Arrow im angegrauten Zustand, vorne 2 drehbare Sessel, Mitte vorne Couch, dahinter Küche und Esstisch Garnitur, dahinter das Duschbad und WC. Cockpit und Himmel mit braunem Kunstleder ausgekleidet. Überhaupt überwiegen die Braunorangetöne, Frottee Wollteppich und Brokatjallousien. Gelsenkirchener Barock. Und natürlich Klima. Die Uhr zeigt 11:52h, ich frage mich welches Jahr. Kurzum ein Traum.
Ich liege mit meinem Schlafsack auf der 35jahre alten Couch und starre in die untergehende Moose Jaw Sonne. Und wünschte mein Freund Tom würde das sehen, Alter ich sage Dir, der absolute Hospitalcrusher Bus. Es kann keinen anderen geben.
And for Mr.Lannie E., once again, thank you for your very nice hospatility, I enjoyed, auch wenn wir wenig gesprochen haben.
Morgen geht’s weiter, mit neuem Wind.

Nachtrag: Natürlich haben die beiden kurz hinein geschaut.Am nächsten Morgen ist Frau Ericson recht aufgekratzt und bittet mich zum Frühstück, herrjeh, nun ist die Zeit knapp, ich will eigentlich los, Walmart, Tim, Ellinor will zum Yoga, das darf ich nicht verpassen, aber die Gastfreundschaft ausschlagen geht auch nicht. Also beantworte ich nun doch ihre Fragen und freue mich auf eine Tasche Kaffee. Sorgar ein Sandwich hat sie eiligst zubereitet. Denn die beiden wollen zum Arzt. 
Schade, hätten wir doch bloß gestern miut einander gesprochen.
Lannie Ericson mit seiner Frau in der heimischen Küche
Ein letztes Foto und schon geht's zurück auf den Trans Canada.


Montag, 12. Mai 2014

Wieso haben billige Motels immer schlechtes wifi?

Muttertag, 11.05.2015 Wolesley, Saskatchewan
Es ist wieder Sonntag, so schnell verrinnt die Zeit, letztes Wochenende von Richer nach Winnipeg, das Raddrama bei Natural cycle, was ist eigentlich diese Woche alles passiert. Alles vergeht wie im Flug. Ich habe Mühe den Tagen die einzelnen Ereignisse der letzten Woche zu zuordnen.

Das Radio auf dem Campground dudelt noch immer, ansonsten ist der Platz verwaist. Um 07:40h sitze ich bereits im Sattel, wie immer ist es kühl, ein langer Tag steht an, ich will auf jeden Fall bis nach Regina, der Hauptstadt der Provinz Saskatchewans. Um die 110km sind das in jedem Fall. Weite Strecken gegen den Wind. Der erste Teil der Tagesetappe endet in Indian Head an der örtlichen Shell. Einen 20oz. Becher für $1,75. Ich bin so frei und genehmige mir einen Refill, ohne vorher zu fragen. Guter Preis.
Die nächste Tankstelle ist erst in Balgony, nach Auskunft der Geschäftsführerin mindestens 25 Minuten. Es werden lange 50km gegen den stetig vorherschenden Wind. Aber es gibt keine Alternative. In den Prärieprovinzen weht immer Wind.
In Balgony spüre ich die jetzt Auswirkungen des Muttertags. Die am Highway1 liegende Tankstelle ist heute geschlossen. Bestimmt gibt es irgendwo einen geöffneten Mitbewerber, aber für Ortunkundige deutsche Radtouristen ist er so schnell nicht auszumachen.

Die Zeit ist wieder fortgeschritten, in Deutschland ist es längst 22:15h, hier beginnt gerade erst der frühe sonnige Nachmittag. Ich melde mich ab bei Ellinor, heute wird das bis 23:00h nichts mehr.
So kann ich mich besser auf die Motelsuche in Regina konzentrieren.

Vorerst muß aber das letzte Teilstück dieser Tagesetappe, eine schnurgerade 23km lange Strecke gegen den Wind absolviert werden. Der Ortsumgehungsverkehr ist an diesem Sonntag enorm. Trucks, Mototrräder, 7,5to, alles rast an mir vorbei, der Verkehrslärm quält. Eine dreispurige Richtungsfahrbahn stadteinwärts, dazu Auf-und Abfahrten. Und es scheint einfach nicht weniger zu werden. Von weitem kann ich die Silhouette Regina's sehen, allein, so sehr ich auch gegen den Wind ankämpfe, ich scheine auf der Stelle zu stehen.


Dann nach gefühlt unendlich langer Zeit die Zone d`Activitè. Mit Walmart beginnt sie, ein 4km langer Komplex, alle Großen sind hier, rechts tauchen die an der Peripherie gewohnten Motelketten auf. Die angeschlagenen Preise verderben einem die Lust zu fragen, mehrheitlich um die $100, natürlich + Tax. Willkommen in der Provinzhaupstadt Saskatchewan's.

Natürlich sind Hauptstädte teuerer als staubige Provinznester, aber es muß doch auch lowbudget geben.

Gibt's aber nicht. Hier nicht. Die Frau im Traveller's Inn Motel meint keck, das hier wäre schon the cheapest price, $96,50+Tax, never ever, 15h für $100. Also geht die Suche zähneknirschend weiter, ich entferne mich zu meinem Leidwesen immer mehr aus der Einkaufswelt. Bald schon sind 4km erreicht, die muß ich unter Umständen zurück, aber das Motel ist jetzt wichtiger.
Sunrise Motel direkt am Autobahnring heißt die Alternative, mäßig abgewohnt, aber eine heiße Dusche, man verspricht eine Kaffeemaschine zu finden, allein die Suche bleibt bis zum Morgen erfolglos.
Viel dramatischer neben dem verschließenem Interior und dem fehlendem Kaffee ist wieder einmal das unterirdische wifi. Herrjeh, da bucht man extra ein Motel und dann braucht der Seitenaufbau eine Ewigkeit. Was für eine Pleite. Ein Motell der Holzklassenserie, meine Güte, zwar drohen etliche Schilder den Gästen bei Zerstörung des Mobliars, aber viel ist hier nun wirklich nicht mehr zu zertrümmern.Das die sich trauen, mit so etwas am Markt bestehen zu wollen, aber ein Blick nach draussen zeigt, es findet sich für alles Kundschaft. Das Motel ist gut besucht.

Meine Nachbarin nebenan hat den ganzen Abend jede Stunde neue Besucher, bzw. warten verschiedene wechselnde Autos auf dem Parkplatz, die sie wahrscheinlich zum einkaufen abholen.
Es wird endlich Zeit, das die Campingplätze aufmachen. Nach einer Stunde bin ich gereizt. Wie soll ich schreiben, wenn ich für 8 Bilder 30min zum hochladen brauchen. Nun sitze ich hier, preiswerter ging nicht, warm und trocken, aber mit unzureichendem Internet. Und morgen wollen wir skypen. Na denn, zur Not muß ich flüchten und zu Tim fahren.
Ich werde Regina am Montag keinen Besuch abstatten, einen Steinwurf von hier in Sichtweite werde ich morgen auf den Autobahnring übersetzen und weiter nach Moose Jaw radeln. Die Innenstadt bietet nur die Gefahr sich zu verfahren und nicht schnell wieder auf den TCH zurück zu finden. Und letzten Sonntag erst war ich in Winnipeg, mein Bedürfnis nach Großstädten ist zur Zeit noch befriedigt.

Boyd's CrossCanada Walk


Samstag, 10.05.14
Urlaub auf dem Lande, es ist bewölkt, kühl, geweckt werde ich wieder einmal nicht durch Federvieh, sondern durch den 07:05h Canadian Pacific eastbound, der in diesem Bereich viele Bahnübergänge hat und eifrig von seinem Horn gebraucht macht.
Dadurch, das sie die Uhrzeit hier derer in Alberta angepasst haben ist es heute Morgen schon um 5:30h richtig hell. Leider nur viel zu kühl. Trotzdem, heute habe ich die erste Nacht in einem trockenen Zelt gehabt. Kein Eis, alles trocken, super, ich kann das Zelt so zusammenlegen.
Für den Morgenkaffee muß zunächst der Weg nach Broadview, gute 23km, geschafft werden; da die nächsten Teilstrecken genauso lang sind, reicht es, später einzukaufen. Der Wind hat gedreht und weht heute stetig auf die rechte Brust, mehr als 14km/h sind zunächst nicht drin, ich habe die Strecke deshalb gekürzt, um nicht am Abend nach einigen Stunden Wind unbedingt das Ziel erreichen zu müssen. Bei dem starken Gegenwind sind 100km auf Dauer zuviel.
Also schnell heraus aus dem dem Zeckenhain, irgendwann setzt einfach ein Automatismus ein, findest Du eine, dann kribbelt und juckt es plötzlich überall und man macht sich verrückt in dem Gedanken, doch eine übersehen zu haben. 
Grain Elevators zu Beginn des 20.Jh.
Die meisten CrossCanadafahrer wählen für gewöhnlich die West-Ostpassage, um genau für diese Etappen den Pustewind im Rücken zu haben. Auch Katie aus Elmdale hatte sich so entschieden, 2000km gegen den Wind mit garantierter Ansage, das ist für viele nicht wünschenswert.
In meinem Fall hätte ich allerdings im Herbst bei Ankunft in den Maritimes alternativlos dagestanden, auch an der amerikanischen Ostküste in den Neuenglandstaaten ist es dann kalt.
Boyd walks crosscanada
Halte ich durch, erlebe ich vielleicht einen wunderschönen Herbst in Staate Washington und Oregon. 

Schon wieder eine Stunde gewonnen

Freitag.9.5.
Der wärmste Tag der Reise



Der heutige Tag ist der bisher wärmste Tag in Kanada, auch wenn die Saskatchewan Visitor Info sich später nicht ganz sicher ist, ob es in ihrer Provinz im April schon wärmere Tage gegeben hat.

Trotzdem ist das Zelt erstmal vereist, es hatte in der sternenklaren vergangenen Nacht Bodenfrost gegeben, Leslie’s fein gemähter Rasen zeigt einen weissen Rauhreifbelag.

Vom Bauern noch keine Spur, dabei dachte ich immer, Landvolk steht früh.

Ich bin fertig mit packen, als Leslie mit Donna erscheint, die Verabschiedung ist kurz aber sehr herzlich, da die beiden Nicht-Kaffeeetrinker sind und keiner im Haus zu finden ist, muß für den ermunternden schwarzen Schluck eine Warmmacherstrecke von 19km hingelegt werden. Zwar hatte Leslie angeboten, von Timmi mit seinem 24h Drive Thru Service Kaffee zu besorgen, aber das hatte ich gestern energisch abgelehnt. Um 08:15h geht’s los, vom wärmsten Tag des Jahres ist bis 11:00h nichts zu spüren. Der Highway ist leer, nur gelegentlich fahren einige wenige Autos.

Ackerross

Elkhorn mit seiner Esso Tankstelle ist der erste Stop, unfreundliche Bedienung, aber für den Genuß gibt’s einen Sonnenbank mit Blick auf den Highway. Viel interessanter ist das Automobil Museum Elkhorn’s und da gerade geschlossen, gibt’s einige Fotos auf lau. Kanadische Automobilgeschichte open Air.

Kornspeicher in Elkhorn
Nach insgesamt 37km ist die Provinzgrenze erreicht und die freundliche Begrüßung endet in der Gratulation für den als ersten hier durchkommenden Fahrradfahrer 2014. Inzwischen habe ich ein ganze Reihe erste Plätze eingeheimst, nun also auch die eins in Saskatchewan. Seit Tagen habe ich keine Fahrradfahrer mehr gesehen.



Es gibt eine Gratiskarte und einige Emphehlungen bezüglich der Geschäftsöffnungszeiten in der Provinzhauptstadt Regina[Riedscheina] am kommenden Muttertag. Und die Campingsplätze sollen jetzt geöffnet werden. Das wichtigste jedoch, das Saskatchewan eine inoffizielle Zeitumstellung hat und sich der Alberta Zeit klammheimlich im Sommer angepasst hat. Wieder mal reicht mein englisch nicht ganz aus, aber ich verstehe den Satz you gain one hour here in Sask.

Damit wird es jetzt morgens noch früher hell.
Jeder größere Ort hier in Saskatchewan hat seinen Getreidespeicher, den grain elevator, ursprünglich aus Holz, jetzt meist aus Stein oder in moderner Bauweise. Sie sind die charakteristischen Merkmale dieser Landschaft, aufgrund ihrer Größe schon von weitem sichtbar.

in Moosemin


Der erste größere Ort in Sask. ist Moosemin und ganz nebenbei der letzten Tim Horton bis Regina, ca. 250km entfernt. Alle Berichte müssen also warten. Im Eingangsbereich treffe ich Trucker Tobi und im Gespräch erwähnt er wieder die canadsische Olympionikin Clara Hughes, www.theglobeandmail.com clara-hughes-to-ride-across-canada-for-mental-healthdie sehr populär in ihrem Land, ebenfalls auf CrossCanada 2014 macht und immer mal wieder im TV auftaucht. Ihre Reise allerdings ist eine große Kampagne gegen die Volkskrankheit Depression.

Trucker Tobi


Ellinor hat Spätdienst, so lange kann ich hier nicht warten.

Für Ellinor
Der letzte Kraftakt des Tages besteht in einer einsamen Fahrt nach Whitewood. Von weitem sieht man die roten Blechdächer des Kornspeichers. 53km schlängelt sich das Asphaltband durch endlose abgemähte Felder, oft stehen große Seen auf den Feldern, gelegentlich tauchen Kornsilos auf. Whitewood ist ein staubiges Nest am Highway, 2 Motels, 2 Tankstellen mit gestampftem staubigen Lehmboden, ein wenig Agrarhandel. Greyhound Canada kommt hier durch auf dem Weg nach Calgary, genauso wie die Canadian Pacific.

Im Convinience Shop wieder mal eine teure Flasche Saft, den horrenden Preis für Mineralwasser spare ich mir, ich hoffe auf trinkbares Wasser auf einer Farm.



Elchschild in Saskatchewan
Bei Walmart ist 1,5l Mineralwasser für $0,98 zu haben, an der Tankstelle meist nicht unter dem dreifachen Preis. Der Versuch das Leitungswasser zu trinken, ist eine Gewöhnungsfrage, oftmals hat das Water from the sink einen sehr unangenehmen Chlor Beigeschmack. In White River/ON unternahm ich den Versuch eine halbe Flasche Sprite, 2l, mit 500ml Leitungswasser zu mixen, nach diesem fraglichen „Genuß“ bekam ich wirklich Angstgefühle und dachte über Symptome einer Chlorvergiftung nach.

Alles Trinkwasser hier, ich hab’s seitdem nicht wieder gemacht.



Whitewood, hier muß man nicht absteigen, es sei denn, die Zeit ist fortgeschritten. An diesem Tag besuche ich einige Farmen, alles sieht aus wie gerade eben erst verlassen, aber immer ist niemand anzutreffen. Schade. Nach einigen Versuchen, reicht mir das und ich steuere einfach das nächste haus 5km westlich des Ortes an.

Nein, ich störe nicht, und schon geht’s los. Romantischer Platz mit Blick auf den See und den Highway.

Was er allerdings verschweigt, ist die Zeckenverseuchung der Gegend. Die aufgehängte nasse Radkleidung in den Bäumen wird von den ungeliebten Haustieren gerne angenommen, bis ich es  bemerke, fliegt die später getrocknete Wäsche ins Innenzelt auf den Schlafsack.

in Whitewood

Das hat gerade noch gefehlt. Mühsam muss nun jede Ecke und Tasche abgesucht werden; etliche dieser krabbelnden Biester überleben den Abend nicht und noch ein Frühlingsbote ist aufgetaucht, ebenso widerwillig begrüßt. In meinem Zelt tummeln sich die ersten Mücken. 

Die Flasche Off kostet Outdoorladen meines Vertrauens mit dem großen W $8,95.










Urlaub auf dem Bauernhof


Donnerstag, 8.5.
Wiedergutmachungswetter
Um 5:25h erhebt sich ein gleissend heller Feuerball aus den Niederungen und strebt gegenüber meinem Fenster bei PetroCanada in die Höhe.
Was für ein Tagesbeginn. Das Zelt ist in der Nacht getrocknet, um 7:15h trotte ich zum Continental Breakfast. Es gibt sogar Eier, allerdings kalt und hart und Rosinenbrot. Drei Styrobecher Kaffee und raus auf die Strasse. Heute lieber erst einkaufen, bevor es wirklich losgeht. Abends ist Wildnis angesagt, also hinein in den Walmart SuperCentre.

Einmal hin, alles drin. Was für eine Größe, einfach schier unglaublich, hier scheint außer Autos alles zu haben zu sein. Walmart arbeitet in Canada mit zwei Ladeneditionen, Läden, die sie im Anhang mit foodshelf bezeichnen, also das gerade Ernährungsnötigste bieten, dafür aber kein Obst und Gemüse, jedoch das Gesamtangebot Old Dutch und Softdrinks und eben den Supercenters; darf es neben der Kiloflasche Heinz Ketchup noch 'ne neue Jeans und gleich dazu vielleicht 'ne neue Ledercouch sein?
In Polen versucht sich der französische Riese Carrefour in der Peripherie der großen Städte ebenso mit solchen Allessellern unter der Bezeichnung Hipermarchet, aber diese Größe hier erreichen sie nicht.
Es gibt witziger Weise ein Schnellkassensystem, hinter deren Startlinie sind bis zu 15 Kassen ohne Laufband integriert. Die Leute warten geduldig und mittels großem Bildschirm wird Ihnen visuellakustisch die entsprechende Kassennummer angesagt, wo der Cassier sie als erstes mit den Worten, sind sie zufrieden mit ihrem Einkauf bei Walmart, begrüßt.
Ich bin sehr zufrieden, finde das im Moment großartig und komme mit 18 Donuts für $3 wieder aus dem Laden. Mit dem Fahrrad kommt übrigens anscheinend keiner, es gibt tatsächlich Stellplätze, doch sind verwaist und ein wenig versteckt.
Dann an diesem Tag leider die falsche Idee anstatt direkt auf den Highway 1 zurück, noch eine Stadtbesichtigung per Rad Brandon zu fahren, die Victoria ave. entlang, die nach längerer Strecke ebenfalls an den Hwy anschließt.
In der Stadt ist der Verkehr immer ein wenig bedrängender, hier gibt’s keinen 12 foot paved shoulder, sondern nicht abgeräumte Hinterlassenschaften des letzten Winters, die Strassen sind bös’ ausgeschlagen, immer wieder durch Teerguss geflickt und nach Frosteinbruch erneut ausgerissen; Slalomfahrten mit dem Trecker auf einer vierspurigen Hauptstrasse.

Immer wieder versuchen Pickups den in ihren Augen, dem Fahradfahrer zustehenden Platz zuzuweisen, Scheibe runter und gestikulierend, neben einem vorbei fahrend. Nach dem dritten Erlebnis dieser Art darf auch der Tourist mal pöbeln und schon ist Ruhe. Später auf dem rangniederem Highway gibt es kein Seitenstreifen mehr, nur noch eine weiche Bankette.
Ich bin froh, endlich wieder den TCH zu erreichen. Von da an herrschen Traumkonditionen, beste Strassenqualität, leicht wellige Strecke, Sicht soweit das Auge reicht. Tempomaten-Wetter für Kraftfahrer, mit  90-100kmh gepflegt über einen fast leeren, großzügig bemessenen Highway gleiten, Deutschlands Autofahrer Traum und eben Langstreckenbikertraum.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Weltuntergangstag bis 17:00h

Mittwoch, 7.5.
Ich glaube, das ich mit relativ guter Reisemoral ausgerüstet bin, so richtig umhauen tut mich so schnell nichts.
Ellinor mag das an mir und weiß, wenn ich einen schlechten Tag habe, kann ich schon morgen wieder mich selbst motivieren.

Heute klappt das leider nicht. Dieses Land wechselt so schnell von angenehm, bis verfluchen, da fällt es schwer mit zu kommen. War es am Montag noch super, so sitzt jetzt drei Tage lang ein Tiefschwein über Manitoba. Was könnte das Fahrradfahren hier ein Genuß sein, ja was könnte... Die Schneefallgrenze ist im Norden auf 700m gefallen, mein Höhenzug liegt um die 500m. Es ist kalt und regnet.
In der Nacht wurde ich wach, ich bin sicher Schritte gehört zu haben, aber es erfolgte auf Zuruf keine Reaktion und wenn doch, ging sie im Lärm der Freightliners unter, die 60m den Hügel hinauf ohne Pause den Highway entlang donnernten. Ich schlafe ohne Ohrenstöpsel, die Taschen sind am Rad, nur Wertgegenstände verbleiben im Zelt. In Europa undenkbar hat hier keiner Lust auf Handtaschenraub in der Nacht. Möglicherweise war es Bambi.
Bambi ist tot
Seit dem ich in Manitoba unterwegs bin, habe ich mindestens 20tote Bambis direkt am Fahrbahnrand gesehen, dazu jede Menge Nager, Dachse und Hörnchen. Alles bleibt liegen und die Natur entsorgt sich selbst. Der Schnee gibt die Kadaver frei, die meisten waren allerdings kaum 2 Wochen tot. Ebenfalls sind die menschlichen Rückstände jetzt auf dem Highway zu sehen, von Flaschen, Bechern, abgesehen, hatte ich inzwischen ein halbes Dutzend, Blackberrys, Samsungs, und Kameras in der Hand. Allesamt aber zu frostempfindlich.

Wenn das Zelt bereits naß ist, muß das aufstehen vorsichtiger als sonst erfolgen, solange noch Kamera, Handy und ähnliches im Zelt liegen. Trotzdem bin ich um 8:30h auf dem Rad, es gibt nichts Trockenes mehr, die Kleidung des gestrigen Tages ist im Zelt nicht trocken geworden, alles ist klamm, es ist kalt, eklig, unangenehm.

Ich ziehe alles übereinander an, 5 lagig, in der Hoffnung, es ist windundurchlässig.
Die klamme Kleidung muß sich durch Muskelarbeit erwärmen. Mein Entschluß steht fest, ich werde vorerst die Aktion abbrechen und ein Motel aufsuchen. Das ist eben der Unterschied zum heimischen Sofa; hier vor Ort in the middle of nowhere fühlt sich das alles real echt kalt, real echt naß an, hier helfen keine schlauen Reiseführer.

Auf dem Weg nach Brandon

aus dem Sonderprüfungskatalog: die Taiga Prüfung
Dienstag 6.5.

Es regnet seit 6 stunden, als ich mich endlich entschließe mal vor die Tür zu gehen. Da ist es schon seit zum aufstehen. Heute ist wieder alles grau, im Wetterbericht hatten die Norweger 3 Tage Schauer angekündigt, dieser Schauer wird heute bis in die 15.te Stunde des Tages durchgehend anhalten.


Ich hab das ja schon an anderer Stelle gesagt, ich bin ein unverbesserlicher Eisenbahnromantiker, andere würden den gestrigen Platz als einen Fehler bezeichnen, ich empfinde ihn als geradezu ideal, alle 30min spätestens kommt hier Canadian Pacific durch, und vor der Brücke des Entwässerungsgraben müssen die immer hupen, als ob da einer von rechts kommt, und dann geht es los, gadong,gadong, man hört die Achsen über die vibrierenden Holzschwellen federn, und ich liege im Schlafsack gleichso, als wäre der Liegewagen hinter angehängt. Ich mag das, es erinnert mich an die vielen Fahrten im Liegewagen, z.B. von Stettin mach Warschau, DreiStockBett- Abteil und im Einstieg ein echter Holzkohleofen. Oder die legendäre Aurora Borealis Reise, von Kolari nach Helsinki quer durch das sommernächtliche Finnland.



Die heutige Sonderprüfung passiert leider unangekündigt direkt nach dem Abbau, ich schleiche mich über die Schienen und habe den 150m unbefesstigten langen Deichkronenweg vor mir. Gestern am Abend keine Hürde, heute aber komme ich nur 30m bis zum rettenden Highway, dann hat der lehmige Boden vermischt mit Stroh des letzten Jahres den Zwischenraum zwischen Schutzblech und Rädern ausgemauert. Nichts rollt mehr, wie ein Pflug gerät das hintere Rad in die obersten 15cm des Bodens, ein hilfloser Blick nach vorn, die Strasse schaffe ich nicht.


Also im Dauerregen alles wieder ab, Rad quer und mit den Finger versuchen, den schwarzen Lehm herauspulen. 09:10h, ich glaub' ich krieg' 'nen Heulkrampf, das  teure Rad wie ein Pflug.

Es dauert ein irre Zeit bis sich die Räder wieder drehen lassen, meine Schuhe haben inzwischen 5cm Absätze. Den Rest der Strecke trage ich alles per Hand, inclusive Richtungswechsel auf dem Highway.

So kann man nicht zu Tim, aber zu Walmart darf man so. Ich sehe aus, das ist unglaublich, also erst einkaufen dann einen medium coffee with two milk und two sugar.

Natürlich kann man den Kaffee auch woanders bekommen, aber Tim hat ein großartiges wlan Netz.

Beim Walmart Supercentre also den Restlehm an den Schuhen gründlich in den Fußboden im Eingangsbereich einmassieren, tut mir echt leid Leute, ist nicht mein Tag heute, und Zügs für den Abend bunkern. Wer weiß, wo ich bleibe. 

Da der Nordamerikaner anscheinend nicht gerne schnippelt, gibt es bei Obst und Gemüse eine große Abteilung fertiggeschredderte Salate, coole Sache, ist alles mögliche dabei, fertig gewaschen, sofort essbar, brauchst' nur noch die Soße in die Tüte kippen und Saucen gibt es meist mehrere Meter lang.

Mein Favorit ist Coleslaw, also Weißkohl,Wurzel Radieschen Mix, mit Original Coleslaw-Sauce Salatdressing, das 1kg package für $1,99, danach gibt’s erstmal kein Hungergefühl mehr. Neulich ist mir dabei doch ein kleiner Fauxpas passiert. Die Zunge wollte das Gehirn rechts überholen und ich  finde das Zeugs nicht, werde unruhig, und frage die Servicekraft, eyh, do you sells also Garbage Salad? Da hatte ich doch schnell wie war garbage mit coleslaw verwechselt, also Müll mit Weisskohl. Ist aber alles gutgegangen, ich durfte im Laden bleiben.

Radladen suchen

Exchanche District Winnipeg
Ich muß zurück, es hat ja keinen Zweck, wie mein Freund Klaus an der Ampel sein Hilfsmotorad anschieben, mitlaufen und aufspringen; auf einer 4spurigen Strasse solche Einlagen zu bringen, kann auch mal mit einem Sturz enden.
Es ist erniedrigend, aber ich muß die Sache nun selbst in die Hand nehmen; von Dinae keine Spur weit und breit.
8,7km zurück bis zum Olympia Laden, sonst zu Bike&Beyond in die Peripherie.

Wenn die Asiaten nur nicht so nuscheln würden, hätte ich gestern schon verstanden, das ein Continental Breakfast im Preis inbegriffen ist, während ich also Briefe schreibe, wird es auf dem Flur laut, die Leute gehen zum Frühstück, da muß ich doch glatt hinterher, siehste! gibt Papp Kornflakes.
Wie auch immer die das machen, jedes angebotene Frühstück war vom selben Marmeladen Hersteller ausgestattet. Es gibt von Niagara Falls bis Winnipeg, die gleichen Marmeladen, die gleichen Ernußbutter Tütchen, alles immer gleich, ein Continental Kartell.

Und immer ist die Putzfrau krank. Ob das wirklich sich so rechnet, alles aus Styropor und Plastik, alles zum wegwerfen?
Irgendwann stand eine Tafel in Ontario an der 17 yes, we have real dishes. Auch das kann ein Weetbewerbsvorteil sein, richtiges Geschirr. Kaum zu glauben. Hier aber nicht.
Olympia Bicycle Store


Ich spreche mit dem Motelwirt, sollte etwas schief gehen, bin ich 5 Stunden wieder da und dann geht's los. Um es kurz zu machen,  die Winnepeger PickupBesitzer sind am Montag nicht weniger empatisch auf der Portage Ave stadteinwarts, als am Sonntag- aber eben auch nicht mehr.
Aus 8,3km werden einige mehr und um 9:59h stehe ich vor Olympia ski und cycle.
Klingt erstmal nicht gut, was soll das ski. Dann wird die Tür aufgeschlossen, Begrüßung zurückhaltend,ist halt Montagmorgen, nicht jeder beginnt seine Woche euphorisch. 
Ich erkläre, ich hatte Pech, falsche Werkstatt, unvollendete Reparatur, bin auf Cycletour, the chain is skipping after a chancing 10 xpeed.
Er sagt erst mal nichts und schaut nur, dreht ein wenig an der Pedale und schließlich, die 45kg müssen ab, das Rad muß auf den Ständer. Klar, das ist verständlich, aber kurze Frage, wären denn alle Teile da? bei Jens würde ich das nie wagen zu fragen, aber seit gestern fühle ich mich genötigt dazu.
Ich bin brauche medium und small chainring. Jetzt kommt es zu einem langen Monolog, wovon ich nur grob 15% verstehe, irgenwie geht es um die Anzahl der Zähne und das er nur einen kleinen Ring in Nicht-XT da hat. Aber er wirkt zuversichtlich. Das einzige was mich in diesem Moment interessiert, wird die angefangene Operation heute beendet.
Highway der Helden

Irgendwann hat mein Freund Hussein mal gesagt, er hat auch ein Fahrrad mit einer Shimano Schaltung, gut sein Fahrrad war etwas preiswerter, aber ich hatte ihm damals versucht klar zu machen, Shimano ist nicht gleich Shimano, genauso Mer-ce-desz eben nicht gleich Daimler ist, auch wenn er 'nen Stern hat.

Sei’s drum, hier fehlt auch mir der Überblick, es geht um die unterschiedliche Zahl der Zähne, den Unterschied  zwischen XT Touring und Xt Mountainbiking, verschiedenste optionale Möglichkeiten, und hast- du-nicht-gesehen, dafür reicht mein 37jahre altes englisch nicht aus. 
Double Bison eastbound

Mehrfach frage ich dazwischen, bist du davon überzeugt, das du es zum Laufen bringst, letztlich müssen die Ritzel doch nach 3000km wieder gewechselt werden.
Man mag mich für schlicht halten, aber ich gehe zu meiner Werkstatt des Vertrauens und sage mach was hochqualitatives und dann macht er. Ich bin der Fahrer, er ist der Schrauber, ob nun 46 oder 42 Zähne, das hat mich nie gequält. Das Vertrauen in die Arbeit ist viel wichtiger, als den Shimano Gesamtproduktionsüberblick verinnerlicht zu haben.
Double locomotive CP eastbound
 
Ich folge seinen Gedanken, empfinde in seiner kompenten Art Vertrauen und dann nimmt er  das Rad und verschwindet. Zwischendurch ist er wieder da und sagt er hat einige Schrauben getauscht, von Torx auf Imbus, ebenso den ramponierten XT Umwerfer, na denn, nach 2:15h ist die Arbeit getan. Alles läuft, er hat nebenbei alles gereinigt und bekomme jede Menge Altmetall in einer Plastiktüte mit.
Läuft. Absolute Profiarbeit, nicht viele Worte gemacht, so hätte es gestern sein können, Pech gehabt, falsche Werkstatt.
Seit dem ich in dem Laden bin, arbeiten 4 Schrauber permanent, nur kurz unterbrechend wenn neue Kunden mit Rädern kommen, dafür, das ich gestern 3 Radler und heute einen gesehen habe, brummt der Laden, die irritierende Frage bleibt, was machen die ihren Rädern? Wo sind die danach?

Erika und Sepp from Elie, former Austria
Ich habe viel Zeit mich umzusehen,  jede Menge edle Cannondale Racer hänger von der Decke, alles ist zu haben, richtige schicke Sachen, sogar Schwalbe Faltreifen, aber das Thema hatten wir ja schon.
Otto Normalkanadier muß für seinen Fahrspaß richtig was auf den Tisch legen, so sind die Faltreifen für um die 110$ zu haben, gut ich werde jetzt aus Gründen der Höflichkeit den Walmartpreis nicht erwähnen, Markenqualität kostet halt.
Ich bin schwer beeindruckt, von diesem Laden, Adrian hieß mein Schrauber und er sagt zur Philosophie des Ladens, kommen Touringrider, lassen die sofort fallen und geben ihnen top Priority, alles andere muß warten, absoluter Profieinstellung. 
Alles läuft und um 12:30h, geht's die Portage erneut stadtauswärts. 16km dauert der Stress, dann fasert Winnipeg aus. Bald hat sich die größte Stadt Manitobas entfernt und es gibt bis zur nächsten Stadt einen 12foot paved shoulder, ebene Bahn, 12° leichten Wind von hinten. Yeah, Radfahren wie im Paradies, leider ohne Kollegen.
Sehen, wer übermorgen zu Besuch kommt, Weite, Manitoba ist Weite, Felder, die bis zum Horizont reichen. Auf diesen Tag mußte ich 36 Tage warten, erst um 12:30 losgefahren, bis um 17h sind die 110km abgespult. Heute wäre sogar mehr drin gewesen, looking forward things to come.

Dienstag, 6. Mai 2014

Liebe und treue Blogleser, für mich kam es dann auch überraschend, doch nicht ganz unerwartet, wenn man die Wetterkarte mitverfolgt, und so bat Frank mich gestern Euch mitzuteilen:

Frank is in the fields,

                                                                                            wer findet die Fehler im Bild?

und der nächste Beitrag wird voraussichtlich am Freitag, mit vielen neuen Bildern, veröffentlicht.

Mit herzlichen Grüßen von Frank und Ellinor
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Gestern erreichten mich die wahren Fotos:


..............es lebe freies Internet bei Tim Horten, Frank und ich konnten skypen, während es bei ihm in Strömen goß!