tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Donnerstag, 13. November 2014

San Miquel

Wasser für jeden Zweck


Mi.,12.11.14 
Tarantula
Ich hatte ein wenig Sorge, das ich Weg zurück auf den Hauptweg des Parks, nicht wieder finden würde. Gestern in der völligen Dunkelheit, als ich in der Dunkelheit einfach quer durch die Büsche geschoben bin. Und ich wollte schon gar nicht den Parkrangern erklären, wo ich in meinem Aufzug herkommen würde, also blieb nur wieder das frühzeitige abrücken.
Echtes Guerilla Camping eben. 
King City
Allerdings stellte ich bei genauer Betrachtung am heutigen Morgen fest, dass das Sanitärhäuschen auf dem Campground verriegelt war und somit eine offizielle Aufnahme gestern ohnehin schwierig geworden wäre.
Die Saison ist einfach zu Ende, auch hier ist Mitte November, da kann es noch so warm draußen sein. 
Kaliforniens Felder brauchen  Wasser
Die frühe Flucht endet bei Mc Donalds und ich entdecke Steckdosen und eine gemütliche Kunstlederbank. Na, was für ein Start! Ellinor meldet sich nicht, so verbringe ich gute 90min bei McCafe und starte um 08:30am.
Rund um McDonalds haben sich alle Motelketten von Super8 bis Holiday Inn angesiedelt, das spricht für eine ansprechende Ortsgröße, ich muß einmal durch den Ort und komme so zu einer kurzweiligen Besichtigung. Bis 1969 führte der alte 101er durch den Ort, dann entschied man sich für eine großzügige Umgehung. Zu sehen gibt’s freilich nix, der bisher größte Ort nach Salinas ist ein verkehrsarmer, fast menschenleerer Weiler im Valley. 
Paris Valley road
Drei Dinge sind es, die den heutigen Tagesablauf entscheidend beeinflussen. Es wird bergig, es wird einsamer und der Highway 101 ist für längere Zeit tabu.
Gleich hinter King City wird die gewohnte Auffahrt verweigert, es gibt eine Regionalstrasse, die über San Lucas nach San Ardo führt. Der Highway verschwindet, die Felder sind abgeerntet, es gibt wieder viel Weinanbau und ich bin allein mit mir. Selten kommt ein Auto vorbei, der Weg nach San Lucas führt mich durch anscheinend menschenleere Gegenden, die Felder sind alle bearbeitet, aber ich sehe keine Menschen mehr.
San Lucas ist zu unbedeutend, es gibt hier keine Läden, die Strasse führt nun weiter nach San Ardo, ich finde nicht die Ausfahrt des Ortes und werrde stattdesssen durch das Paris Valley geführt; mehrfach kreuzt die Landstrasse den Highway, die Auffahrt bleibt weiterhin verwehrt.  Dafür steigt die Strasse nun kräftig an. Bis auf 370Hm führt der Weg wenigen Farmen vorbei, die verstreut in den baumlosen Bergen liegen. 

Eine karge Landschaft herrscht hier, das bestzutreffende Adjektiv ist wahrscheinlich leer. Hier herrscht eine großartige, atemraubende Leere. Nix ist zu sehen, verdörrte Weiden auf den Hügeln, Zäune, die am Horizont enden. Der Mensch wird klein in dieser scheinbaren unendliche Leere.
San Ardo, spanischer Ort in Zentral Kalinfornien, chinesisch geführter Supermarkt Millers
Backroads nennen die Nordamerikaner solche Gegenden. Es ist Mittagszeit. Auf den abseits der Strassen liegenden Farmen ist kein Arbeitsgeräusch zu hören. Ich bin völlig allein in der warmen Sonne. Einzig einige schwarze Rinder sind auf den graslosen Weiden zu sehen.
Dann erreiche ich San Ardo, ich unterquere den Highway, die Verbotsschilder fehlen, also ein sicheres Indiz, das die Auffahrt hier möglich ist. Früher durchquerte der 101er den kleinen Ort, seitdem die Umgehungsstrasse da ist, versandet der Ort. 

Aber ich will eine Pause einlegen und  brauche was zu trinken. Und vielleicht einen Kaffee. Oberflächlich betrachtet hat San Ardo noch alles was zu einem Dorf gehört, eine Grundschule, auf deren Schulhof 12 Kinder toben, jede Menge Häuser und den Hinweis auf Gastronomie und Tankstelle.
Interessant wird es allerdings, wenn man die Einheimischen nach dem Weg fragt, Buenos Diaz Seniora, spechen die englisch? ...Little! Okay, where ist the next grocery? Hä?(will sagen, wat?) Wohlgemerkt ich bin immer noch in Amerika und nicht irgendwo in Guatemala odersonstwo. 
Okay, next Gazolin station? und nun folgt ein Wortschwall, aber die Arme rudern nach links. Na bitte. 
Nein, das ist kein Zufall, ich entdecke selbst den Grocery, Millers…, chinesisch geführt, Kommunikation auch hier ohne großen Erfolg, hey Lady, do you sell coffee? No, gazolinstation. Wieder rudern die Arme in der Luft. Der Ort hat einen gewissen Charme, Typ staubiges Wüstennest in einem Western. Hey Gringo? Woher kommst Du her mit Deinem Stahlroß?
Danny vom San Ardo Cafe
Danny heißt der junge Mann, der das ArdoCafe am Laufen hält und mit ihm kann man sich in englisch unterhalten. Kaffee gibt’s im Pott, aber die Attraktion ist mehr das Interior des Ladens selbst. Sowas habe ich bisher nicht gesehen. Wie aus einem 70er Jahre Roadmovie, typisch amerikanisch, fast museal. 
Danny sagt, bevor sie den 101er gebaut hatten führte der alte Highway direkt durch den Ort, es gab 4 Tankstellen, mehrere Bars und Cafes. Nun ist er der einzige, seine Eltern übernahmen den Laden vor 25Jahren. Seine Hauptkundschaft sind die Ölarbeiter am Highway. Die zum Frühstück rüberkommen, es wäre meist so voll, das er mit dem servieren nicht nachkommt. Heute Mittag bin ich der einzige Gast.   
Danny's Weltkarte
Und er hat eine Weltkarte aufgehängt. Er ermuntert mich einen Pin in die große Karte hinter mir zu stecken. Zu meiner Überraschung sind viele Gäste aus Europa dieses Jahr schon hier gewesen. Die Karte ist auch auf Facebook, wie er stolz sagt, er ist im Ort ein bißchen berühmt. 
San Ardo Ölfeld
Ich verlasse den Ort, mein Ziel Paso Robles ist heute zu weit. Die Umwege Off-the Highway haben zuviel Zeit gekostet. San Miguel ist der nächste Ort, immer noch gut 45km entfernt. Der 101er führt tatsächlich an einem riesigen Ölfeld vorbei. Die Strassenqualität dieses Teilabschnittes ist desaströs, der Aphalt ist aufgerissen und mit Bitumen wieder gepflickt, für den Randstreifen, war das Budget anscheinend aufgebraucht; alle 5m fahre ich über eine querverlaufende aufgebrochene Welle. 
Eine so schlechte Strecke gab es in Amerika bisher noch nicht. Hier können sie nicht mit ihrem HIV Aids Ride entlang gekommen sein, eine Fahrt mit einem Rennrad und die Felge ist abends hinüber. In der Tat, es gibt hier auch keine Radfahrer, die Fahrt durch das Valley ist abseits der üblichen Hauptreiseroute auf dem Highway 1. 

Es waren Taya und andere, die mich, der ich keine Berge mehr wollte,  ermunterten hier zu fahren, flach sei es und einfach zu fahren. Dieser Tag aber ist alles andere als flach, wieder einmal haben sie mich hoch genommen, wenn das hier flach ist, möchte ich gar nicht wissen, was sie unter bergig verstehen.
Durch die Rüttelei fahre ich nun bedeutend langsamer und beobachte etwas, was mich erschaudert.

Mittwoch, 12. November 2014

King City

Memorial Veterans Day

Di.,11.11.14
King City
Ich will wenigstens einen Kaffee, wenn ich schon am frühen Morgen aufstehen muß, also hinein zu Starbucks. Nebenbei den Post von gestern Abend korrigieren und die Bilder sortieren, aber der Computer zickt heute wieder und alles zieht sich fürchterlich in die Länge. Yahoo maps berechnet die Strecke bis nach Templeton mit 174km, ich kalkuliere mit 3 Tagen.  Am Donnerstag habe ich eine Verabredung mit Elaine und Scott. Macht also gute 60km/Tag, aber ich will heute vorlegen, damit ich es am Donnerstag leichter habe.
Um 08:45h ist alles beendet und ich stürze aus dem Kaffeehaus. Jetzt noch dringend Batterien für das Navi, aber ich mache den Fehler, nicht in Marina zu kaufen, sondern will nun endlich los.  Kann alles auch in Salinas besorgt werden. Der Fehler nimmt seinen Lauf.
Salinas vor der Parade
Erstmal in die Gänge kommen. Salinas ist relativ schnell erreicht, der Weg führt von der Reservation road am Flughafen vorbei direkt in die Stadt zu, Alisal road W beginnt an der einen Seite des Ortes und führt einmal quer durch den Ort. Ich weiß, es gibt einen Grocery Outlet und ich hätte gerne meine Lieblingwürstchen, die es gestern nicht gab in Marina. Teriyaki Würste. 
Steinbeck ist in Salinas geboren worden

Alles hat seinen Preis, super Geschmack, 250 Kal./Wurst













Auf der Karte sah die N Mainstreet sehr nah zur Alisal aus. Aber es ist ein verhängnisvoller Fehler.

Ich fahre eine  Ewigkeit, aber mein Laden erscheint nicht, ich setzte mir Ziele, fahre dann doch weiter und schließlich bin ich mehr als 20min von der Alisal entfernt. Und das alles für Würstchen. Ich verplempere die wertvolle Zeit in der Stadt. 
Anne hatte mich davon abbringen wollen, nein, Salinas ist keine schöne Stadt. Lohnt sich einfach nicht.
Aber immerhin ist es der Geburtsort von John Steinbeck. Seine Geschichten spielen in dieser Region.
Und es passiert etwas an diesem Tag, das gab es noch nicht. Ich entdecke einen Dollar Tree, und damit die Hoffnung auf preiswerte Batterien, mache den Umweg und stelle mich an der Kasse an, aber plötzlich bewegt sich nix mehr.
durch das Valley nach King City Soource: google maps
Stattdesssen eilen nun die Verkäufer von Kasse zu Kasse, aber nichts tut weiter sich, es kommt zum Stau vor der Kasse. Der Laden ist anscheinend mitten in einem Latino Wohnviertel zu sein, außer mir scheint kein Weisser in diesem Ladenanwesend. Hey, warum geht es nicht weiter? Die haben ein Problem mit der Elektronik, aber sie arbeiten dran. ...they fix it. Hammer!  mehr als 50 Latinos stehen inzwischen stumm vor den 5 geschlossenen Kassen und warten geduldig darauf, das es irgendwann weitergeht und sie fixen es hoffentlich. Meine Zeit verrinnt.

Es ist die große Geduldsprüfung. 10Minuten tut sich nichts und das kann lang sein vor einer Kasse in einer Schlange, aber niemand erhebt das Wort. Warten, einfach nur warten. Ich frage mich, ob so was in Norddeutschland auch so ruhig abgehen würde. Latinos haben Zeit. Ich will nicht warten und eile zu meinen Teriyaki Würsten. Als ich wiederkomme, ist wieder Normalbetrieb und ich frage die Chefin, was war das? Ach das passiert öfter hier, so was sind hier gewohnt.

Insgesamt hat mich dieser dusselige Umweg gute 90min gekostet. Ich kürze das Besichtigungsprogramm. Das John Steinbeck Haus, Wikipedia.org John Steinbeck das den 1902 in Salinas geborenen Nobelpreisträger ehrt, muß warten. Ich habe kein Buch von John Steinbeck gelesen, historisch betrachtet, weiß ich nur, das seine Romane zur Zeit der großen Depression spielen. Sollte ich wieder in Deutschland sein, werde ich bei Ellinors Klassikern nach Früchte des Zorns suchen. Früchte des Zorns und Jenseits von Eden ist mit James Dean verfilmt worden.
Viel mehr Erinnerung habe ich Janet Joplin, die in ihrem 1970er Klassiker von  Kris Kristofferson Me and Bobby McGee die Stadt erwähnt, ich kenne die Textpassage auswendig… One day up near Salinas, Lord, I let him slip away, he's looking for that home and I hope he finds it...  Wikipedia.org Me and Bobby McGee

Ansonsten bietet Salinas wirklich nicht allzu viel, die Alisal wechselt hinter dem Bahnhof ihr Gesicht, hier beginnen die Siedlungsgebiete der Latinos. Ganze Strassenzüge mit flachen, einfachen Holzhäusern und spanischen Firmennamen. Die East Alisal unterscheidet sich gravierend von der West Alisal, wo die wohl situierten Weissen wohnen. Hohe Mauern, gepflegete Vorgärten. 
Ich entdecke einen Mc Donald und genieße einen Kaffee im ausschließlich von Latinos besuchten Laden. Erste Sprache ist hier spanisch, sowohl an den Tischen, als auch am Tresen. Auch der Ladenleiter spricht spanisch. Ich frage mich, ob es hier irgendwann McDonaldos heißt. 
Nach dem Cafe verlasse ich die Stadt und befinden mich wenige Kilometer südöstlich mitten in den Feldern. Die Alisal durchschneidet die baumlose Landschaft. Felder mit fetten schwarzen Böden rechts und links der Strasse.  In der Ferne sieht man die aufstrebenden Gebirgszüge. Ich bin im Valley angekommen. Es wird sich jetzt für drei Tage nicht mehr ändern. Es scheint der Zeitpunkt der Haupternte zu sein. Die Erdbeerernte ist in vollem Gange, aber auch Kohl ind Zwiebeln sind reif. Erdbeeren im November, in kraftvollen roten Farben.
Hunderte Erntehelfer stehen auf den Geldern. Riesige Johne Deere Maschinen durchqueren die Felder. Landwirtschaft hat hier ein anderes Format. Hier fährt kein Bauer mit einem Doppengespann an mir vorbei, oder wie vielleicht noch im östlichen Europa zu sehen, ein Panjewagen mit Pferd davor. Hier wird geklotzt. Riesige offene Trucks bringen die Ernte in die Lager. Die Sicht reicht über Kilometer in alle Richtungen. Nur wo einige Bäume stehen, existiert eine Farm.
Erdbeerernte
Ein strammer Rückenwind erfasst mich, der Trecker läuft jetzt konstant mehr als 25km/h. Ein herrliches Fahrgefühl stellt sich ein.

Dienstag, 11. November 2014

Monterey-Seaside

....Fischräuber

Mo.,10.11.14
Fischer und Fischräuber
Bike path Monterey-Marina Source: mtycounty.com
Der Himmel ist grau und ich glaube nicht wirklich, das es ein guter Plan ist, ausgerechnet bei diesem Wetter nach Monterey zu fahren. Also zunächst nach Marina zurück, gucken, ob sich in Sachen Warmshowers etwas getan hat. 

Das Ergebnis ist negativ, ich werde mein Zelt weiter brauchen.
BurgerKing bietet zwar Internet, aber keinen Strom. Nach dem Post sind noch zwei Stunden Akku vorhanden. Heute bräuchte ich dringend Strom. Ich sehne mich nach einem Tim Hortons hier in Land der Freien. Jetzt eine gemütliche Ledercouch mit Kamin, statt diesen kitschigen allerwelts Plastikstühlen. An so einem grauen Novembertag schweift die Sehnsucht in das generöse Canada.
Meist Klasse wifi, oft mit Strom und wenn nicht, hatte Canada genug öffentliche Steckdosen. Parkplätze öffentliche Gebäude, Supermärkte alle hatten Steckendosen, hier in Amerika ist das nicht vorhanden. 
Und dann haut mir Gordon auch noch meine BK Besuche um die Ohren. California ist mehr als BurgerKing und McDonalds.
Dummerweise hat auch die Bücherei heute auch noch einen Ruhetag. Und morgen ist Veteran Memorial Day; Amerika dankt dann an seinen Kriegern mit Paraden, den Lebenden und den Toten. Auch geschlossen. Das öffentliche Leben macht Pause.
...da wo die Army einst ausbildete...
Im Gegensatz zu Deutschland ist das Militär in jeder Form in diesem Land viel präsenter. Im Walmart denken sie patriotisch an ihre Krieger mit kleinen Flaggen, man wird aufgefordert für die Veteranen zu donaten, es gibt Städte deren Strassenzüge ihren dienstabsolvierenden Einwohner gewidmet sind und im TV gibt es immer wieder Werbebeiträge über Karriere und Erfolg bei der Army. 
...finden sich heute noch in den Dünen hinterlassene Munitionsbunker

Die Wirklichkeit ist indes zu weilen eine andere. Ich sah oft Veteranen mit Flagge und Pappschild vor den großen Malls sitzen. Auch Amerika hat seine hilfsbedürftigen Exmilitärs.
erobert die Natur das Gebiet zurück
Ich verbringe die ersten 2 Stunden bei BK und husche noch einmal zu Walmart. Wieder zu den Oberbösen, ich sag's ja nicht gerne, ich gehe da im Grunde nur hin, um zu gucken. Alle meine Gastgeber verdrehen verständlicherweise die Augen. Walmart, den Namen auszusprechen allein ist für viele bewußtdenkende Menschen ein NoGo. Erst am Samstag hat Anne mir wieder einen Vortrag über das Verwerfliche an Wamart's Poltik gehalten. Walmart ruiniert unsere Innenstädte. Die rabiate Preispoltik ist für fast niemanden konkurrenzfähig. Recht hat sie. Und doch sind die Store immer gerammelt voll. Walmart ist in vielen Teilen der Bevölkerung akzeptiert.
Monterey, verlassener Werftbetrieb
Ich muß aber auch sagen, das ein ganz normaler Einkauf bei im Grunde immer in irgendwelche Ketten führt, Target, Cosco, Starbucks, Walmart, Macys, in vielen Städten ist das Spektrum immer dasselbe. Die Ketten tauchen in jedem Ort immer wieder neu auf. 
Fischräuber...
Um 10:30h reißt der Himmel plötzlich auf und es entwickelt sich ein heißer Tag. Zeit um nach Monterey zu kommen. In Marina beginnt wie schon erwähnt, ein wunderschöner Radweg immer in der Nähe des Highways, quer durch die Dünenlandschaft. Fort Ord cleanup. 
Monterey Fishermanswharf
Schon vor dem zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet hier von der Army genutzt, die hier die Ausbildung ihrer GI’s in Fort Ord durchführte. Ehemaliges Fort Ord Nach Schließung im Jahre 1994 sind nur noch wenige Reste des einstmals großen Areals zu sehen. Viele Bereiche der Dünen sind zur Renautrierung für die Öffentlichkeit gesperrt. 
...und Fischer
Heute trägt das Gebiet den Namen Ford Ord Dunes State Park.Ford Ord Dunes State Park 

Montag, 10. November 2014

Monterey Bay, Marina

manchmal darf es auch ein bischen mehr sein

So.,9.11. 
Wetterumschwung vor meinen Augen
Es war nett in Santa Cruz und deshalb ärgert es mich, das ich nicht mal ein Photo von Anne und Eric gemacht habe. Irgendwie in der Fülle der Eindrücke wieder mal verpasst. Heute morgen ist es zu spät. 
Anne ist so begeistert vom Beach Volleyball, das sie an diesem Tag bereits um 07:30h aufbricht, um am Strand ein Feld zu besetzen. Sonntag ist Primetime, nach 08:30h brauchst Du nicht mehr kommen, dann sind alle Plätze besetzt. 
Da es keinen Kaffee gibt, hält mich nichts mehr in der Trevethan street und da BurgerKing nur 2 Blocks entfernt ist, also kurz mal über die Strasse um dort einen Kaffee zu genießen, bevor es auf die Piste geht. 
Alte Eisenbahnbrücke bei Aptos
Ich werde mir fest vornehmen, sobald ich wieder in Deutschland bin, unbedingt mal am Sonntagmorgen um 8:00h zu BurgerKing zu gehen. Es ist ein schwer genießbarer Kaffee um diese Zeit. Und es stellt sich die Frage, ob die Sonntagmorgen Besatzung eine Belästigungszulage ob ihrer Gäste bekommt. Beim öffnen der Tür sind 2 Boys zu sehen, die der Alkohol der letzten 8 Stunden dahingerafft hat. Halb eingeschlafen, den Burger noch in der Hand, glasiger Blick. Der Rest der 8 Gäste ist in schlechten Allgemeinzustand was Haut-und Zahnstatus angeht, krakelt, lallt, irgendwas untereinander. Immer wieder wechselweise vor der Tür, um nach Kippen zu suchen. Nein, ein gemütlicher Sonntagmorgenkaffee ist anders.
Blick in die Bucht von Monterey
Das ist Scary America, Leute die Du um diese Zeit nicht treffen willst, wenn Du bei einem Kaffee über die anstehende Strecke nachdenken willst. 
Surferparadies Manresa Beach State Park
Dann geht’s los und ich werde wieder Zeuge, wie die am gestrigen noch völlig klare Streckenführung bei Google Maps mit der Wirklichkeit kollidiert. Da bei Google maps das Höhenprofil fehlt, entwickelt sich meine ausgesuchte Strecke zu einer anstrengenden Berg und Talfahrt, bis ich die Vororte von Santa Cruz abgeschüttelt habe.
Ja, ich hätte es einfacher haben können und der orginal Bikepath Beschilderung folgen können, aber ich sah durch die andere Streckenführung die Chance einige Km abzukürzen. Leider funktioniert das nicht, wenn die neue, kürzere Strecke nun ein anspruchsvolleres Höhenprofil hat.
Erste Pause am Manresa  State Park. Diese Region ist ein Paradies fur Waveboard Fans.
Dann endlich die San Andreas Road.
Stephen aus Watsonville
Nun folge ich auf verkehrsberuhigter Strecke nach Norden. Es ist eine Fahrt durch eine hochintensive Agrarregion. Die Felder sind mit Folien abgedeckt; meine Vorstellungskraft reicht nicht aus sich vorzustellen, was hier wohl angebaut wird. Es sieht aus wie ein riesiges Spargelanbau Gebiet.
Nach 15km ist plötzlich Schluß die Strasse kreuzt nun einer Ausfallstrasse nach Watsonville. Die Beschilderung hört einfach auf. Kein weiterer Hinweis, wo der Pacific Bikeway nun weitergehen könnte. Ohne Garmin geht gar nichts. 
Und wie ich so auf das Ding starre kommt Stephen von hinten herangefahren. Na, alles ok? Ne, ich weiß wieder mal nicht weiter. Ja, eigentlich brauchst Du nur Du dem Highway 1 folgen, aber erst da hinten, hinter dem Berg lassen sie dich 'rauf. Fahr’ einfach in die Stadt und folge der Mainroad.  

Tatsächlich, die Strasse ist auf dem Garmin als Radweg aufgeführt und führt mich einmal quer durch die Stadt und dann auf denselben Highway, nur gut 8km später.
endlose Lagerhausschluchten in Watsonville
Dann allerdings ist California 1  nur noch ein normaler two lane Highway. 
hinter dem Berg, nun ist der Highway für Biker erlaubt
Und während ich langsam auf die Auffahrt rolle, taucht Mike auf, asiatischer Abstammung, hat sein ganzes Berufsleben als Farmer hier in Watsonville gearbeitet und ist ebenfalls auf Sonntagmorgen Rundtour. Ja, er kennt Lübeck, hat im Sommer eine Ostseekreuzfahrt gemacht. Kopenhagen-St. Petersburg- Stockholm und auch Lübeck, aber es wäre ja irre voller Touristen. Ach ne
Mike aus Watsonville

Mike begleitet mich noch ein Stück und erklärt mir den weiteren Verlauf. So nähere ich mich immer mehr Monterey. 
 
In Moss Landing dann ein riesiger Fischer -und Seglerhafen und ein wenig später so etwas wie Karl's Erdbeerhof, nur auf amerikanisch. 
Ein Fruit Barn am Highway.

Mitten am Highway, eine alte Scheune und schon von weitem locken die Angebote, 10Kiwi für 1$, 2 Melonen für 3$ usw. Berge voller Obst und Gemüse. Ich will eigentlich nur Bananen, aber der Blick schweift über jede Menge bekannte und unbekannte Früchte. 
Fruit Barn, Obst und Gemüse satt
Und bevor ich das Rad abgestellt habe, heißt es wieder Holy Cow,.. Mito aus Hawai hat mich seinem Stapler entdeckt, wir begrüßen uns männlich und er fragt so was wie Alter, was hast Du denn alles geladen? Ich mag das, das wirkt ehrlicher, als diese Schickimicki Sonntags Schönwetter Biker, die mir im vorbeifahren und mir kurz ein oh, heavy load zu rufen. Ja, weiß ich, danke!

Seelöwen Kolonie in Moss Landing
Die witzigste Geschichte, erst später recherchiert, passiert 3km weiter. Die Gemeinde Moss Landing erbaute für 800.000$ einen neuen Pier für Kayaks, der dann allerdings schnell ungefragt von einer bis zu 400 Tieren großen Seelöwenkolonie besetzt wurde. Seitdem haben die Tiere den Pier für sich aquiriert und nicht wieder hergegeben.Wikinews.org Sea lions take over...


Die letzte Begegnung an diesem Tag sind Veronika und Georg aus Stuttgard, die mit dem Fahrrad erst am 18. Oktober gelandet sind. Wir treffen uns am Seitenstreifen, es ist eine herzliche Begegnung 
unter Tourenfahrern, im Verlauf des Tages treffen wir uns öfter.
Veronika und Georg aus Stuttgard
 

Sonntag, 9. November 2014

Santa Cruz-Tag 2

Sa.,8.11.
Charlie Hong Kong
Ein weiterer Tag in Santa Cruz. Das Ausschlafen klappt dennoch nicht. Ich wache früh auf. Schade.
Und Anne und Eric trinken keinen Kaffee. Schon wieder! Also jetzt schnell zu BurgerKing auf die andere Strassenseite oder später in der Stadt?
Hmm, zu Hause können wir alles mögliche vergessen, nichts im Haus haben, aber ich erinnere mich nicht, jemals kaffeelos gewesen zu sein. Kaffee ist ein Muß.

Die beiden verlassen vor mir das Haus und wollen zum Strand zum Volleyball spielen. Ich mache mich auf in die Stadt. Ein langer ausgedehnter Stadtbummel. Als ich den Strand erreiche, sind die Felder weitgehend besetzt. Ein herrlicher Strandtag nimmt seinen Lauf.
Bingles und seine Freundin Abigail sind auch in der Stadt

Das Vergnügungspark hat heute wieder geöffnet, die nostalgische, hölzerne Eisenbahn ist in Betrieb. Den Leuten zusehen, bummeln, Entdeckungen machen. Zurück in der Innenstadt gibt es eine ganze Reihe Strassenmusiker, die die gut gefüllte Innenstadt unterhalten.

Mein gestern in der Front sreet entdeckter Thriftstore hat auch heute Sonderangebotspreise. Anne wird später sagen, jeder Tag ist natürlich ein einmaliger 50%off Tag.
Gegen 15:00h bin ich zurück. Ich brauche noch Zeit, das Zelt muß für Morgen vorbereitet werden; ich will umpacken und einiges aussortieren. Und ich muß die Warmshowers für die nächste Woche planen.

Santa Cruz

Schmuckstück vor der Tür: 1968er VW T2 Samba vor Anne's Haus
Fr.,7.11.
Downhill
Irgendwie sollte es früh losgehen, aber so richtig verstanden warum, habe ich es nicht, ich kann doch nicht bei Anne schon um 10:00h morgens auftauchen.

Wie auch immer, ich habe bereits um 07:00h gepackt. Fertig.
Joe erscheint und erklärt zu meiner Überraschung, ich bringe Dich bis zur Hauptstrasse, dann fahre ich einen Kaffee trinken am Summitstore. Trift sich gut, Kaffee will ich auch. Sprach's und beginnt sein Cannondale auszuladen. Auch Martha erscheint. Wäre jetzt aber wirklich nicht nötig gewesen. Zumal sie beide den Berg wieder hoch müssen.
Joe und Martha
Wenn man denselben Berg mit 52km/h wieder herunter rasen darf,  den man tagszuvor mühsam Meter für Meter hochgefahren ist, kommt automatisch Hochstimmung auf. Im Store ist 15min später schon ordentlich was los. Die Berufstätigen kommen auf dem Weg zur Arbeit auf einen 20Oz Becher vorbei. Einmal Out of Darkness, klingt nach ordentlich Koffein und fettgebackenens Gebäck.
Nach 20min ist Zeit Abschied zu nehmen, ich wäre gerne noch einen Tag geblieben, aber ich habe weitere Verabredungen. Ich rolle die Auffahrt hinab und nun beginnt die fast 10Meilen dauernde Abfahrt nach Soquel, einem inzwischen eingemeindeten Ortsteil von Santa Cruz. Vollgas, Bremsen losgelassen und die Strecke heruntergefegt. Aber die Strecke ist so kurvenreich eng, das ich doch im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten zwischenbremsen muß.
Homeless Behausungen am Bahndamm
Jeder schwärmt von Santa Cruz und dann kommt man in den Vorort Soquel und der Schock wirkt. Eine gesichtslose 4spurige Strasse, nein,nein, nein, schön ist anders.


Aber das ändert sich, wenn man tapfer durchhält. Nach 6km nähert man sich über den Fluss der Innenstadt und dann wirkt die Stadt plötzlich begeisternd lebendig. Es gibt jede Menge feine Restaurants, eine echte Shoppingmeile, viel Architektur, und eine vergleichsweise große Bücherei mit flottem Internet.