tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Sonntag, 7. Dezember 2014

Las Vegas-Jagdtag

Die Buehne frei fuer alle-Eindruck ist manchmal  alles
Sa.,6.12.
Super Pawn
Noch gilt die 24h Busfahrkarte und die Zeit gilt es zu nutzen. Heute ist Jagdtag, Las Vegas off the beaten path, Weihnachtsgeschenke besorgen; da ich früher als geplant wieder in Deutschland bin, komme ich anders als erwartet nicht um diesen Job herum. Die Jagd nach den hidden treasures beginnt um 09:30h, wird aber bereits nach 10 Minuten wieder gestoppt. Da wo gestern noch Busse fuhren, stehen nun Hunderte Santa Clausis. Oh ne, was nun wieder für ein Marketinggag.

Aber auf Nachfrage, wann wieder mit Busverkehr zu rechnen ist, sagt der Officer freundlich, für Stunden alles umgeleitet, wegen dem Las Vegas Santa Claus Run. Letztes Jahr konnten sie mehr als 11000! Santas zum Laufen bewegen.Santa Claus Run

Nach längerem Suchen mit dem Deuce auf den Strip und dann zu Fuß das kurze Stück die Flamingo hinaus zum Maryland Pkwy. Jeder Amerikaner würde den Kopf schütteln, was willste als Tourist ausgerechnet dort? Dort beginnt die Jagd an diesem Tag. Super Pawn.

Das Stratosphere bei Nacht, hier begiint der Strip
Ich denke an Gordon, der mir eine wunderschöne Reiseempfehlung geschrieben hat, mach' was Du willst, aber Du mußt zum Grand Canyon. Gute 500km ist dieser von hier entfernt, für Amerikaner ein klacks und nun stehe ich hier in der Pampas gute 5km vom Lichterglanz entfernt. Ich aber will das andere Amerika genauso sehen, der Grand Canyon ist was für eine Reise mit Ellinor.

Zwar hätte es sogar eine Möglichkeit gegeben Gray line tours bietet die Strecke für 175$ an, aber der Preis schien mir zu hoch für einen Tagesausflug.Grayline Grand Canyon
Vielleicht ist das auch wieder eine schwere Unterlassungsünde.

Zunächst merke ich bald, das die Strecke heute Morgen wieder nicht enden wird. Anstatt auf einen Bus zu warten das Stück kurz laufen, ist eine unschlaue Idee, die nach 3Tagen zu Fuß in Las Vegas unterwegs einfach schmerzt. Ich lerne das nicht mehr. Amerika ist für Autos gemacht, vielleicht wie in Palo Alto eventuell auch für Fahrräder, aber keinesfalls für Fußgänger.
Dr. Jon's Herat Attack Grill







Der Super Pawn liegt in einem typischen Wohngebiet.
Es herrscht Gedränge, vier Schalter sind offen, es gibt einen Schlangenkiller. Wie schon erwähnt, ich liebe diese Art der Läden, das Angebot ist bei Super Pawn deutlich über Gold und Schmuck erweitert. Mehrere Art Lutherie Pickupsgitarren hängen an der Wand, der Preis ist schier unglaublich. Irgendein finanznötiges armes Schwein hat seine besten Stücke gegeben. Oh, warum kann Nevada nur keine Landesgrenze zu Deutschland haben. 200$ für Art Lutherie, Fender, Ibanez&Co.
Aber es gibt eben mit Glück auch alles andere, Von Studioausstattung bis Werkstatt. Und natürlich Schmuck und Geschmeide.
Zurück nehme ich den Bus, sonst bleibt das wirklich bei einem Store. Über den Strip hinüber einmal über die Interstate 15 in die Flamingo west. Der nächste Super Pawn ist ein Flop, also wir zurück zum Bus. Wenn man die Googlekarte bemüht, bekommt man über 50Treffer was Pawnshops angeht.
Der Bus ist weg und ich beginne die Decatur hoch zu laufen. Was auf Karten klein aussieht, entpuppt sich in real als mindestens 3Spuren/Richtung+Center lane. Und es herrscht lebhafter Verkehr.
Irgendwann ist der Weg zu lang, zu schmerzhaft.
Der Bus bringt mich zum Sahara Blvd. In diesem Super Pawn machen sie einen Fehler der Folgen haben wird. Ich entdecke eine uralte Kiste, völlig abgegriffen, was ist da für ein Instrument drin? Die Kiste lässt sich zunächst nicht öffnen. Das Label gibt den Hinweis auf eine Klarinette an. Keine weiteren Angaben, aber die Verkäuferin sagt, der Preis beträgt 119$, aber sie können sie für 60$ haben, was für ein Fehler? Sie gestehen freiwillig, das alles verhandelbar ist.
I can't breathe
Mit Gewalt läßt sich der Koffer öffnen und ich erblicke das rustikale Stück, es ist keine Gravur zu erkennen, das Instrument ist oft gespielt worden. Was aber viel wichtiger ist, hat mir Rod in Gibsons beigebracht. der Kork der die einzelnen Tuben mit einander verbindet ist angegriffen. Rod sprach von einem Wurm, der den Kork zerstört und ihn zu erneuern ist eine teure Angelegenheit.

Mit dem SX, dem Sahara Express zurück auf den Strip. Die Strecke hat zwei Haltestellen, nachgemessene 1,9 Meilen, ich bin froh das ich den Bus genommen habe.
Der letzte Super Pawn Shop ist direkt an der Main street. Und dort steht es im Regal. Wunderschön. Preis: viel zu hoch. Nun gilt es das Gelernte anzuwenden. Hört mal, ich will das Ding da, aber der Preis muß runter, nein, ich meine wirklich runter.
Vielleicht versteht ihr mich nicht richtig. Nach einer Weile verstehen sie, das es mir ernst ist und wir kommen uns näher, jetzt noch die Tax weg, geht doch. Handschlag und fix.

Während wir die Formalitäten abklären werde ich Zeuge einer tragikomischen Szene.

Eine mexikanische Familie mit Kindern versucht in spanisch und englisch gleichzeitig den Verkäufer zu überzeugen, das ihr Dahli der Echte ist und kein Druck. In einem Holzrahmen halten sie den El Cid hoch und beschwören den Verkäufer, ihrer wäre nun mal echt, alle anderen wären Drucke.
El Cid, natürlich der echte

Es sind die Schattenseiten des Gewerbes. Sie verlassen wütend, unverstanden das Pfandhaus, während der zurückbleibende Verkäufer amüsiert ist. Da wollen Leute ihren vermeintlich letzten Wert verscherbeln und der amerikanische Verkäufer sagt nur, jeden Tag kommen hier Leute mit El Cid und ihr seid die nächsten.

Ich brauche Bedenkzeit und will Essen gehen, heute ist Steaktag satt bei Boyds. 16$ inklusive Getränke, Sushi und Eis. Vier Abende Kampf am Buffet hinterlassen auch Spuren. Ich habe gelebt wie ein König in Las Vegas, obwohl die wahren Könige drei Nummern über mir dinieren.

Samstag, 6. Dezember 2014

Las Vegas-First Friday

Fr.,5.12.
Die zwei Gesichter der Stadt
Es gibt weiterhin keine Trinkgefäße am Morgen, abgesehen von der Blumenvase, die nun, weil jemand wohl ein upgrade vornehmen konnte, verwaist im Regal steht. Es bleiben nur noch rote Plastik Dessertschalen. Geht auch, man darf sich nur nicht so anstellen.
Ich lasse die Pancakes ausfallen und mache mich auf zu dem von Matt gestern Abend beschrieben Laden. less than 2Miles, nur in die Stewart und dann immer die Strasse entlang!

Unterwegs treffe ich Viktor, der aus Mexico City zu Besuch ist. Was? Wo willst Du hin, das ist viel weiter. Du mußt den Bus nehmen, aber Matt hatte doch gestern von...Vergiss es, nimm' den Bus. Blöd ist bloß, das es anscheinend einen unangekündigten Busfahrer Streik gibt, so gebe ich nach 20min auf und mache mich auf den Rückweg. Kein Store, keine Geschenke.

Ich komme in die South Charleston und erblicke vor mir einen riesigen Super Pawn store. Na bittte, hat sich doch gelohnt ins Outback zu rennen, am Eingang begrüßt, hey sag mal, wo ist eigentlich deas große Shoppingcenter? Also, von hier mindestens 5Mi! Ne! Doch!
Im Pawnstore herrscht Hochbetrieb. Das hier sind keine Spieler, die die Uhr der Frau kurzfristig verleihen. Hier sind Jäger und Gesagte gleichermaßen anwesend, vorallem aber Leute in Not. Da wird auch die gebrauchte Kreissäge über den Ladentisch gehoben und zu Geld gemacht. Das Auge des hiddeen-treasures-Jäger wird feucht.
Kaum bin ich im Laden, kommt der Chef auf mich zu, bleiben sie noch bis 11:00h? Ne, eigentlich nicht, warum? Ja wenn sie bleiben würden, könnten sie einen Flach TV für 20$ kaufen. Der Preis für Flachbildschirme scheint zur Zeit gefallen zu sein.  Wie schade, können sie die 20$Nummer nicht auch auf andere Artikel ausweiten?

Die Charleston ist eine der Hauptmagistralen der Stadt. Hier kaufen keine Touristen, ist Ottonormal Las Vegas zu Hause und der spricht oft eher spanisch.

Freitag, 5. Dezember 2014

Las Vegas-The Venetian

Do.,4.12.
Der singende Gondoliere
Ich brauche eigentlich keinen Luxus. Ich kann (fast)überall schlafen; so sehr ich Luxus bisweilen auch genießen kann, was soll ich in einer Stadt wie Las Vegas mit 250HBO TV Programmen auf einem Mutanten Flatscreen.
Die amerikanische Sicht des Companile di San Marco

Die Restaurantchefs überlebensgroß
Wenn es aber etwas gibt, das Zero Tolerance hat, dann das Fehlen einer Kaffeetasse in einem Motel. Um 07:00h gibt es zwar frischen Labber Kaffee, aber nicht eine einzige Tasse, in der sonst gut bestückten Küche. Es steht ein frischer Pott mit Pancake Teig und eine Panne angerichtet auf dem Herd, daneben die Instruktion, Pfannkuchen für Doofe.

Aber es gibt keine Tasse. Fuck! Mein Nachbar trinkt aus der Porzellan Blumenvase, für mich bleibt eine Sake Tasse. Das muß sich ändern.
Das Wetter ist unangenehm herbstlich, es gibt anhaltenden Nieselregen.so mache ich mich zunächst auf zum shoppen. Neal hat geschrieben, das Wetter ist nicht gut bei ihm, es klingt, wie vorzeitiger Abbruch. Also will ich erst später auf den Strip und auf weitere Informationen von ihm warten.

Der Morgen wäre für die meisten sicher belanglos, ich entdecke einen Savers Store, die amerikanische Variante der großartigen Value Village Stores in Canada. Und ich finde endlich ein geiles Canada Shirt. 1,98$. Yeah. Ich liebe Second Kleidermärkte. Der Markt steht an der Charleston. Die Läden hier haben nichts mit der Glückspielindustrie zu tun, Viele 0,99$stores, Thriftys, Pawn und Loan shop. Kreditbetriebe, die in spanisch und englisch Lohnvorschuß offerieren. Wenn sich die Art der Läden häufen, sagt das viel über das Einkommen ihrer Bewohner aus. In diese Gegend kommen normaler Weise keine Touristen. Es ist tiefes Outback, keine 500m abseits des Las Vegas Blvd.

Wäre nicht das Glückspiel hier, würde der Glanz über dieser Stadt sschnell erloschen sein.
Nach 4Stunden haben sie es in dem Hostel nicht geschafft eine Tasse aufzutreiben. Wahrscheinlich haben die wenigen Gäste die ebenso wenigen Tassen gebunkert.
Auf dem Weg zu den Spieltischen
Wer seine Tasse abgibt, wird so schnell keine neue mehr bekommen.
Das Skype kommt nicht recht zu Stande.
Säulengänge im Haupteingang
 Nach 30min quälerischen Minuten habe ich die Faxen dicke. Das meistgebrauchte Wort in diesem Jahr ist Hallo? meist gepaart mit bist Du noch da...?
Und dann verhöhnt mich Skype jedesmal, bitte bewerten Sie die Qualität. Saubande!

Der neue Plan sieht vor mit dem Bus anzureisen, 8$ für 24h, und um 13:00h geht's los.
Das Ding braucht Zeit und ich frage mich, ob ein Fußweg schneller wäre, Busfahren ist hier nichts für Ungeduldige. Ausstieg The Venetian. Das Haus ist verbunden mit The Palazzo und der Name ist hier Programm. Die architektonische Nähe zum Dogenpalast und zum Campanile di San Marco ist gewollt. So ist die gesamten Aussenfront ein Imitat venezianischer Bauten. Es gibt eine Bogenbrücke, Palastfronten, echte venezianische Gondeln, die in einem Kanal vor dem Gebäude dümpeln und eben den Campanile. Verkehrsumtost.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Las Vegas-Mojave Wüste

Mi.,3.12.
200km (fast)Nichts
Der heute Tag besteht aus zwei getrennten Teilen, der Anreise und der Ankunft in der Stadt des Glückspiels.

Neal hatte schon am Vorabend zur frühen Abfahrt gedrängt, er wollte um jeden Preis dem massiven Verkehrsaufkommen auf den Highways entgehen. Früher Abfahrtstermin, gerne gegen 05:30h.

Heute war Mr. Goldstein's großer Tag.
Auf seiner Buckinglist steht seit langem ein Besuch von The Wave. Im Norden Arizonas an der Grenze zu Utah liegt die im Jura entstandene Sandsteinformation von aussergewöhnlicher Schönheint und gleichzeitiger höchster Empfindlichkeit, so das die Parkbehörden nur max.20 Besucher täglich in The Wave hineinlassen.

Der Besuch gleicht so einer Lotterie, als möglicher Besucher gibt man 3 mögliche Besuchstage an und wenn man, wie im Falle der Familie Goldstein nach Monaten der 4. Dezember  ausgelost wird, hat man zu gehen. Nach diesen zwei Tagen Regen ist mit Dirtroads zu rechnen, so hat Neal versorglich Bretter und Outdoorutensilien eingepackt.
The wave, wikpedia.org

Cyntia hat mir gestern die Anreise-Skizze gezeigt. Es gibt keine Wegweiser, die Behörden versenden ein Faltblatt mit Fotos markanter Wegpunkte nach denen sich der Wanderer richten sollte. Neal sprach davon, das es nicht selten vorkommt, das sich Leute einfach verlaufen. Die Fahrt dahin wird für die beiden mehr als 10h Highwayfahrt bedeuten, er wird an Las Vegas durch die Mojave Wüste führen, das ist der Grund und das ich diese einmalige Einladung erhalten habe.

Der Chef hat es wahrlich eilig heute, es bedauerlicher Weise fast keine Zeit den Kaffee zu Ende zu trinken.
Es hat wieder starker Regen eingesetzt als sich das Toyota in Bewegung setzt. Schnell erreichen wir mit 65mi/h die max. Reisegeschwindigkeit, die Fahrt verläuft in östlicher Richtung in Richtung San Benardino. Obwohl je Fahrtrichtung teilweise mehr als 5Spuren zur Verfügung stehen, herrscht schon um 06:00h ein Verkehr wie im Ruhrgebiet am Freitagnachmittag. Es ist unglaublich, die fahren auf dieser regennassen Strasse alle volles Risiko. Trucks, rechts wie links, wir bisweilen mittendurch. Auf der Gegenseite Richtung LA stockt der Verkehr auf allen Spuren bereits. Kurz vor 08:00h ein Tankstop mit Motel im Outback. Motels kosten zum Teil nur 39$ die Nacht.

Es werden die meisten gesehen haben, die Lichtzelle der Lumix hat den letzten Sturz nicht überlebt. Die Krümel und Flecken auf den Bildern sind nicht auf dem Objetiv, sondern auf der zerbröselten Lichtzelle.
Ich wollte die Kamera für die letzten Tage nicht mehr ersetzen, warum auch, Not und Elend in LA hätte ich auch so in Bild bannen können.

Das rächt sich jetzt, denn wir durchqueren jetzt die Mojave Wüste Wikipedia.org Mojave-Wüste auf dem Weg nach Osten in Richtung Nevada. Es sind Bilder von unglaublicher Schönheit, aber auch gleichzeitig nicht enden wollender Weite, Leere und Einsamkeit, die für 200km die Eindrücke prägen werden. Für die nächsten  2 Stunden wird es höchstens einsame Farmen mitten im Nichts geben, Kakteen sind zu sehen, verlassene Gebäude, ausgebrannte Scheunen. Leere bestimmt das Bild. Dabei zählt Californien zu den dicht besiedeltsten Staaten der USA. Jeder 8. Einwohner lebt in an der Westküste. Der Highway überquert zwei Höhenzüge mit mehr als 4000ft. Zwischenzeitlich ist die Strasse absolut trocken.
Auf der Abfahrt zur Grenze Nevada's stehen riesige Photovoltaik Anlagen, Solarkraftwerk Ivanpah die aber ausgerechnet an diesem Tag im Nebel der Bergrückenseite verborgen bleiben. Da das Glückspiel in Nevada leichter betrieben werden, als in Californien, befindet sich direkt an der Grenze die Kunststadt Primm, knapp 1300 Einwohner, ein Casino und die dazugehörigen Begleitbetriebe und vorallem eine Mutanten Achterbahn prägen die Eindrücke vom Highway, knapp 40Mi vor Las Vegas. 
Bis kurz vor Las Vegas ändert sich die Landschaft nicht. Es bleibt nahezu unbewohnt.
Dann kommt die Hauptstadt des Glückspiels in Sicht. Mitten im Nichts erheben sich auf weiter leerer Fläche Hochhäuser, wir erreichen den Sunset strip. 

Neal will die Chance nutzen mit seiner Schwägerin, die in Las Vegas lebt, zu frühstücken und sie finden ein Restaurant in unmittelbarer Nähe zu meinem Hostel. Das Eat. Das Frühstück ist ein Flop, kein Vergleich zu dem, was es im Truckerrestaurant in Prince George gab und sie kommen nicht mal auf die Idee zu frgaen, ob noch Kaffee gewünscht wird. Eines ist klar, morgen wird es besser, deutlich besser. Euer Trinkgeld habt ihr Euch nicht mit Service verdient.Neal bringt mich bis vor das Hostel und natürlich ist es nicht die erste Adresse in Las Vegas.

Es liegt in der Fremont, einem alten Teil der Vergnügungsstadt, viele Motels stammen aus den 60er Jahren, die Bausubstanz ist rott, viele Motels sind von Zäunen umgeben, unverkennbar, das Hostel liegt in einem Snaierungsgebiet. Yeah, wieder mal Holzklasse.
Mich stört das nicht allzu sehr. Die Zimmer sind alt, aber sauber, es gibt eine saubere, große Küche und im Preis ist auch noch Frühstück, mehr geht für den Preis eigentlich nicht. So verabschiede ich mich bald, bis Sonntag um 13:00h, 4 Tage in der Stadt des Geldes liegen vor mir. na dann.

Santa Monica-Regentag in der LA Central Library

Di.,2.12.
When I got lost
Der angekündigte Regen beginnt um 4:20h am frühen Morgen. Um 10:00h hat sich noch nichts geändert. Es regnet nach wie vor junge Hunde. Es ist absolut kein Wetter für Außenaktivitäten, aber ich will trotzdem versuchen mal ohne Gepäck nach LA zu kommen, der Regen wird schon nachher aufhören.

Leider ändert sich für die nächsten Stunden gar nichts, es schüttet ununterbrochen und nach 2Stunden auf der Straße breche ich den Versuch ab nach LA zu kommen. Ich suche Zuflucht in einer Filiale der LA Central Library am Santa Monica Boulevard.

Triefend stehe ich im Eingang, die Temperatur ist unter 10°gefallen, der Dauerregen und die niedrige Temperatur lassen das Foyer vorübergehend auch zur Zufluchtsstätte für viele homeless people des Bezirks werden.

Es gibt kostenloses wifi, aber das momentane Obdachlosen Asyl wirkt beklemmend. Menschen mit offensichtlich psychischen Störungen, die laut ununterbrochen wirr vor sich hinreden, genauso wie Menschen, die einen Großteil, was sie besitzen, bereits am Körper tragen. Draußen unter dem Vordach sind etliche vollgepackte Einkaufswagen mit dem Besitz dieser Menschen geparkt.

Der gesperrte PCH im Dauerregen
Irgendwann wird klar, an diesem Tag wird der Regen nicht mehr aufhören und es wird früher dunkel sein. Graue Regenwolken am Himmel werden das Restlicht des Tages schneller schlucken, ich muß zurück, ich weiß es gibt eine warme Dusche, sie ist gute 22km entfernt.

Inzwischen zeigt der Dauerregen Wirkung auf dem Santa Monica Boulevard, in Kreuzungsbereichen haben sich große Seen gebildet, das Kanalsystem ist in diesem Teil der Stadt an seine Grenzen gelangt.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Santa Monica-Pacific Pallisades Summit

leaving Topanga Canyon, Malki's RV
Mo.,1.12.
Wenn man glaubt, es passiert nichts mehr...
Der zweite Woche bricht an. Das Zelt ist feucht, ich schaue in den grauen Himmel, die Sonne ist erstmal verschwunden. Klassisches norddeutsches Herbstwetter. Hat der von vielen so erwartete Wetterumschwung nun etwa eingesetzt, ohne mir vorher Bescheid zu sagen? Noch 12 Tage bis zum Abflug.
Pelikane am Strand
Ich mache mich wie mich gewohnt früh auf den Weg. Am Strand sind einige Pelikane zu sehen. Es ist atemberaubend anzusehen, wie die Vögel vom normalen Flug blitzschnell senkrecht in Wasser stürzen, um Fische zu fangen.
Der Pier ist an diesem Morgen noch verlassen, nur wenige Passanten flanieren bereits auf dem Holzsteg.
Die Achterbahn liegt noch verwaist im Hintergrund, die Spielautomaten, alles noch abgeschaltet. Es herrscht eine wunderbare Stille. Ein herrlicher Ort, um zu frühstücken mit Blick auf die gesamte Bucht von Santa Monica. Wikipedia.org Pelikane

Ich treffe auf Frauke und Dean(?), die aus Washington für einpaar Tage herüber gekommen sind.
Wir unterhalten uns lange auf dem Pier, beim nächsten Mal solltest Du längere Zeit in unseren Nationalparks verbringen.

Nach dem Frühstück nach Venice. Ich muß endlich in Ruhe die Bilder senden, aber da die Bücherei erst um 12:00h öffnet, besteht vielleicht die Chance über das kostenlose Internet in Venice zu senden. Toyota sponsert am Strand ein kostenloses wifi und widererwarten ist das Netz wirklich stabil und schnell.
Nur Strom gibt es leider nicht.



Also wieder zurück zur Fairfax Branch; die Zeit verrennt rasend schnell. Mir scheint es, ich bin kaum angekommen, da ist die Uhr bereits 15:00h, ich muß gehen und mache mich auf zurück in den Norden der Stadt. Kurz noch einmal zu Vons, um für den Abend einzukaufen. 
Mehrfach sprechen mich Passanten unterwegs an, werd' nicht naß heute Abend. Wir erwarten einen langen Regentag hier an der Küste. Langanhaltend und unerbittlich. Ich frage mich ernstfaft, ob das das Ende meine Outdoor Zeit ist. Soll ich jetzt in das Motel flüchten und die restlichen Tage unter einem Dach verbringen? Es tut mir in der Seele weh, frühzeitig gezwungen zu werden, die Dinge für den Abflug vorzubereiten.

Der Tag scheint ohne besondere Höhepunkte zu Ende gehen zu wollen, in Gedanken bin ich bereits wieder im Topanga Canyon, da passiert dann doch noch etwas.

Montag, 1. Dezember 2014

LA-Crenshaw

Abschreckung ist alles: entweder 1000$Strafe oder 6Knast oder beides
So.,30.11.14
Stay out of Compton
Es hat tatsächlich einige Tropfen in der Nacht geregnet. Dennoch kann das Zelt trocken verpackt werden. Aber der heutige Tag ist anders. Eine dunkle Regenfront liegt über der Bucht, während ich zum Duschen über die Strasse rolle,verschwindet die Sonne. Es deutet sich ein Regentag an, das erste Mal seit Wochen in Garberville.

Die Wolken halten dicht, bis ich im Park vor der Cityhall angekommen bin und alles für das Frühstück ausgebreitet habe. Doch, kaum zu glauben, es fängt tatsächlich an zu regnen. 
Ich flüchte unter das Vordach des Valet Einkaufszentrums. Und nu? Soll ich die Tour für heute abbrechen? Was tut man im Regen an einem Sonntagmorgen um 08:45h in Santa Monica? Die Leute eilen in die Frühstückscafes. Der Regen muß einfach vorüber gehen.
Sonnenaufgang über der Bay, noch halten die Wolken dicht

Also erstmal zu McDonalds gegenüber. Graue Mäuse sind an grauen Tagen noch grauer. Die Stadt wirkt farblos, trist im Regen. Diese Idee auf einenKaffee bei McD haben jetzt im Regen viele und so gleicht die Filiale an der 2nd Street zeitweilig einem Obdachlosen Asyl. Jede Menge Streetpeople bevölkern den Laden oder sitzen, um dem Regen zu entgehen, nahe dem Eingang. Es ist, als hätte der unerwartete Regen sie aus ihrer gewohnten Umgebung hervorgescheucht.

Als ich den Eingang erreiche, und das Fahrrad abstellen will, kommt mir ein alter homeless guy, ebenfalls mit dem Fahrrad, entgegen. Seine gesamte Habe scheint irgendwie auf dem Fahrrad zu sein, groß, stämmig, gute 60Jahre alt und pechschwtatze Haut. Where you wanna go today? Hmm, Iam not sure, maybe LA Downtown. You want to see LA? Ja, vielleicht aber zur Zeit ist da zu viel Unruhe. Ich kann nicht alles verstehen was er sagt, aber er sagt so was wie Stay out of Compton if you don’t want get die.
Herrjeh, was für ein Satz, so früh am Morgen, so direkt. Von jemand, der die Strasse kennt. LA Compton ist der Nachbarstadtteil von Hawthorne. Alles ziemlich zentral. 

Im Grunde bleibt für den ängstlichen Touristen nur die Küstenstreifen und Beverly Hills übrig. Der Rest fällt unter die Rubrik Nogo Area oder similar.

Sonntag, 30. November 2014

Santa Monica-Ocean Blvd Branch Library



Sa.,29.11.14
LA sucks
Ich will an diesem Tag eine längere Zeit in der Bücherei verbringen; da die Zweigniederlassungen wie schon erwähnt hier erst um 12:00h öffnen, ist ausreichend Zeit für ein Frühstück im Park und danach ein kurzer Goodwill-Besuch, an Thanksgiving hatte ich den Store in der Barrington entdeckt, aber da war ja wie beschrieben alles zu.

Im Park komme ich mit der Polizei ins Gespräch, man warnt mich das Rad wegen der vielen Homeless People ja nicht zu lange allein zu lassen. Die Homelless People lassen mich zu frieden, nur selten werde ich um change gebeten. Sie entdecken meinen Akzent, woher kommen sie? wann fliegen sie heim? na, ist da vielleicht die Sorge vor einem weiteren Streetpeople, ne Leute, keine Angst, ich habe nach den letzten Tagen nun gerad' überhaupt kein Bedürfnis zu bleiben. 

Sie hätten auch eine Kollegin aus Deutschland, ob sie die mal herbei holen sollen? Um Gotteswillen, bloß nicht noch das, ein deutschsprechende Officer, nachher fragt die noch, wo ich zur Zeit residiere.

Die Triftys liegen am Santa Monica Blvd, geben aber nicht viel her. Es ist ja ein wenig zum Hobby geworden die Thriftys auf der Suche nach den hidden treasures zu besuchen, wie sie bei Value Village so sagten, aber hier gibts keine Schätze, jeder Store ist eine unausgesprochene Armutserklärung. In Canada, speziell in Victoria war das aufregend, hier hab ich bisher nicht einen Store gesehen, der aufregendes Second Hand hatte.
Und immerhin bin ich in LA.

Ich mache mich auf zu meiner Bücherei und stelle verwundert fest, es ist Farmer Market. Wie schon in Canada sind Farmer Märkte hier der Renner, der Begriff Wochenmarkt, wie wir ihn im Deutschen kennen trifft es nicht ganz, denn die Farmer sind nicht Leute die morgens schnell zum Großmarkt Hamburg fahren, sondern Züchter, die ausschließlich ihre eigenen Waren verkaufen. Öko -oder Selbstproduktionswochenmarkt würde besser passen. Die Märkte sind sehr beliebt, wenn sie auch deutlich hochpreisiger sind. Hier kauft das healthy food america ein, Leute mit einem ernsthaften Anspruch an Ernährung. Hier gibt’s keine Leute mit Übergewicht und Frittentüten in der Hand. 

In der Bücherei herrscht auf Grund dessen ein tumultartiger Besuch. Viele nutzen den Besuch des Marktes gleich um sich mit Büchern einzudecken. Ich liebe diese Bücherei, mein Fahrrad kann ich sehen, sie hat helle Räume und es gibt bequeme Stühle.

Um 13:00h schließt der Markt, die Bücherei leert sich, ich habe das Gespräch mit Ellinor beendet und beginne zu schreiben, da kommt ein junger Mitarbeiter, Sir ich muß sie drauf hinweisen, sie sitzen in der Eltern/Kind Abteilung. Nun, mich stört das nicht, hier ist ein guter Platz zum schreiben. Ja, aber das geht nicht! Wie, was geht nicht? Wieder mal safety reasons? 

Samstag, 29. November 2014

LA-Hawthorne

Fr.,28.11.
In the hood
Noch immer fehlt der Besuch der Radläden in Inglewood. Also noch ein Versuch die Stores ausfindig zu machen. Der Weg bis zum Century Boulevard ist schnell erreicht, an den Nobelhotels vorbei und dann so lange den Boulevard entlang, bis das Gelände des Flughafen passiert ist.

Die Aviation Ave. ist die östlichste Umrandung des Flughafens. Hier beginnt die Landebahn und hier befinden sich auch die großen Hallen der Aircargo Niederlassungen. Über mir fliegen im Minutentakt die Flugzeuge in niedriger Höhe, der Blick schweift die Strasse entlang in endlose Ferne. Im Dunst verliert sich die Sicht. Die Sonne steht hoch am Himmel, ihr gleissend helles Licht blendet extrem.

Inglewood geht hier in den Stadtteil Hawthorne über. Ein gesichtsloser Bungalow Stadtteil mit überwiegend flachen einfachen Holzhäusern, soweit das Auge reicht Einfamilienhäuser, die durch eine breite 4spurigen Strassen getrennt werden. Ab und an ein kleine Ladenpassage, lieblose Geschäfte. Die Strassen sind rasterförmig angelegt, vergebens sucht man Parks oder einen Ortsmittelmittelpunkt, eine  große Kirche, oder ähnliches. 
Der erste Fahrradladen in der 119ten ist geschlossen, draußen ein Hinweisschild for Sale, also im Skateboardshop nebenan nachgefragt, ja, ähh in der 137ten soll es auch einen Bikeladen geben.

Also weiter hinein in den Outback. Weitere 15min Fahrt. Von Brendan’s Shoppingrausch ist hier in dieser Ecke der Stadt nichts zu spüren. Im angekündigten Radladen, ein Latino mit Basecap, Ne, Kartons haben wir nicht, werden sofort an die Strasse gestellt. Mußt wiederkommen, wenn gerad' mal ein Rad verkauft wird. Gibt’s noch einen Radladen? Ja, immer die Strasse herunter. Ist aber ein Stück entfernt
Es wird klar, hier wird keiner reich mit dem Verkauf von Fahrrädern.

Ich breche die Sache ab. Hier stehen eher andere Dinge hoch im Kurs, als Zweiräder.

Zurück auf die Hauptstrasse, die zweite vorbereite Idee. Hawthorne Blvd. Ein breiter Boulevard, jeweils 3-4 Spuren mit Mittelinsel zieht sich wie alle unendlich von nord nach süd durch das Outback.

Die Stadt Hawthorne gehört nicht zu den wohlhabensten Siedlungen im Großraum LA. Hier gibt es nicht nur einen Dollar Tree, sondern jede Menge Artverwandtes wie 99cent Läden, Dollar General, etc. Nach längerer Suche entdecke ich Phils’s Bike store. Ja, einen Bikekarton für 3$, kein Problem! Handschlag, ich komme wieder in 10Tagen. Auch Phil's Radladen hat zweifelsohne bessere Tage gesehen, die Außenwerbung ist vergilbt, Teile seiner Modelle wären in Deutschland schwer loszuschlagen. Oder anders gesagt, hier findet man noch echte Ladenhüter und Raritäten.

Ein letzter Versuch, 100m weiter Bike Heros, klingt zumindest aggressiv modern, ist aber erst ab 11­:00h geöffnet. Auch keine Verkaufsrakete. Es bleiben noch 20min.

Freitag, 28. November 2014

LA-Korea Town

Zucht Truthahn, source Wikipedia
Do. 17.11.
Truthahn Tag
Wir hatten wieder einen ganz ordentlichen Wind in der Nacht und so stelle ich die Fahrt durch den Canyon auf dem Highway 27 hinten an. Stattdessen vielleicht eine Fahrt nach Chinatown, LA, und die Suche nach etwas ganz Besonderem.

Erste Wahrnehmung an diesem Morgen, der Verkehr ist deutlich geringer, als in den letzten Tagen. Heute ist Thanksgiving, um ehrlich zu sein, für mich ist das als Europäer immer etwas wie Erntedank gewesen, leicht verspätet und eben typisch amerikanisch. Ich habe mich auch nicht weiter damit auseinander gesetzt. 
Natürlich hat so was Folgen. So bin ich bei Abfahrt noch in dem Glauben, ist halt ein Feiertag, die Läden werden geöffnet sein und wer das Glück hat nicht gerade im Dienstleistungsgewerbe zu arbeiten, genießt den freien Tag am Strand. Weit gefehlt.

Schon an der Kreuzung schreit mich ein Autofahrer an Happy Thanksgiving! jo, freut mich für Dich, auch auf dem PCH ist heute fast überhaupt kein Verkehr und das beunruhigt dann doch. Gar kein Stau, sollte der Tag doch eine größere Bedeutung haben? Haben später überhaupt die Läden geöffnet? Chinatown feiert vielleicht kein Thanksgiving.

In Canada habe ich eine ganze Reihe von Feiertagen erlebt Canada Day, Victoria Day, Ostern, Pfingsten, ohne das sich irgendetwas sichtbar änderte.
Ich erreiche Santa Monica um 08:30h morgens, die Stadt ist fast ausgestorben, nur die homeless people liegen an den Bushaltestellen der Innenstadt und auf den Bänken der Parks. Kaum jemand ist zu sehen. Die großen Boulevards, die jeweils parallel nach LA Downtown führen, alle fast leer. 
Nun wird es offensichtlich, irgendetwas stimmt heute nicht. Kein Verkehrschaos, auf den 6spurigen Strassen verlieren sich die wenigen Autos. Meist habe ich eine ganze Spur für mich allein. Sollte der Truthahn-Tag solch einen Einfluss haben?
Es ist schier unvorstellbar.
Nach gut einer weiteren Stunde erreiche ich Beverly Hills auf dem Santa Monica Blvd. Auch hier alles leer, aber ich treffe auf Brendan, der an diesem Morgen sein Rennrad ausfährt.
Brendan, ich brauche einen Strassennamen für die Suchfunktion meines Garmin. Nebenbei bemerkt, die Suchmaske ist teilweise unbrauchbar, wenn Dir kein Name bekannt ist und Du nicht weißt, wo Chinatown in diesem Moloch ungefähr liegt. Dann hilft das Garmin überhaupt nicht.

Aber Brendan weiß, wo ich hin will, noch gute 13 Meilen, nein! Doch! Da bin ich bereits gute 1,5h unterwegs, aber noch immer sind es 12 Meilen, Beverly Hills ist eben nicht LA Downtown. Nein, sagt Brendan, dieses Gebiet ist wahrscheinlich 100x100km groß und wahrscheinlich wohnen hier gut 10Mio Menschen. Und die besitzen gefühlt wahrscheinlich 30Mio.Autos.

Letzte Frage nach dem Thanksgiving Day und Brendan sagt nur einen Satz ein Feiertag von nationaler Bedeutung, kommt gleich in der Rangfolge nach Weihnachten. Und deswegen sind die Autos heute alle verschwunden? Ja, sagt er, wer irgendwie kann hat frei und es ist der beste Tag des Jahres um Fahrrad zufahren. Dafür bricht morgen nationaler Notstand aus! Wieso? Ja weil sie Morgen auch alle frei haben, aber im Gegensatz zu heute morgen alle Geschäfte auf haben, und dann wird eingekauft für Weihnachten. Sieh’ Dich vor!

In Deutschland nennt man solche Wahnsinnstage lapidar Brückentage.

Donnerstag, 27. November 2014

LA-Santa Monica



Mi.,26.11.14
Save a turkey
Einer der großen Nachteile des bewussten Lebens in einfachen Verhältnissen auf der Strasse ist wie schon erwähnt die Suche und der Besitz von Elektrizität. Das Oregon 600 hat ein AAA Batteriefach, beim Netbook und allen anderen Dingen ist die Sache schon schwieriger.

Gordon hat es erwähnt, ein wahrer Segen sind da die öffentlichen Büchereien, hier in den großen Orten gibt es meist eine Haupt und verschiedene Zweigniederlassungen, Branch Libraries genannt. Gestern habe ich auf dem Pico Boulevard eine solche entdeckt. Da sie erst gegen 12:00h öffnet, bleibt noch genug Zeit für eine Stadtbesichtigung Santa Monicas.

Auf meinen morgendlichen Kaffee bei Starbucks verzichte ich zunächst, um eine ausgiebige Dusche am Strand zu nehmen. Und zwar vor den homeless people. Die Kolonie der Nichtsesshaften verbringt die Nacht am Strand oder in den angrenzenden Bergen und wer seine bürgerliche Existenz noch nicht ganz abgelegt oder verloren hat, benutzt die stadteigenen Duschen. OpenAir ohne irgendwelchen albernen Sichtschutz, aber mit reichlich lauwarmen Wasser, vor allem aber kostenlos.

Lästig sind dabei höchstens die vielen frühmorgendlichen Jogger, die die Promenade bevölkern. Da es keinen schneidigen Ostwind wie bei uns im November hier am Strand gibt, kann man sich also durchaus Zeit dabei lassen. Zweimal guckt sogar die Santa Monica Police vorbei, also Duschen unter polizeilicher Aufsicht.

Dann am Strand entlang in den Ort. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, Santa Monica’s Innenstadt als hübsch zu beschreiben wäre dann doch des Guten zuviel. Schön ist anders, z.B. Healdsburg. Der Ort bietet jeden Art des typischen Strandkonsums, jede Menge Modeläden und Nobelboutiken,sogar eine fast autofreie Fußgängerzone inclusive  Edelkaufhäuser einen Haufen Restaurants und auf ca. 2,5Km Mainstreet auch ein wenig Multikulti. [Erst später werde ich erfahren,warum meine Suche nach den geliebten Pfandhäusern erfolglos war-Die Wohlhabenden haben sich die Pawnies vom Hals geschafft, es passte in Ihren Augen nicht zum Stadtbild.]

Die Stadt ist wie nicht anders erwartet autofreundlich, gibt sich aber betont fahrradfreundlich und weist eine ganze Reihe Strassen mit giftiggrünen Fahrradflächen aus.  
Und dann ist da noch der Pier, ursprünglich in den ersten zwei Dekaden, des 20.Jh errichtet, früher einmal für die Fischer und ihre Industrie gedacht, ist er heute wie auch in Santa Cruz, eine Art Vergnügungsmeile mit Riesenrad, Fressbuden und Schiffsschaukel. Man kann bequem ohne auszusteigen mit dem Auto auf den Holzsteg fahren und Autobedürftigen wird sogar ein Parkplatz direkt auf dem hölzernen Belag geboten. So bleibt der Fußweg für die meisten ohne Anstrengung.
Die Hauptattraktion allerdings ist der breite bis zum Horizont reichende Sandstrand. Manchmal muß man sich kneifen und feutlich feststellen, es ist auch hier Ende November, wenn morgens um 7:30h die Sonne schon hoch am Himmel steht.

Kurz um, man kann es aushalten, es herrscht ein bisschen viel Verkehr, aber zu Recht, wirklich schlimmer als in anderen Küstenorten ist es in Downtown auch nicht.
So richtig reizt mich allerdings nichts, zwei Cafes sind voll und ich komme auf die Idee stattdessen die Hauptbücherei zu besuchen. Unglücklicherweise ist der Bau modern trutzig gestaltet, mehr Federal Bank als geistiges intellektuelles Zentrum, und auf die Frage, ob sie Fahrradplätze haben, vielleicht im Hof, weil ich nun mal bepackt bin, stoße ich leider auf Unverständnis, nein, da kann man nicht helfen, I’am so sorry.


Als ich den Trutzbau verlasse, stoße ich auf Jörg, der gestern aus Deutschland angekommen ist und einige Zeit bleiben will. Beruf jetzt Songschreiber, früherer Beruf Wirtschaftsingenieur, dann Nervenzusammenbruch und jetzt mit 52 schon seit 5Jahren pensioniert. Zitat: ich habe die letzten 4 Jahre die wichtigen Länder Italien, Spanien und Portugal bereist und lange damit verbracht den Euro zu begreifen. Jetzt will ich ein bisschen ausspannen. 

Ich breche das Geschwafel ab, es nervt mich, nicht noch ein Werteversteher, schon berentet mit unter 50 Jahren, manchmal habe ich das Gefühl die Welt ist grausam ungerecht.