tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Dienstag, 6. Mai 2014

Liebe und treue Blogleser, für mich kam es dann auch überraschend, doch nicht ganz unerwartet, wenn man die Wetterkarte mitverfolgt, und so bat Frank mich gestern Euch mitzuteilen:

Frank is in the fields,

                                                                                            wer findet die Fehler im Bild?

und der nächste Beitrag wird voraussichtlich am Freitag, mit vielen neuen Bildern, veröffentlicht.

Mit herzlichen Grüßen von Frank und Ellinor
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Gestern erreichten mich die wahren Fotos:


..............es lebe freies Internet bei Tim Horten, Frank und ich konnten skypen, während es bei ihm in Strömen goß!



Montag, 5. Mai 2014

Der Motor läuft endlich stotternd an

Allen Sponsoren einen oberleckerherzlichsten Dank
Schon wieder ein Stock zwischen den Speichen. Der heutige Tag ist das Paradebeispiel dafür, das alles super geplant sein kann, eigentlich nichts schief gehen kann, die Sache an einem bestimmten Punkt aber unbemerkt entgleitet und man abends vor einem Desaster sitzt und sich kopfschüttelnd fragt, wie konnte das nur so kommen?
Und welcher Idiot hat das verbockt?

Aber zunächst zu den positiven Momenten des Tages. Nach 3 Tagen scheint die Sonne wieder am Morgen, viel steht auf dem Programm, mein Schlaf ist nicht tief und durch die hochgezüchtete Klimaanlage vor 6:00h geweckt, sitze ich an diesem Sonntag schon um 7:00h vor der eingeschalteten Inroom Kaffeemaschine.

Ich nehme mir auf Hansen's Rat ein SponsorenFrühstück im TruckerRestaurant. Dafür gibt's gewaschene Wäsche und sogar zur Feier des Tages eine Spur Deo. Im Restaurant ist um 7:30h reichlich was los und ich nehme Frontiersman, was so viel bedeutet Grenzbewohner,-siedler. Alaska und die NWT werden umgangssprachlich als the last frontier bezeichnet, also sowas wie Dithmarschen.

Und schon geht's wieder los, wie sollen die Eier, Speck, Toast, hash browns- was sind nun wieder hash browns?, also?, ach machet doch bitte so wie immer. Kaffee satt, nun schon der dritte Becher.
Um es kurz zu machen, man darf durchaus Geschmack an dieser Art früher Vollkost empfinden. Ich muß die Kalorien halten. Und Fettwerte sind was für Laborchemiker. Übrigens als Nachtrag, ich habe festgestellt, das auf einer ordentlichen Tüte Chips der täglich Bedarf an Vit. C bis zu 60% angegeben ist, na bitte, 1,5 Tüten Chips und die freien Radikalen haben keine Chance.
Highway 1
Getreide Kathedralen
Dann geht's auch los. Kaiserwetter, kaum Wind, 6°, ebene flache Bahn. Nach dem gefrusteten Getrampel der letzten 3 Tage ist das heute kaum zu glauben. Völliger Wetterwechsel. Was für ein Fahrgefühl, endlich mal die Chance, das volle Potential abzufordern, alle System laufen rund und wir schaffen 11,9 Knoten A.K.

Ja, so hätte es auch schon vor 34 Tagen beginnen können, der heutige Tag, gibt eine grobe Vorstellung was möglich ist. Der Blick reicht 10km vorraus, irgendwo am Horizont hört die Strasse auf. Nach 42km erreiche ich den Autobahnring Winnipeg.
Ich habe lange drauf gewartet, aber heute passiert es, mein Schrauber wird später einfach sagen, Winnipeg ist eine Autostadt, der Highway 1 nennt sich jetzt Fermor Ave und führt quer durch das Stadtgebiet, die Strassenqualität nimmt dratisch ab, an der ausfasernden Peripherie Winnepegs gibt es keine Schlaglöcher, das sind Krater auf der rechten Spur. Dafür fährt der Einwohner zum ersten Mal, so wie ich es längst erwartet habe. Hier wird noch am Lenkrad gefightet,gehupt, mal den Motor heulen lassen. Wie komme ich bloß immer drauf, das der Sonntag verkehrsberuhigt ist. Hier herrscht ruppiger Vorfeierabendverkehr und der Winnepeger Pickup Pilot kann es überhaupt nicht leiden, wenn die Zweiradguerilla auf der dreispurigen Richtungsfahrbahn sich breit macht. Mobil Barrieren.

Ich vergaß zu erwähnen, es gibt einen Fahrradweg. Ja, den ersten den ich überhaupt zur Kenntnis nehme. Okay, ich flüchte, doch der Weg endet an einer Querstrasse, 2 Strasseninseln, 2 hohe Bordsteinkanten, die haben richtig Humor, 2 mal mache ich den Spaß mit, dann ist fertig und ich bin auf wieder auf dem 1er. Stichwort Share the road, also Mitte rechte Spur, schön breit machen, und plötzlich läuft es , die hinter mir haben alle Bremsen. Die Ortseinfahrt bis nach dontown dauert 13km, das ist kein Kindergeburtstag; heute nicht. Letztes Jahr bin ich Moskowsky Propekt, St.Petersburg, Rossija, gefahren, 20km, kommt dem hier ziemnlich nahe, aber die Strasse drüben war besser.

Ich erreiche ohne sonderliche Probleme die Fahrradwerkstatt, alles ist vorab geklärt, ich bekam eine re-mail, ja alles da, wir arbeiten auch am Sonntag, super, dann kann ich am Abend sogar noch weiter, bzw. ein Motel suchen. Ich will nicht bleiben, große Städte sind teuer, und gefährlich zu fahren, die viusuellen Eindrücke auf der Strasse erfordern ein vielfaches an Aufmerksamkeit, als auf dem Highway oder in einem kleinen Ort.

Sonntag, 4. Mai 2014

Ellinor's Wetterberichte

Auf die 17 folgt die eins
Es bleibt trocken bis Winnipeg. So hatte sie noch in der Nacht per sms gute Nachrichten verbreitet. Yr.no hatte nichts auf dem Schirm. Ich wache mehrfach über meiner Gasleitung auf und höre Tiergeräusche, es folgt aber nichts.
Am Morgen ist wieder der Schlafsack feucht, ich habe ein Problem mit der Kondensation. Es ist nachts so lausig, das ich alles an Lüftung unterbreche, doch die warme Atemluft kondensiert im Zeltinnern und das ohnehin klamme Material wird nicht trockener.

Es bleibt nur eines, Zelt mit weitgestellten Luken und sich tief in den Schlafsack zurückziehen.
Außerdem hat es mehrfach gehagelt in der Nacht, es spielt also keine Rolle mehr, naß ist naß. Allein der Abbau bei 0°ist schon unangenehm. Die Hände steif vom schütteln des Zelts, geht's um 08:15h los.
Zurück auf die Eins.
Bis Winnipeg sind es nur noch 113km, nicht viel, aber diese Zahl ist am heutige Tag nicht zu nehmen. Es ist graukalt, als ich mich auf dem Weg mache und das am Abend verpasste Motel suche. Domo Motel Mc Munn. Geschlossen, dennoch treffe ich vor der Tür Alan, der mit einem Sixpack mir entgegen läuft, mißmutig erzähle ich von meinem Plan, ich will im Moment nur Wärme. Aber Alan erzählt mir einfach seine Geschichte, lehnt sich an seinen Kotflügel sagt einfach, listen, I tell you a story, Samstagmorgen, 08:45h auf einem verwaisten Motelparkplatz. Hat mal eine Tour von Montreal mit einem Pferdewagen bis in die Staaten machen wollen, dann wurden hier die Pferde krank, seine Frau schwanger, schlußendlich ist er hier hängen geblieben. Was für ein herber Schicksalsschlag, hier in dieser Gegend bleiben zu müssen.
Alan(dunkle Brille wg. Kataraktop)

Ein Foto, dann will er weiter, ich folge seinem Wagen, weiter voraus soll es eine Gasolin station geben, a couple of miles. Also zwischen 3-8km. Ich brauche ewig, schlechter Strassenbelag, böiger, eisiger Wind auf der Brust, ich hab das Gefühl, die verschieben das Shell Schild immer wieder, je näher ich komme.

Als ich beim Shell absteige, kommt Alan schon  heraus und sagt, eh, Frank come in, setz' Dich zu uns. Gerade noch gekämpft und dann warmherzig begrüßt. Ich nehme eine Kaffee und werde zu dem Tisch geleitet, an dem schon 6 Männer sitzen, einmal am Samstag Männerfrühstück der Kirchengemeinde bei Shell. Wo ihre Gemeinde denn wäre, 45km von hier. Herrjeh, Gläubigkeit hat in Kanada seinen Kilometerpreis. Aber ich habe kaum Zeit meine Fragen zu stellen, Alan hat ihnen von mir erzählt und so ist meine Reise, meine Person das Thema, ich bekomme Kaffee satt umsonst und kann nur mit Mühe das angebotene Frühstück ablehnen. Sie wollen mich unterstützen, brauchst Du etwas? können wir Dir helfen? Ich verweise auf meinen Donate button auf meiner Homepage, betone aber dreimal, ich kann mich selbst finanzieren, und alles wäre so in Ordnung. Ich bin es nicht gewohnt, Hilfe einfach so anzunehmen.
Was macht man in einer solchen Situation, das ist nun nicht das erste Mal, das ich begeisterte hilfsbereite Leute treffe und mit reiner Oberflächlichkeit sicherlich nicht zu begründen.
Prawda, das ist der Wahrheit, Baby

Nach 30min und einigen Foto ist es Zeit zu gehen und dann passiert etwas sehr nachdenklich. Der mutmaßliche Priester der Männertruppe bietet an ein Gebet zu sprechen und ich bin so überrumpelt, das er laut in diesem Truckershop mit seinen Mitbrüdern betet. Und so stehe ich mit abgenommenen Helm und es wird Stille. Amen. Da wird einem dann schon mal der Mund trocken.

christliches Männerfrühstück
 Ich brauche ziemlich lange, bis ich die Situation verarbeite. Mein englisch ist zu schlecht, um alles zu verstehen, einer der Brüder wollte nicht auf's Foto und sprach fortwährend von der Schlechtigkeit des web. Und Alan gab mir seine webAdresse nicht, (absichtlich vergessen?) ich frage mich welcher evangelikalen Gruppe die Männerfrühstücksrunde angehörte, wahrscheinlich werde ich es nie erfahren, aber Alan, falls Du das liest, es hat mich nachdenklich gemacht und es war sehr berührend mit Euch. Nochmals vielen Dank.
Aber ich brauche eine(Deine) emailadresse.
Manitoba ist flach
Draußen weht ein anderer Wind im wahrsten Sinne des Wortes; um 12:00h sind nicht einmal 35km geschafft, viel zu wenig für die restliche 82 folgenden. Seit 3 Stunden fahre ich bei Volllast nicht mehr als 12km/h, der Wind ist einfach zu stark. Als der Wind endlich nachlässt gegen 13:00h sind genug Wolken zusammen geschoben, das es richtig tobt. Das Thermometer fällt und es hagelt, schneit, schauert, regnet, munter im Wechsel. Der Highway ist so breit wie eine Landepiste, würde man die Grassenke zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen zu schütten. Eine riesen Schneise, die durch den weiten Vegetationsabstand keinen Windschutz bietet. Flach wie ein Teppich, keine Berge mehr, jetzt kommen die windigen Prairie Provinzen. Ellinors Wetterprognose wird zur Farce, Hör' bloß auf mir wieder eine Vorhersage zu schicken. Auch Norweger können mal irren.
Kirche von Richer

Ein Zeltaufbau im Regen ist die Königsdisziplin während des Campings. Wenn die Bänder sich vertüdeln, es regnet, die Häringe nicht sitzen. Mein Zelt hinter mir ist klitschnaß, die chance auf Trocknung gleich null. Nach dem xten Hagelschauer um 15:00h, nach Stunden ohne Information, menschliche Ansiedlungen, ziehe ich die Reißleine. Man muß Niederlagen anerkennen, das ist Sportsgeist.
Statt 113km, nur 71km. Richer kommt in Sicht, danach kommt 55km bis Winnipeg nichts mehr.


In Manitoba



Auf dem Weg aus der Stadt triple locomotive
Hispeed Wifi.Nun weiß ich wenigstens, was der Prefix Hi-speed vor wifi im Angebot der vielen Motels bedeutet. Zwar behauptet die geldgierige Motelwirtin freundlich lächelnd auch heute wieder, an ihr kann es nicht liegen, dennoch kommt kein Seitenaufbau mehr zu Stande. Vielleicht sind auch zu viele User am Einwahlknoten.

So bleibt die tägliche Abschiedsmail an Ellinor aus, kein letzter Kartenblick, keine Blog.
Selbst schuld, was musste Dir auch ständig das billigste Motel aussuchen. Immerhin gibt’s eine inroom Kaffeemaschine und so genieße ich schweigend den Kaffee, während der Rechner versucht die Google Standartseite aufzubauen, herrjeh, viel geld für ein double ohne Weltanschluß.

Das Motel liegt ca.4km vor Kenora Downtown. Da es mit dem Highway 17a eine Art Umgehungsstrasse gibt, quälen sich nur wenige Trucks durch den kurvenreichen Ort.
Kenora Stadtbild
Für Fernfahrer sind downtowns ohnehin uninteressant. Es gibt erstens wenig schöne alte Häuser, und Lebensmittel gibt’s meist eh nicht der Stadt. Downtown besucht man, wenn man in ein „echtes Restaurant" besuchen will oder in eine Bar gehen will oder eben Geld braucht. Der Rest, Tim, Candian tire, Mc Donald, Walmart, etc.sind immer in den Ausfallstrassen der Städte.

Kenora liegt auf mehreren Hügeln und Inseln verteilt und handgestoppt braucht man 11km, bis man durch alles durch ist. Nicht schlecht für einen 15.000Einwohner Ort.
Ich fahre eine ganze Weile durch verschiedene Suburbs, bis der Zusammenschluß zwischen 17A und 17 passiert. Nun noch 40km, dann ist Ontario Geschichte.
kein Blick zurück, adieu Ontario
Mehr als 1000km war ich auf ihm, meist in der Einsamkeit unterwegs. Alle Witterungsarten habe ich genossen und gelernt, das auch 90km einfach mal gar nichts passieren kann. Außer Natur, rauf und runter. Von Sudbury bis zur Provinzgrenze hat sich der Frühling nicht eingestellt. 

Das Wetter schwangt zwischen Niesel und Angespanntdunkelbewölkt, 4°, erst sehr kurz vor der Provinzgrenze öfnnet der Himmel die Schleusen und es gibt richtig was auf die Mütze. Ich stehe in Vollzeug zerzaust im stürmigen Wind vor der geschlossenen Touristeninformation am Eingang Manitobas. 
Begrüßung im Dauerregen
Damit fällt das Grenzüberschreitungsphoto kurz aus. Kein Blick zurück, Der Blick folgt nach Westen. Nur 490km Strassenkilometer nur ist die Provinz breit, damit deutlich kleiner als Ontario.
fett was auf die Mütze

Manitoba macht zunächst richtig Stress, gleich 3 heftige Anstriege in Grenznähe sind hintereinander auf dem Highway 1, wie die Fortsetzung des 17er jetzt heißt, im starken Regen zu nehmen. 

Kenora Inn hat ein Internetproblem


Leider vergaßen sie die Renovierung des Wlan
Maifeiertag. Wir haben den 1. Mai 2014, doch in Kanada ist das kein Feiertag, der Tag der Arbeit, Labourday, wird erst im September gefeiert. Hier herrscht normaler Geschäftsbetrieb.


Es hat in der Nacht 8 Stunden geregnet, aber mein Grönland ist dicht. Ich hatte bwußt auf 10000mm Wassersäule bestanden, nix ist verheerender, als auch noch im Bad aufzuwachen.

Ein grauer Wintertag kommt herauf, die Sonne hat sich schon seit Tagen nicht mehr gezeigt.
31 Tage Wintercycling. Ich merke, wie ich depressiver, gleichgültiger dem Wetter gegenüber werde. Es gibt keinen Sommer in Ontario, es ist immer gleich, keiner soll mir mehr was anderes erzählen. Immerhin, der für heute angekündigte Tagregen ist nicht erschienen. Und der Schnee hat sich auf dem Highway 17 davon gemacht. Schnee ist kaum noch zu sehen. Die Schneeschmelze hat vor einigen Tagen eingestzt, in den Wiesen steht kniehoch das Wasser, überall drängt das Wasser herab. Aber so dick wie das Eis des Dixie Sees vor meinem Zelt aussieht, wird es noch bis Mitte Mai brauchen.



Würde auf dem 17er west über dem Hügel jetzt ein A310 landen, würde ich mir die Kleider vom Leib reißen, ich will hier weg. Ich will nicht mehr. Ich will jetzt endlich Wärme, Sonne. Allein bis zum nächsten Großflughafen in Winnipeg sind es noch 4 Tagesreisen oder ich werf’ mich vor einen Greyhound, in der Hoffnung, das er genug Platz hat. Mit wlan in die Sonne.

137km Einsamkeit

Sind die Kühe auf der Weide, wird's Frühling(Angus Rinder)
Motelleben.  Auch am Morgen sind noch alle Motels auf No Vancancy gestellt. Ich bin auch im Timberland wie immer der letzte, der das Motel verlässt. Der Chef guckt in den Nieselregen und meint, kein guter Tag, es wird regnen, hmm, antworte ich, alles schon erlebt, nützt nichts, besser wird’s nicht, ich will weiter. 

Es sind 137 km bis nach Kenora, zu weit für einen Tag, aber ich will immerhin soweit wie möglich herankommen.
Am Abend zuvor hatte ich einen Kaffee bei ihm herausgeschlagen, nun sitzen wir beide uns ein wenig ungesprächig gegenüber auf der Couch vor dem Kamin, während er etwas undefinierbares mit Stäbchen zum Frühstückt isst. Chinesisches Canadoenglisch ist nicht besser verständlich als origin india english from Panjab.
Das Timberland ist was für Eisenbahnfans.

Motels sind einfach gebaut, Wärmedämmung wird vernchlässt, Schalldämmung existiert praktisch nie. Wenn man also das Timberland rückseitig an die hochfreqente Güterzugstrecke Toronto- Vancouver baut, hat der Gast nachts mehrfach das einmalige akustische Erlebnis, der Güterzug nimmt den Umweg durch sein Bad. Wo gerad' keine Eisenbahn vorrätig ist, sind es die Nachbarn, die zu späterer Stunde auf die Idee kommen, noch kurz die Tankstelle zu besuchen. Kanadische Autos haben die unsinnige Angewohnheit zweimal zu hupen, wenn der Besitzer schon im gehen mit dem Funkschlüssel die Zentralverrriegelung bedient.

Es ist eine eigene Welt dieses Leben im Motel. Überhaupt nicht mit den Etap Hotels zu vergleichen, die Deutschland ihr Lowbudget-Image pflegen.In Breslau/Wroclaw hatten wir vor Jahren ebenfalls das Erlebnis in einem Arbeiter Hotel zu logieren, sauber, preislich ernorm attraktiv, mit Bad auf dem Flur. Allerdings gab's bei den polnischen Malochern jeden Abend ehrliches Handgekochtes, während die Kanadier eher zum abends zum Fastfood Laden fahren.
Auch eine Geschäftsidee Motelbebetreiber
Ich frage mich seit längerem, ob so eine Motel Nummer an der B75 vor den Toren Lübecks funktionieren würde. Könnte mir gut gefallen. Sehr häufig wohnen die Motelwirte selbst im Motel. Niemand fragt hier nach dem Paß, gib' deinen Namen an, leg' ~70 Dollar auf den Tisch, besser noch, werf Deine Visacard über den Tisch, nimm' den Schlüssel und werf' ihn morgens wieder in den Briefkasten.

Genauso gut könnte ich auch auf den Zettel schreiben, Frank auf dem Weg zum Mond. Keiner würde es bemerken. Keiner will wissen, was du tust oder vorhast, was hier zählt, ist der Loonie.(umgangssprachlich der can.Dollar, im Gegensatz zum Buck, dem amerikanischen Dollar, allerdings versteht auch jeder ....2 Bucks;Loonie, Doonie, Quarter, Dime, Nickel=1;2;0,25;0,10;0,5)
Motels stehen an den Ausfall -und Durchgangsstrassen der Städte dieses Landes. Sie sind 24h
Rund-um-die-Uhr-Betriebe. Von weitem sieht man nachts die grell erleuchteten Logo mit der Verfügbarkeit.  Oder eben ein No Vacancy. Natürlich gibt es einen Spätschalter nach 23:00h. Sie bilden das unterste Preislevel der Beherbungsbertriebe.
Dahinter kommen nur noch Zeltplätze und Wildübernachtungen.


Motels bieten immer einen Kühlschrank, Mikrowelle,Telefon und einen riesigen Fernseher, meist eine Kaffeemaschine incl. Kaffee für 2 Portionen. Das klassische Motel hat die Eingangstür zum Parkplatz, der nummeriert ist. Der Pickup parkt genau vor der Tür. Immer gibt es ein eigens Bad und bergeweise Handtücher. Ebenfalls zum Standart gehört Hi-speed Wifi. Geheizt wird immer mit Strom, alle verfügen zusätzlich über eine Klimaanlage.

Standart ist das Queen Bed, das mit einem dünnen Laken und einer ebenso dünnen Wolldecke bezogen ist, ich sah inzwischen viele Reisende, die morgens ihre eigenen Federbetten im Auto wieder verstauten.
wieder viele eisige Seen an diesem Tag
Die Motels füllen sich erst gegen Feierabend, da ich immer schon gegen 15:30h das Motel erreiche, bin ich meist der erste. Was eben nicht heißt , das nicht zu äußerst fortgeschrittener Zeit Leute um Einlaß begehren. Das sind dann in der Regel keine Arbeitnehmer mehr. Es ist faszinierend so etwas zu beobachten, wer so spät noch um Aufnahme bitttet. Menschen,oftmals nichtweisser Hautfarbe, die eindeutig nicht auf Urlaubstour sind und auch nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und die ihr gesamtes Hab und Gut im angegrauten Pickup führen mit sich führen.

Freitag, 2. Mai 2014

Kenora, quo vadis?

Der 31. Tag im Winter. DieWlan-qualität im Kenora Inn Motel ist so schlecht, dass das tägliche Skype Gespräch zur Farce wird, aber als ist nach 4 Stunden Kenora durchgefroren erreiche, will ich nur noch absteigen.
Wieder ein Tag, an dem das Thermometer die 2° Marke bis 12:00h nicht erreicht.
31 Tage Wintercycling, 2500km durch Eis, Schnee Regen, Glätte, Sturm....

Es hat Spuren bei mir und am Gerät hinterlassen. Das Material ist frühzeitig gealtert.

Und es besteht weiterhin keine Hoffnung auf das, was ich mir erträume. Immer noch ist es morgens so eisig, das die Hände nur auf dem Lenker liegen.
Die Witterung, die mangelnde Aussicht auf Besserung, die mangelnde, dem Winter geschuldete Infrastruktur und das Streckenprofil, alles zusammen haben Spuren hinterlassen.
Jede Menge Verspannungen  im Schulterbereich, jede Menge Sitzprobleme,persistierende Taubheitsgefühle...

Und dann ist da noch etwas, was mich, fast mehr, zutiefst berührt. Ich schreibe den Blog nur für Ellinor und Ihr alle seid allerherzlichst eingeladen mitzulesen. Ich gehören zu den freidenkenden Personen, die eine Zeitung nicht lesen, wenn sie nicht mein Geschmack trifft. Keiner sollte sich gezwungen fühlen meine site anzuklicken. Spaßbetrieben sollte der Reisebericht sein, ohne jede PulitzerPreis Allüren.

Leider gibt es immer wieder in den mich erreichenden Kommentaren jede Menge von Neid und Kritik geprägte Anwürfe.
Winnipeg in Manitoba ist das nächste große Ziel, ca. 3 Tagesreisen von Kenora entfernt. In dieser Zeit werde ich ernsthaft nachdenken, wie öffentlich der blog bleiben wird und wie's weitergeht.

Denn eines ist klar, wenn ich schon jeden Tag mein Rad in den Winter 8 Stunden auf die Strasse stelle, ist das Letzte, was ich brauche eine zermürbende Auseinandersetzunmg über das Gefühl einer (un)berechtigten Freiheit.
Frank

Mittwoch, 30. April 2014

Hwy17 west Revell River Rastplatz

...man glaubt gar nicht, was die Leute so für Nebenjobs haben
Trockener, kalter Wintertag
Um 7:00h ist die Sonne bereits da,  blauer Himmel, der angekündigte Regen ist ausgeblieben. Nur 65km sollen es bis Dryden sein, später werden es wie immer auf unerklärliche Weise einige mehr werden.
Um 08:00h bin ich auf dem Highway, der Wind hat gedreht, weht jetzt aus nordost und damit böig aufgefrischt von rechts vorn.

Damit werden die 65km kein Spaß.
Es ist doch zu dumm, da hab ich das erste Mal in der Nicht in meinem Kieferwald nicht gefroren und nach einer halben Stunde ist am nächsten Morgen alles eiskalt. Es ist winterlich trocken kalt, Temperatur unter 0°, wann es endlich Sommer in diesem Land?
wieder jede Menge eisige Seen

Die Strasse ist relativ einsam, die Hügel haben wieder zugenommen und auch die graublau eisigen Seen, alle immer noch mit einem dicken Eispanzer überzogen. Es werden 51km bis es Kaffee gibt, davor kommt buchstäblich nichts, wenn man den Weiler Dinorvic übersieht.

Dann aber kommt Wabigoon, 600Einwohner, am gleichnamigen See gelegen, mehr tod als lebendig, aber mit Pappy's Cafe inmitten des Ortes gelegen, gleich hinter der weißstrichenen Holzkirche.
Pappy's Cafe
Ein Ort mit Seele, sieht aus, wie eine Postkutschenstation aus früheren Zeiten, aber innen ist alles zu finden, was die Dörfler so brauchen und vorallem warmer Kaffee. Der Re-fill für $1,50 von der Chefin selbst eingefüllt. Wir kommen ins Reden, sonst ist hier um die Zeit viel mehr los, aber mit dem langen Winter ist alles still. Pappy's Cafe hat im Nebenraum einen Barbetrieb mit Bühne und sie veranstalten zum Selbstkostenpreis Auftritte für regionale Künstler, zwischen 8-40 Gäste sind immer da. Nächstes Konzert am 3. Mai, mir sind die Namen allesamt unbekannt.

Bison going eastbound
Es geht weiter, an diesem eisigen Morgen und ich erreiche, endlich, Dryden, 6000E , mit guter Motellage. Sogar einen Walmart haben sie, gut das ich für den Ersatzmatel nicht bis Kenora warten muß.
Und dann muß ich auch endlich mal wieder Glück haben.

Nachdem die ersten zwei Motels schon um 14:00h ausgebucht sind, ist die Sache verdächtig. Es ist die große Papiermühle. Schon vor einigen Jahren stand sie vor dem aus. 200 Arbeitsplätze sind hier in der Region bedroht, das hat Bedeutung. Der Motelbesitzer des Hide Away sagt, sie brauchen die ganzen Betten, for closing down the mill. Dryden sei völlig ausgebucht.
Papiermühle von Dryden sorgt für Motelausbuchung

Wofür braucht man so viele Spezialisten, um einen Betrieb abzuwickeln, egal, nachdem ich weitere 3 Motels mit No Vacancy Schildern entdecke, ist die Sache klar, heute wird warm geduscht und ich ergatter das letzte Bett im Timberland Motel für $69+ Tax. An diesem Tag ist weiteres Suchen gefährlich. Und unmittelbar nach meiner Buchung leuchtet das No im Vacancy Logo auf.
Timberland, letzter Motelroom an diesem Tag (?)

Morgen sehen  wir weiter, die Strecke bis Kenora ist 137km lang, viel zu lang für einen windigen Wintertag. Wir werden sehen, was geht, bis dahin muß ich Walmart besuchen.
Ich bin ein bischen getrieben, weil ich Sorge vor dem 1. Mai habe und hier in der Wildnis bei den wenigen Läden es nicht zu einem Versorgungsengpass kommen soll. Heute einkaufen und alles 137km mit nach Westen zu nhemen, weil die ohnehin wenigen Läden geschlossen sind, das ist die wichtige Frage. Allerdings stellt sich bei Licht betrachtet, der 1. Mai ist in Kananda kein Feiertag. Nochmals Glück gehabt.

Die Strecken sind einfach zu lang


Schon mal einen Schlauch auf dem Hwy gewechselt, oder auch 2?
Auf nach Ignace
Google berechnet für die Strecke bis nach Ignace mit 57km.
Was soll man schreiben, wenn die Strecke unspektakulär verläuft und selbst am Fahrbahnrand keine Werbetafeln mehr zum fotographieren stehen. Hier ist nur Highway 17 west, sonst nix
Kurz vor Ignace dann der zweite Platten der Tour. Da gibt's keine Fehlinterpretation, man merkt das sofort, das Rad fängt an zu schlingern. Ein Blick nach unten und das Malheur ist sichtbar.
Schlauchwechsel auf dem Highway. Das Profil des erst seit Wawa eingesetzten Faltreifens ist ziemlich runter. Herrjeh, ausgerechnet 14km vor Ignace in the middle of nowhere.
Hwy 17 west Strasse und Himmel soweit das Auge reicht

Es hilft nichts, alles muß runter, Schlauch suchen, ich bemerke, dass das Ölfläschchen ausgelaufen ist, alles in die Ortlieb Extratasche und versuche das Öl vom Schlach abzustreifen. Wieso kann man einmal geöffnete Ölbuddeln nie wieder richtig schließen.
Ich fühle mich gedemütigt als Fahrradfahrer. Schlauchwechsel auf dem windigen Seitenstreifen und alles fährt an Dir vorbei.
Nach 20min ist alles wieder am Rad, getragen von meinem Lieblingslamento, das ich ostentativ wiederholen: wir fliegen zum Mond, jagen Sonden auf den Mars, aber einen dichten Fahrradschlauch kann die Menschheit nicht erfinden- Will sie nicht erfinden, und deshalb stehe ich hier.
Ignace ist ein  staubiger Marktflecken, 1200 Einwohner mit dem mir inzwischen vertrauten typischen Bild, man kommt rein, fährt eine durch Haupstrasse, es kommt ein Truckerhof mit Restaurant und dann ein, zwei Motels, wenige Holzhäuser, manchmal etwas mehr.Ländlcihes Kanada.

Montag, 28. April 2014

Wieder ein Sonntag

nördliche Arktische Wasserscheide
Schon wieder ein Rekord. Da ist alles so gut geplant, man findet früh die Matratze und hofft dann in der Nacht wach zu werden, wenn Bär und Elch sich begegnen und dann spielen die kanadischen Behörden einem einen Streich.
Die unscheinbare Fertigbeton Hütte mitten im Nichts am Highway hatte einen Dämmerungssensor und ab 21:00h beleuchtete der Scheinwerfer das gesamte Umfeld tageslichtartig. Keine Chance auf Nordlicht und Tierwelt.

Und kalt war's. Sollte ich das hier überleben, werde ich die Angiographie der Beine wiederholen lassen. Um 4:00h morgens hatten wir -7°. Mein persönlicher Rekord in der Kältekammer.
Obenrum alles mollig warm, aber weiter abwärts alles eiskalt, ich bekomme keinen Schlaf. Am nächsten Morgen um 7:30h ist der Zelthimmel gefroren, das Zelt steinhart.

Frühling in Ontario 2014. Es wird immer schlimmer Ontario zu lieben. Um 08:00h sitze ich schon auf dem Rad. Heute 60km bis Upsala, die trockene,klare Winterluft füllt die Bronchien, mehr als 0° werden es bis 11:00h nicht werden. Herje, wann wird es endlich Sommer?
Aber zunächst etwas erfreuliches, nach zwei schnellen 500m Siegen erreiche ich zunächst die Arktische Wasserscheide und danach die Zeitzonengrenze im Argon Park. Der erste Rastplatz, der geöffnet ist.
Die Zeit darf nun eine Stunde zurück gedreht werden. Ab jetzt regelt die Central standart time die Schlafenszeit. In Kanada gibt es 7 Zeitzonen.

Danach verläuft die Strecke auf 450m kontinuierlich flach über fast 30km. Und es gibt Rückenwind. Das erinnert mich daran, das ich auch ein großes Blatt habe und erfreut kann ich es endlich mal einsetzen.

An der ersten Esso eine mail an Ellinor und zwei Kaffee. Zwei Äpfel habe ich noch in der Tasche, ich verspreche mir mehr von dem folgenden Upsala, vielleicht einen Einkaufsladen und ein Motel.

Das Parkview Motel ist nicht erreichbar, obwohl ein Ford Pickup vor der Tür steht, also hinein in den Ort, der sich nach 2 Km als eine Ansammlung von 15 Häusern auszeichnet, nebst Gesundheitstation und geschlossenem Generalstore mit Campingplatz. Das einzige, was geöffnet ist, ist die Shell Tankstelle.
Der Ort hat nichts mit der altehrwürdigen schwedischen Universitätsstadt mit 2p gemein. 
Ortsdurchfahrt Upsala

Ein Bison weniger

Stromausfall.Am gestrigen Abend, als Deutschland längst schlief, gab es einen Stromausfall und anschließendem Netzausfall. Original zwischen mail an Ellinor beeenden und absenden.
Don war in voller Auflösung, my internet lines are down, do you habe electricity?

Strom ja,aber kein Netz mehr, wie sehr die Welt zusammengeschrumpft ist merkt man erst, wenn das Internat mal unerklärlich ausfällt.
Dann entfernt sich das 6600km entfernte Lübeck plöztlich, seit21:23h um Lichtjahre weiter. Reisen wie vor 20 Jahren, ruf an oder schreib'‚ 'ne Postkarte.
Am nächsten Morgen hatte sich die Gefahrenlage wieder normalisiert. Das Motor Inn war wieder an die Welt angeschlossen.

Heldentage werden am frühen Morgen geboren. Dann, wenn die Sonne schon um 06:30am durch die Gardinen lukt. -1°, blauer Himmel, Sonnenschein, später wird das Thermomaeter 6° erreichen. 
Ein guter Tag, denn ein weiterer Regentag hätte die Gefahr des sitzig werdens noch weiter erhöht. 

Sitzig ist das Wort, das es eigentlich nicht gibt, es könnte den Begriff, sich nach einer vorangegeangene  Strapaze eine wohlverdiente Pause zu gönnnen um es dann so angenehm zu finden, das der Elan, wieder los zu wollen, erlischt.
Und bei Don ist es gemütlich, mit Couch, Küche und 2 Zi Wohnbereich Bereich. Nur nicht sitzig werden, da kommt so ein Sonnentag gerade recht. Auf dem Weg zur Bank erliege ich der Versuchung noch einige Fotos der  Canadian Pacific zu machen.
Canadian Pacific westbound
Es sind mehrere Hobbyfotographen im Arthur Landingspark und sie wollen wissen, das in 10 min ein Zug aus Montreal hier eintrifft. Also warten  und tatsächlich aus nach 12 Minuten kommt ein Triple Lokomotive Canadian Pacific mit unendlich vielen Güterwagen um die Ecke. Diese schiere Kraft begeistert  mich und kann ihnen einfach nicht widerstehen. Viele Züge sind hier mehr als 3,5km lang und zuckeln von Vancouver bis nach Montreal durch. Das erinnert ein wenig an die Zeit der Hobo’s, jene Arbeitssuchenden, die während der Zeit der Großen Depression illegal mit der Bahn gereist sind.

Ich brauche Geld, in den Motels wird mit Kreditkarte bezahlt, das kostet aber für mich Aufschlag. An der Bank treffe ich Tammy, die völlig begeistert ist und es gar nicht fassen kann, das jemand um diese Zeit, mit dem Fahrrad, so viele Km fährt und dann noch quer durch Land. Sie arbeitet für das Minenministerium und braucht Geld zum Wochenendeinkauf.  Für uns Norddeutsche ist ihre Begeisterung etwas zu dolle einem Fahrradtouristen gegenüber, aber sie meint das wirklich ernst, nimmt sich viel Zeit und will unbedingt die Blogadresse. 

Eine weitere Passantin kommt hinzu, ebenfalls Bankkundin und fragt ganz ernsthaft, für welche Spendenorganisation ich das denn machen würde. Und bevor ich antworteten kann, sagt Tammy, er reist durch Kananda und mach Urlaub, ist das nicht großartig? Ich bin fast geneigt zu sagen, für die Frank Ostertag Holyday ffoundation, aber so was tut man am Samstagmorgennicht, allerdings drückt die Frage der Passantin genau das aus, was viele denken: Fahrradfahren macht man in der Freizeit, man fährt in einen schönen Nationalpark, und untenimmt einige Tage was mit dem Rad. Mit dem Rad eine Strecke gleich einer Flugreise zu unternehmen, da muß mindestens eine Charity Organisation hinterstecken. 

Dann geht's mit einer Stunde Verspätunng wirklich los. Der Tag gestern hat die Beine entspannt, so richtig will es nicht, bis ich das Garmin einschalte und den waren Grund erkenne. Ich bin bereits auf 450m Höhe und habe es nicht gemerkt. So wie es alle vorhergesagt haben, Hüelig, aber nicht mehr so steile Anstiege.
Ich fahre auf dem Hwy102, der in fast gerader Linie aus der Stadt herausführt und später an den 17er west wieder anknüpft. Im Großraum Thunderbay wollen sie keine Fahrräder auf dem Highway, kann man akzeptieren, allerdings haben auch Trucks die Idee mit Abkürzung und so ist es zunächst eine vielbefahrene schlechtausgebaute Landesstrasse. Nach 20km wird die Hochstrasse freundlicher, nachher fast verkehrsarm. Bald entdecke ich nur noch ab und zu noch ein Holzhaus.


Freitag, 25. April 2014

Thunder Bay, erneuter Wintereinbruch

Freitagmorgen 08:00am
Ontario ist a very rough province, not to compares to BC, wird Will von Cyclepath später sagen. 
Rough,  norddeutsch am ehesten mit beinhart übersetzt.

Der sich angekündigende Wintereinbruch hat mit der fallenden Temperatur für reichlich Match auf den Strassen gesorgt. In der LN würde für den heutigen Tag vermerkt sein, alle Streufahrzeuge waren ab 03:00h im Einsatz. Ich kann es nicht mehr sehen, wo bleibt der Frühling?
Auf Grund der Witterung habe ich nun Zeit. Erstmal ein ausführliches Skype Gespräch mit Ellinor. Aber der heftige Schneefall läßt auch gegen 12:00h nicht nach.

Ich brauche einige Fahrradersatzteile und Anti Bärenspray und das erste Haus am Platz, sozusagen Globetrotter Thunderbay, die sich selbst fresh air expierence nennen, liegt gute 12km am anderen Ende der Stadt. Nix für zu Fuß, also ruff' auf das Rad. Der Schneematch hat die rechte Spur der Cumberland in eine riesige braune Seenlandschaft verwandelt. In der Mitte fahren, Untiefen und Gullis ausweichen, die Kanalisation droht zusammenzubrechen. Das Rad schlägt mehrmals hart auf, weil Schlaglöcher im Seenbereich einfach nicht zu sehen sind. Nach wenigen Minuten sind die Schuhe hinüber, ein, zwei Pickups ungebremst reichen für eine Vollschüttung aus. Sauwetter.
Getreide ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Stadt
Wikipedia.org Thunder Bay
Canadian Tire Doppelstockwagen
Das Wetter verbietet einfach den häufigen Gebrauch der Kamera, so gibt es leider keine Fotos vom Hafen mit seinen Getreideumschlagplätzen. Für kanadische Verhältnisse ist Thunder Bay, das durch den Zusammensschluß mehrerer Gemeinden 1970 seine jetzige Größe erreichte, trotz seiner nur 108.000Einwohner eine wichtige Großstadt. Es ist der Hauptumschlagsplatz für Getreide aus den Prärieprovincen des Westens. Der Hafen ist für Seeschiffe ausgelegt, weitem sieht man die riesigen getreidespeicher, außerdem hat Canadian Pacific hier ein großes Güterterminal. Von hier rollen die unglaublich langen Güterzüge 
gemächlich Richtung Süden, die ich so oft in der Vergangeheit mehr gehört, als gesehen habe.
Canadian Pacific vor den Getreidesilos