tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Sonntag, 16. März 2014

Die große Pause

Tag 4 Die große Pause ist da. 30 Jahre Krankenpflege. Ein Spannungsbogen vom zwangsverpflichtetem Zivieldienstleistenden bis heute.
Rückblick - Winter 1984/85 in Hamburg. Blick aus dem Fenster des Schwesternwohnheimes Bethanien Diakonissenkrankenhaus Martinistrasse 44, Hamburg. Hier liegen die Wurzeln meines jetzigen Berufes. Durchlitten als Zivildienstleistender im Rehakrankenhaus für Herzrkreisklauf- und Hirninsult Patienten des Bethanien Ordens der evang.meth. Kirche.

Winter 1984/85 Krankenhaus Bethanien Hauptportal
Nach der technischen Ausbildung und der drohenden Wehrpflicht war der Zeitpunkt des "Ausbruchs" gekommen, und so begann nach Verweigerungsverfahren die Suche nach einer Zivildienststelle. Auf keinen Fall Heimschläfer werden. Raus aus dem "alten" Wilhelsmshaven.
Die Generationskonflikte in der elterlichen Wohnung hatten längst ihren Höhepunkt erreicht.

Der Zivildienst begann in einem Altenheim in Hamburg mit als „Mädchen für alles“.  Nach 4 Monaten war die Begeisterung für Straßefegen und tropfende Wasserhähne reparieren, befriedigt und es musste dringend etwas Neues her. Der Markt an Unterkunftsstellen war knapp.
Es blieb nur das streng hierarchisch geführte Diakonissenhaus in HH Eppendorf. 
Die Leitung der Pflege war durch Ordensschwestern im fortgeschrittenen Alter abgebildet, der Rest war Fußvolk;  Zivildienstleistende standen in ihrer Sicht auf der untersten Stufe der Pyramide. Deren Aufgaben waren streng umrissen. Waschen, Unterstützung beim Essen, Kaffeerunde, beim Betten helfen. Das Mittagessen wurde aus einem rollbaren Containerm, von der Stationsschwester oder der Chefin des Fußvolks schiebend, aus großen Töpfen auf Teller durch Pflegehelfer und Zivis ausgteilt. Ausgeschlossen, daß etwa Reste aus dem Wagen zu haben wären. Argwöhnisch wurde der Wagen bewacht.Verhasstester Höhepunkt der Woche war jedoch das penible Putzen aller Patienten-Rollstühle, über Stunden, im Stationsbad, das mehr einem gekacheltem Raum glich, mit Schrubber und Dusche. Eine Rollstuhl-Waschanlage. Und doch war es eine überaus sorgenfreie Zeit...

Montag, 10. März 2014

Hire and Fire

Fire Engine Töstamaa, Estonia
Tag 10 Keine weiteren Aufträge. Seit heute morgen ist nun endgültig Schluß. Und das ist auch gut so.
Um mal eine Binse zu nennen, sie holen Dich, wenn sie Dich brauchen; dann sind sie sich auch nicht zu fein, mehr als 3x am Tag anzurufen. Und lassen Dich ungefragt spüren, wie wichtig Du Ihnen bist; gibt es allerdings zu wenig Aufträge, hörst Du nichts, dann herrscht Funkstille. Hire and Fire. Noch am Freitag telefoniert und gehört, na klar, überhaupt kein Problem, machen wir und dann dauert es doch. Mangelnde Auftragslage.

Emotionen und Verbundenheit passen nicht in diese Branche. Das Wort Wertschätzung buchstabiert man am besten ganz leise. Und so geht heute die Zeitarbeit zu Ende. Ich hab gutes Geld verdient und doch, ich bin nie warm geworden mit ihr; man sitzt in den Nächten in fremden Kliniken auf fremden Stationen, wird mehr oder weniger als notwendiges Übel gedulde t- gibt halt tausend Gründe und mehr, warum kein Stammpersonal (mehr) da ist. Unverbindlichkeit ist das Motto; man trifft ein Abkommen für eine klar bestimme Zeit, erfüllt seinen Job und schon am Abend ist vielleicht ein neuer Kollege einer anderen Firma da. Man gehört nicht dazu. Und viele meiner Kollegen ZA wollen das auch gar nicht. Wenn's dumm läuft, fallen die unbequemeren Arbeiten für die Zeitarbeit ab und man wird beschieden mit der Aussage, "mußt Du ja können, bist doch Zeitarbeiter...".

Donnerstag, 6. März 2014

Wilhelmshaven - Besuch in der Vergangenheit...

Wilhelmshaven Südstadt Ende 50er Jahre Quelle: http://www.suedzentrale.de/die_suedzentrale/geschichte/index.html
Rundbunker Rheinstrasse Blick von Osten
Zurück in Wihelmshaven, ich war lange nicht hier. Im Jahre 1967 kam ich in diese Stadt. Die Wohnung meiner Eltern lag bald in der Rheinstrasse, nahe der ehemaligen Kaserne der III. Torpedoboot 
Division (li Bildrand unten), in der Südstadt, der 
Keimzelle der 1869 entstandenen Stadt.
Der Krieg war gerade 22 Jahre vorbei und in unserem Quartier standen noch viele Bunker und Ruinen. Genau wie der halbgesprengte Bunker unweit der elterlichen Wohnung. Er steht dort noch heute, 40 Jahre später, nahezu unverändert auf der Rasenfläche, die einst zum inoffiziellen Abenteuerspielplatz und Fußballfeld der Strassenmannschaft gehörte.
Ehamalige Torpedokaserne

nach wie vor größte Drehbrücke Europas
In diesem Kiez bin ich aufgewachsen, begrenzt vom MarineArsenal, den ungesicherten Kais des Bontekai und der Südzentrale mit der benachbarten Kaiser Wilhelm Brücke aus dem Jahre 1907, der immer noch größten Drehbrücke Europas. Vor zwei Jahren generalüberholt, glänzt sie nun wieder, allein ihre Technik muckt immer wieder, dann bleibt sie für den Verkehr gesperrt.
1984 bin ich fortgezogen, seitdem nur immer mal wieder sporadisch zurück gekommen, seit langer Zeit gar nicht mehr.
Ich verfolge den Niedergang meines Kiezes im web, aus sicherer Entfernung, das Schließen der Schulen und Geschäfte, aber es blieb das untergründige Verlangen nach vielen Jahren selbst zu schauen. Also machten wir uns auf den Weg.               Vier Tage Wilhelmshaven im Jan. 2014, eine Annäherung...

Freitag, 28. Februar 2014

Fallende Indices

Iceland Thingvellir road march 2012
21 Tage  Noch 7 Tage arbeiten.
Hmmmm....
Hi folks, meine Stimmung hat den Tiefpunkt erreicht.

Zwei wichtige Indizien entwickeln sich zum Abschluß der Vorbereitung bedenklich in die falsche Richtung: Vorfreude und die Tagestemperatur Ontario März 2014.


Screenshot.foreca.com
Wer einen flüchtigen Blick auf die Toronto Temperaturen in diesen Tagen warf, der bemerkte unter Umständen, dass sich ein neuer Polarwirbel über Kanada und Nordost USA entwickelte.

Die für mich zur Zeit beste Meterologische Seite, foreca.com, meldet heute kecke Tagestemperaturen 2:00h nachts (sprich 7:00 h morgens LübeckZeit) -16° und damit es noch ein wenig dramatischer klingt: feels like -26°. Ja, das muß man erstmal verdauen. Minus 26°. Frühestens in 36 h erreichen sie wieder die 0° Grenze. Super. Für alle, die sich ein Grinsen jetzt nicht verkneifen können, ja,f..., ich habe mich wohl verzockt.

Europe's last frontier, Europas letzte Wildnis

The Northwest Territories (NWT) in Canada are often known as the last frontier; in eastern Europe still excisting a region that is also called the last wilderness. It's in the northwest part of Poland, the primeval forest of Bialowieza. An untouched 500 years old forest. We cycled 2012 the very impressive tour along the border river Bug from Zamosc through the Bialowieza NP to Bialystok the main city of the northwest area of Poland in a wonderful bicyclefriendly atmosphere..

Access is very easy by the Berlin-Warsaw-Expresstrain and the polish railway PKP fast train Warsaw-Przemysl, which provides special bicycle coaches. With special DB - Poland tickets you can safe much money, but also try to purshase PKPtickets at a PKPstore in Poland. Don't worry about language problems, take a sheet of paper and mark down your destination with dates and signs for people and number of bicycles.

The only drop of bitterness is, that we did not met him; the forest bison [polish: zubr=shoobre]. Approximate 3000 animals live under Unesco and polish law protection in the forest, which sized about 105km². Wikipedia.org Biealowieza National Park.
So maybe a dream will become true, to see them alive on the Bison sanctuary a the Great Slave Lake in NWT.

Freitag, 21. Februar 2014

Northernlights at it's best

screenshot: auroraskystation.se
Tag 27 Warten, unruhig sein, sich selbst verrückt machen.
Viel passiert nicht in diesen Tagen. Einfach zu viel Zeit. 'Muß mich immer mal wieder schütteln und sagen "bist bald ein Jahr weg, kaum zu glauben"...

Die Narbe der Kiefer OP schmerzt, und ich versuche zu ergründen, ob es sich vielleicht doch entzündet hat. Wir sind beide aufgeregt. "Du hast nichts", " hab ich doch", "nichts zu sehen, alles blande", "drückt aber doch". "Oooh Du machst mich irre"! Nach den Erfahrungen im letzten Herbst ist das Vertrauensverhältnis zu umfangreichen Baumaßnahmen im Mundraum nachhaltig zerstört. Die Nerven liegen blank im Selbsterfahrungskurs Weltreise. "Jetzt stell' Dir einfach mal vor, Du fährst nicht los, weil da was ist und schon biste gesund", "basta". Hoffentlich hat sie recht.

Von Vorfreude zur Zeit nichts mehr zu spüren in diesen Tagen. Eher Panik.
Source: loor.com Salla Tunturi webcam
Allenfalls daran, ein Jahr frei zu haben. Ein Jahr in der Fremde.
Was danach kommt, sehen wir dann.
Auch wegen der Aussicht auf die üppige Rente, yeah...
Ein wenig Fatalismus und Untätigkeit. Und in der Untätigkeit entstehen alle
irrsinnigen Gedanken.
Nur noch 11 Tage am uksh zu arbeiten. Ist ein luftiges Gefühl...

Source: lookr.com Toronto City Airport
Der Frühling kommt mit Macht hier im Norden. Heute gab es das erste Vogelkonzert im Hof. Da wurde doch sogar mein felliger Freund auf seinem Sessel unruhig.

Der Blick auf die webcam bei lookr.com lookr.com zeigt immer noch Schnee in Toronto auf den Highways und dem City Airport. In Salla Tunturi scheint es sogar noch wesentlich mehr Schnee zu geben. Nix mit Frühlingsanfang im hohen Norden. Leider sind die Strassen dort nachts beleuchtet. So ist in der 24 Stunden Zeitraffer kein Polarlicht zu sehen.

In Abisko, in schwedisch Nordlappland haben sich gestern Nacht die Bildern fast überschlagen. Aufregende Bilder. Große Magnetfelder waren in Atmosphäre. Das hatte es dieses Jahr so ausdauernd noch nicht gegeben. Aurora Borealis at it's best. Jede webcam Aktualisierung Auroraskystation wurde grandioser. Es muß jetzt nur noch ein wenig anhalten. 27 Tage noch. Dann startet auch die Woman Solo northern light tour...
Source: screenshot auroraskystation.se

Samstag, 8. Februar 2014

Die Konkurrenz schläft nicht

Da muß man echt aufpassen wie 'nen Schießhund. Einmal nicht aufgepasst und schon sitzt man ahnungslos auf dem Sofa und entdeckt doch glatt bei Google die Konkurenz mit einem Eintrag unter einem ähnlichen Namen. Crosscanada2014. Nun ja, ist vielleicht auch wirklich nicht so originell...

Warmschowers.org also Warme Dusche. Eine Art Be-herbergungsgemeinschaft für Tourenbiker weltweit. Hört sich cool an. Ähnlich wie die couch-surfing Community.

Ein Tom hat einen Beitrag ins Netz gestellt und sucht eine Reisbegleitung für seinen Vater der von West nach Ost dieses Jahr fahren will. Also von Vancouver nach Montreal. Aber nicht allein. Originallink warmshowers.org

 Dascha 'nen Ding. Muß ich im auf jeden Fall im Auge behalten und werde ihn doch glatt mal anmailen. Mal sehen, ob ein Treffen nicht unterwegs möglich ist. Und er kommt anscheinend aus Seattle, da komme ich vorbei. Mal sehn, was draus wird....
Ansonsten gibts heute, less 43 days, nicht wirklich viel Neues. Zum x-ten Mal die Taschen umgepackt und das Rad eingetütet. Es nützt nichts, wir müssen damit in den Zug, koste es, was es wolle. Mir schwant allmählich, das es Probleme mit dem Transport von 
HL - Pelzerstrasse bis nach 
CPH - Zleep geben könnte. Diese Gedanken sind irgendwie bisher noch nicht zu Ende gedacht.

Den Rest des Tages habe ich nach einem Blog-Editor gesucht, der offline arbeitet. Insgesamt bin ich mit dem Textlayouting bei Blogger sehr unzufrieden. Zwei fast fertiggestellte Entwurfstexte habe ich inzwischen verloren. Das Einfügen von Bildern ist einfach sehr unkomfortabel und braucht einfach zuviel Zeit. Dieses ganze Gesuche und Ausprobiere verbraucht den halben Tag, führt am Ende zu nichts und ich bin wieder am Anfang.  Dafür weiß ich jetzt was ein wysiwyg Editor ist. Ist ja auch was.

Montag, 3. Februar 2014

Juhu, der neue Kovap ist da


Finally The czech tin model firm Kovap in east Bohemia announced new collectors stuff. Two new tractors are released, like you can see on their homepage. Na endlich, ich hatte schon die Tage drauf gewartet. Wie bereits die Jahre zuvor wird die Homepage der Blechspielzeug-Firma Kovap in Ostböhmen/Tschechien immer Anfang des Jahres aktualisiert. Nun sind sie da; es muß gestern oder heute passiert sein, auf der Homepage Kovap sind die Traktormodelle des Jahres 2014 zu sehen.

Gleich zwei neue Modelle sind am Start, der gerüchteweise schon angekündigte Lanz Eilbulldock HR7 mit einem kraftvollem 35 PS Motor und ein Zetor 25A Modell, die Sammlerherzen von feinem Retro Blechspielzeug höher schlagen lassen und erneut müssen wir zu Hause wieder überlegen, wo noch Platz in der Wohnung ist.  Der Zetor 25A wurde allerdings schon vor einigen Jahren mit grüner Motorhaube ausgeliefert. Wie immer beide Modelle mit 3 Vorwärts- und einem Rückwärtsgang.

Das freut mich riesig, hatten wir doch bei unserem letzten Besuch in Nowy Hradek eher traurige Nachrichten erhalten.
Mehrere Händler in Deutschland haben bisher zwar nur eine Warteliste und der Preis von ~65€ scheint auch im Vergleich zu den Vorjahren relativ hoch zu sein, aber vielleicht ändert sich das noch.
Kovap hat inzwischen ein weltweites Netz von Händlern aufgebaut, sogar in Australien sind die Dinger zu bekommen. Mal sehen, wieviel Freigepäck auf dem Rückflug noch vorhanden ist.


Sonntag, 2. Februar 2014

Der Kreis hat sich geschlossen

Less than 50 days

Soruce: Wikipedia.org/english



















Glaubt ja doch keiner, die Anspannung steigt von Tag zu Tag, ich gebe zu, ich bin nervös, vielleicht ist der Schuh doch wenig zu groß. Dazu alle möglichen Zipperlein. Die Aufregung pflanzt sich vom Kopf somatisch fort. Wenn's nur erst endlich los gehen würde. Wenn der Absprung endlich passiert ist, fällt der Blick von alleine nur noch nach vorne.

 So viele Gedanken, habe ich wirklich nichts übersehen, was später nicht mehr zu korrigieren ist? Ein übervorsorgliches Sicherheitsmanagment. In diesen Tagen denke ich immer wieder an Benicio, den jungen Brasilianer, den ich im Hostel in Wyburg kennenlernte.Von Brasilien nach Sibrien eingereist und dann geplante 18 Monate durch die Welt. Und ohne konkrete Vorstellung und Karten...einige Wochen hier, einige Wochen dort, mal gucken.
Etwas abseits in der sidebar ist die Wikipedia-Weltkarte schon seit einigen Tagen sichtbar. Neuseeland meldete heute morgen um 1:54h, damit hat sich der Kreis geschlossen. Die Flüge sind jetzt bis nach Australien gebucht, Unterkünfte sind in Copenhagen, Toronto, Vancouver, San Francisco, Auckland und Sydney gebucht. Der Rückflug mit Emirates, Melbourne - Hamburg, wird leider zur Zeit noch nicht angeboten.

Etwas zur geplanten Strecke:
File:SouthCanol20.JPG
Source: Wikipedia.org/canol road
Kanada: Neu ist jetzt die Strecke von Ontario durch die großen Prärieprovinzen mit ihren endlosen Weizenfeldern bis nach Lethbridge, dann die #N95 über den Kootenay Pass nach Banff, dann Icefield Parkway nach Jasper, dann nach Ross River und von dort die South Canol Road zum McMillanpass. Endpunkt ist Dawson City. Wenn wirklich noch Zeit ist, auf dem Dempster Hwy nach Inuvit. Die Idee in Alaska einzureisen, mußte ich aufgrund von VWP aufgeben. Sonst hätte ich früh meinen Aufenthaltsrahmen in den USA verbraucht. Alles geht eben nicht. Von Dawson dann südlich über den Alaska Hwy und Cassair Hwy wie geplant nach Vancouver.
Letzter Ausreise Tag ist  jetzt der 19. September 2014. Falls noch Zeit bleibt, ein Besuch auf Vancouver Island.
Fotostream A.deLorenzo @ bikepacking.net
Ebenfalls endgültig verabschiedet habe ich mich von dem Plan entlang des MacKenzie River nach Norman Wells zu kommen. Das 25 km breite Moor vor Norman Wells scheint nach letzten Informationen nur als Winterroad befahrbar. Der Versuch mit dem schweren Rad solo der gesamten Ausrüstung den Canol Heritage Trail westwärts mit der Überquerung des Keele und Tvitya River ohne Floß und Support bewältigen zu wollen, ist einfach zu leichtsinnig. Eindrucksvolle Bilder bietet der atemberaubende Stream von A.de Lorenzo. Canolroad heritage trail  Bleibt aber vorerst ein Traum. 340 km Einsamkeit. Man muß auch noch einige Träume für die Zukunft aufsparen.

IMG_4935-Edit.jpg by skip.kuebel
Golden Gate Bridge Source: Skip Kuebel on flickr.com
USA: In den Staaten den Coast Highway nach Süden bis zum Redwood State NationalPark im Humboldt County. Von Crescent City nach Osten durch Lassen National Forest Richtung Donnerpass, Truckee, Carson City, Virginia City und Bonanza Ranch. Dann an der Ostgrenze des Yosemite NP entlang der Sierra Nevada, Highwy #395, zur verlassenen Goldminenstadt Bodie, Bishop, zum Manzanar Memorial Center und letztlich in kurzer Ausflug ins Deathvalley. Südlichster Punkt ist der Emigrant Campground im Deathvalley NationalPark. Ein kleiner Ausflug in den Seqouia NationalPark zu den 2000 Jahre alten Bäumen und dann über Ridgecrest an die Küste und den Coast Hwy entlang zurück nach Norden.
Für San Francisco ist das Hostel vom 27.11. bis 3.Dez. gebucht.
Ich wäre gerne länger in USA geblieben, aber deren restriktive Politik läßt im Moment einen entspannten Visaantrag nicht zu. Man muß sich nicht alles antun.

Waihi Beach Source: nzonline.org.z
Neu also Neuseeland: Nonstopflight von San Francisco. Ankunft in Auckland. Aufenthalt visafrei, max.3 Monate. Eine knapp 4 wöchige Rundtour um die Nordinsel.Von Auckland über Hamilton, Plymouth und Whanganui nach Taupo. Und Weihnachten direkt am Strand in Waiki Beach. Einmal erleben, wie das wohl ist; Weihnachten im Hochsommer.
Also kein Boxing Day in Sydney. [Boxing Day ist 2.Weihnachtstag und der Shoppingrausch schlechthin, mit den größen Rabatten und Umsätzen]


Sydney Sylvester 2013 Source:sydneynewyearseve.com
Letzte Station Australien: Ankunft in Sydney und Aufenthalt über Silvester. Letztes Jahr haben sie mehr als 7to über der Harbour Bridge und Opera in die Luft gefeuert, 
1,6 mio Zuschauer waren vor Ort. 2014 bin ich vielleicht dabei, obwohl ich mich ja in Menschenmassen eher unwohl fühle, aber in diesem Fall ist das etwas anderes, da will ich hin. Die meisten guten Hosts sind längst ausverkauft. Zu lange gewartet.   Sydneynewyearseve

Von Sydney dann in einem weiten Bogen über Newcastle-Glouchester-Tamworth-Bourke in den Outback, in die alte Minenstadt Broken Hill.
Von dort nach immer nach Süden nach Melbourne. Wenn Mensch und Maschine bis tatsächlich dort Mitte März angekommen sind, geht es mit Ellinor über Dubai zurück nach Deutschland.
Damit schließt sich der Kreis. So ist der Plan. Live your dream now....


Montag, 13. Januar 2014

Woman Solotour 2014 Looking for the Northernlight

suddenly appearing Northern lights at Reykjavik-Thingvellir road, Iceland, 2011
This story contents something about our journey to Iceland 2011 to disover the Northern-Light. This winter we have very heavy elektromagnistic action in the northern hemisphere. If you are interested, check out Auroraskystation webcam in Abisko in swedish Lappland. 

Was braucht man denn nun wirklich? Es ist anstrengend. Meine Gedanken schwanken zwischen dem wenigen Komfort und dem Überschreiten der Freigrenze des Transatlantikfluges. Zur Zeit liegt das Gesamtgewicht ich bei 52kg. Weniger geht eigentlich nicht.
Auf dem Weg ins Baltikum spielte das nie eine Rolle, wenn Bike neben einem 40 to steht, ist der limitierende Faktor die Rampe am Kai hochzukommen und zugegeben auf der Heimfahrt schieben wir meistens.

Während ich mir Gedanke mache, wie ich noch weniger mitnehmen kann, um auch nur annähernd in die Freigebäck kg-Grenze meiner Fluglinie zu kommen, ist Ellinor damit beschäfftigt ihre eigenen Reisevorbereitungen zu vervollständigen. Während Frank nach Westen fliegt, ist Ellinor einen Tag später auf dem Weg in den hohen Norden nach Salla. Und während wir hier immer noch den Winter erwarten, herrscht in am Salla Tunturi schon seit längerem wirklich Winter. Richtiger Winter.


icewindy Gulfossen, majestic waterfall
Zu unseren beeindruckendsten Reisen der letzten 10 Jahre zählt zweifelsohne unsere Flugreise im Spätwinter 2011 nach Island. Das Land war gerade der schweren Rezession und nachfolgender drohender Staatspleite entronnen und uns empfing eine freundliche, herzlich provinziell anmutende Stadt Reykjavik, Hauptstadt des Landes, mit 120.000 Einwohner halb so groß wie Lübeck. Island tut gut. Auch im Spätwinter.
Preislich ähnlich wie Deutschland, geht das Leben gefühlt viel ruhiger voran. Es wirkt entspannter; den Kontrast spürt man dann schnell, wenn man wieder in Kopenhagen landet.

Wir waren gekommen um das Polarlicht, Aurora Borealis, zu sehen und naiv wie wir waren, glaubten wir wirklich, es genügt eine spärlich beleuchtete Stelle am Fjordufer in der Nacht mit Kaffekanne unter dem Arm am Rande der Stadt. Weit gefehlt. Nach zwei  enttäuschenden Nächten überließen wir das dann doch den Profis und fuhren weit in die Nacht hinaus nach Thingvellir in den Nationalpark.
Nun muß man wissen, dass das Nordlicht als elektromagnetisches Phänomen plötzlich erscheint und das heißt warten, warten und nochmals warten.
 Also warteten wir wie alle Exkursionsteilnehmer über Stunden indem in völliger Dunkelheit liegendem NP.
Und es gab nicht viel zu tun, außer den Himmel an zustarren, aber nichts passierte, wie stark wir auch den Himmel nach etwas absuchten.

Während wir nach Abbruch der Nordlichtsuche in der Buskolonne heimwärts nach Reykjavik fuhren, kam plötzlich Unruhe in die Funkgespräche der Fahrer auf und 2 min später standen die 4 Reisebusse in the middle of nowhere; das Nordlicht lukte so eben über einen Gebirgszug. Was für ein überwältigendes Schauspiel. Bis zu den Knöcheln im Tiefschnee, 2:00 h morgens in der isländischen Pampas und eine sich ständig änderte blaugrüne Lichtformation am schwarzen Nachthimmel. Sie hatten ihr Wort gehalten: Exkursion mit Nordlichtgarantie.
Kartta sallatuntri.com
Dieses Jahr sind die elektromagnetischen Teilchenwirbel extrem stark. Ein besonderes Appetithäppchen ist die Webcam der Aurora Skystation nördlich von Abisko in Schwedisch Lappland Aurora Borealis, Abisko, Schweden

Und dieses Jahr wird alles noch besser (hoffentlich), deshalb muß Frau nochmal zurück zum Nordlicht.

Von Kopenhagen gehen täglich Flüge via Helsinki nach Kuusamo und von dort mit Bus nach Salla an den Polarkreis, nahe der russischen Grenze. Im Frühsommer 2011 besuchten wir die Region auf dem Weg durch Lappland zu den Lofoten. Die Hügel sahen kahl geschoren aus, die Saison war gerade erst vorbei. Wie überall in Lappland gehören nächtliche fellige Besucher in unmittelbarer Nähe zur Normalität.
Rentdeer at Salla Tunturi Camping during Midsommer nights

Salla Tunturi ist im Winter eines der beliebtesten Skiresorts, sowohl für Finnen, als auch für Russen. Zugegeben ein wenig abgelegen ist es schon, und sind auch nicht die österreichische Alpen, aber ebenfalls mit Schneegarantie, Hüttenzauber, Apres Ski, Sauna mit viel russischer Seele.              Skiresort Sallatunturi
 
Der Blick fällt aus dem Fenster, es hat angefangen zu schneien in Lübeck. Also nun doch.

Sonntag, 12. Januar 2014

Nandus in der Wintersonne

Last 70 days to go, cloudy winterday, partly sunshine in Luebeck, less than 5°C this sunday morning, 11:00 h, time for the second testdrive with the complete equipment. Going to the Ratzeburger Lake, runs better today, no need for new positioning. But after 2,5 hours outside, I began to asky myself, was it a really good idea/decision to start in Ontario at April?
In the 2000 on the westernshore of the lake, lots of formerly southamerican Nandus break free, immigrated to east side and now feel free and live wild, protected through the Washington wildlife conservation program.

Zugeben, Fehler einzugestehen, fällt ja immer nicht leicht. Aber ich muß nach der heutigen, zweiten  Erprobungsfahrt in der spärlichen Wintersonne gestehen, ich hab mich da wohl grandios verzockt.

Hat jemand die Wetternachrichten für GTA (GreatTorontoArea) und die großen Seen der letzten Tage gesehen? Ist kalt dort, echt jetzt. Zu Weihnachten hatten sie einen Blizzard mit Stromausfällen für 250.000 Menschen.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: die Taschen halten jetzt endlich, gibt kein Risiko mehr, eine plötzlich in die Speichen geratene Vordertasche bei einer Hochgeschwindigkeitabfahrt. Und geregnet hat es auch nicht.
Wir sind unsere Hausstrecke nach Utecht gefahren. Zu unserer Überraschung waren heute sehr viele Nandus in den Felder sehr nahe der Strasse nach Schattin zu sehen. Sie sind die wahre Hauptattraktion am nördlichen Ratzeburger See. Auswertige staunen, aber auch Einheimische halten an, um diese für unsere Region so fremdartig wirkenden Großvögel zu beobachten.

Es sind "Wessis" hier in Nordwest-Mecklenburg. Ursprünglich sind sie im Jahre 2000 aus ihrem Gehege auf der Westseite des Sees ausgebüchst und haben über den Grenzfluss Wakenitz gemacht.In den Osten. Inzwischen hat sich ihre Population je nach Quelle auf 80-120 Tiere erhöht. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nandus, vergleichbar mit den südafrikanischen Straußen sind in unserer Region bekannt, wir haben sie auch schon in den Feldern vor Palingen, gut 10 km nördlich gesehen, dazwischen liegt die A20 und eine Eisenbahnlinie.
Wie es so richtig mit ihnen weitergehen soll, weiß wohl keiner so genau; als Wildtiere sind sie durch das Washingtoner Artenschutzabkommen vor Jagd und Abschuß geschützt, und das, obwohl sie hier eigentlich artfremd sind. Und so haben einige Tiere ein beträchtliches Alter erreicht. Für weitere Informationen hier ein Link aus der  Welt.de/Nandus
Nach 2,5 Stunden sind wir wieder im Haus gewesen. Einmal komplett durchgefroren und dabei keine große Strecke 45 km, eben, mal kurz die Hausstrecke. Nach einer heißen Dusche war die Welt dann auch wieder in Ordnung.
Obwohl,
ich beginne mich langsam zu fragen, was mich wohl geritten hat, mich zu entschließen, meinen Tourstart auf April zu legen, um  durch die Prärie Provinzen bei diesem Wetter zu fahren.
Aber es hat sicher etwas damit zu tun, so früh wie möglich los zu wollen, um noch genug Zeit für die Rückfahrt von Dawson City/Yukon im Sommer, vor dem ersten Schnee, zu haben.

Samstag, 11. Januar 2014

All my bags are packed, I' am ready to go

Es geht voran,
area completly polluted, Livingroom family Ostertag
langsam aber doch Stück für Stück; im wahrsten Sinne des Wortes haben sich nun die meisten Sachen wieder angefunden und liegen auf dem großen Haufen im Wohnzimmer.
 Meine Ungeduld, 74 Tage vor Abfahrt, steigt. Die letzten Tage drehten sich um die Frage "wo war noch mal das Schlaufenschloss, hatte ich das in St.Petersburg dabei?" oder wo ist wohl die verdammte Fotobetriebsanleitung, war doch in Tschechien im Herbst dabei, wie Ellinor beschwört. Weg, verschlampt und untergepflügt. Die Vermisstenliste wurde länger und länger. In diesen Tagen war ich zwischendurch einem Neukauf nicht abgeneigt. Wie groß doch so ein Stadthaus sein kann.
Nun aber ist es annähernd vollbracht, und ich konnte diese herrlichen Nylon Gewebetüten (vulgo politcal incorrect: Polentaschen) füllen. Ein Jahr in zwei 2 Nylontaschen. Das ganze Frühjahr hatte ich nach ihnen gesucht. Auf dem  Viru Markt in Tallinn benutzen sie die Taschen, um die Strickwaren nach Marktschluß abtransportieren zu lassen. Pullover ja, Taschen allerdings schien es nirgendwo zu geben.


St.Petersburg Apraksin Dvor Strassenscene
In St. Petersburg gab die Hostelchefin dann den entscheidenden Tip. Auf dem Apraksin Dvor sollten wir schauen, diesem mitten im Herzen der Stadt gelegen Viertel, zwischen den verfallenen, abbruchreifen Häusern, einem Wirrwarr von Strassen und Gassen mit seinen kaukasischen Marktständen, würden wir sicher was finden. Unser Händler führte ein reichhaltiges Angebot im Souterrain, oberhalb seines Ladens war schon baulich geschlossen. Er kam aus Aserbeidschan, wie er stolz erzählte, und wir wurden uns schnell über die Größe und Preis einig. Hauptsache Bolschoi, einfach groß, müßten sie sein.

Schon oft wurde spekuliert, das der Apraksin Dvor als Filetstück an Immobilien Investoren verkauft wird. Die Pläne sind längst vorhanden, man würde die Händler vertreiben. Noch ist es zum Glück nicht der Fall, weil er das einmalige Erlebnis als Besuch des Kaukasus mitten in Europa bietet. Und dazu noch nahezu touristenfrei. Ein absoluter Höhepunkt für uns.
All my bags are packed....
Nun also gehen diese Taschen nach Kanada, und ich hab so meine Zweifel, ob sie durchhalten. Aber was anderes fiel mir nicht ein, um die vielen Einzeltaschen zu bewegen. Die gesamte Ausrüstung in diesen Taschen. Ellinor sagt ja immer wieder "kannst Du alles dort kaufen, mußt Du nicht mitnehmen", bestimmte Dinge müssen auf Grund der Fluges tatsächlich dort gekauft werden. Wie z.B. der Kocher, wegen der Explosionsgefahr. Den größten Teil will ich allerdings mitnehmen. Die befürchtete Freigrenze ist auch erreicht worden und trotz deutlichem Verzicht bringe ich schon jetzt 50kg auf die Waage. Aufregende Momente am Check-in und später am Zoll sind damit vorprogrammiert. Die Fotobeschreibung ist bisher nicht wieder aufgetaucht. Als Alternative steht zur Zeit damit nur wenig hilfreiche die finnische Version zur Verfügung.

Freitag, 3. Januar 2014

Happy new Year

Einmal im Jahr richtig krachen lassen.
Wenn auch leicht verspätet, hier noch einmal allen Bekannten, Freunden, und der Familie in nah und fern ein wunderschönes 2014. Mögen Eure Träume in Erfüllung gehen.
Wir hoffen Ihr seid alle gut hinübergerutscht und habt es nach Eurem Gusto mal so richtig krachen lassen.
Den Silvestertag selbst verbrachten wir mit einer Wanderung auf dem Priwall, der östlich von Travemünde gelegen Halbinsel, bis 1989 direktes Grenzgebiet, heute teilweise Naturschutzgebiet. Ein sonniger winterlicher Altjahrestag am endlos scheinenden Strand, der stark an die beiden letzten Jahre erinnerte, die wir in Kolberg /Kolobrzeg/Pommern in "unserem" Apartment im Olympia am Strand verbrachten. Ja, ein wenig Wehmut war an diesem Tag schon auf dem Priwall, und wir waren uns sicher, wieder zurück nach Kolberg und seinen einsamen Stränden zu kommen.
Viermastbark Passat

Den Abend verbrachten wir bei Freunden mit gemütlichem Abendessen, eher unspektakulär, im Lauenburgischen mit Soljanka, Berliner und Brilliant Höhenfeuerwerk.


Monte Priwallo Sylvester 2013 Blick nach Osten
Der frühe Neujahrs-Morgenspaziergang offenbahrte dann, dass unsere Nachbarn es, auch ohne uns, im Kiez  haben reichlich krachen lassen. Wieder mal Glück gehabt, keine Brandschäden, alles unversehrt, nur der Kater traumatisiert.
So dann 2014, noch 79 Tage, viel Zeit ist nun nicht mehr, jetzt wird es wirklich ernst; das Wohnzinmmer verwandelt sich langsam in einen Lagerplatz für Outdoorausrüstung. Ist einfach sonst kein Platz im Haus. Und Ellinor fragt nur kopfschüttelnd "wofür brauchst das denn nun wieder?". In Ihren Augen viel zu viel Getöns. Die Waage wird es richten und lichten. Bei uns ist immer noch milder Winter. In Nordamerika sieht das zur Zeit ganz anders. Da beschleicht einem die Angst, ob der Abreisezeitpunkt richtig gewählt ist. Schneesturm-ueber-new-york-boston-und-washington
Kolobrzeg/Kolberg/Pommern Blick nach Osten 2011/2012

Samstag, 28. Dezember 2013

Zurück nach 13 Jahren

 Quelle:Laup F (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)],wikipedia


Weihnachten 2013. Wir schenken uns nichts. Wie jedes Jahr. Natürlich! Und dann zaubert der jeweils andere plötzlich doch etwas aus dem Hut. Hmm, ja, so steht man dann da, und die Liebste von allen kommt mit einem Paket durch die Tür.    
Boxing Day 2013.
Die Überraschung ist vollständig auf ihrer Seite.
Wir fahren im Ende Januar in die Stadt meiner Kindheit. Nach Wilhelmshaven.
Mit 3 Jahren übersiedelten die Eltern von Eutin in Schleswig-Holstein in die Marinestadt am Jadebusen. Hier verbrachte ich meine Schulzeit, meine Ausbildung, meine Jugend. Irgenwann wurde die Stadt zu klein und ich mußte raus. Wie für viele andere auch. Die Jugend zog schon damals weg.1984. Es gab damals schon einfach zu wenig Perspektiven. Und noch weniger Träume. Die lagen 250km weiter ostwärts, in Hamburg. So zog ich mit 18 Jahren nach Hamburg.

Während meines ersten Lebens bin ich mit meinen Kindern und deren Mutter öfter zurückgekehrt. Nach der Trennung und dem Tod meiner Großeltern bin ich nur zweimal da gewesen.
Letzlich stelle ich heute fest, in den Wirren um 1995 ist viel mehr zu Grabe getragen worden, als nur mein Lebensentwurf von Familie mit Kindern in Ahrensbök. Es hat einen nie wieder zu reparierenden, zunächst unsichtbaren, Schaden gegeben, der mich mit der bis dahin bestehenden familiären Vergangenheit entzweit hat.
Die Jugend im streng autoritären  Elternhaus, die Flucht nach Hamburg in den Zivildienst, gegen die vorherrschenden Ideen der Familie, das Scheitern der Ehe, und letztlich die von den Eltern strategisch betriebene Kontaktaufnahme zur Ex ("wir wollen doch nur die Enkelkinder sehen"(...), all das hat den untergründigen Twist 1999 dann fulminant durchbrechen lassen.
Familiäres Blut sei dicker als Wasser, so sagt man gemeinhin, ich hab's nicht kennengelernt. Es waren viele Enttäuschungen da, die mir einen dicken Pelz haben wachsen lassen. Sie waren schlichtweg nicht da, als ich sie dringend brauchte. Das Haus bauten wir alleine ohne familiäre Unterstützung. Und so entfremdete sich auch die Stadt ebenfalls in mir.
Und doch,
an manchen Tagen, wenn ich wie durch einen merkwürdigen Zufall Fotos von Gerd von Wilhelmshaven bekomme, dann berührt es mich. Ohne Zweifel, es gibt schönere Städte. Ich selbst werde oft um die Wahlheimat, Lübeck, beneidet. Wir wohnen im vielleicht schönsten Quartier der Stadt Lübecks.

Ich bin in Wilhelmshaven-Südstadt aufgewachsen. Der Gründungszelle der Stadt, umsäumt von ehemaligen Militäranlagen, Kasernen, Bunkern, und vielen Brachen. Ich kannte viele Bunker von innen. Die Kasernen in der Jachmannstrasse; 100% Abenteuerspielplatz in unserem Kiez rund die Kaiser Wilhelm Brücke und die Südzentrale. Wilhelmshaven Südzentrale Meine Eltern haben von unseren Exkursionen nichts wissen dürfen. Heute gibt es im www Vereine, die sich der Bunkererforschung in der Stadt professionell verschrieben haben.

Zu meiner Schulzeit hatte Wilhelmshaven 100.000 Einwohner, jetzt kalkulieren sie mittelfristig mit 75.000. Die Stadt ist im Niedergang. Meine Grundschule verrammelt, die Helene-Lange-Realschule aufgelöst. Die Südstadt vegetiert heute vor sich hin, allein, an den Premium Hafengrundstücken, meiner Kindheitsbrachen, entstanden Luxuswohnungen mit Meeresblick. Schöner Wohnen am Meer.
Und doch es hat mich nie losgelassen, wenn Kollegen aus Wilhelmshaven angefangen haben, habe ich heiße Ohren bekommen. Ich habe wahrscheinlich insgeheim immer nach einem Vorwand gesucht zurück zu kommen.
Jetzt ist es soweit.  Fotos folgen

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Preikestolen und Kjeragbolten, der eingeklemmte Stein

Designer: Ulamm, 2008 www.maps-for-free.com
  
Sörlandet, [norw., das Südland]. Schuld hat eigentlich der Pastor unserer Trauungskirche in Andenes. Durch unsere Berufe machte Erik unbewußt Werbung für eine Arbeitsaufnahme in Norwegen. Die Krankenstation in Andenes war gerade mal wieder verwaist, und er machte einfach spontan den Vorschlag dort anzuheuern. Das nächste Krankenhaus in Sortland ist über 
100 km entfernt und über Telemetrie Medizin mit Krankenstation verbunden. Zu weit für eine Fahrt mit dem Auto im Hochwinter und der Hubschrauber braucht gut 1h, in jedem Fall zu spät für einen ehrlichen Herzinfarkt.

Es reifte in uns der Plan, und 2008 hatten wir ernsthaft überlegt nach Norwegen auszuwandern. Wir hatten uns überlegt in Tromsö leben zu wollen, der Stadt am Polarkreis, träumten vom 20 Fuß Seecontainer, der alle Habseligkeiten fassen würde.
Bekanntermaßen wurde nichts draus nichts, und wir beschränkten uns danach weiterhin darauf, in Norwegen nur Urlaub zu machen, der aufgrund der seit 2008 einsetzenden Teilzeit auch zeitlich möglich war.

Im Jahre 2010 wollten wir es dann doch noch einmal wissen und besuchten Sörlandet und die Region Stavanger mit der Vorstellung, vielleicht doch noch dort arbeiten zu können. Stavanger ist eine der 4 norwegischen Städte mit Universitätsklinika. Die Ölhafenstadt am äußersten südwestlichsten Zipfel des Landes ist mit ihrer Altstadt und den restaurierten weißen Holzhäusern ein fester Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Bergen in Westnorwegen. Ein unglaublicher Kontrast ist der Anblick dieser riesigen Touristfabriken mit ihren mehr als 4000 Bewohnern, die die pitoreske Altstadt zu überschwemmen drohen und in die kleine Domkirche drängen.

In unmittelbarer Nähe zu Stavanger, ungefähr eine Stunde entfernt, liegen zwei der Top10 Sehenswürdigkeiten Fjordnorwegens. Nachdem ich mit Tom 1996 nach 6 Stunden im schweren Regen am Preikestolen, Preikestolen 360*, der Kanzel, vorbei gefahren bin, war der Besuch im Frühsommer nun Pflicht. Im Lysefjord befindet sich ebenfalls, 40 km weiter fjordaufwärts, ein weiteres Highlight, der KjeragBolten, ein ca. 5 qm schwerer Granit, eingeklemmt zwischen zwei Felsen, gut 1000 m frei über dem Meer. Kjeragbolten 360*
                 Auch 5 Jahre später überkommt mich, der ich eigentlich nicht auf Leitern steige, in Gedanken an das geplante Fototshooting bei der Besteigung und dem Rückweg vom Kjerag eine Gänsehaut. Ansonsten bleibt er ein absolutes "Muss"  für Leute, die den Thrill lieben, 1000 m über dem Meer,ohne irgendeine Sicherung, frei zu stehen.