tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Mittwoch, 3. September 2014

Courtenay im Regen

Bescherung am frühen Morgen
Di.,2.9.
Und der Tag ist nicht mein Freund
Es regnet, das Stimmungsbarometer sinkt. Einziger Lichtblick, es hätte schon seit 2 Tagen regnen sollen. Hat es aber nicht.
Während ich im Nieselregen aus dem Zelt klettere, entdecke ich, das der Hinterreifen wieder platt ist. Grauer Himmel, Nieselregen, wieder mal einen Platten. Nein, das kann nicht sein. Kann nicht sein, darf nicht sein und doch ist es so.
Es braucht viel Kraft, um sich den heutigen Tag schön zu reden.
Und eigentlich wollte ich heute die Fähre nach Powell River nehmen. Noch einmal kurz in die Stadt und dann los. Rüber auf die andere Seite.

Ich erreiche den Horton Store am Highway gegen 08:50h. Es regnet noch immer. Da aus unerklärlichen Gründen das Visitor Center mehr als 10km außerhalb der Stadt sein soll, brauche ich wifi, um die Abfahrtszeiten heraus zu bekommen. 03:15h leaving Little River außer Mittwoch.

Damit sind es noch knapp 6h abzüglich einer 10km Strecke mit den Berg an der Ryan Road. Und es regnet. So wie ich die Sache einschätze, gibt es keine großen Events in Little River, heißt also, im Ort bleiben und hoffen, das das Wetter sich legt. Und Frühstück bei Walmart auf der Bank mit Dachunterstand.
Um 10:30h regnet es noch immer und ich bin auf dem Weg zur Bank. Und da ist der Reifen das zweite an diesem Tag platt. Irgendwann sind Wutausbrüche und Verzweiflungen nur noch stumm. Ich stehe auf einer 4spurigen Kreuzung im Dauerregen, es regnet gerade mal cats&dogs und ich fahre auf der Felge. 2x innerhalb von 24h Glasschnitt.
Wenn der Tag nicht Dein Freund werden will
Der Tag ist nicht mein Freund. Irgendwas läuft gerade gewaltig schief, jemand hat seine Voodoo Puppe gepiekt oder wasauchimmer und ich schiebe das Rad quer über die Starsse im Verkehr zum ehemaligen Safeway Supermarkt. Wieder kein Stein, Stahl oder Scherben zu sehen.

Courtenay

Walmart Courtenay, wir haben nur an einem Tag geschlossen
Mo.,1.9.
Wer hat eigentlich frei am Tag der Arbeit?
Irgendwann muß ich eingeschlafen sein und wache erst wieder gegen 7:00h auf. Nach der Party vor meinem Zelt gab es noch den akustischen Einakter, nachts im Wohngebiet und ich flipp’ mal aus.

Obwohl ich nichts verstanden habe, musste sich irgendwer mal so richtig Luft machen, bei geöffnetem Fenster, versteht sich. Highway Rastplätze in Wohngebieten sind irgendwie eine schlechte Idee für Wildcamper.
Hat allerdings für die örtliche Bevölkerung echte Vorteile. Da ist etwas, was ich bis heute nicht verstanden habe. Zwar stehen überall in ganz Canada große Schilder mit dem Hinweis, die Mülltonnen sind nur für den Reisebedarf und keinesfalls für Hausmüll und es drohen drakonische Strafen, ja die Bevölkerung wird aufgerufen Missetäter telefonisch zu petzen, aber hält man sich zu frühen Morgen -und Abendzeiten auf einem Rastplatz auf, erlebt man immer wieder Leute, die mit ihrem Auto vorbei kommen und seelenruhig ihren mitgebrachten Müll vor Ort entsorgen.
Austernfischer in Union Bay
Vor dem Visitorcenter in Nainamo wurden sogar alle vier Insassen der Nobelkutsche während meines Frühstücks benötigt, um behände den Müll in die 3 großen Tonnen zu stopfen. Was also bitte treibt Leute an, ihren Hausmüll illegal in den Tonnen der Rastplätze zu entsorgen? Hat deren Tonne zu Hause ein Loch?

Ich bin früh auf dem Rad; der seit Tagen für dieses Wochenende angekündigte Regen ist noch nicht erschienen. Zu meiner Freude ist bereits 2km später im Dorfzentrum von Union Bay ein Generalstore offen, es gibt frischen Kaffee mit ausdrücklich erlaubten Re-fill. 

Was wiederum nun ebenfalls bemerkenswert ist, denn eigentlich ist Feiertag in Canada. Tag der Arbeit. Ich laufe also mit dem Kaffee in die gemütliche Sitzecke und bevor ich in den Genuß der auf jedem Tisch ausliegenden aktuellen Zeitung komme, heißt es schon, eh komm’ rüber und setz' Dich zu uns. Howard, der aus England stammt und Doug aus Hamilton/ON sitzen beim Kaffee am Tisch, es ist ihr Treffpunkt, normalerweise sind es einige mehr.
früher 1. Haus am Platze, heute Post in Union Bay

Kaum bin ich wieder mit dem Rad unterwegs, werde ich wieder angesprochen und darf erzählen, in Nanaimo hat niemand mit mir geredet, was beweist, bis Du einsam, schaff’ Dir 'nen Hund an oder fahre mit einem Tourenrad über die Dörfer. Zwischendurch kommt kommt ein neuer Gesprächspartner dazu. Holy cow, what a much shit you carrying with yo on your bike? 

Ich kann den Leuten nicht die Story mit dem Traktor aus Clinton zumuten. Nach zwei Pott Kaffee für 2$ will ich weiter. Und nach 17km erscheint das Ortsschild von Courtenay, beginnend mit Handelszone I, Walmart ist am Ort mit einem Supercentre vertreten. Auch hier sind die Parkplätze wohl gefüllt.
In Handeslzone II hinter der Flußquerung hat Real Canadian seine Dependance. Und überall sind die Parkplätze gefüllt, Business as usual. Dabei ist wie gesagt Feiertag.
Firefighter werden immer gesucht
Canada hat so seine eigene Art der Feiertagsbewertung. Wie sagte die Frau im Walmart Store als ich schüchtern fragte, ob sie vielleicht am zweiten Osternfeiertag öffnen würden. Also erstens, gibt es keinen Ostermontag und zweitens hat Walmart nur an einem Tag geschlossen. Und es ist nicht Heilig Abend oder der zweite Weihnachtstag, genannt Boxing Day. Wie Craig sagte, sind die Geschäfte dann sogar voller, als zu jedem anderem Tag des Jahres. Also, Walmart hat(fast) immer auf, von 07:00-2300h. Und die anderen eben auch, mehr oder weniger.
Im Grunde bin ich ein überzeugter Verfechter der offenen Ladenöffnungszeiten. Mich fragt auch niemand, wie ich mich um 04:00h morgens bei einer spontan auftretenden Arbeitsspitze fühle. Dieses Gerede über den angeblichen heiligen Sonntag und der Sonntag gehört der Familie ist mir zu scheinheilig und zu durchschaubar. Aber hier, im Land der offenen Kaufhaustüren, geht es mir dann doch ein wenig zu weit. Was sind Feiertage noch wert, wenn immer alles gleich ist? Da habe ich es doch eher mit den Polen, vorm Kirchgang ist alles zu, ist die Messe erstmal gelesen, geht es ein Haus weiter in die Shopping Mall. Niemand scheint das zu stören im stark religiösen Polen.

Montag, 1. September 2014

Bowser-Back on the road again

Die Jakobsmuschel, Zeichen der Pilger
So.,31.08.
Party in der Nacht
Die Zeit ist überfällig, eigentlich schon seit (vorvor)gestern. Viel zu lange gewartet. Zum Schluß war es in Nanaimo nur noch abwarten; Neues kam nicht mehr vor.

Ein letztes Gespräch mit Ellinor, gleich nach Vancouver oder doch den Umweg nach Norden. Mach' nochmal was, lautet die Antwortet. Ja nicht zu früh in die Metropole.
Um 10:40h verlasse ich das Haus. Die ersten Minuten sind eine Katastrophe.
Ich denke an Tom, der seine Pilgertour morgen starten will, hoffentlich hat er weniger zu schleppen, materialistisch gesehen.

Viel zu schwer ist der Lenker in den Händen im Gegensatz zu den letzten Tagen auf dem leichten Kuwahara. Ich habe das Gefühl ich komme überhaupt nicht weg vom Fleck. Es dauert einige Km bis ich mich an das Gewicht gewöhnt habe. Ein letzter Zwischenstop am Real Canadian und Äpfel kaufen. 2 Äpfel 2,99$, 12 Äpfel für 5,99$ und schon sind es wieder 3,5kg mehr. Preisbewußtes Einkaufen ist eine Gewichtsfrage. Nein, beschweren kann ich mich nicht.
Baseball in Parksville

Die Strafe folgt bald darauf. Inzwischen sind 4%Anstiege eine Herausforderung. Es gesamt gibt es 4 nennenswerte Anstieg bis zum Abend.

Neben Walmart ein letztes Einkaufszentrum, dann ist Nainamo abgeschüttelt. Und los geht's, ruff' auf den Highway 19 Richtung Norden. Der 19er verbindet das eher unansehnliche Port Hardy im Norden mit Victoria, der Hauptstadt BC's. Immer an der Ostseite der Insel entlang. In Port Hardy laufen die Fähren aus Prince Rupert in North BC ein, es wäre damals eine Alternative gewesen, um sich den Highway 16 zu ersparen, aber ich wollte nicht. Michael aus Victoria ist diese Strecke gefahren. An diesem Sonntag herrscht lebhafter Reiseverkehr. Aber es tut gut wieder auf der Strasse zu sein. Der Lärm der Trucks, das Dröhnen der Motoren, den Kaffee wieder an der Tankstelle, wieder das Gefühl für Strecke und Entfernung. Hi there, i'am back again.
Qualicum Beac,10km nördlich von Parksville
Erste Station ist Husky in Parksville. Hier zweigt der 4 spurige 19er vom küstennahen 19a ab. Die Radfahrer haben nun keine Erlaubnis mehr zur Weiterfahrt. Irgendwann kommt man auch in BC zu der Einsicht, das die Duldung auf dem Highway mit fast 2m Randstreifen für Radfahrer wesentlich sicherer ist, als der angeblich so verkehrsberuhigte 19A mit einem Randstreifen von 60cm Breite bis nicht vorhanden.

Es gibt jedenfalls bis 17:00h reichlich Verkehr auf der Küstenstrasse, die dafür weitestgehend am Strand, bzw. durch den Uferwald entlang führt. Zu beiden Teilen der Strasse ist Bebauung vorhanden. Große unbebaute Flächen zwischen den einzelnen Küstenorten gibt es nicht.

Zum Abend erreiche ich Fanny Bay, hier ist die Austernfischerei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Austern werden von hier in die Staaten und nach Europa importiert. 
Ich konnte diesem glibberhaften Zügs bisher nichts abgewinnen. Es war mir immer suspekt. Während der Urlaube in der Bretagne, in den teuren Restaurants der Starndorte einen Teller voller Austern und eine Flasche Weißwein. Nein, danke.

Nanaimo-malade

Färhe aus Gabriola
Fr.,29.8.
Allein zu Haus
Es ist 06:00h, als Leben in die Bude kommt, Craig hatte noch am Abend seinen ehemaligen Truckerkollegen gebeten, ihn die Strecke nach Courtenay hinauf mitzunehmen, was die Busfahrt sparen würde. Er ist zu einem Ehemaligentreffen nach Powel River und von dort aufs Land.
Und weg ist er. Es ist  06:30h.

Ich bleibe allein zurück, allein in diesem fremden kellerlosen Souterrain.
immer wieder zu entdecken Kleinod in Holzbauweise
Es ist ein für mich nie erlebtes Vertrauen, Du hast meine Hausschlüssel, ich bin am Sonntag irgendwann zurück. Mach' was draus. Und Craig sieht nicht so aus, als ob er sich das nicht vorher überlegt hat. Warmshowers extrem.


Nachbahrschaftssportfeld
Aber der Tag ist heute nicht mein Freund. Wieder mal intestinale Probleme, schon wieder das Falsche nicht vertragen. Ich gebe die Schuld dem regular Hot Dog, oder der Tunke auf dem Eisbergsalat. Leben von der Hand-in-den-Mund und ohne Kühlschrank ist ein Risikogeschäft.

Und überhaupt, die gestrige Abstinenz vom Koffeein, egal was auch immer, ich hab' das Gefühl von einem Truck gerammt worden zu sein. Meine Rehabilitation zieht sich über Stunden hin.

Samstag, 30. August 2014

Nanaimo-wasting time

Noch immer Pause in Nanaimo
Do.,28.8.
Und doch sitzig geworden. Ich hätte heute fahren sollen. Einfach endlich fahren sollen und doch verzögert sich die Abfahrt auch heute schon wieder aufs Neue. Noch gestern waren die Wetternachrichten bei yr.no voll mit kraftig regn, es gab also gute Gründe einen weiteren Tag dran zu hängen, anstatt in einem Motel oder im Regen draussen zu übernachten. Also den Start verschieben. Und dann startet der Tag zum Mittag mit angenehmen 24°. Kein Tropfen Regen.
Die Gefahr sitzig zu werden ist im Moment extrem hoch.
14$ bezahlt und Amerika hat ja gesagt, bald geht's los

Ab morgen bin ich allein. Da Craig von morgen früh an bis zum Sonntag verreist, bleibe ich hier und halte Stallwache. Am Montag zu reisen ist sowie in Craig's Augen der helle Wahnsinn, denn dann ist Feiertag, Canada feiert den Labour Day, dem Tag der Arbeiter, so wie in Europa die Feiern zum 1. Mai und die Straßen und Fähren sind aufgrund des longweekend extrem voll .

Dieser Stillstand macht mich unruhig. Irgendwann komme ich überhaupt nicht mehr in die Gänge.  Mein Zeitspiel dauert nun schon nahezu 9Tage.
Nun stehen zwei Tage in eigener Fewo in Aussicht, leider Gottes in Nanaimo und nicht in Böhmen, aber immerhin. Irgendwie ist die Situation ein wenig verkorkst, der einzige Trostpreis besteht darin, das ich keines Falls 10Tage in Ucelet hätte bleiben können, ohne viel Geld ausgegeben zu haben.
Wholesale Sports, der andere Männerladen

Jeden Tag klicken nach der Wiederaufnahme immer noch gut 55 Leute diesen Blog. Nachdem selbst Lukas sich beschwerte, blieb mir nichts übrig, als die Zeilen wieder online zu stellen. Banale Zeilen, es gibt nichts neues. Es tut mir so leid, ich kann Euch nichts erzählen, weil nicht viel passiert. Nach dem Wochenende wird sich das ändern, aber im Moment ist purer, unspektakulärer Alltag.

Das Highlight des Tages war die Entdeckung eines weiteren Männerladens. Craig hatte plötzliche Eingebung und fragte spontan ob ich schon Wholesale sports kennen würde. Nein, außer das ich an einigen Stores dieser Kette vorbei gefahren wäre, ne, betreten hatte ich sie nie.

Und was soll ich sagen, ein echtes Outdoor Ausstatter Paradies. Absolut alles was Wolf in einem braucht. Neben allem erdenkbaren in Sachen Camping, hiking, und Anglerbedarf, alles was der Jagdtrieb so verlangt. 20m Ladenfläche Wummen und Ballerei und jede Menge Tarnkleidung und was noch so fehlt. Ich hatte sie immer wieder gesehen, die Elchlockpfeiffen. Nach dem ich die Moose allerdings in realer Größe sah, glaube ich, das es keine praktische Idee ist, mit einer Elchlocktröte einfach so durch den Wald zu rennen.
Das schlimmste an diesem Nachmittag war jedoch die Entdeckung, das mein bisher heimlicher Favorit in Sachen Männereinkauf, der Canadian Tire, die gleichen Artikel 40% teurer anbietet. Welch ein Verrat. Da renne ich seit 5 Monaten immer in diese Stores und dann stellst ich kurz vor Schluß fest, alles gnadenlos überteuert.

Craig hatte für meine frustranen Erkenntnisse wenig über. Eh, das weiß man doch, Canadian Tire ist nicht billig...
Nach einem ausgiebigem Bummel durch die bunte Welt der Outdoor Ausrüstung, wobei ich wirklich gerne echte Boots mitgenommen hätte, ist es Zeit für Lunch in unserem gemeinsamen Restaurant.
Und als wenn ich es nicht geahnt hätte, einmal die falsche Wurst, einmal regular statt polish style und schon den Magen verdorben. Der Geschmack war nicht doll und die Freude kurz.

Donnerstag, 28. August 2014

Nanaimo-der selbstbau Fahrradcaravan

Mi.,28.8.
German Mercedes in Kenya
Den Tag wieder mal finnisch beginnen. Leider ist die Sauna immer noch kaputt. Und der wifi Server im Gebäude arbeitet auch nicht mehr. Es ist ein Ärgernis.
Letzte Woche hatten sie in der Cafeteria noch ein excellentes wifi, seitdem taucht der Server in der Suchmaske nicht mehr auf. Die Frau an der Rezeption kann ebenfalls nicht weiterhelfen. Also zurück zu Craig und Handtücher gegen daypack und Foto ausgetauscht. Der Versuch die Ereignisse des gestrigen Tages aufzuschreiben gestaltet sich frustriend. Das die Wand durchdringende Internetsignal ist heute zu schwach. Ich brauche 3Stunden bis die spärlichen Bilder und der Text im Netz stehen.
inzwischen bin ich Stammgast im VC an der Northfield
Craig ist erneut zu seinem Freund zum helfen. Ich bin allein. Nach 3 Stunden habe ich die Faxen dicke und fahre zum VC in die Northfield Road. Es bleibt anstrengend, das ständige rochieren, um Nachrichten zu lesen bzw. zu verschicken kostet Energie. Nie hätte ich mir zu Hause vorstellen können, das die ganze Geschichte so zeitaufwendig ist. Immerhin der Internetstream des VC läßt ein Skypen in guter Qualität zu.
Hunter of the hidden treasures

Danach noch einmal zum Recyclinghof und nach gebrauchten Reifen für Craig gesucht. Auch an diesem Tag gibt's nicht zu holen. Also zu Costco. HotDog Nr.6. Heute herrscht hier Hochbetrieb. Es gibt nur noch Stehplätze in meinem Lieblingsrestaurant.
Und während ich so stehe winkt jemand von den hinteren Tischen und bietet mir einen Platz an. Es ist Phil. 
Thankyou, Sir, very kind und schon beginnt: Lifestory in 15min. Where you come from?- Germany, ah, German!, Ich habe viele Freunde in Sindelfingen, bei Mercedes Benz. Where you come from? Kenya. Meine Familie lebt in Nairobi. Ich hätte gedacht Keynaner sind more black coloured. Ja, wir stammen aus Indien und sind vor drei Generationen aus Indien nach Kenya eingewandert. Autohandel. Mein Neffe ist der CEO bei DT Dobie Kenya Ltd., dem größten Mercedes Händler in Ostafrika. Ich bin sehr häufig in Deutschland gewesen. Gute Leute, Deutschland sehr gut. Wir verkaufen Autos in 6 Länder.
Phil arbeitete sein Leben für Mercedes Benz
Hier erspare ich mir die (häßliche)Frage, wer DT Dobie's Kunden sind und wie die Autos bezahlt werden. Ein Mercedes kostet wohl auch in Ostafrika keine Kleinigkeit.
DT Dobie Kenya
Und Phil erzählt und erzählt, ich sitze da und höre mit dem HotDog in der Hand zu. Sein ganzes Leben hat er für und mit Mercedes gearbeitet, es ist spannend ihm zu zuhören. Dann ist es vorbei. Die Zeit ist um und Phil verabschiedet. Ein letztes Photo und schon ist sein Platz leer. Zurück bleibe ich und amüsiere mich erneut; es sind diese kleinen Begebenheiten, die dieses Land so überraschend machen. Leute mit mutmaßlich einem haufen Geld in der Tasche stellen sich an einem Schnellimbiß im Supermarkt in die Schlange, essen von Papptellern und erzählen irgendwelchen Fremden ihre Geschichte. Einfach so, diesmal sogar ohne mein Bike gesehen zu haben.

Nanimo-das Ende der Recyclingkette

...und es gibt doch eine Eisenbahn, nächstes Jahr sogar wieder Passagierverkehr
Di,.26.8.
20' Reifen für Craig
Irgendwas in meiner Erziehung ist gewaltig schief gelaufen. Wahrscheinlich haben die Eltern zu gewisser Zeit nicht energisch genug das ist bäh, oder fass' das nicht an gesagt, und so hat es sich eben verselbstständig. Ich habe etwas über für Sperrmüll. Ich mag es, zu suchen, selbst wenn zu 100,3% die Gewissheit besteht, es gibt nichts zu finden.

Loppis in Sweden allgegenwärtig, www.placetostayinsweden.com
Und so kann ich im Urlaub schwer an Gebrauchtem oder Entsorgtem vorbei gehen. Möglicherweise ist da ja doch etwas, was unbedingt erhaltenswert ist. Und wenn nur vorübergehend.
Ist natürlich nicht.
Aber es bleibt zumindest der Traum eines Tages doch den ganzen großen Schatz zu finden. Natürlich vor allen anderen.

Übrigens sehr zu Ellinors Leidwesen. Merkwürdigerweise hält sie unsere Wohnung für viel zu klein.
Schweden ist eines der Traumländer für Schatzsucher, überall auf den Bauernhöfen, in kleinen Dörfern findet man das Schild Loppis und genau das ist es, das sich hier auf Erden befindliche Paradies des Gebrauchten für Schatzjäger. In vielen Städten gibt es neben den Privaten auch die Erik's Hilfe, Erikshjalpen.se, eine karikative Einrichtung, die mit dem kleidersammeln anfing und inzwischen in großen Hallen in den industriellen Vorstädten des Landes verkauft.
Gut, Kanada ist ein teures Reiseland. Aber auch die Einheimischen stöhnen wegen der hohen Preise. Deswegen haben Läden wie Value Village hier Hochkonjunktur.
Verkaufen das Gerümpel der Mitmenschen, Gebrauchtes und Verbrauchtes, getragene Kleidung genauso wie Kücheneinrichtung. Bücher sowieso. Wer immer etwas abzugeben hat bringt es solchen Institutionen vor die Tür.
Donation heißt das dann. Man klingelt an der Tür und unscheinbare Volunteers nehmen Dir die Sache gerne aus der Hand. Während in Lübeck die Brockensammlung eher von Kunden am unteren Ende der Wohlstandsleiter besucht wird, ist in Schweden und hier in Canada es eher normaler gelebter Alltag bis Volkssport.

Craig hat mich kürzlich einer Illusion beraubt. Value Village wäre trotz deiner Hochglanzflyer und ihres Images doch kommerziell, das wäre im Land ein offenes Geheimnis.
Der Besitzer sei mindestens Millionär. Alles Show. Und die Mitarbeiter würden schlecht bezahlt. Es ist tragisch, wenn Gedankengebäude zusammenbrechen. Aber Craig weiß alles.

Karikative Sammlungen haben immer einen gewissen Beigeschmack.
Daneben gibt es hier am Ort die karikativen Sammelstätten zur Unterstützung von Krankenhäusern und Hospizen und natürlich die Salvation Army, die gleich 3x Flagge zeigt.
Am untersten Ende steht dann der Recyclinghof und wie es der Zufall so wunderbar wollte, cruise ich am Nachmittag auf den Hof.

Mittwoch, 27. August 2014

Nanaimo-Puschenkino mit Craig

Für Feuerwehrauto Liebhaber: die Tiger Company, Victoria bei einem Dachstuhlbrand
Mo.,26.8.
The Bourne Triology
Ich bin immer noch in Nanaimo. Eigentlich wollte ich längst weiter gefahren sein. Nun bin ich doch geblieben. Und wohne zwischenzeitlich bei Craig.
Inzwischen habe ich den Ort von Norden, von Süden, von hinten und vorne besichtigt. Irgendwann ist alles 2x gesehen, Neuigkeiten sind sind nicht mehr zu erwarten.

Meine ursprüngliche Idee einige Tage auf der Insel zu bleiben und die Zeit abzuwarten, bis Ellinor einschwebt, geht nicht auf, es sind einfach immer noch zu viele Tage und nach 3 Tagen ist jeder Ort auf der Insel ist zu klein.
Tiger 1

Immerhin Nanaimo hat aufgrund seiner Größe mit 80.000Einwohnern genug Entertainment und Shoppingmöglichkeiten zu bieten.

alter Litfaß Veteran
Ellinor kommt in knapp 13 Tagen; immer noch 13 Tage. So lange will ich nicht in Nanaimo warten, selbst weitere 5 Tage sind zu lang. Es stellt sich heraus, das es ein Fehler war zu früh nach Vancouver Island auf zu brechen, aber es gab eben in den letzten Wochen partout keinen Ort auf der Strecke, abgesehen von Prince George und Hope, der es entfernt wert war, länger als zwei Tage zu bleiben.

Die Idee, über die Pässe nach Tofino an den Pacific zu fahren, habe ich inzwischen aufgegeben, weil, außer der Enge im hochpreisig, gehypten Tofino und der Aussicht den Weg zweimal machen zu müssen, nicht viel mehr herauskommt. Und im übrigen fahre ich demnächst gut 1200km an der US Pazifik Küste entlang.
angenagelt, zum Glück gibt es Strommasten

Also werde ich in den nächsten Tagen nach Courtenay aufbrechen und über den SunchineCoast auf dem Highway 101 nach Vancouver North radeln.

Wir haben immer noch warme sonnige Tage. Zum Ende der Woche soll das Thermometer das erste Mal die 20°Marke unterschreiten.
Seit Wochen hat es kaum geregnet. Craig's düstere Wetterprognose deutete an, das es normalerweise hier an der Küste viel mehr Niederschlag gibt. Die lange Periode regenfreier Tage in diesem Sommer ist aussergewöhnlich, allerdings würde das Wetter sich für gerwöhnlich Mitte September verändern, es würden lange Feuchtigkeitsphasen eintreten. Die Winter wären mild, aber feucht. Noch ist es nicht soweit und ich hoffe es bleibt stabil, bis Ellinor landet.
wenn schon keine echten Bären mehr,dann malen wir...

So gibt es auch im Grunde nichts zu erzählen, die großen Geschichten sind alle erzählt, die Passquerungen, die Bären, die entbehrungsreichen Tage in der Wildnis.
Sorry, es gibt im Moment nichts spannendes, ich lebe in der Stadt und fahre ab und an zu einem Hot Dog in den Norden, gehe in Bücherei, morgens in die 60°Sauna, wer will das schon lesen. 

Dienstag, 26. August 2014

Nanaimo-am Sonntag

So.,25.8. 
Craig flickt meine Schläuche
Ja, es ist mir peinlich, ich kann bin auf Fahrradtour und nicht mal in der Lage meine perforierten Schläuche zu flicken. Ich schleppe meine Schläuche mit mir herum, die Zahl erhöht sich stetig und ich bin ständig drauf und dran sie zu entsorgen, um mir die Frustration zu ersparen. Was Schläuche angeht habe ich zwei linke Hände.

Aber bald kommt Ellinor. Mit rund €3,50 ist der Schlauch hier deutlich preiswerter, was sich allerdings kaum finden lässt, ist deutsches Flickzeug. Mit dem Zügs vom Tire komme ich erst recht nicht klar.

Craig hat einen riesigen Vorrat TipTop und so sitzen wir bald nach dem Frühstück auf zwei klapprigen Stühlen vor der Holztür und Craig arbeitet sich an den Schläuchen ab.

Er hat Spaß dabei und ich höre seinen Geschichten zu. Mit seinen 70 Jahren gibt es in seinem Leben mehr Erlebtes, als im Leben vieler gleichaltiger Zeitgenossen. Stories, die für 3 Leben reichen.

Geboren in Zwaibruggen, Zweibrüggen/SL, wächst er in einer wohlhabenden Familie auf, seine Familie hatte gewisse Anteile in der Enstehungsgeschichte des Canandian Tire, meinem Lieblingsladen hier im Land, dem Männerladen. Pilot wurde er, die Lockheed F104 flog er, stationiert im England der Nachkriegszeit, dann Hubschrauberpilot für die Mounties und was ich nicht wusste, es gibt nur eine Maximalzeit von 25Jahren Anwesenheit bei der RCMP.
Natürlich gibt es genügend Hammerstories während seines Hubschrauberpilotenlebens. Es ist spannend ihm zu zuhören. Als die M/S Edmund Fitzgerald 1975 unterging, war er in der Luft und suchte nach ihr. Er schildert es ergreifend professionell. Wikipedia Edmund Fitzgerald
Ich kannte die Story über die M/SFitzgerald und ihren Untergang im Lake Superior, ich habe mich vor der Reise oft gefragt, wie groß dieser See sein muß, erst nachdem ich ihn tagelang am Ufer des riesigen Sees entlang befuhr, war mir klar, warum die Rettungsmaßnahmen so schwer waren.

Also sattelte er erneut um und fuhr als selbstständiger Trucker. Ein Truck Owner. Immer Canada - San Francisco. Daher kommt seine Liebe für diese Stadt. Er trägt sie breit auf der Brust. Hier in Canada gibt es 2 Arten von Truckern die Company Driver, also die Angestellten mit Company Truck und daneben die Truck Owner. Fahrer, die auf eigene Rechnung und auf dem eigenen Bock unterwegs sind. Naturgemäßig ist deren Lohn ein anderer, aber eben auch das Risiko ei anderes.

Sonntag, 24. August 2014

Nanaimo-Cafe am Hafen

Sa.,23.8.
Craig hat keinen Zweitschlüssel
Ich wache in einer fremden Umgebung auf, ich blicke mich um, wo bin ich? Es scheint alles ein wirklichkeitsfern. Der Hausherr schläft, so schleiche ich mich in die Garage und komme mit Walmart's Rache zurück, ein fragwürdiger Genuß ohne Milch. Was tun? Als Craig erscheint gibt Joghurt zum Frühstück, ich verzichte auf Eier mit Toast. Da das Internet vom freundlichen Nachbarn kommt, bei diesem Einzelhaus muß es sich um das nächste Einzelhaus handeln, und Craig die Zugangsdaten verlegt hat, bleibt mir der Zugang zur weiten Welt versperrt.
Also ein Ausflug in die Bücherei, in der Hoffnung bis zum täglichen Nahekollabs alles geschafft zu haben. Noch immer sind keine Bilder hochgeladen, es strapaziert mich schon wieder, ich hätte es beim Ende des Blogs bleiben lassen sollen. 

Auch an diesem Tag ist das hochladen der Bilder eine Farce und so breche ich die Sache ab, nächste Station Geld holen, danach stellt Craig mir ein Ultimatum, wir sind jetzt hier am Schlüsseldienst, ich fahre nächste Woche weg. 
Ja und? Wenn Du noch eine Weile bleiben willst, brauchst Du einen Schlüssel. Ich habe keinen Zweitschlüssel.
Ach Du meine Güte, auch das noch, also kaufe ich einen Zweithausschlüssel. Ehrensache, ich bezahle.
Es macht mich fertig, ich sollte mich mal hinsetzen und ein weg nachdenken, was ich hier gerade anstelle. Craig ist nicht nach essen, ich frage mich, ob das sein Stolz ist, aber er läßt sich nicht einladen. Also komme ich mit Croissant und Tomaten, Käse und Kaffee für eine Person aus Triftys grocery store. 

Nach das Frühstück beendet ist, verlangt es Craig nach einem Tee in seinem Liebling Cafe am Hafen. Okay, aber nur wenn ich bezahle.

Und so verbringen wir den Nachmittag am Hafen zwischen Wasserflugbooten und Schleppern, jede Menge flanierenden Gästen und mehreren Kaffees. Eine Freundin von Craig erscheint und haben ein längeres Gespräch. Irgendwie verabreden die beiden einen Ausflug nach Port Renfrew am nächsten Montag und eigentlich werde ich nur beiläufig gefragt, Du kommst mit nicht wahr?

Nanaimo-Craig's Home

ob das wohl gesundheitlich bedenklich ist, sowas 1x/tag zu essen?
Fr.,22.8.
Mittags bricht das Internet jeden Tag (fast)zusammen
Das Zelt ist um 07:30h zusammengebaut und ich begebe mich Richtung downtown. Als erstes einen Kaffee. Der Tim store an der Northfield Road hat wieder einen Kamin und tatsächlich Steckdosen.


Ich habe viel Zeit in diesen Tagen, lese meine alten posts, sitze in Cafes, fahre 12km um einen HotDog zu essen, bummel' zum xten Mal durch Canadian Tire und besuche die Bücherei. Inzwischen kenne ich die Thriftstores hier am Ort. Die Reisegeschwindigkeit ist zum Stillstand gekommen.
Noch eine Woche dann werde ich übersiedeln nach Vancouver; hinein in die 600.000Einwohner Stadt.

Auf dem Weg in die Bücherei wieder mal ein Platten, ich will es nicht wahrhaben, warum denn nun schon wieder? Das Profil der Reifen aus Smithers geht zur neige, Zeit zum wechseln von vorne nach hinten. Damit ist Zeit vorne die fehlende Speiche zu ersetzen. Alles mal so nebenbei auf einem leeren Schulhof.

Um 10:00h öffnet die Bücherei und beginne am Blog zu arbeiten, die Freude ist kurz, neben mir sitzen etliche junge Leute, die ihren Facebook account aktualisieren. Die Leitung ist dem Zusammenbruch nahe. Das Hochladen der Posts dauert eine gefühlte Ewigkeit; und ich darf nicht mal mit den Fingern auf dem Tisch trommeln.
Irgendwann gegen Mittag geht hier immer gar nichts mehr und ich breche auf in den Stadtnorden, Zeit für den täglichen Hot Dog, polish style.+Pepsi 20oz, heute mit doppelt Gurkenmatsch und doppelt Senf. Es ist Freitag Nachmittag, die Leute stauen sich vor der Kassenzone. Heute wird geklotzt. Heute mal keine kleinen Brötchen. 
Mittelklassesiedlung Akazien Strasse

Der Service dieses Ladens besteht aus 2 Personen, die eine Kasse besetzen, während eine Person scannt und tippt, sortiert der zweite Mitarbeiter die Ware in den Wagen. Nur die Kreditkarte muß der Kunde noch selbst aus dem Portemonnaie herausfummeln.
Und während ich amüsiert teils den Leuten an der Kasse, teils dem über die Hand laufenden Senf aus dem kollabierenden Brötchen nachschaue steht plötzlich Craig vor mir. Hey Craig, nice to see you again, may I invite you to a Hot Dog, aber nein,
Craig gibt als Volunteer Kurse über Fahrradwartung und Pflege
Craig ist nicht hier um zu essen, er hatte das Gefühl, ich könnte hier sein und er sagt nur einen Satz, if you wanna sleep in my house, you'll be invited.

 Ach Du meine Güte, na das ist ne Idee an diesem Nachmittag, wirft meine Shoppingpläne ja total über den Haufen, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
Ja, warum eigentlich nicht, ich hatte sowieso noch nicht so viele Pläne und schon heißt es ready, when you are. Na, nun bin ich aber gespannt. Craig ist Pensionär, immerhin 71, was auch immer ihn geritten hat, er wird es sich wohl überlegt haben und so folge ich ihm nur schwerfällig, während er beschleunigt die Hügel hinauf zu gleiten scheint. Die Stadt bleibt mir unangenehm.  

Freitag, 22. August 2014

Nanaimo-Du bist nie allein

Und plötzlich steht die RCMP vor der Tür
Do.,21.8
Der Versuch, das Zelt unbeobachtet aufzubauchen, scheitert erneut
Ich habe das Zelt auf dem leeren Rastplatz gerade abgebaut, als vor mir ein Mountie Streifenwagen auf den Parkplatz rollt. Na, steigen die nun aus, gibt es bestimmt eine Ermahnung. Als kurz danach ein weiterer Wagen aufkreuzt, wird es spannend, passiert jetzt was? Aber den Jungs geht's nur um soziale Kontakte. Alle stehen an der Motorhaube lässig an den Kotflügeln gelehnt und rauchen.
Aquatic Center Nanaimo 16h Baden für 7$
Ich rolle an ihnen vorbei, ein fröhlicher Gruß, der Tag beginnt, zunächst geht es Richtung Hwy 19, weil es verbotener Weise der kürzeste Weg Richtung Aquatic Center ist. Morgens um 7:00h herrscht Hochbetrieb auf dem Highway. Alle fahren Endgeschwindigkeit. Natürlich ist es nicht vorgesehen einen Spurwechsel über 4 Spuren von ganz außen nach ganz innen auf dem Fahrrad in der Rush hour vorzunehmen, es muß aber jetzt sein und so kommt es auf das richtige Timing an. Ganz so witzig ist das nicht. Aber auch beim dritten Mal gibt es kein Gehupe, der Verkehr steht kurz fristig und ich komme lässig auf die Abbiegerspur. Ich bleibe dabei, fahrradfahren in Canada ist angenehm trotz aller Verbotsschilder und der Nötigung bei jeder Schienenquerung zu schieben.

Am Tresen des Aquatic Centers 7$ auf den Tisch berappt und schon steht die bunte Spa Welt offen. Allerdings beginnt das Entspannen mit einer Enttäuschung. Wieder einmal ist die Sauna mit knapp 70° ein wenig frisch. Auch in dieser Sauna sind Aufgüsse angeblich technisch nicht möglich. Ich bin selten allein, die Tür hat so etwas von einer Saloon Tür, dauernd kommt jemand, der sich einige Minuten aufwärmt. Wer auch immer die Sauna in Kanada eingeführt hat, irgendwas ist hier gewaltig schief gegangen.


Die echte, canadische Antwort auf die amerikanischen Walmarts
Dafür ist der Jacuzzi und der Steamer eine wahre Wohltat. Im Cafe des Pools gibt es 2 Stunden wifi für lau in erstaunlicher Qualität und damit ist Zeit für ein Gespräch mit Ellinor.

Bevor ich in die Bücherei gelange stolpere ich über einen Eyecatcher.
Ein 1951er Studebaker steht wie aus dem Ei gepellt auf dem Triftys Parkplatz. Was für ein Auto, cremegelb mit jeder Menge Chrome.
Wikipedia Studebaker Corporation

Gegen 11:00h bin ich in der Bücherei und versuche den Blog neu zu designen, aber es gelingt mir partout nicht mehr. Ich weiß einfach nicht mehr, wie das Layout verändert wird.
ein 1951 Studebaker Champion Collectors Car
Ab 14:00h verlasse ich die Stadt und mache mich auf zum Hot Dog essen, noch einmal zu Cosco, 12km auf dem E&N Biketrail entlang des Island Highways in den Norden. Und es ist das gleiche Bild wie tags zuvor, der Laden brummt. Einen polish style Hot Dog mit allem was zwischen zwei Labber Brötchen Hälften passt und 3x20 Oz Becher Coke. für 1,50$. Einmal das Ding falsch angefasst und der Sauerkrautzwiebelrelishsenfketchup-Mix landet auf dem Einwickelpapier.  
Ich glaube HotDogs sind die Urversion des Fingerfoods, weil, wenn man alles auf die Wurst draufknallt, das Desaster vorprogrammiert ist. Es ist eigentlich gar nicht anders möglich.
walk-in Videothek