tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Dienstag, 9. Dezember 2014

LA-Downtown

zwei schwere Grossbrände in den letzten 24h
Mo.,8.12.
Hinein in den Moloch
Die letzte Woche bricht an. Am Sonntag geht es zurück in meine Welt. Fuer Melancholie ist an diesem Morgen noch nicht richtig Platz, denn es steht eine aufregende Woche an. LA Downtown. Wie ein Omen hat Neal gestern auf dem Weg zurück nach Pacific Palisades beim Anblick des riesigen Verkehrs über das Problem gesprochen, was passiert, wenn einer der grossen Major Highways gesperrt wird. Wenn Obama in LA ist, sperren sie 3 Highways als Möglichkeit für in Frage kommende Fahrstrecken und dann bricht hier alles zusammen.
all the way down

An diesem Morgen kann man am üdimensionalen Flachbildschirm der Familie sehen, was passiert, wenn irgendetwas einen oder mehrere Highways blockiert.

 In der Nacht hat es ein Grossfeuer in unmittelbarer Nähe zum 101er gegeben. Der 101er ist nun teilweise gesperrt, ebenso der 110er und die Hubschrauber Kamera zeigt schön einen enormen kilometerlangen Stau über mehrere Spuren.
Yeah, alle reden vom Klimawandel, hier arbeiten wir feste dran.

Es war nicht die einzige Hiobs-botschaft, in Compton, einem der vielen Stadtteile in diesem Moloch, haben sie wieder einen Schwarzen erschossen. Weisse Polizisten. Stay out of Compton!... 
Dabei wird auf die Umstände im Moment gar nicht so wie Wert gelegt. Er war schwarz und die Polizisten sind meist weiss. Dabei ist es sicher (noch)nicht die Mehrheit der Bevölkerung, die sich unverstanden fühlt, aber es ist ein nicht zu übersehender Anteil der meist schlecht ausgebildeten Menschen in diesem Land.
Die Proteste haben inzwischen weite Teile des Landes erreicht. Jedesmal wenn ein Schwarzer stirbt. So wie Eric Garner, ein schwarzer New Yorker, der bereits im July beim Verkauf illegaler Zigaretten von vier Polizisten so zu Boden gebracht wurde und dann trotz seiner Ausrufe I can't breathe so am Atmen behindert wurde,  das er verstarb. Auch sein Fall zur Zeit nur ein weiteres Mosaiksteinchen.

Es gibt ein Augenzeugen Video auf Youtube, bei dem man sich als Europär fragt, ob es bei der Festnahme eines unbewaffneten Mitbuergers keine andere Möglichkeit gab. Den Polizisten war moeglicherweise seine schwere asthmatische COLD nicht bekannt. Es ist inzwischen ein Slogan geworden. Basketballspieler tragen ihn auf ihrem Shirt. Gestern Nacht gab es auch Ausschreitungen in LA Downtown. Noch ist fraglich, ob der Grossbrand am 101er eine direkte Folge der Riots ist.

Neal sieht das alles gelassen, da wo du bist, besteht solange genug business people da sind, überhaupt keine Gefahr, aber räumt er ein, in Skid Row, also dem Bezirk, der genau an 640Mainstreet grenzt, kann es durchaus sein, das man am hellen Tag ausgeraubt wird.
Blick in das Foyer des Stay on Main

Gibt man Skid Row bei Google ein, erhält man durchaus unschöne Nogo Area Hinweise.
Chinese methodist Church, Chinatorn LA

Also alles Indizien, um die Anreise nach LA komplett erwartungsfrei zu gestalten.
Neal war gegen die Pico, nimm den Venice Blvd, der hat eine durchgehende Radspur. Letztlich kann man sich für mehr als 8 Alternativen entscheiden, die mehr oder weniger parallel von Santa Monica nach LA Downtown führen.

Zurück zum Tagesablauf
Um 09:00h verlasse ich die Goldsteins.

Es ist ein Abschied für immer, es hat mir gut gefallen. Die Strasse hinunter, aber heute erreiche ich persönliche Bestzeit; schon nach 300m ist der Hinterreifen platt. Yeah, was für ein Start!
Ich entscheide mich trotz der Zeit für einen Kaffee an meiner 76er Tankstelle und überlege angestrengt, ob ich trotz des nun schweren Fahrrades kurz zu Malky und seinen homeless people an den Topanga Strand fahren soll. Ich will ihm ehrlich Adieu sagen. Nach einer Weile am Strassenrand des PCH entscheide ich mich dagegen, wer weiss, was heute noch passiert.

Die Bike Box ist noch zu besprechen, dann geht es los immer Venice Boulevard, nichts weiter als all the way down, all the way down, wie sie so gerne sagen.
Es ist eine lange Strecke durch das Outback, nach einer Stunde erreiche ich Culver City, nach einer weiteren Stunde Korea Town. Mehr als 40km nichtssagende Stadt sind zu durchqueren.
homeless auf dem Bürgersteig north Main street
Gegen 12:30 erreiche ich Mainstreet LA, jetzt das Hostel. Durchquerung des Fashion District. Soweit das Auge blickt Bekleidungsläden jeder Grösse, Taschen, Schmuck und Parfums. Es ist ein alter Bezirk dieser Stadt im ehemaligen Industrieareal, vereinzelt tauchen alte Industriebauten auf.

In der mittleren Mainstreet wird es nun architektonisch interessanter. Viele Hochhäuser aus den 1910er Jahren befinden sich in der Strasse, alte ehrwürdige Hotels mit verblassten Lettern, so wie ich sie in Vancouver DTES gesehen habe.
 Das Oroheum in LA
Natürlich fahre ich zunächst dran vorbei. Konnte nicht glauben, das dieser anmächtige Bau nun mein Hostel ist. Oh, ne, bei 520 Mainstreet, fällt mir auf, das ich zu weit bin und dann stehe ich 10Minuten später vor dem uralten Hotel Cecil. Es muss einmal eine glanzvolle Zeit gehabt haben, nun hängt ein profanes Schild am grossen Eingang. Draussen aber steht doch noch ein Portier, Hey Sir, is this 640 Main street? das Gebaeude schüchtert zugegebener Maßen etwas ein, ich bin für das Hostel gebucht, nicht aber für das ebenfalls im Gebäude residierende Hotel.

Montag, 8. Dezember 2014

Santa Monica-Pacific Palisades Summit

So.,7.12.
Rückreiseverkehr
Zurück an der Küste.
Neal erscheint viel früher als erwartet im Hostel und so sind wir bereits vor 12:00h auf dem Highway. Beide treibt die Sorge vor zuviel Rueckreiseverkehr spaeter im Grossraum LA an.
Ich sitze nun hinten und habe Zeit zum Schreiben; in diesen Tagen komme ich mit dem Hochladen der Bilder nicht hinterher. Entweder ist die wifi Verbindung marginal oder es gibt sonstige Stoerungen.
Die Fahrt fuehrt erneut durch den Mojave Wueste, bei dem heutigen guten Wetter ist die Sicht auf die leere, weite Steppe noch grandioser. An der Grenze zu Californien sind diesmal die drei Hauptspiegel des Solarsystems gut zu sehen. Hunderte von Kollektoren sind in den drei Arealen so angeordnet, das sie die eingefangene Energie auf einen turmaehnlichen Zentralspiegel leiten.

Als oekonomischer Kollateralschaden muss erwaehnt werden, das es mit Betrieb dieser gewaltigen Anlagen zu einem grossen Vogelsterben gekommen ist.
Da die Goldsteins ihren Wagen von der roten Erde der The Wave befreien muessen, ist eine Pause bei Costco in Viktorville vorgesehen. Costco betreibt hier eine mir bisher unbekannte Drive-in Autowaschanlage. Man bleibt sitzen und das Auto wird ueber ein Förderband durch die Anlage geschleust. Vorsorglich weisen Schilder daraufhin, bei offenen Pickups, den Laderaum freizuraeumen.

Danach ist Zeit fuer einen kurzen Besuch im Laden selbst mit dem obligatorischen HotDog. Das sympatische an den Goldsteins ist neben ihrer Leidenschaft fuer Football und der Mannschaft aus Miami, das, obwohl Neal als Anwalt es eigentlich nicht noetig haette, sich geduldig in die riesige Schlange fuer die 1,50$ teure Wurst anstellt und fuer das Normalste der Welt haelt.
Gegen 16:00h passieren wir LA Downtown. Es herrscht um diese Zeit ein Verkehr wie am Freitagnachmittag rund um Hamburg. Cyntia nennt das Holliday Shopping. Die Menschen setzen sich in ihr Auto und fahren in die Peripherie zum shoppen. Im Grunde nicht anders als bei uns, nur das der Highway mindestens doppelt so breit wie die A1 und dreimal so voll.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Las Vegas-Jagdtag

Die Buehne frei fuer alle-Eindruck ist manchmal  alles
Sa.,6.12.
Super Pawn
Noch gilt die 24h Busfahrkarte und die Zeit gilt es zu nutzen. Heute ist Jagdtag, Las Vegas off the beaten path, Weihnachtsgeschenke besorgen; da ich früher als geplant wieder in Deutschland bin, komme ich anders als erwartet nicht um diesen Job herum. Die Jagd nach den hidden treasures beginnt um 09:30h, wird aber bereits nach 10 Minuten wieder gestoppt. Da wo gestern noch Busse fuhren, stehen nun Hunderte Santa Clausis. Oh ne, was nun wieder für ein Marketinggag.

Aber auf Nachfrage, wann wieder mit Busverkehr zu rechnen ist, sagt der Officer freundlich, für Stunden alles umgeleitet, wegen dem Las Vegas Santa Claus Run. Letztes Jahr konnten sie mehr als 11000! Santas zum Laufen bewegen.Santa Claus Run

Nach längerem Suchen mit dem Deuce auf den Strip und dann zu Fuß das kurze Stück die Flamingo hinaus zum Maryland Pkwy. Jeder Amerikaner würde den Kopf schütteln, was willste als Tourist ausgerechnet dort? Dort beginnt die Jagd an diesem Tag. Super Pawn.

Das Stratosphere bei Nacht, hier begiint der Strip
Ich denke an Gordon, der mir eine wunderschöne Reiseempfehlung geschrieben hat, mach' was Du willst, aber Du mußt zum Grand Canyon. Gute 500km ist dieser von hier entfernt, für Amerikaner ein klacks und nun stehe ich hier in der Pampas gute 5km vom Lichterglanz entfernt. Ich aber will das andere Amerika genauso sehen, der Grand Canyon ist was für eine Reise mit Ellinor.

Zwar hätte es sogar eine Möglichkeit gegeben Gray line tours bietet die Strecke für 175$ an, aber der Preis schien mir zu hoch für einen Tagesausflug.Grayline Grand Canyon
Vielleicht ist das auch wieder eine schwere Unterlassungsünde.

Zunächst merke ich bald, das die Strecke heute Morgen wieder nicht enden wird. Anstatt auf einen Bus zu warten das Stück kurz laufen, ist eine unschlaue Idee, die nach 3Tagen zu Fuß in Las Vegas unterwegs einfach schmerzt. Ich lerne das nicht mehr. Amerika ist für Autos gemacht, vielleicht wie in Palo Alto eventuell auch für Fahrräder, aber keinesfalls für Fußgänger.
Dr. Jon's Herat Attack Grill







Der Super Pawn liegt in einem typischen Wohngebiet.
Es herrscht Gedränge, vier Schalter sind offen, es gibt einen Schlangenkiller. Wie schon erwähnt, ich liebe diese Art der Läden, das Angebot ist bei Super Pawn deutlich über Gold und Schmuck erweitert. Mehrere Art Lutherie Pickupsgitarren hängen an der Wand, der Preis ist schier unglaublich. Irgendein finanznötiges armes Schwein hat seine besten Stücke gegeben. Oh, warum kann Nevada nur keine Landesgrenze zu Deutschland haben. 200$ für Art Lutherie, Fender, Ibanez&Co.
Aber es gibt eben mit Glück auch alles andere, Von Studioausstattung bis Werkstatt. Und natürlich Schmuck und Geschmeide.
Zurück nehme ich den Bus, sonst bleibt das wirklich bei einem Store. Über den Strip hinüber einmal über die Interstate 15 in die Flamingo west. Der nächste Super Pawn ist ein Flop, also wir zurück zum Bus. Wenn man die Googlekarte bemüht, bekommt man über 50Treffer was Pawnshops angeht.
Der Bus ist weg und ich beginne die Decatur hoch zu laufen. Was auf Karten klein aussieht, entpuppt sich in real als mindestens 3Spuren/Richtung+Center lane. Und es herrscht lebhafter Verkehr.
Irgendwann ist der Weg zu lang, zu schmerzhaft.
Der Bus bringt mich zum Sahara Blvd. In diesem Super Pawn machen sie einen Fehler der Folgen haben wird. Ich entdecke eine uralte Kiste, völlig abgegriffen, was ist da für ein Instrument drin? Die Kiste lässt sich zunächst nicht öffnen. Das Label gibt den Hinweis auf eine Klarinette an. Keine weiteren Angaben, aber die Verkäuferin sagt, der Preis beträgt 119$, aber sie können sie für 60$ haben, was für ein Fehler? Sie gestehen freiwillig, das alles verhandelbar ist.
I can't breathe
Mit Gewalt läßt sich der Koffer öffnen und ich erblicke das rustikale Stück, es ist keine Gravur zu erkennen, das Instrument ist oft gespielt worden. Was aber viel wichtiger ist, hat mir Rod in Gibsons beigebracht. der Kork der die einzelnen Tuben mit einander verbindet ist angegriffen. Rod sprach von einem Wurm, der den Kork zerstört und ihn zu erneuern ist eine teure Angelegenheit.

Mit dem SX, dem Sahara Express zurück auf den Strip. Die Strecke hat zwei Haltestellen, nachgemessene 1,9 Meilen, ich bin froh das ich den Bus genommen habe.
Der letzte Super Pawn Shop ist direkt an der Main street. Und dort steht es im Regal. Wunderschön. Preis: viel zu hoch. Nun gilt es das Gelernte anzuwenden. Hört mal, ich will das Ding da, aber der Preis muß runter, nein, ich meine wirklich runter.
Vielleicht versteht ihr mich nicht richtig. Nach einer Weile verstehen sie, das es mir ernst ist und wir kommen uns näher, jetzt noch die Tax weg, geht doch. Handschlag und fix.

Während wir die Formalitäten abklären werde ich Zeuge einer tragikomischen Szene.

Eine mexikanische Familie mit Kindern versucht in spanisch und englisch gleichzeitig den Verkäufer zu überzeugen, das ihr Dahli der Echte ist und kein Druck. In einem Holzrahmen halten sie den El Cid hoch und beschwören den Verkäufer, ihrer wäre nun mal echt, alle anderen wären Drucke.
El Cid, natürlich der echte

Es sind die Schattenseiten des Gewerbes. Sie verlassen wütend, unverstanden das Pfandhaus, während der zurückbleibende Verkäufer amüsiert ist. Da wollen Leute ihren vermeintlich letzten Wert verscherbeln und der amerikanische Verkäufer sagt nur, jeden Tag kommen hier Leute mit El Cid und ihr seid die nächsten.

Ich brauche Bedenkzeit und will Essen gehen, heute ist Steaktag satt bei Boyds. 16$ inklusive Getränke, Sushi und Eis. Vier Abende Kampf am Buffet hinterlassen auch Spuren. Ich habe gelebt wie ein König in Las Vegas, obwohl die wahren Könige drei Nummern über mir dinieren.

Samstag, 6. Dezember 2014

Las Vegas-First Friday

Fr.,5.12.
Die zwei Gesichter der Stadt
Es gibt weiterhin keine Trinkgefäße am Morgen, abgesehen von der Blumenvase, die nun, weil jemand wohl ein upgrade vornehmen konnte, verwaist im Regal steht. Es bleiben nur noch rote Plastik Dessertschalen. Geht auch, man darf sich nur nicht so anstellen.
Ich lasse die Pancakes ausfallen und mache mich auf zu dem von Matt gestern Abend beschrieben Laden. less than 2Miles, nur in die Stewart und dann immer die Strasse entlang!

Unterwegs treffe ich Viktor, der aus Mexico City zu Besuch ist. Was? Wo willst Du hin, das ist viel weiter. Du mußt den Bus nehmen, aber Matt hatte doch gestern von...Vergiss es, nimm' den Bus. Blöd ist bloß, das es anscheinend einen unangekündigten Busfahrer Streik gibt, so gebe ich nach 20min auf und mache mich auf den Rückweg. Kein Store, keine Geschenke.

Ich komme in die South Charleston und erblicke vor mir einen riesigen Super Pawn store. Na bittte, hat sich doch gelohnt ins Outback zu rennen, am Eingang begrüßt, hey sag mal, wo ist eigentlich deas große Shoppingcenter? Also, von hier mindestens 5Mi! Ne! Doch!
Im Pawnstore herrscht Hochbetrieb. Das hier sind keine Spieler, die die Uhr der Frau kurzfristig verleihen. Hier sind Jäger und Gesagte gleichermaßen anwesend, vorallem aber Leute in Not. Da wird auch die gebrauchte Kreissäge über den Ladentisch gehoben und zu Geld gemacht. Das Auge des hiddeen-treasures-Jäger wird feucht.
Kaum bin ich im Laden, kommt der Chef auf mich zu, bleiben sie noch bis 11:00h? Ne, eigentlich nicht, warum? Ja wenn sie bleiben würden, könnten sie einen Flach TV für 20$ kaufen. Der Preis für Flachbildschirme scheint zur Zeit gefallen zu sein.  Wie schade, können sie die 20$Nummer nicht auch auf andere Artikel ausweiten?

Die Charleston ist eine der Hauptmagistralen der Stadt. Hier kaufen keine Touristen, ist Ottonormal Las Vegas zu Hause und der spricht oft eher spanisch.

Freitag, 5. Dezember 2014

Las Vegas-The Venetian

Do.,4.12.
Der singende Gondoliere
Ich brauche eigentlich keinen Luxus. Ich kann (fast)überall schlafen; so sehr ich Luxus bisweilen auch genießen kann, was soll ich in einer Stadt wie Las Vegas mit 250HBO TV Programmen auf einem Mutanten Flatscreen.
Die amerikanische Sicht des Companile di San Marco

Die Restaurantchefs überlebensgroß
Wenn es aber etwas gibt, das Zero Tolerance hat, dann das Fehlen einer Kaffeetasse in einem Motel. Um 07:00h gibt es zwar frischen Labber Kaffee, aber nicht eine einzige Tasse, in der sonst gut bestückten Küche. Es steht ein frischer Pott mit Pancake Teig und eine Panne angerichtet auf dem Herd, daneben die Instruktion, Pfannkuchen für Doofe.

Aber es gibt keine Tasse. Fuck! Mein Nachbar trinkt aus der Porzellan Blumenvase, für mich bleibt eine Sake Tasse. Das muß sich ändern.
Das Wetter ist unangenehm herbstlich, es gibt anhaltenden Nieselregen.so mache ich mich zunächst auf zum shoppen. Neal hat geschrieben, das Wetter ist nicht gut bei ihm, es klingt, wie vorzeitiger Abbruch. Also will ich erst später auf den Strip und auf weitere Informationen von ihm warten.

Der Morgen wäre für die meisten sicher belanglos, ich entdecke einen Savers Store, die amerikanische Variante der großartigen Value Village Stores in Canada. Und ich finde endlich ein geiles Canada Shirt. 1,98$. Yeah. Ich liebe Second Kleidermärkte. Der Markt steht an der Charleston. Die Läden hier haben nichts mit der Glückspielindustrie zu tun, Viele 0,99$stores, Thriftys, Pawn und Loan shop. Kreditbetriebe, die in spanisch und englisch Lohnvorschuß offerieren. Wenn sich die Art der Läden häufen, sagt das viel über das Einkommen ihrer Bewohner aus. In diese Gegend kommen normaler Weise keine Touristen. Es ist tiefes Outback, keine 500m abseits des Las Vegas Blvd.

Wäre nicht das Glückspiel hier, würde der Glanz über dieser Stadt sschnell erloschen sein.
Nach 4Stunden haben sie es in dem Hostel nicht geschafft eine Tasse aufzutreiben. Wahrscheinlich haben die wenigen Gäste die ebenso wenigen Tassen gebunkert.
Auf dem Weg zu den Spieltischen
Wer seine Tasse abgibt, wird so schnell keine neue mehr bekommen.
Das Skype kommt nicht recht zu Stande.
Säulengänge im Haupteingang
 Nach 30min quälerischen Minuten habe ich die Faxen dicke. Das meistgebrauchte Wort in diesem Jahr ist Hallo? meist gepaart mit bist Du noch da...?
Und dann verhöhnt mich Skype jedesmal, bitte bewerten Sie die Qualität. Saubande!

Der neue Plan sieht vor mit dem Bus anzureisen, 8$ für 24h, und um 13:00h geht's los.
Das Ding braucht Zeit und ich frage mich, ob ein Fußweg schneller wäre, Busfahren ist hier nichts für Ungeduldige. Ausstieg The Venetian. Das Haus ist verbunden mit The Palazzo und der Name ist hier Programm. Die architektonische Nähe zum Dogenpalast und zum Campanile di San Marco ist gewollt. So ist die gesamten Aussenfront ein Imitat venezianischer Bauten. Es gibt eine Bogenbrücke, Palastfronten, echte venezianische Gondeln, die in einem Kanal vor dem Gebäude dümpeln und eben den Campanile. Verkehrsumtost.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Las Vegas-Mojave Wüste

Mi.,3.12.
200km (fast)Nichts
Der heute Tag besteht aus zwei getrennten Teilen, der Anreise und der Ankunft in der Stadt des Glückspiels.

Neal hatte schon am Vorabend zur frühen Abfahrt gedrängt, er wollte um jeden Preis dem massiven Verkehrsaufkommen auf den Highways entgehen. Früher Abfahrtstermin, gerne gegen 05:30h.

Heute war Mr. Goldstein's großer Tag.
Auf seiner Buckinglist steht seit langem ein Besuch von The Wave. Im Norden Arizonas an der Grenze zu Utah liegt die im Jura entstandene Sandsteinformation von aussergewöhnlicher Schönheint und gleichzeitiger höchster Empfindlichkeit, so das die Parkbehörden nur max.20 Besucher täglich in The Wave hineinlassen.

Der Besuch gleicht so einer Lotterie, als möglicher Besucher gibt man 3 mögliche Besuchstage an und wenn man, wie im Falle der Familie Goldstein nach Monaten der 4. Dezember  ausgelost wird, hat man zu gehen. Nach diesen zwei Tagen Regen ist mit Dirtroads zu rechnen, so hat Neal versorglich Bretter und Outdoorutensilien eingepackt.
The wave, wikpedia.org

Cyntia hat mir gestern die Anreise-Skizze gezeigt. Es gibt keine Wegweiser, die Behörden versenden ein Faltblatt mit Fotos markanter Wegpunkte nach denen sich der Wanderer richten sollte. Neal sprach davon, das es nicht selten vorkommt, das sich Leute einfach verlaufen. Die Fahrt dahin wird für die beiden mehr als 10h Highwayfahrt bedeuten, er wird an Las Vegas durch die Mojave Wüste führen, das ist der Grund und das ich diese einmalige Einladung erhalten habe.

Der Chef hat es wahrlich eilig heute, es bedauerlicher Weise fast keine Zeit den Kaffee zu Ende zu trinken.
Es hat wieder starker Regen eingesetzt als sich das Toyota in Bewegung setzt. Schnell erreichen wir mit 65mi/h die max. Reisegeschwindigkeit, die Fahrt verläuft in östlicher Richtung in Richtung San Benardino. Obwohl je Fahrtrichtung teilweise mehr als 5Spuren zur Verfügung stehen, herrscht schon um 06:00h ein Verkehr wie im Ruhrgebiet am Freitagnachmittag. Es ist unglaublich, die fahren auf dieser regennassen Strasse alle volles Risiko. Trucks, rechts wie links, wir bisweilen mittendurch. Auf der Gegenseite Richtung LA stockt der Verkehr auf allen Spuren bereits. Kurz vor 08:00h ein Tankstop mit Motel im Outback. Motels kosten zum Teil nur 39$ die Nacht.

Es werden die meisten gesehen haben, die Lichtzelle der Lumix hat den letzten Sturz nicht überlebt. Die Krümel und Flecken auf den Bildern sind nicht auf dem Objetiv, sondern auf der zerbröselten Lichtzelle.
Ich wollte die Kamera für die letzten Tage nicht mehr ersetzen, warum auch, Not und Elend in LA hätte ich auch so in Bild bannen können.

Das rächt sich jetzt, denn wir durchqueren jetzt die Mojave Wüste Wikipedia.org Mojave-Wüste auf dem Weg nach Osten in Richtung Nevada. Es sind Bilder von unglaublicher Schönheit, aber auch gleichzeitig nicht enden wollender Weite, Leere und Einsamkeit, die für 200km die Eindrücke prägen werden. Für die nächsten  2 Stunden wird es höchstens einsame Farmen mitten im Nichts geben, Kakteen sind zu sehen, verlassene Gebäude, ausgebrannte Scheunen. Leere bestimmt das Bild. Dabei zählt Californien zu den dicht besiedeltsten Staaten der USA. Jeder 8. Einwohner lebt in an der Westküste. Der Highway überquert zwei Höhenzüge mit mehr als 4000ft. Zwischenzeitlich ist die Strasse absolut trocken.
Auf der Abfahrt zur Grenze Nevada's stehen riesige Photovoltaik Anlagen, Solarkraftwerk Ivanpah die aber ausgerechnet an diesem Tag im Nebel der Bergrückenseite verborgen bleiben. Da das Glückspiel in Nevada leichter betrieben werden, als in Californien, befindet sich direkt an der Grenze die Kunststadt Primm, knapp 1300 Einwohner, ein Casino und die dazugehörigen Begleitbetriebe und vorallem eine Mutanten Achterbahn prägen die Eindrücke vom Highway, knapp 40Mi vor Las Vegas. 
Bis kurz vor Las Vegas ändert sich die Landschaft nicht. Es bleibt nahezu unbewohnt.
Dann kommt die Hauptstadt des Glückspiels in Sicht. Mitten im Nichts erheben sich auf weiter leerer Fläche Hochhäuser, wir erreichen den Sunset strip. 

Neal will die Chance nutzen mit seiner Schwägerin, die in Las Vegas lebt, zu frühstücken und sie finden ein Restaurant in unmittelbarer Nähe zu meinem Hostel. Das Eat. Das Frühstück ist ein Flop, kein Vergleich zu dem, was es im Truckerrestaurant in Prince George gab und sie kommen nicht mal auf die Idee zu frgaen, ob noch Kaffee gewünscht wird. Eines ist klar, morgen wird es besser, deutlich besser. Euer Trinkgeld habt ihr Euch nicht mit Service verdient.Neal bringt mich bis vor das Hostel und natürlich ist es nicht die erste Adresse in Las Vegas.

Es liegt in der Fremont, einem alten Teil der Vergnügungsstadt, viele Motels stammen aus den 60er Jahren, die Bausubstanz ist rott, viele Motels sind von Zäunen umgeben, unverkennbar, das Hostel liegt in einem Snaierungsgebiet. Yeah, wieder mal Holzklasse.
Mich stört das nicht allzu sehr. Die Zimmer sind alt, aber sauber, es gibt eine saubere, große Küche und im Preis ist auch noch Frühstück, mehr geht für den Preis eigentlich nicht. So verabschiede ich mich bald, bis Sonntag um 13:00h, 4 Tage in der Stadt des Geldes liegen vor mir. na dann.

Santa Monica-Regentag in der LA Central Library

Di.,2.12.
When I got lost
Der angekündigte Regen beginnt um 4:20h am frühen Morgen. Um 10:00h hat sich noch nichts geändert. Es regnet nach wie vor junge Hunde. Es ist absolut kein Wetter für Außenaktivitäten, aber ich will trotzdem versuchen mal ohne Gepäck nach LA zu kommen, der Regen wird schon nachher aufhören.

Leider ändert sich für die nächsten Stunden gar nichts, es schüttet ununterbrochen und nach 2Stunden auf der Straße breche ich den Versuch ab nach LA zu kommen. Ich suche Zuflucht in einer Filiale der LA Central Library am Santa Monica Boulevard.

Triefend stehe ich im Eingang, die Temperatur ist unter 10°gefallen, der Dauerregen und die niedrige Temperatur lassen das Foyer vorübergehend auch zur Zufluchtsstätte für viele homeless people des Bezirks werden.

Es gibt kostenloses wifi, aber das momentane Obdachlosen Asyl wirkt beklemmend. Menschen mit offensichtlich psychischen Störungen, die laut ununterbrochen wirr vor sich hinreden, genauso wie Menschen, die einen Großteil, was sie besitzen, bereits am Körper tragen. Draußen unter dem Vordach sind etliche vollgepackte Einkaufswagen mit dem Besitz dieser Menschen geparkt.

Der gesperrte PCH im Dauerregen
Irgendwann wird klar, an diesem Tag wird der Regen nicht mehr aufhören und es wird früher dunkel sein. Graue Regenwolken am Himmel werden das Restlicht des Tages schneller schlucken, ich muß zurück, ich weiß es gibt eine warme Dusche, sie ist gute 22km entfernt.

Inzwischen zeigt der Dauerregen Wirkung auf dem Santa Monica Boulevard, in Kreuzungsbereichen haben sich große Seen gebildet, das Kanalsystem ist in diesem Teil der Stadt an seine Grenzen gelangt.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Santa Monica-Pacific Pallisades Summit

leaving Topanga Canyon, Malki's RV
Mo.,1.12.
Wenn man glaubt, es passiert nichts mehr...
Der zweite Woche bricht an. Das Zelt ist feucht, ich schaue in den grauen Himmel, die Sonne ist erstmal verschwunden. Klassisches norddeutsches Herbstwetter. Hat der von vielen so erwartete Wetterumschwung nun etwa eingesetzt, ohne mir vorher Bescheid zu sagen? Noch 12 Tage bis zum Abflug.
Pelikane am Strand
Ich mache mich wie mich gewohnt früh auf den Weg. Am Strand sind einige Pelikane zu sehen. Es ist atemberaubend anzusehen, wie die Vögel vom normalen Flug blitzschnell senkrecht in Wasser stürzen, um Fische zu fangen.
Der Pier ist an diesem Morgen noch verlassen, nur wenige Passanten flanieren bereits auf dem Holzsteg.
Die Achterbahn liegt noch verwaist im Hintergrund, die Spielautomaten, alles noch abgeschaltet. Es herrscht eine wunderbare Stille. Ein herrlicher Ort, um zu frühstücken mit Blick auf die gesamte Bucht von Santa Monica. Wikipedia.org Pelikane

Ich treffe auf Frauke und Dean(?), die aus Washington für einpaar Tage herüber gekommen sind.
Wir unterhalten uns lange auf dem Pier, beim nächsten Mal solltest Du längere Zeit in unseren Nationalparks verbringen.

Nach dem Frühstück nach Venice. Ich muß endlich in Ruhe die Bilder senden, aber da die Bücherei erst um 12:00h öffnet, besteht vielleicht die Chance über das kostenlose Internet in Venice zu senden. Toyota sponsert am Strand ein kostenloses wifi und widererwarten ist das Netz wirklich stabil und schnell.
Nur Strom gibt es leider nicht.



Also wieder zurück zur Fairfax Branch; die Zeit verrennt rasend schnell. Mir scheint es, ich bin kaum angekommen, da ist die Uhr bereits 15:00h, ich muß gehen und mache mich auf zurück in den Norden der Stadt. Kurz noch einmal zu Vons, um für den Abend einzukaufen. 
Mehrfach sprechen mich Passanten unterwegs an, werd' nicht naß heute Abend. Wir erwarten einen langen Regentag hier an der Küste. Langanhaltend und unerbittlich. Ich frage mich ernstfaft, ob das das Ende meine Outdoor Zeit ist. Soll ich jetzt in das Motel flüchten und die restlichen Tage unter einem Dach verbringen? Es tut mir in der Seele weh, frühzeitig gezwungen zu werden, die Dinge für den Abflug vorzubereiten.

Der Tag scheint ohne besondere Höhepunkte zu Ende gehen zu wollen, in Gedanken bin ich bereits wieder im Topanga Canyon, da passiert dann doch noch etwas.