Der singende Gondoliere
Ich brauche eigentlich keinen Luxus. Ich kann (fast)überall schlafen; so sehr ich Luxus bisweilen auch genießen kann, was soll ich in einer Stadt wie Las Vegas mit 250HBO TV Programmen auf einem Mutanten Flatscreen.
Die amerikanische Sicht des Companile di San Marco |
Die Restaurantchefs überlebensgroß |
Aber es gibt keine Tasse. Fuck! Mein Nachbar trinkt aus der Porzellan Blumenvase, für mich bleibt eine Sake Tasse. Das muß sich ändern.
Das Wetter ist unangenehm herbstlich, es gibt anhaltenden Nieselregen.so mache ich mich zunächst auf zum shoppen. Neal hat geschrieben, das Wetter ist nicht gut bei ihm, es klingt, wie vorzeitiger Abbruch. Also will ich erst später auf den Strip und auf weitere Informationen von ihm warten.
Der Morgen wäre für die meisten sicher belanglos, ich entdecke einen Savers Store, die amerikanische Variante der großartigen Value Village Stores in Canada. Und ich finde endlich ein geiles Canada Shirt. 1,98$. Yeah. Ich liebe Second Kleidermärkte. Der Markt steht an der Charleston. Die Läden hier haben nichts mit der Glückspielindustrie zu tun, Viele 0,99$stores, Thriftys, Pawn und Loan shop. Kreditbetriebe, die in spanisch und englisch Lohnvorschuß offerieren. Wenn sich die Art der Läden häufen, sagt das viel über das Einkommen ihrer Bewohner aus. In diese Gegend kommen normaler Weise keine Touristen. Es ist tiefes Outback, keine 500m abseits des Las Vegas Blvd.
Wäre nicht das Glückspiel hier, würde der Glanz über dieser Stadt sschnell erloschen sein.
Nach 4Stunden haben sie es in dem Hostel nicht geschafft eine Tasse aufzutreiben. Wahrscheinlich haben die wenigen Gäste die ebenso wenigen Tassen gebunkert.
Auf dem Weg zu den Spieltischen |
Das Skype kommt nicht recht zu Stande.
Säulengänge im Haupteingang |
Und dann verhöhnt mich Skype jedesmal, bitte bewerten Sie die Qualität. Saubande!
Der neue Plan sieht vor mit dem Bus anzureisen, 8$ für 24h, und um 13:00h geht's los.
Das Ding braucht Zeit und ich frage mich, ob ein Fußweg schneller wäre, Busfahren ist hier nichts für Ungeduldige. Ausstieg The Venetian. Das Haus ist verbunden mit The Palazzo und der Name ist hier Programm. Die architektonische Nähe zum Dogenpalast und zum Campanile di San Marco ist gewollt. So ist die gesamten Aussenfront ein Imitat venezianischer Bauten. Es gibt eine Bogenbrücke, Palastfronten, echte venezianische Gondeln, die in einem Kanal vor dem Gebäude dümpeln und eben den Campanile. Verkehrsumtost.
Seitlich des Gebäudes, sind auf riesigen Plakaten die Chefköche des Gebäudes abgebildet. Es ist der schöne Schein, denn kaum öffnet man die wuchtigen Aussentüren versinkt man mit den Schuhe in tiefem Velour und steht doch salopp gesagt in einer Spielhölle. Wie bereits gestern angedeutet, ist hier alles dem Glückspiel gewidmet.
Es gibt ein Wirrwarr von Gängen und Hallen und man kann ohne große Not vom Kurs abkommen und steht plötzlich in einer Computer Messe. Ich bin nicht sicher, ob die Messe open to public ist und in meinen kurzen Halle falle ich ohnehin auf, also zurück.
Mark's Place |
Ein fast fußballfeldgroßer Platz mit imitierten Häuserfronten, Cafes, Edel Restaurants und einem 300m langem gewundenem Kanal, auf dem wieder Gondolas verkehren, gestakt von Gondoliere, stilecht gekleidet. 12min dauert eine Indoor Fahrt, die unter Brücken hindurchführt.
Canale Grande |
Blick über den Wasserfall in die Casino Ebene |
Dabei ist die Szene ist nicht mal großartig kitschig, oder prollig, sie ist einfach aufregend. Es jenseits aller Vorstellungskräfte, die man sich als Europäer machen könnte, wenn man denkt, Jo, gehste mal ins Casino.
14 der 20 weltweitgrößten Hotels stehen hier in der Wüste auf dem Strip. Alles dient nur einem Ziel, Gäste einquartieren, zu Konsum zu ermuntern und zu ausgedehntem Glückspiel zu bewegen. Die Bauten an der Fremont wirken dagegen wie billige Absteigen und Zockerhöllen. Ich werde nicht alle schaffen. Neal hat mir einen Plan zu abarbeiten gegeben, aber an diesem Tag will ich noch ins Bellagio.
Der Weg dorthin, zeigt, das nicht alles auf dem Strip glanzvoll ist, manches eher widerlich. Kaum verlässt man den Edeltempel durchquert man eine Engstelle vor dem Harrahs. Dort stehen sie, abgehalterte Gestalten, dunkelrote Hautfarbe, alle 2m nebeneinander, ihre Kleidung reicht nicht für den Einlass in The Venetian, in den Händen einen Stapel Visitenkarten mit nackten Frauen.
Girls,Girls,Girls, sex sells auch hier in Las Vegas, obwohl hier die Prostitution in Nevada offiziell verboten ist, so merkwürdig das klingt. Mindestens 20 Gestalten drängen einem diese Ekelkarten auf. Nach dem Venetian will das überhaupt nicht hierher passen.
Der Weg führt an den Forum Stores vorbei, die den römischem Forum Romanum nachgebildet sind und natürlich nicht von Walmart betrieben werden und dann taucht Cesars Palace.
Mehrere riesige turmartige Gebäude, die die Namen der römischen Cesaren führen.
Teilansicht der Forum Shops |
Der Octavius Tower des Cesars |
Wichtig aber ist hier der große See vor dem Gebäude mit seinen Wasserspielen. Ich schaffe es an diesem Tag nicht das Bellagio von innen zu sehen, denn es gibt eine Parade auf dem Strip.
Sicherlich ist das ketzerisch in diesem Land, nicht in den höchsten Tönen über die NasCar Serie zu sprechen, aber sie sperren eine Strasse für die Vorbeifahrt von 20 dieser PS Boliden.
Casino Bellagio mit dem Lake Bellagio |
Entschuldigung, das ist erbarmungslos hohl. Krach, PS, aufgemotzte Autos, wow!
Wasserspiele des Bellagio |
Ja, ich bin kein Fan von Motorsport, ich halte schon das Wort ...sport für pervers. Motorsport, was ist dabei Sport, jede Menge Benzin zu verballern und Krach zu machen.
NasCar |
Aber gut, ich bin hier und sehe wie die Police Las Vegas auf Harleys die Parade anführt und dann dröhnt es ohrenbetäubend als die aufgetunten Rennwagen an mir vorbeifahren. Die Menschen sind total begeistert.
Ich kann dem nur wenig abgewinnen, Las Vegas braucht Events, jede Menge Ablenkung, immer wieder was neues, die Leute sollen spielen, aber die Masse der Spieler soll eben nicht unbedingt merken, das sie Geld verlieren....