tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Mittwoch, 11. Juni 2014

Grande Prairie

Good morning sunshine
Di.,10.6.
Pflegetag
Es könnte ein schöner Morgen werden, wenigstens 45min lang. In der Zeit habe ich seit 06:00h das Lager abgebrochen, diesen endlos werdend drohenden Berg aus dem Wapiti Valley geschafft und befinde mich im morgendlichen Berufsverkehr einer 55.000Einwohner Stadt.
Nach 45min aber nimmt der Himmel bedrohlich Züge an und es fängt wie aus Eimern an zu regnen. Also runter vom Rad, Gepäck umpacken, nix isset mit einem kurzen Fahrradplausch zu Tim's Kaffeestube. Stattdessen ströhmt es nur so und ich komme im Vollzeug ins Cafehaus hineingeschlurft, während alle anderen in schweren Arbeitstiefeln ihren Kaffee hinaustragen, hinterlasse ich Wasserlachen.
Egal, 2 Tage keine Meldung abgesetzt, da kann man schon mal die letzten Akkureserven investieren.
Drive Thru für Kaffee...

Es gibt wenige Tage im Jahresablauf eines Ehemannes, die er nicht versäumen sollte, wird er jedoch beim Versäumen des wichtigsten von der eigenen Ehefrau auch noch erwischt, ist es einfach unangenehm. Welchen Tag haben wir heute?

Haaaa, oohh, mann,-vergessen. Ich hätte heute an vieles denken können, nur nicht an den Hochzeitstag. Und dann auch noch soweit weg. Sorry, tut mir leid.
Im weiteren Tagesablauf folgte ein Besuch im Visitor Center, wo man sich große Mühe gab zu versichern, es würde kein Problem sein, auf der Fahrt von Ft.St.John nach Ft.Nelson, immerhin mehr als 400km, etwas zu Essen auftreiben zu können, einen Bankbesuch und der Besuch bei Fourword.
...und für Kohle

Die letzten Tage haben es offenbart. Ich kann nicht mehr als für 2 Tage Lebensmittel und Getränke mitschleppen. Um dann wohlmöglich noch über mehrere Pässe zu fahren. Auf Dauer geht das nicht. Ergo, das Essen muß vor Ort erreichbar sein. Andernfalls ist die Reise so nicht weiter durchführbar. Ich will nicht auch asketisch von irgendwelchen Astronauten-Trockenmahlzeiten leben und den ganzen Tag dafür im Sattel sitzen. Und so stellte ich meine Fragen ganz direkt und ja, es würde  mindestens alle 50km eine Tankstelle geben, an der man etwas zu trinken und zu beißen bekommen könne.Hmmm.
Visitor Center Grande Prairie

Fort Nelson ist von hier fast 600km entfernt, möge, die junge Dame, die sichtbar nicht oft im Fahrradsattel sitzt und wahrscheinlich noch nie eine ähnliche Tour gefahren hat, recht behalten.

Zum wichtigen Tagesereignis. Fourword.Radladen Grande Prairie bike.fourword.ca
Es regnet nun schon seit 4 Stunden wie aus Kübeln. Die letzten Tagen war eine gewisse Unentschlossenheit bei Regen zu spüren, heute nun wird alles nachgeholt. Alles muß raus.
Das Ziel fest vor Augen
Die 100.Strasse in Grande Prairie ist nicht einfach nur eine kleine Seitenstrasse, wie vielleicht mit einem Blick auf den Stadtplan zu denken sein könnte, nein, die 4-6spurige Magistrale zerteilt förmlich das, was die City nennt.

Irgendwo an der Ecke 100./110. Ave soll der Radladen sein, die Tourismusfrau hat es genau eingezeichnet und doch fahre ich 3x im strömenden Regen die 100. Strasse rauf und runter.
Nix zu sehen, bis ich durch Zufall diesen merkwürdigen Schriftzug entdecke.
Also ehrlich, ich werde alt, in Lübeck würde ich in einen solchen Laden nicht hineingehen.
Vorsichtig ausgedrückt ein Laden für freaks. Und dann ich mit meinem Trecker.

fourword Aussenansicht
Ich wirke schon ohne Regen in diesem Land wie vom anderen Stern und dann leistet der Laden auch gleich noch Wintersportlern support. Also hereingewalk. Drinnen kommt mir ein Typ mit Baseballcap entgegen und ich versuche vorsichtig ins Gespräch zu kommen. Sieht der Mensch aus, wie ein Fahrradprofi? Das Trauma Winnipeg sitzt noch tief.

Eyh chef, bevor Du anfängst, würde ich gerne von Dir wissen, ob auch alle Teile da sind, ich hatte da mal ein Problem.

Kette kein Problem, Zahnkranz auch da und kleiner Tretlagerring könnte er notfalls gebraucht ersetzen, wenn nötig. Das scheint insgesamt ein Problem in Canada zu sein, XT-10fach Tretlagerringe.
...und innen
Dann aber läßt der Blick in den Laden keine Zweifel mehr aufkommen, der Laden ist edel ausgestattet, deutlich größer, als in Winnipeg. Von außen kaum zu vermuten, bietet er alles, was man der Biker braucht. Und dann kommt der Mechaniker und sagt, willst Du wirklich denselben Zahnkranz ersetzt haben, der passt eigentlich gar nicht zu Deinem Rad? Also doch. Jetzt verstehe ich, warum ich seit Winnipeg das Gefühl habe, mir fehlen in den Anstiegen gut 3-4 Gänge. Ich habe zu irgendetwas ja gesagt, was mir in den Bergen nicht gut tat. Nur weil die Erstversorger so unzureichend ausgerüstet waren und improvisiert haben. Wäre bei at Fahrräder nicht passiert. Aber meine Sprachhindernisse und das riesige Shimano Angebot haben dazu beigetragen.
Mike's Schrauber

Die Abeit dauert keine Stunde, zwischendurch lerne ich Julia kennen, ebenfalls Kundin, Yogalehrerin und Enkelin russischer Besiedler im ehemaligen Deutschen Osten bis 1989. Sie kennt Dresden und Leipzig und bringt mich einfach mal so in ihrem wurzelholzarmaturenbrett-weissen Ledersitz-Pickup zur Bank. Ist mir auch echt peinlich mit meinem nassen Gewand, aber extra umziehen für sie ging nun auch nicht.
Die Fahrt endete leider schon nach 4min, zurück mußte ich laufen, gerne hätte ich die Unterhaltung fortgesetzt, jedoch wartete schon das fertige Rad.

Sie zeigten mir den völlig verschlissenen Kettenkranz und legten noch ein T-Shirt mit ihrem Logo obendrauf.  Wenn ich so weiter mache hab ich bald wieder soviel Gepäck wie beim Start.
es lebe die Holzklasse im Dauerregen
Cooler Laden. Sie hatten keine Espresso Maschine wie bei at-Fahrräder. Erste Fahrversuche im Dauerregen zu Walmart waren erfolgsversprechend. Und der Preis war auch okay.

Gegen 12:30h erreichte ich das Motel, schön ist es nicht, der Preis ist zu hoch und das Zimmer arg klein, schade, die Heizung funktioniert auch nicht, aber mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Über langsames wifi zu reden ist Zeitverschwendung.
Ein Motel zum Wäschenwaschen, Fahrrad -und Materialpflege. Und Yoga gegen die Nackenverspannungen. In letzter Zeit schlafen mir die Mittelfinger beider Hände immer wieder ein. Wahrscheinlich eine Folge der unendlich langen  schlechten Sitzpostion.

 Gegen Nachmittag beruhigte sich das Wetter, morgen geht's weiter.

Kakwa River Valley



Mo., 9.6. 
Erreiche ich erst die Prairie, wird's flach 
Der Name ist Programm. Gleich nachdem das Rad wieder auf dem Highway steht, geht es aus diesem Tal hinaus, ohne groß warm zu werden, die enorme Strecke von 4,9km bergan. Mit vollem Krafteinsatz.
Ich kann es einfach nicht begreifen. Ich hadere mit diesem Highway. Wieso muß das so steil sein. Diese Strasse folgt ausschließlich wirtschaftlichen Erwägungen und der Verantwortliche ist jedenfalls kein Fahrradfahrer.

Heute am Pfingstmontag scheint ein ganz normaler Arbeitstag in Canada zu sein. Der Highwyay 40 ist von deutlich mehr Trucks bevölkert, als noch am Samstag. Auffällig sind die vielen Langholzlaster.
Irgendwann bei Km 25 sehe ich urplötzlich einen Schwarzbären aus der Vegetation auf die Strasse rennen, ich bin keine 20m von ihm entfernt. Unglaublich!. Doch bevor ich mit klammen Fingern die Kamera aus der Tasche gekramt habe und überlegen konnte, wie ich an ihm vorbei komme, verschwindet der Bär, aufgeschreckt durch einen 40to, zurück im Dickicht.
Es bleibt nicht der einzige Berg an diesem Tag und wieder zeigt sich, das der Tourismusangestellte in Grand Cache hat mich doch glatt angelücht hat. Die erste Hälfte bis Grande Prairie noch weiter hügelig, danach schön flach. Von wegen. Es geht munter rauf und runter, wie die Tage vorher. Der Höhepunkt ist jedoch die Steep Creek Schlucht.

Ne also wirklich, man sieht am Horizont eine kurvenreiche Strasse einen furchteinflössenden Berg heraufklettern und hofft noch, das es irgendein Wirtschaftsweg sei, eine Holzwirtschaftsstrasse oder ein Zufahrtsweg für die vielen Gasfelder hier im Landkreis, nur eben nicht der Highway 40 und dann schießt die Strasse zu Tal auf einen dieser vielen kleinen unwichtigen Creeks zu und der Reiter begreift, die Hoffnung trügt, der vor wenigen Minuten entdeckte graue Lindwurm ist genau die Fortsetzung dieser Strasse.
Nein, ich will nicht mehr.

Vorher allerdings zu Katie’s Catering. Es ist einfach zu verlockend, Schwung hin oder her, in Höhe der Creekbrücke steht ein Fittenbudenwagen. Es gibt doch Kaffee auf dem Weg nach Grande Prairie. Heute am drohenden 2. kaffeelosen Tag zahl’ ich fast jeden Preis.
Es dauert genau bis Km 29 vor dem Zielort, bis ich zum ertsen Mal seit einigen Tagen wieder Rinder auf einer Weide sehe. Die Prairie ist erreicht, Berge ade.
Dafür hat sich der Himmel nun endlich bereit gemacht und das seit Stunden wechselnde Wolkenbild entscheidet sich für dunkelgrau und öffnet mal wieder seine Schleusen. Halt auf freier Strecke, am Bald Mountains Creek. Jeder Creek hat zum Glück eine Leitplanke. Komplettes Umziehen. Ich bin gereizt, Regensachen an, frage, wie lange dauert das? kurze Zeit später wieder ausziehen. Seit drei Tagen geht das so, die ersten Tropfen fallen und es beginnt das pokern, wie schlimm wird’s diesmal? , lohnt sich das umziehen überhaupt?

Innerhalb einer Stunde verdreckt durch den sandigen Belag auf der Strasse das gesamte Rad mit all den Taschen, dann kommt die Sonne wieder hervor. Ich versuche im O’Brien Park, 15km südlich der Stadt, die Nacht zu verbringen, aber obwohl  der Park eine wunderbar leere Gründfläche mit Tischen am Fluss und ich der einzige Gast bin, hat Alberta Parks das Areal als day use area eingeordnet. Schlimmer noch, es gibt für mich zum ersten Mal Öffnungszeiten, schwere Eisengitter am Eingang des Parks und einen unübersehbaren Hinweis, ab 22;00h wird der Park abgeschlossen.

Schweren Herzens also weiter und auf der anderen Seite des Wapiti Rivers finde ich eine ehemalige Kiesgrube und in einem Birkenhain ein ideales Plätzchen. Leider ist diese Kieskuhle anscheinend nicht ganz so einsam wie ich auf den ersten Blick zu vermuten, denn viele Einwohner aus der nahen Stadt nutzen das weitläufige Areal um ihr Auto am Abend noch mal auszuführen. Auch hier gestaltet sich das Essen aufgrund des terroristischen Regens als schwierig. Immer wieder drückt der Himmel wenige Tropfen aus den Wolken, es führt nicht zu entspannter Nahrungsaufnahme.
Aber immerhin, wenige Minuten Sonne und Wind haben genügt, das pitschnasse Zelt ist wieder Trocken.

Morgen ist frühes Erscheinen Pflicht in Grande Prairie, ich werde über einen Kettenwechsel nachdenken müssen und will nach dieser more senic Road Strapaze einen Tag Pause machen.

Grande Cache



Sa.,7.6.
Und zum Schluss auch noch 'ne Bergankunft
Im Grunde geht der Tag da weiter, wo er gestern aufgehört hat. Es bläst ein nicht nachlassender auffrischender Wind und die Strasse führt munter über auch jeden noch so kleinen Hügel.
50to TNT würden reichen und der Hügel wäre plan. Es ist einfach nicht zu fassen. Kaum kämpfe ich mich gegen den Wind den 100m-Hügel hinauf, bläst, der Wind oben und die ersehnte Abfahrt wird stark gebremst. Unten angekommen, beginnt die Anfahrt im letzten Gang von vorn.

Für jemand, der sich an Km, Distanzen und Tempi berauscht, ist dieses grüne Einerlei spätestens nach dem dritten Hügel langweilig, ja eine Tortur. Es hindert mich am frühzeitigen erreichen meines Zieles. Was für ein unnützer Kraftverbrauch.

Eigentlich will ich nur nach Grand Cache. Bis dahin sind es lässige 56km und doch, dieses ewige bergfahren zieht die Sache fürchterlich in die Länge.
Wichtiger jedoch ist auch an diesem Tag der Wind. Der Wind ist mein ärgster Feind, seit dem ich Canada losgefahren bin. Nie lässt er nach, immer ist er da, gegen Kälte kann man sich warm anziehen, jeden Hügel kommt man irgendwann,irgendwie hinauf, aber dieser zermürbenden, stetig blasende Wind macht mich fertig.

Ich glaube, ich kann die Tage, an denen der Wind mich unterstützte, an zwei Händen abzählen, und es bleibt immer noch was übrig.
Das es keine Talbrücken gibt und die Strasse einmal um den Berg herum, hinunter ins Tal und dann das Tal gleich wieder bergauf führt, erwähne ich jetzt nicht weiter.
Der wirkliche Hammer war jedoch die Ankunft in Grand Cache. Handgestoppt kamen pünktlich die erwarteten, ersten Häuser in Bild und dann das grünweiße Ortschild mit der Aufschrift Grand Cache 1km.
Gott sei Dank, denkt der Reiter und freut sich auf den ersten Kaffee nach Start bei gefahrenen 57km. Doch leider  kommt 1km später gar nichts, null, nada. Ich sehe nur eine Tannenschonung. Stattdessen ein Schild des Visitor Centers, jetzt noch 3km.
Und dann entdecke ich einen Berg, wie er unheimlicher nicht sein kann. Bergankunft in Grand Cache. Am Schluß der Tour, das kann doch jetzt nicht sein. Nein! Bei der Tour de France dürfen die Profi bei Bergankunft ihren Helm abnehmen, mir ist jetzt auch danach, vor Frust könnte ich meinen Helm ins Gebüsch werfen. 

Ja, wer keine Reiseführer lesen will, bekommt es eben überraschend spontan. Ich will das nicht glauben, was ich da sehe. Über Km zieht sich der steile Berg hin. Das ist doch nicht deren ernst!? Da ist man am Ziel, jedenfalls glaubt man das und dann taucht dieser Berg auf. Herjeh !

Nach gut 25min und mehreren Pausen stürme ich wutentbrannt in das Visitor Center. Ich habe nur eine Frage, wieso ist das so unmöglich in diesem Land ein Schild aufzustellen, da wo der Ort beginnt? Tatsächlich beginnt. Das kann doch nicht so schwer sein.
Hey how are you, you look a little bit tired?, ach ne, have you ever in your live do cycling?
Grand Cache hat alles, was der Reisende braucht, außer einer Bergankunft. Esso, eine wifi Bücherei, eine Aqua Center mit Dusche für 2$, ein hervorragend ausgestattetes Visitor Center und einen gut bestückten Lebensmittel Laden für die nächsten 3 Tage. Drumherum einige Motels. Man kann es lässig 2 Tage hier aushalten.
Ich will meine Pause erst in Grande Prairie nehmen, deshalb breche ich gegen 5:00h wieder auf. Wie erwartet stürmt der Weg auf der anderen Seite mit angekündigten 8% zum Smokey River hinab. Länger als bei der Ankunft. Minutenlang schwankt die Tachonadel zwischen 60-64km/h.
Es ist mir unverständlich, hier kann man nicht hoch, selbst mit einem MTB erscheint mir das eine echte Herausforderung.
Der Uferbereich des Flussverlauf des Smokey Rivers ist stark von RVs bevölkert.


Überall stehen diese Ungetüme in der Gegend herum. Einsamkeit wird heute nicht ganz einfach und doch 10km entfernt finde ich eine ideale Unterstellmöglichkeit mit großer Wiese davor. Offen, nicht eingezäunt, die Hütte gehört zur logistischen Unterstützung eines Laufspektakels The death run.
Leider ist die Gegend so mückenverseucht, das ich um das Zeltaufbauen doch nicht herumkomme.

Pfingsten in Canada



So,8.6.
Kakwa River Provincial Park 
Ich bin schon, auf als die Wanderer mit ihren Bärenglöckchen erscheinen. Ich erkenne diesen Klang, ich habe auch so’n Ding in der Hecktasche.
Es ist wieder Sonntag, während die ganze Woche ohne besondere Aufmerksamkeit davon fliegt, ist der Sonntag jedes Mal der Tag an dem ich kurz innehalten muß. Schon wieder ist eine Woche vorbei. Die Zeit vergeht so rasant, letztes Wochenende war ich auf dem Weg in den Nationalpark und jetzt ist das schon wieder Geschichte. Vergangen. Manchmal würde ich gerne eine Vollbremsung machen und einen Augenblick die Zeit anhalten. Durch das Tagebuch hoffe ich die davon geflogene Zeit zurück zuholen.

Um 08:30 bin ich auf dem Highway. Zunächst geht es 17 km lässig flussabwärts. Doch die Hoffnung trügt,  heute ein wenig mehr fahren zu können. Zwischendurch ein riesiges Kohlekraftwerk. Auch Pfingsten wird hier gearbeitet. Knapp 100km von den Tourismus Highlights entfernt wird das Geld mit schwerer Hände Arbeit verdient.
Bei Km 17 kommt der erste Bonebraker ins Visier, nein, das können die nicht ernst meinen, wie soll ich da hoch?
Der Wahnsinn hat Methode zwischen Km 17 und Km 29 gibt es 4 Knochenbrecher Berge zu bewältigen. Gute 350 Höhenmeter, kaum ist der Gipfel erreicht, geht es auch schon wieder zu Tal.
Die positiven Dinge an diesem Tag sind der deutlich verbesserte Strassenbelag und die noch regenfreie Zeit. Damit hat es sich dann auch schon.
Noch schlappe 170km bis Grande Prairie. Das ist nicht durchzuhalten. Ich werde die Strecke dritteln, so bleiben gut 65km pro Tag.
Es ist, als hätte jemand die Aufgabe bekommen, mal’ bitte eine Linie und verbinde alle Hügel miteinander. Lass ja keinen aus. Es scheint, als gebe es keine 2km flache, gerade Strecke auf diesem Highway. Meine Hoffnung ist der Beginn der Prairie, dort soll es flacher werden.
Gegen 14:00h sind 70km abgespult, es hat zweimal zu regnen begonnen, aber damit war schnell wieder Schluß; ich bin heute gut vorbereitet. 
Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, die seit zwei Tagen sich in meinem Besitz befindliche schwarze the north face Regenjacke zu testen. Lag’ einfach am Highway, Größe Xl, ich konnte nicht daran vorbei fahren, nach dem Vollwaschgang in der Dusche des Hinton Aquatic centers gehört sie mir. Geld liegt auch hier auf der Strasse, musst Dich nur bücken.
Heute fand ich dann auch endlich die erste Geldbörse am Strassenrand.
Zwischendurch geht es an reichlich Industrie vorbei. Öl und Gas wird gefördert, sowie jede Menge Holzwirtschaft. Mit jeder Menge verschmutzter Strasse. Das ist bei Regen nicht so witzig, wenn man bergab auf die eigentliche Fahrbahn ausweichen muss.
Bei Km 80 kommt Kakwa Camping PP in Sicht. Niemand ist dort. Es gibt auch keine typischen Briefumschläge auf Vertrauensbasis. Ein gekieselter Platz, mitten im Wald, am Fluß gelegen, man rühmt sich der Regenbogenforellen. Außer Plumpsklo und Feuerstelle gibt es nichts. Das Brennholz ist verbraucht. Eine Schwengelpumpe steht am Rand, aber man empfiehlt dringend das Wasser mindestens 1min zu kochen.
Nachdem das Zelt steht, versuche ich erneut ein Feuer zu machen, allein um die Mückenplage im Zaum zu halten. Meine Theorie geht irgendwie nicht auf, ich werde seit Tagen pausenlos gestochen, es juckt wie blöd und nervt.
Dann setzt für 3Stunden Regen ein und ich verziehe mich ins Zeit. Auch eine Art den Mücken zu entgehen.





Dienstag, 10. Juni 2014

Highway 40-scenic road



Fr.6.6.
141km nichts außer Bären
Die Zelttür ist so gefroren, dass ich sie aufklappen kann, als ich um 4:00h vor die Tür gehe. Eine zu ende gehende sternenklare Nacht, es dämmert bereits, noch immer sind die Positionslichter der großen Ketten am Highway voll erleuchtet. Ohne Probleme erkenne ich das Logo von McDonalds und Tim Horton’s grelle Leuchtreklamen. Im Gegensatz zum Nationalpark wird hier wieder 24h rund um die Uhr gearbeitet. Und während im Nationalpark Werbetafeln und grelle Werbebanner strikt verboten sind, gibt es hier keine Hemmungen.
Um 08:30h bin ich bei Tim. Die Warteschlange ist ellenlang, das ergibt Möglichkeiten mit seinem Hintermann ins Gespräch zu kommen. Heute Richtung Grand Cache, ach was willste denn da, bis dahin sind es 141km und es gibt nichts außer Bären. 
Man muß sich das als Norddeutscher mal auf der Zunge zergehen lassen, 143km Nichts, auf einer Strecke von Lübeck nach Westen, weiter über Harburg hinaus nichts, gar nichts, richtiges Nichts. 
Highway 40, ist ein Highway, der entlang der auslaufenden Rocky Mountains verläuft. Er beginnt im Süden am CrownestHighway und führt von dort nach Norden nach Canmore. Bis zum 15.Juni jeden Jahres ist er gesperrt.  Foothills nennen sie das hier. 340km von Hinton nach Grande Pairie, dazwischen nur eine Ortschaft sonst nichts, eben, außer Bären. Gleich zu Beginn warnt ein Schild, achten sie auf ihren Benzinstand. Nächste Tankstelle in 143km.

Ich erinnere mich noch gut an Ontario, an den Lake Superior PP. 83km nichts, gar nichts,
diesmal will ich besser vorbereitet sein und führe Essen und Getränke mit.

In der Psychologie nennt man das glaube ich angstbesetzte Worte. Scenic Road, ich erwarte nichts Gutes von dem heutigen Tag, rauf und runter, weiß aber auch das die einzige Alternative über Whitecourt gut 150km Umweg bedeutet. Highway 40, diese Strasse führt nach Alaska.

Ich verlasse Hinton gegen 09:30h, zunächst sind die ersten Kilometer flach, nach der Brücke über den Athabasca River steigt die Strecke dann allerdings mörderisch an. Gute 400 Höhenmeter steigt die Strecke innerhalb der nächsten 8km, der Scheitelpunkt ist ziemlich genau beim Beginn des William A. Schwitzer Provincial Park.
Die Oberfläche der Strasse ist grottenschlecht, von Frostaufbrüchen des letzten Winters heimgesucht, die sich zu Kratern entwickeltet. Der Seitenstreifen ist auf maximal 2 Fuß breit, meistens jedoch nicht mal 30cm zusammengeschrumpft. Seit dem ich on-the-road hatte ich nicht eine so schlechte Strasse. Nur sehr vereinzelt gibt es für wenige Kilometer eine Neuanlage.
Ich habe es geahnt, bei beschleunigten Abfahrten muss man höllisch aufpassen, um nicht in die Schlaglöcher zu geraten, die urplötzlich, schlecht sichtbar auftauschen, die Strasse ist eng und keinesfalls vom Schwerlastverkehr befreit. Und es geht munter rauf in einer 1:1 Übersetzung, um danach zügig wieder herunter zu rasen. Scenic road. Ich bezweifele, ob es eine gute Idee war, hier heute aufzukreuzen. Sollte ich wieder die Chance haben auf dem Transcanada zu fahren, küsse ich notfalls jeden einzelnen Meter.
Drei Dinge haben den Tag geprägt, zwischen Kilometer 54-58.

Bei Km 54 geriet ich unversehens in einen Hagelschauer, verzweifelt versuchte ich zu begreifen, welche Wolke dafür verantwortlich war und gleichzeitig die offenen Sachen auf dem Hinterradträger zu sichern. 5min später war der Schauer vorbei, 3km weiter war die Strasse nicht mal feucht.
Danach sprang die Kette ab, was im Grunde nicht besonders ärgerlich ist, aber in Folge des Mangels an Anlehnmöglichkeiten, musste ich den Trecker eine ziemlich lange Strecke schieben, bis wieder ein Kurvenwarnschild auftauchte. Die Verkehrsschilderdichte ist in Kanada wirklich gering. Das gilt auch für Entfernungsangaben. 143km ohne menschliche Spuren, keine Siedlungen nur ab und zu der Hinweis auf einen Zeltplatz. Bei dem Maßstab meiner Karte bleibt vieles am Tag im Ungefähren.
Das wichtigste passierte jedoch bei Km 58. Es war wie so oft. Irgendein Vollidiot hatte es zu eilig und versuchte auf gerader Strecke 4 Autos zu überholen. Jemand, dem die Geschwindigkeit der anderen Verrkehrsteilnehmer möglicherweise 4km/h zu langsam war.

Nun könnte man annehmen, das wenn jemand bei solch einem Ansinnen Gegenverkehr wahrnimmt, er den Überholvorgang beendet, abbricht, oder zumindest seinen Wagen jenseits der erlaubten 100km/h beschleunigt. Leider passierte nichts von alledem. Das Auto schoss auf mich zu, der Highway ist nicht sehr breit und seelenruhig ohne jede Regung versucht der Fahrer auch das letzte Auto zu überholen. 100km/h, schneller zu fahren wäre ja ein Verkehrsregelverstoß.

Ich hasse solche Momente, abbremsen, an den Rand stellen und hoffen, das es passt.
Angebrüllt hab ich das A…, und das böse internationale Mutterwort geschrien, den besonderen Finger der linken Hand gezeigt, geändert hat es nichts, danach war wieder stille. Ich brauchte ne Pause. Die another day.
Ich brauchte einige Minuten, um die Situation sacken zu lassen, danach war alles wie vorher.

Die Schönredner unter den Lesern werden jetzt sicher die Sache wieder relativieren und sagen, der hat geträumt, die Sache unterschätzt, ‚nen schlechten Tag gehabt; wie auch immer, lustig ist so was nicht und ein Risiko allemal. Und eigentlich gibt’s da wenig zu beschönigen.

Ist wieder nichts passiert, im Baltikum passiert so was an schlechten Tagen mehrmals am Tag. Und wirklich, nach 5000km ist es erst die dritte ernsthafte Situation; in Kanada zu fahren ist extrem sicher. Ganz im Gegenteil, kaum steht man als Fahradfahrer irgendwo an der Leitplanke hält bestimmt alsbald jemand an und fragt, do you need help? ‚are you ok?

Aber es zeigt auch wieder, ist nicht alles gold was glänzt, solche Auswüchse erden, erhöhen wieder mehr die Aufmerksamkeit. Und das ist gut so.

Gegen 17:00h kam Sturm auf, der Himmel verfinstert sich merklich und der angepeilte Campingplatz Big Berland River kommt einfach nicht in Sicht, so sehr ich auch Km um Km gegen den Wind ankämpte. Theoretisch müsste ich nicht mal 2km vor dem Campingplatz liegen, aber es wird mühsam jede weitere Kurve anzufahren, um endlich den erhofften Platz entdecken zu können. 
Der Tag hat viel Kraft gekostet und so breche bei knapp 90km ab und finde riesige Lichtung, auf dem Highway ist Wildwechsel angekündigt. Vielleicht wird das heute ja doch noch was mit Tierbeobachtung.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Road to Alaska

Ein Wort das Angst macht
 Do.,5.6.
Endlich wieder glasierte Donuts
Kaum biste aus dem Nationalpark heraus, öffnet sich die bunte Warenwelt wieder. Herrlich, 10km, viel mehr wird das heute nicht mit dem fahrradfahren.
Es hat die Nacht stark geregnet und die Wiesen des Zeltplatzes sind überwässert. Karges Frühstück in der Zelthütte. Es herrschen kalte 2° um 09:00h. Schlechtwettertag. Ich habe alles angezogen, selbst die Winterhose wieder herausgewühlt. Diese permanenten Witterunmgswechsel zerren an den Nerven. Auf nach Hinton.

Es ist bereits 10:00h, als ich endlich aufbreche. Ellinor will in wenigen Tagen nach Norwegen, heute bei drohendem  Regenwetter noch 90km zu fahren zu wollen ist ein waghalsiges Unternehmen. Zumal, der Wetterbericht bietet warme Temperaturen ab morgen früh. Also bleibe ich wohl in Hinton stecken.Zumal das Wort senic road macht mir inzwischen Angst, aber es führt kein Weg daran vorbei.
Highway 40 ist der einzige Zubringer aus den Rockies nach Alaska. Seit Tagen sehe ich vermehrt Autos mit amerikanischem Kennzeichen.
Goood bye Rockies
Schon von Weitem sind die großen Werbebanner zu sehen. Tim hat seine Filiale direkt am Yellowhead. Free wifi, danach zum Visistorhaus. Die bieten auch free wifi und frischen Kaffee ab 09:00h. Gar nicht schlecht. Und es gibt eine original Milepost Karte für lau. Hinton hat ein Schwimmbad mit Duschen für 3$, eine Bücherei und einen Walmart. Also endlich wieder glasierte Donuts. Gestern habe ich sie schon gesehen in Jasper, zu Horror-Preisen. Und heute unerwartet Walmart direkt vor der Tür.

Meine Koordinaten beim Besuch Kanadischer Städte. Es gibt einen guten Lagerplatz am Rande der Stadt.

Die Skype Verbindung zu Ellinor in den Büchereien ist unglaublich gut. Sie bieten den Service um mehr Besucher in ihre Häuser zu bekommen. Die örtliche Bevölkerung ist ebenfalls dankbar für dieses Angebot. Viele wollen sich den festen Betrag von 60-80$ für die RundumVersorgung nicht leisten.
Ansonsten ist Hinton eine dieser typischen Städte an den großen Highways. Vom Asphaltband zerschnitten, ein Motel nach dem anderen reiht sich am Yellowhead an das nächste. Zu Beginn eine riesige Mall , dann irgendwo Wohnsiedlungen und insgesasmt früchterlich in die Länge gezogen. Schön ist das nicht. Aber nach dem Nationalpark sehr praktisch mit Preisen auf einem endlich wieder normal vertretbareem Niveau.

Morgen geht es also los. Es sind 340km bis Grande Prairie, also ca. 5Reisetage, der einzige Ort dazwischen ist Grand Cache.
Es gibt wenig Möglichkeiten zu kommunizieren, aber viel Natur. Ich denke vor Grand Prairie werde ich mich nicht wieder melden. Bis dahin
Milepost Karte Alalska(Ausschnitt)
  

Abschied aus dem Nationalpark



Mi.,4.6.
Jasper am nächsten Morgen
Ich bin nur geblieben, um die Akkus aufzuladen, da ich das Motel sparen wollte, mußte also ein erneuter Besuch der Büchewrei sein. Jasper ist nicht weniger touristisch als Banff.
Ich schlafe draußen immer unruhiger und da es gegen 5:00h hell wurde, entschied ich mich das Lager früh zu räumen und den um 6:00h aufmachenden Horton zu besuchen, um die posts abzussenden. Damit würde genug Zeit bleiben, um gegen 08:00h wieder mal ein Sponsorenfrühstück zu probieren.
Heute ist schlecht Wetter, die Touristen bummeln durch den Ort, für trips in die Berge raffen sich die wenigsten auf. Permanent stehen irgendwelche Leute gaffend vor dem ´schwer beladenen Rad dund machen Fotos. Hi hi, ist das seltsam, ein Fahrrad mit Gepäcktaschen und noch 2 Taschen obendrauf. Adipöse Mitmenschen zücken die Kamera und machen ein Erinnerungsfoto mit dem hageren Mann daneben. Ich komm mir vor wie ein außerirdischer. Außerhalb der hochtouristischen Regionen kommt sowas nicht vor, sind halt auch deutlich weniger Touristen anzutreffen. Irgendwann nervt das und ich werde zur nächsten asiatischen Gruppe deutlich, Ja, es ist ein Fahrrad und es rollt sogar. Nix anders alas ein Fahrrad.

Jonas hatte the other pow, eine Kaffee/Bäckerei in der Mainstreet empfohlen. Leider war das irgendwie nichts mit Frühstück, aber der Kaffee und der Kuchen waren eine echte Geschmackssensation.
Wie ich also entspannt am Kaffee schlürfe spricht mich jemand auf meine Reisepläne an. Bald kommt sein Freund dazu, beides MTBfahrer im NP und den trails um Jasper und schnell kommt das Gespräch auf Hr. Cardinal, der, auch Biker, am 24. Mai glimpflich einen Grizzly-Angriff überstand. Schon wieder das Bären Thema.
Er wurde interviewt, ich habe den Artikel später in der Bücherei gelesen. Er war mit dem Rad unterwegs, als er den Bären aufschreckte, der Angriff kam völlig überraschend und in Sekundenschnelle hatte der Bär ihn schon zu Boden geschlagen. Bevor er überhaupt reagieren konnte. Das Bärenspray erwies sich als nutzlos und alles was Hr. Cardinal erinnerte, war ein Woah!woah!
Ich bin mir darüber im Klaren, das ich wenigstens 10 Sekunden brauche, bis ich den Schlafsack auf habe, beide Zelttüren auf sind und ich das Spray im Dunklen gefunden habe. Diese 10 Sekunden sind im Zweifelsfall zu lang!
Was heißt das also, es bleibt ein gewisses Restrisiko, für alle die außerhalb der vier Wände im Freien schlafen. Das gilt übrigens auch für Besucher von offiziellen Campingplätzen. Und das heißt vor allem nicht Bärenspray, wie immer propagandiert, sondern erstmal möglichst viel Abstand. Was natürlich bei biken irgendwie schnell unmöglich ist.
Auch heute ist das Essen wieder weit entfernt vom Zelt untergebracht. Aber es gibt in der Wildnis eben keine Antibärenschränke, also hängt die Tüte am Baum. Ob das aureicht bei der kletternden Begeisterung der Schwarzbären. Es  bleibt ein mulmiges Gefühl.
 
Ansonsten ist nicht viel passiert an diesem Mittwoch, als ich aus der Bücherei kam, regnete es bereits. Also alles umpacken, Regensachen raus etc. Letztlich dauerte der Regen nur 10km. Die Fahrt lief in flussabwärts nordöstlicher Richtung dem Nationalparktor entgegen. Immer wieder drohte leichter Regen, der aber nie einsetzte. Wie schon öfter gab es das Phänomen, das auf der Fahrbahn und rechts neben mir alles trocken ist und knapp 300m gegenüber der Wind graue Regenwolken in das Nebental drischt.

Es gab bei der Ausfahrt aus dem NP keine Kontrollen, die befürchtete Nachzahlungsaufforderung fand nicht statt. Nur in der Einfahrt wurde kontrolliert. Jeder.
Ziel war ein Campingplatz 15km vor Hinton.

Doch bei Ankunft entdecke ich ein Schild auf der Strasse: Full
Also doch weiter nach Hinton? Ich bin fast daran vorbei, und erhasche ein Blick von dem überfüllten Campingplatz. Nichts, gar nichts, der Platz ist leer. Nun hätte man weiter fahren können, doch der drohende Regen hatte aufgeholt und mit Eroberung des Platzes setzte der Regen ein.
Parkgate
Das feuchte Zelt vom Morgen aufgebaut und in der Schutzhütte umgezogen.
Sommer in Canada. 3°. Zwei Schritte vor und dann eine Rolle rückwärts.
Es regnet jetzt seit 4 Stunden Bindfäden. Alles steht nach wie vor in der Schutzhütte. Das Zelt ist verwaist, etwa 100m vom Netbook entfernt zu sehen. Ich sitze in der fensterlosen Hütte, es zieht durch die Löcher und ich hab alles angezogen, was Wärme verspricht.
Die Hütte ist der einzige Luxus auf dieem Campingplatz, Self Registration, 2 Plumpsklos, Wasser, geschweige denn warme Duschen sind nicht vorhanden. Ich staune immer wieder, das diese Campingplätze überhaupt existieren können. Nahezu Servicefrei, etwas für hardcore Camper.
Waschen im Fluss, kochen über echtem Holzfeuer.

Wäre ein Frau heute hier, hätte ich mich fürchterlich blamiert, zwar gibt es Holz im Übnerangebot, aber es gelang mir nicht mit den 6 Streichhölzern ein  warmes Feuer zu entfachen. Voll geloost.
Auf diesem Campingplatz gibt es keine Antibärenprogramme, keine Antibären-Lebenmittelschränke. Mitten vom Wald umgeben, allein, nur der Highway in Hörweite. 
In der dunklen Schutzhütte sehe den weißen Atem.Kommt der Bär heute?

Sollte sich das am morgigen Tag nicht ändern, verschiebt sich die Fahrt nach Norden. Dann bleibe ich in Hinton.
Und wie sooft, ich kriege noch Sommer, ganz bestimmt, ich krieg noch Wärme. ganz sicher!
Also wieder mal durchhalten.