tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Sonntag, 26. Oktober 2014

Sonnenaufgang über der Bay

So.,26.10.
The Rock im Sonnenaufgang heute am Sonntagmorgen 07:28h. Kein Wind, 14°. Ab 07:20h schiebt sich die Sonne langsam östlich von Alcatraz in die Höhe; dieser Blick ist ein Höhepunkt auf der Reise.
Ja, das sind sie, jedesmal wenn die Frage mich beschleicht, ist es nun gut, willst Du jetzt nach Hause, dann sind es genau diese Momente, die einem bedeuten, nein, jetzt noch nicht, wer weiß, was Dich noch erwartet..

Sausalito

summer is gone, Pool der Familie Farnes


Sa.,25.10.14
Der unglaubliche Berg
Winnie hatte noch am Abend eine Wegbeschreibung gemailt und nebenbei erwähnt, es würde keine Garage oder sonst was auf Straßenniveau geben, ihr Haus würde 40 Stufen bergauf liegen, also müßte am Ende des Tages noch einmal alles getragen werden.
Zunächst allerdings regnet es gewaltig, ein Sturm ist über Nacht über uns hinweggezogen, auf seiner Rückseite folgt ein weiteres Regengebiet. 

Um 08:30h erscheint der blauer Himmel und es ist Zeit zu gehen, ein letztes Abschiedsfoto von Charlotte und ich mache mich auf den Weg zurück nach Sausalito.
Der Tag hat mehrere neuralgische Punkte, mit dem Höhepunkt in Larkspur. Aber zunächst läuft wider erwarten alles wie geschmiert.
Am Ortsausgang Novato's entdecke ich die Radspur neben dem 8spurigen 101er, neuangelegt, ein richtugsgeführter Radweg mit Mittelstreifen, es geht munter bergauf und bergab.
 
Die Ausschilderung ist famos, kaum ändert die Strasse ihre Richtung taucht Bikeway No.5 San Rafael wieder auf. Alle Sorgen umsonst?

Zu früh gefreut, denn als San Rafael CityCenter erreicht ist, ist auch der Radweg zu Ende.
Ich stehe auf einem umtosten Platz, soll das Fahrrad nun schieben und dann? Die haben vielleicht Humor, die müssen doch mindestens mal ein Hinweisschild aufstellen können. Also selber suchen, herumfahren, Leute fragen und irgendwie geht's dann überraschend weiter. Wie aus dem nichts steht plötzlich neben einer geräumten Bahntrasse ein Schild Bikepath. Neben der Strasse beginnt plötzlich ein Fahrradweg, aus mir unerklärlichen Gründen nur von 5:00-12:00am zu nutzen.

Doch vorher der geplante Umweg nach San Quentin. Abseits des Fahrradweges taucht seit Tagen immer mehr eine ganz andere Welt auf.
Es ist der Maschinenraum Kaliforniens, der plötzlich sichtbar wird.
Die Ausfallstrasse zum State Prison entlang stehen Mexikaner in Gruppen an den Ausfahrten der Parkplätze bei BurgerKing und Wendys, Tagelöhner, die auf Anheuerung warten. 
Es sind oft Illegale, die hier geduldet werden, stumm stehen sie da und warten, bis irgendjemand anhält und ihnen eine niederbezahlte Tätigkeiten offeriert. Tätigkeiten, die kein Weißer mehr machen will, weil sie zu schlecht bezahlt werden oder zu schmutzig sind.
Und die sie annehmen, haben wenig andere Wahl auf einen besseren Lohn, weil es zu viele sind und es in ihrem eigenen Land keine Alternativen gibt.

Es ist eine verdrehte winwin Situation für alle Beteiligten. Google schätzt das sich über 2Mio Menschen in Kalifornien illegal aufhalten, bei 38Mio Gesamtbevölkerung und das über viele Jahre. 

Samstag, 25. Oktober 2014

Novato Tag2

Nissan leaf
Fr.,24.10.
Nissan Leaf, Elektrocar
Kent verläßt das Haus um 07:00h, ein letzter Schnack, dann sitzt er i m Auto und ich schaue ihm nach. Es ist noch dunkel. Quasi in der letzten Minute sagte er die entscheiden Worte, also, wenn Du möchtest, kannst Du gerne bleiben. Der Tag ist gerettet, Großartig!
Pablo aus Shanghai
Zurück ins Haus den Post beenden, dann sind die anderen wach. Pablo bricht nach Norden ins Napa County, dem Weinanbaugebiet auf. Ich bin erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit er als warmshower ein Frühstück erwartet. Charlotte übergeht diese Dreistigkeit. Ich lehne dankend ab. Ein Kaffee reicht.

Gegen 10:00h hat Sie die Einkaufsliste beendet und ich sitze in einem Nissan Leaf, einem Elektrocar und bin auf dem Weg zu Costco.
Es ist das erste Mal, das ich in so einem Zukunftsauto sitze. Da wo früher Belüftungsregler waren ist heute der Monitor der Rückfahrkamera. Güne und rote Begrenzungen weisen den Weg von der Auffahrt. Die Familie Farnes produziert den Strom für das Auto über große Kollektoren auf ihrem Grundstück selbst. In der Doppelgarage ist ein Tankstellen ähnlicher Rüssel, der vorne in Richtung Motorhaube gestopft wird. Charlotte sagt es reicht bei ökonomischer Fahrweise genau für 100Meilen, sie muß also ihre Fahrt vorher planen. Auf ihrem Smartphone hat sie eine App mit den entsprechenden Stromzapfsäulen. Wobei die chargingstations immer mehr werden.
First National Bank Novato

Sie haben das Auto für Ihren Sohn und seinen Weg zur Schule nach Santa Rosa angeschafft. Die Betriebskosten sind somit äußerst gering. Das Problem ist nur, wenn man eben etwas sportlicher fährt , ist der Strom früher zu Ende und man muß das Auto unter Umständen mit zwei Leuten nach Hause schieben. Das Auto besitzt keinen zuschaltbaren Benzintank.

Die Farnes sind überzeugte Costco Kunden und da man in dem Mega Store neben HotDogs auch alles andere bekommt sagt Charlotte auf dem Parkplatz laut grinsend, ich liebe es Kent's Geld auszugeben. Neben der großen Nonfood Abteilung, an diesem Tag mit dem speziellen Angebot übergroße Polster-Massagesessel, kauft Familie Farne gerne Großgebinde Produkte, ich überlege ob ich 2Kilo Weintrauben haben will, kleiner geht's nicht. Die Kassenzone ist um 10:30h noch leer und wir sind schnell wieder draußen; es ist die falsche Zeit, zwar weist mich Charlotte auf den Vorteil hin, schon beim Bezahlen den HotDog gleich mitzuordern, aber nach 15sek. Bedenkzeit lehne ab. Ne also nein, um diese Uhrzeit nun wirklich nicht.

Freitag, 24. Oktober 2014

Novato

Der Spirit of Halloween
Do., 23.10.
Mein Mann Kent ist eine Maschine
Guerilla-Camper sind Frühaufsteher; keine weiteren Spuren hinterlassen und schon 07:00h mit dem ersten Tageslicht auf dem Rad; gute 4km zurück und hoffen das das Starbucks'sche wifi heute funktioniert.

Im Laden herrscht bereits Hochbetrieb. Innerhalb der 90min habe ich zwei Briefe geschrieben und das Hostel in San Francisco gebucht. Natürlich ist ein erhöhtes Risiko mit der Kreditkarte bei Starbucks rumzufuchteln, aber ich habe heute morgen keine andere Wahl. Wer weiß, wie sich der Tag heute entwickelt. Danach stadteinwärts der rushhour folgend, einen Safeway suchen.
Kürbiss mit Grabstein Deko verkauft sich besser

San Francisco's heißer Atem, Marin County Source:www.mtc.ca.gov
Ich stehe an der Kasse und plötzlich spricht mich jemand von hinten in meinem Alter an, leger gekleidet, lockere Art, das übliche, seine sympatische Stimme macht um diese Uhrzeit das Gespräch leichter.

Steven, Director der catholischen Jugend
Ich will zahlen, doch er wiegelt energisch ab und bezahlt während wir reden einfach das Brot mit. 'Will lieber hören, woher ich komme, ich erzähle ihm von warmshowers und er überreicht mir seine Karte Director of Youth Ministry, Diocese of Santa Rosa. Wir verabschieden uns, viel Zeit für ein Gespräch ist nicht, aber ich bleibe mit dem Brot auf dem Parkplatz zurück; halte für einen Moment inne, es sind die Momente, die ich so oft erlebt habe, dieses warme völlig überraschende Gefühl, für einige Minuten Fremde zu treffen, an den Supermarktkassen, an Großkreuzungen, auf Parkplätzen, ein Lächeln oder mehr geschenkt zu bekommen und anschließlich Dich zu fragen, ist das bei uns auch so?
Petaluma mit seinen knapp 60.000Einwohner hat deutlich mehr zu bieten als Santa Rosa und so bin ich eine ganze Zeit zu Fuß in der Stadt unterwegs.

Taya hatte die D-Street als Ausfallstrasse vorgeschlagen. Sie beginnt im Stadtkern und führt durch ein altes Villenviertel mit herrlichen bürgerlichen Wohnhäusern aus der Stadt heraus. Es ist unverkennbar, Halloween ist in unmittelbarer Nähe und mit 1-3Kürbissen ist es längst nicht mehr getan.
 Wer hier etwas auf sich hält, greift gerne deutlich tiefe in die Dekokiste, Vorgärten werden mit Grabsteinen ausgestattet und mindestens ein Skelett ist ist Pflicht.
Petaluma

In Deutschland betrachte ich diese Halloween Show eher als aufgesetzt, es wirkt in meinen Augen nicht authentisch. 
Wenn der Vorgarten voller Grabsteine ist...
Ja, es mag spießig klingen, aber das ausgerechnet der Reformationstag am 31. den Geistern und Toten weichen soll, ist mir zu wider. Hier in Amerika ist das Folklore, und es wirkt echt, und wenn sie es eben mit Luther nicht so haben, hier wirkt das nicht aufgesetzt.
...ist Halloween nicht mehr weit

Wie ich später erfahren werde, baut der Nachbar meines nächsten Hosts gerade an einem haunted house, am ehesten mit Geisterhaus übersetzt, die halbe Gemeinde wird zu Halloween vor seinem Grundstück in Kostümen erscheinen, es gibt alles was Angst macht und der Eintritt fürs Gruseln wird wie anders zu erwarten donatet.  Es ist ein Jammer, das ich an diesem Tag mitten in San Francisco bin, im Grunde müßte man das Treiben genau in einem solchen Quartier besuchen.

Die D-street endet abrupt, steigt dann scheinbar endlos ins baumlose Bergregion rund Petaluma. Schnell sind die letzten Häuser verchwunden, nur wenige Farmen bewirtschaften die kargen 300m Gebirgszüge im Westen der Stadt. Vornehmlich Viehzucht. Die Stadt ist bereits wenige Km später abgeschüttelt.

Wie in Nordamerika üblich sind die kleineren überregionalen Strassen nicht mit Hinweistafeln ausgeschildert. Die zweispurige, verkehrsame Chaussee führt nach Westen, erst 500m vor der jeweiligen Abfahrt erfolgt ein Ortshinweis.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Petaluma



Mi., 22.10. 
Langweilige Städte, ausgedörrte Landschaft
Der Wecker weckt mich unsanft gegen 7:00h, das spätabendliche Bad im Pool tat der lädierten rechten Schulter gut. Taya ist schon auf und hat eine Telefonkonferenz mit Gesprächspartnern an der Ostküste in Boston und in Deutschland. 
Es gibt einen ge meinsamen Kaffee, dann ist es Zeit zu gehen.
Quer durchs Sonoma County, auf dem Weg nach Petaluma

Der Tag beginnt spannend. Da die Sanierungsarbeiten auf der Highwaybrücke anhalten, ist sie für den Verkehr weiterhin komplett gesperrt. Theoretisch bedeutet das einen riesigen Umweg, da sich so schnell des Wegs keine weitere Brücke über den Russian River finden lässt. Deswegen ist es Taya’s Idee die alte, parallel verlaufende Eisenbahnbrücke zu benutzen. 

Taya

stillgelegte Eisenbahnbrücke
Keine Sorge, die Strecke ist seit langem außer Betrieb. Vor einigen Jahren habe ich diese Nummer mal in Masuren gedreht und ich brauchte einen Tag, um vorher herauszukriegen, wie oft der Zugverkehr besteht.
Nun, heute besteht tatsächlich keine Gefahr einer Zugbegegnung. Die Strecke ist tot, die Brücke, bzw. ihre Eisenbahnschwellen machen einen äußerst unerfreulich morschen Eindruck.
Auf der anderen Seite geht’s dann richtig los. 

Joe
Der erste Ort auf der Strecke ist Windsor. Der kleine Ort beginnt mit einer residential area und macht mit seiner monotonen Bungalow Bauweise in den Vorort Wohngebieten einen sehr gepflegten, langweiligen Eindruck. Ich muß mich tatsächlich druchfragen, obwohl Taya mir alles detailiert in den Bock diktiert hat, kann ich 10Stunden später meine eigene Schrift nicht mehr lesen.

'Komme aus dem kleinen Kiosk heraus und treffe auf Joe, hey man, ich muß Dich was fragen, ich fahre auch Fahrrad, wo kommst Du her? Wir unterhalten uns kurz und Joe sagt plötzlich, hier, ich muß Dir was zeigen, hab' ich extra gemacht und krempelt die rechte Wade frei, um mir sein Fahrrad Tattoo zu zeigen; 420$, toll was? hmm, da muß man echt schlucken.
Das 420$ Bein

10 min später auf dem Walmart Parkplatz kommt mir Cindy aufgekratzt entgegen und sagt mein Mann heißt Wolfgang Neumann und stammt aus Deutschland und wir unterhalten uns lange nachdem sie das Auto abgestellt hat. 
Bis dahin hatte der Tag seine angenehmen Seiten gezeigt. Eine halbe Stunde später beginnt der Frust, wieder kein wifi bei Starbuckx, noch besteht kein Grund zur Panik, versuche einfach den nächsten BK zu finden. 
Eine nutzlose 2,35$ Investition für einen Kaffee ohne zeitgleichen Zugang in die Welt.
Cindy

Santa Rosa heißt die Kreisstadt und ist zugleich größte Stadt in der Umgebung. Gute 14km durch die Strassen von Santa Rosa, jede Menge Verkehr, aber eine an Langweiligkeit und Ideenlosigkeit nicht zu überbietende Pracht. Wahrscheinlich haben sie seit Jahren die rote Laterne bei Unser Dorf soll schöner werden. 
Am Abend vorher hatte Taya Andeutungen gemacht, als ich fragte, was gibt es zu sehen? Nix!  Ein reisefotographischer SuperGAU. Es zieht sich hin bis ich wieder hinausfinde. Safeway finden, einige Kurven in Downtown, immerhin einige ältere Häuser, aber viel ist nicht zu machen. 
Der wohlklingende spanische Name verspricht mehr, als die Stadt bieten kann. 
Mehrspurige Highways durchziehen Santa Rosa, die Stadt ist ebenfalls monoton und autopraktisch angelegt, allerdings muß man bemerken, das die großen Straßen alle eine breit angelegte Radspur haben. 
Es ist das Dilemma, in Canada legt man viel Wert, den Besucher mit großen Schildern frühzeitig auf die Visitor´Center hinzuweisen, immer erste Adresse, bis auf wenige Ausnahmen leicht zu finden. 

In Santa Rosa fragt man sich irgendwann, ob es überhaupt ein Visitor Center gibt und dann die Frage, wie das wohl zu finden sein könnte?

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Healdsburg-Tag2

Bicycle City, immerhin schon seit 1880!
Di.,21.10.
Für alle, die gerade 4000$ übrig haben
Taya verläßt das Haus für ein Meeting in Santa Rosa schon um 08:00h und ich bin allein im Haus. Es gibt einiges für die letzten 60Meilen bis Downtown San Francisco zu tun. Jetzt nachdem die State Trouper mir die Weiterfahrt auf dem 101er untersagt hat, braucht es einige Alternativen und weitere Unterkünfte sollten geklärt werden.

Nach Abschluß der Arbeiten habe ich die ausdrückliche Erlaubnis Taya Privat Spa benutzen zu dürfen. Steht draußen und ist der absolute Knaller, für alle, die gerade nicht wissen, was sie mit rund 4000Dollar anstellen sollen, weil vielleicht das Haus schon bezahlt und das Auto noch zu neu ist, oderwasweißich. 
Warme 104°Fahrenheit(40°) mit zahlenreichen Massagedüsen und Beinfreiheit ausgestattet, sozusagen ein echter Burner für den nächsten Hochzeitstag.
Hat jetzt auch mal keiner von den Nachbarn hier im Viertel, obwohl auch die anderen Bewohner der Straße nicht gerade ärmlich wohnen.

Danach in die Innenstadt, auf zur Plaza, die im Stadtkern ein viereckiger Park ist, ähnlich wie in Arcata nur mit deutlich nobleren Stores umsiedelt.
Kaffeebars, Hutläden, alles für die Haustiere, und eben fabrications, dem Laden rund ums Patchwork.

Betritt man als Mann ohne weibliche Begleitung allein so einen Laden lächeln einen die beiden mitfünfziger Ladies eher mitleidig an, als würden sie sagen, wir haben kein WC oder was kann es sonst noch sein, was Dich hier hereintreibt?
Aber ich bin vorbereitet, hey Ladies, auf Eurer Homepage fehlen die Preise und ich bin der Bote der nun mal die Sache genauer für die Chefin untersuchen soll. 
Fabrications Healdsburg

Ein paar Fachbegriffe wie Layercakes und Jellyrolls eingeworfen und sofort sind wir im Gespräch. Mach' ruhig viele Fotos und gerne würden wir die Arbeiten Deiner Frau mal sehen. Ja, ich kann Euch sagen...Aber wie Ellinor schon vom weitem ahnte, der Laden steht im falschen Ort.
Helasburg ist ungeaschminkter Touristenort. Oder wie Taya später sagen wird, Healsburg ist etwas für wohlhabende Tagestouristen aus San Francisco, die kommen gerne die 70Mi hier her. 
In Port Orlofs wäre das Preisniveau sicher anders. Auch wenn die Ladies schnell einwerfen, hier ist alles viel preiswerter als bei Dir zu Hause. Nun, wer weiß; ich jedenfalls nicht.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Healdsburg

Falscher Pronomen, The Wurst in Healdsburg
Mo.,20.10.
Halt bloß einfach mal den Mund
Die Dunkelheit kommt früh und die Nächte draußen sind lang, insofern verwundert es nicht, das ich früh wach bin. An diesem Morgen allerdings hat irgendjemand bereits um 5:15h an schwerem Gerät zu tun.  Es lärmt gewaltig in der Dunkelheit, kurze später setzt starker Regen ein. Ohhhh, ein Tag nach Maß beginnt.

Ich werfe mich aus dem Schlafsack und raffe im strömenden Regen und der Dunkelheit das Zelt zusammen, Taschen ans das Rad. Rucksack drauf und geflüchtet. Erster Fluchtpunkt ist das Vordach des alten Bahnhofs. Heute wird keine Sonne aufgehen. Ich sitze und schreibe um 05:45h in Californien, drei Meter weiter vor mir regnet es junge Hunde.
Um 07:00h erfolgt die Fortsetzung der Flucht in den Norden der Stadt zu McDoof. Ein unglaubig abgewetzter, schäbiger kleiner Laden an der Highwayabfahrt, 70er Jahre Waschbeton Sitzelemente vor der Tür, drinnen ein auch nicht mehr einladendendes Interior. 
Die Besucher sind geteilt, drinnen, die sich mehr als einen Kaffee leisten können, draußen die, deren Budget für mehr nicht reicht. Kevin hatte von dem fast internet geschwärmt, an diesem Morgen gerät es zur Geduldsprobe. Ich bekomme keinen Zugang, warten auf Google... Nach gefühlt 30min bin ich drin, zwischenzeitlich fühle ich mich wie der Typ, der in einem Youtube Video in einem Großraumbüro sitzt und in einem Wutanfall mit der Tastatur auf die Schreibtischplatte hämmert. So witzig das Video ist, ich tippe immer wieder entnervt auf die Maustastatur, allein nichts passiert.
Highway 101 uphill
Stellungswechsel, gleich ist der Akku leer und ich habe nichts erreicht. Also zu BurgerKing. Die bieten sogar Strom, also im Dauerregen zurück an die Autobahn. Als ich eintreffe, ist der Laden fast leer.

Zum wiederholten Maße besuche ich Läden mit weniger Besuchern als Personal. Und die haben Tim Horton gekauft? Einfach nicht zu glauben.
Das Wetter klart gegen 10:30h auf, ich schreibe zwei Warmshower an und mache mich auf den Weg nach Cloverdale. Zwei Dinge sind in diesem Zusammenhang bemerkenswert, die im späteren Verlauf sehr wichtig werden. Erstens achte ich nicht drauf, das mein amerikanischer Steckeradapter für das deutsche Netzteil bei BurgerKing zurück bleibt und ich merke es erst 30Meilen später, als ich den Computer im nächsten McDonald wieder starten will. Sieben Monate habe ich ihn wie mein rechtes Auge beachtet, nun ist er weg. Und 2.liegt kurz vor Cloverdale ein letzter größerer Höhenzug, vor dem die Radfahrer vom Highway hinunterkomplimentiert werden. Schluß mit radfahren auf dem 101er.
Eines der vielen Weingüter
Zunächst aber verläuft der Weg nach Cloverdale wie geölt, Endgeschwindigkeit, Vollgas, ein herrliches Gefühl, die Strasse ist längst wieder trocken, es gibt einen breiten Randstreifen. Dramatischerweiser und unangekündigt hört dieser allerdings bei der Durchfahrt der Ortschaft Hopland plötzlich auf und ich stecke für 3km mitten im Berufsverkehr ohne irgendwelchen Sicherheitssaum.
Die humorvollen Strassenplaner stellen dann riesige orange Rauten an den Streaßenrand Bike share the roads auf; als ob das einen 63to Truck beeindrucken würde.
Zweiter Kaffee in Cloverdale, Taya hat nun zurückgeschrieben, allerdings wohnt sie in Healsburg, Du könntest mich auch per Skype zurückrufen. Eigentlich wollte ich erst am Mittwoch dort sein, nun bin ich nur noch 20Meilen entfernt. Irgendwas ist schiefgegangen in meiner Planung. Gestern gab es übrigens auch einen Warmshower in Ukiah, aber die Organisation bringt mich in Probleme, ich muß 2-3 Tage im voraus wissen, wo ich dann stecke. So einfach ist das nicht. Zumal nicht immer gleich wifi vorhanden ist.
Ehemalige Highschool in Hopland
Aber heute klappt es, Taya stört es nicht und ich kann noch am Nachmittag nach einem langen Skypegespräch mit Ellinor starten.
Um 15:15h mache ich mich auf den Weg zurück auf den Highway doch ich komme nicht weit, denn es kommt nun zu einer folgenschweren Begegnung.

Montag, 20. Oktober 2014

Ukiah, ehem.Rangierbahnhof

Nicht alles was am Baum hängt, schmeckt auch

So.,19.10.14
Wirklich alles ist eingezäunt
Die gestrigen 91km stecken mir schwer in den Knochen, heute sind es zwei schier endlose Steigungen, die mir das Leben schwer machen. So bin ich froh das es erstens bis nach Willits nur 22Meilen sind und zweitens die frühen Kilometer zunächst nur bergab gehen, es ist nach dem Start ein gemütliches abrollen durch das enge Tal.

Natürlich bleibt das nicht so und es folgen zwei sehr lange Rampen auf dem Weg in die Kreisstadt. Aber es gibt kaum Verkehr und der Seitenstreifen ist angenehm breit. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal den Sonntag übersehen, mir kommt erst der Gedanke an den Tag des Herrn, als ich verwundert so wenig Leute im Ort wahrnehme.
Sowohl Brad, als auch Kevin sprachen von dem Re-fill-Kaffee bei McDonalds und seinem schnellen Internet, so ist es ein guter Grund dem großen M einen Besuch abzustatten. Die Brüder sind dummerweise genau am anderen Ende der 4km langen Hauptstrasse. Leider wird es nichts mit dem re-fill, die Kaffeekanne steht sicher auf der anderen Seite des Tresens, aber  die Werbung kündigt von weitem an any size one Dollar.
Dann einige Arbeiten am Blog, danach ist Zeit für ein ausgedehntes Frühstück.
America's wirklicher Aldi
Seit Crescent City und dem Ausbleiben von Walmart habe ich neu den Grocery Outlet entdeckt. Nicht alles ist vergleichsweise sehr preiswert, aber vieles. Dieses ist der sogenannte zweite Lebensmittelmarkt in den USA.
ob der elsewhere Hinweis stimmt?, egal trotzdem preiswert
Lebensmittel aus Überproduktionen werden hier gehandelt. Irgendwie haben sie eine ganze Menge Markenartikel zu undenkbar günstigen Preisen, nix mit überproduzierten Produkten in Fantasienamen wie in Deutschland, anderes fehlt hingegen wieder ganz. 

Und Obst&Gemüse, das sie wahrscheinlich alibimäßig dazukaufen müssen, gibt es zu ganz normalen Preisen. Dennoch für mich lohnt es sich, Joghurt und Milchprodukte sind deutlich preiswerter als bei Safeway, wo man immer schnell genötigt wird gleich 2 oder drei auf einmal zu kaufen, um einen guten Preis zu bekommen.
on the move
Und da Trader’s Joe Trader Joe, also die Aldi’s Tochter, hier in diesem Land witziger Weise zu den hochpreisigsten Sellern gehört, kann man Grocery Outlet wirklich zu der untersten Stufe zählen. Überhaupt Aldi, die Amerikaner können mir da nicht folgen, Aldi in Deutschland, überall in fast jedem Ort vorhanden und ihre Tochter hier, wenn überhaupt dann nur in großen Städten.