tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Mittwoch, 19. November 2014

Goleta

ein unerwarterter Gast in der Stadtwildnis
Di.,18.11.
Back zu Costco
Die heutige Nacht war die erste seit den Tagen in Ontario, in der ich wieder  im geschlossenem Schlafsack geschlafen habe. Frisch ist es an diesem Morgen, als ich das Zelt abbaue. Ich sehne mich nach einer lange Radhose und überlege sogar nach Handschuhen zu suchen, als ich um 7:00h nach Los Alamos hineinrolle. 

Die Tankstelle hat Indoorgastronomie und ich verbringe mehr als 1 Stunde im Gebäude, bis ich mich endlich um 08:30h aufraffe.
Es ist nur ein einfacher Satz, den die Frau hinter dem Tresen sagt, aber er soll an diesem Tag eine enorme Bedeutung haben. Hey Lady, ich will weiter nach Buellton und dann nach Gaviota. Kann ich in Gaviota einkaufen? Ja, das ist deutlich größer als Los Alamos. Später wird sich nicht mehr feststellen lassen, ob sie wirklich Gaviota sagte, oder ich Goleta nicht richtig verstand.
Buellton
Zunächst aber läuft alles prima. Die Sonne kommt um 09:20h hervor und es wird schnell so warm, das ich anhalten muß. um die lange Hose zu wechseln. Kurz vor Buellton dann der endgültige Beweis,wie humorvoll amerikanische Strassenbauer sein können. 9Mi vor dem Ort ist die Abfahrt nach Los Olivos mit Brückenüberquerung. Es folgt das übliche Schild mit Biker bitte Exit here und so und nach genau 335m, also hinter der Brücke, ist der Biker wieder zugelassen. Wem auch immer sowas eingefallen ist, meinen absoluten Respekt. Ganz bestimmt ergibt das auch einen Sinn.
In Buellton eine Kaffeepause bei McDonalds, dann der von Clement prognostizierte harte Anstieg. Die letzte Bergkette vor der Küste. Es ist nocheinmal ein bonebraker, mehr als 7km langer Anstieg, dann die finale Abfahrt und mit Gegenhügel und der Blick ist frei auf den Pazifik.
Überhaupt, Clement hat mich gut eingestellt. Eine wunderbare Strecke, ideal für schwergepackte Reiseräder, es zeichnet sich wirklich aus, die locals einzubinden. Die adventure cycling.com favorisierte Hauptstrecke ist erheblich anspruchsvoller.
Es folgen nun eine Reihe State Parks direkt an der Küste; was nicht folgt ist der Ort Gaviota, der zuvor sogar noch auf der grünen Highwaytafel angekündigt wurde.
Brücke des alten Highways 101
Ich habe bewusst nicht vor dem Anstieg  Buellton eingekauft, weil die freundliche Frau in Los Alamos Gaviota vorschlug, zumindestens glaube ich eine lange Zeit dran und fahre eine gefühlte Ewigkeit, ohne das irgendwas auf dem Garmin Display erscheint.
Im zweiten State Park wird die Sache zu merkwürdig. Ich würde zu gerne die Nacht hier im Park verbringen, aber mir fehlen Getränke. Es ist zu warm, ich könnte allmählich trinken.
Der Parkwächter überbringt dann die Hiobs Botschaft. Nein, an Gaviota bist Du längst vorbei, da ist auch nichts mehr. Kein Gaviota, kein Store. Wann kommt der nächste Ort? Oh, das muß Gelota sein ungefähr 14Mi; bei amerikanischer Ungenauigkeit also gut 25km. Dazwischen nichts. Es ist kaum zu glauben in diesem Teil des Landes. Keine 150km vor Greater LA ist hier Pampas. Karge Hügel mit wenigen zerstreut liegenden Ranches, dazwischen der 101er und eine Eisenbahnstrecke und dann der Pazifik. Mehr als 50km nichts. Abgesehen von 3 State Parks direkt am Strand.
Tankstelle aus dem Jahre 1929 im Barndall Rio Grande Erdölgebiet am Ortseingang von Goleta
Die Zeit schreitet fort, der Ranger empfiehlt einen Laden im Nachbarort, irgendwie unter dem Highway durch, nur wenige Meilen entfernt. Oder die Gazolin Station 10Mi entfernt.
Ich setze mich in Bewegung, aber schon bald wird klar, es gibt keine Unterführung und keinen Ort auf der anderen Strassenseite; auch eine Tankstelle direkt am Highway werde ich später nicht finden. 

Dienstag, 18. November 2014

Los Alamos, CA

Verschwenderischer Wasserverbrauch macht in diesen Zeiten verdächtig
Mo.,17.11.14
Es bleibt ein Gewurschtel
Clemt ist schon wieder vor 06:00h aufgestanden, an Schlaf ist nun nicht mehr zu denken. Also die üblichen Startvorbereitungen und doch gibt’s gleich zu Anfang einen Fehlstart, ich entdecke das der Hinterreifen wieder platt ist. Der Montagmorgen beginnt mit Reifenflicken, na, das wird ein Tag.
Wir verlassen beide das Haus gegen 08:00h. Clement will heute eine lange Strecke fahren, damit, wie er betont, er in Form bleibt. Mit 71 in Form bleiben! Respekt.

Er begleitet mich südlich an den Ausgang des Ortes; bei Starbucks trennen wir uns.
Ein langes Skypegespräch mit Ellinor folgt vor ihrer Abreise nach Bayern.
Weihnachtsschmuck ist aufgehängt Pismo Beach

Um 09:15h starte ich. Der Weg führt zunächst in ziemlicher Nähe zum 101er nach Pismo Beach. Ein breiter Sandstrand in einer Felsenbucht mit langer Seebrücke. Jeder Vergleich mit den Ostseebäder muß trotz der hölzernen Seebrücke scheitern, die amerikanischen Orte sind um vieles größer, der 101er lärmt permanent, wirklich Ruhe und Gemütlichkeit ist in den breiten Strassen des Ortes so richtig zu finden. Es gibt keine innerörtliche Verkehrberuhigung.
Pismo Beach
Nach Pismo Beach wird es zum ersten Mal spannend. Wie bereits erwähnt, gibt es keinen ausgeschilderten, durchlaufenden Radweg. aber es gibt viele Radspuren mit grünen und weißen Bike Path Schildern, irgendwie und überall, aber welcher ohne große Umschweife nach Süden führt, ist nicht so einfach zu erkennen. Es ist das übliche Gewurschtel. Da ich immer noch abseits der Hauptrichtung Alaska-Argentina fahre, bilde ich mir ein, es wäre eine clevere Idee immer in der Nähe des 101er zu bleiben. Der Plan geht Anfangs auch auf. 

Irgendwie ist immer eine Strasse parallel des 101er. Die Orte gehen nun ohne erkennbare Stadtgrenzen ineinander über. Pismo Beach scheint kein Ende zu nehmen. Irgendwie sprach Clemt gestern von unter dem Highway durch und dann die linke Seite…, aber es gibt kein unterdurch. Und dann ist in Arroyo Grande einfach wieder Schluß, der im Garmin aufgeführte Radweg bringt mich direkt bis vor das Verbotsschild an der Highway Auffahrt. Super gemacht!

Ich muß drehen, brauche einen neuen Weg und mache unfreiwillig wieder eine Ortsbesichtigung durch Arroya, bis ich in einem weiten Bogen durch das lange Los Berros Tal wieder an den Highway herangeführt werde. Es ist unglaublich heiß in der Mittagszeit. Erste Pause mitten im Nichts am Los Berros Daily Market. Kaffee und Donut. Der Wirt hat Geflügel auf einem riesigen Grill und erwartet die mexikanischen Feldarbeiter zum Lunch. Und während ich den Kaffee genieße kommen auch tatsächlich die Pickups wie gerufen scheinbar zielstrebig herangerauscht.
Erntefahrzeug, amerikanischer Art

Weitere 20 einsame Kilometer nach Santa Maria quer durch die kargen Felder.
Die Warmshower Freunde im Ort antworteten nicht, so ist Santa Maria nur ein Ort zum durchfahren. Der Ort wirkt groß und geschäftig. Die Hauptgeschäftsstrasse scheint der Broadway zu sein, rechts und links der 6spurigen, mehr als 7km langen Strasse, liegen die üblichen Geschäfte.

San Luis Obispo-Morro Bay

Vorsicht! grüne, hassende Avacados
So.,16.11.
Ausflüge
In seiner Antwortmail betonte Clemt, er hätte zwar das ganze Wochenende Zeit, nur nicht am Sonntagmorgen. Klarer Fall, er will Gottesdienst besuchen.
Doch Clemt ist, seit dem er keine Marathons mehr läuft, Mitglied des SLOBC, des ortsansässigen Fahrradclubs und seine Kumpels treffen sich mit ihm am Sonntagmorgen zur Ausfahrt. Dabei ist er mit 71 Jahren nicht mal der älteste. Ein Biker wäre 1 Jahr älter.
Clemt mit seinem 2012er USaRundfahrt Rad
Natürlich am frühen Morgen. Sozusagen mitten in der Nacht. Als ich wachwerede, ist es noch vor 06:00h. Grim bekommt Futter, Clemt erscheint bereits in Chic und Schale, während ich mühsam auf der Suche nach Kaffee bin. Es gibt nur Decaf, also Kaffee ohne Bums.

Vor 08:00h sind wir schon auf der Strasse, ich habe bei der Vorstellung der Strecke abgelehnt, nein, keine Berge, auch nicht ohne Gewicht. 
Avilla Beach
So begleite ich Clemt nach Süden zu seinem Treffpunkt und besuche den Strandort Avilla Beach. Ein schläfriger, kleiner Ort ohne große Allüren, eingebettet in eine Bucht. Zwei Strandcafe’s haben schon geöffnet, nur wenige Fußgänger verirren sich auf der sonnigen Promenade. Es wird wieder ein sonniger warmer Tag.
Nach einer Stunde zurück nach SLO. Die Innenstadt ist um 11:00h trotz des Sonntag reichlich belebt. Die Sportbars und Cafe’s entlang der Monterey sind gut gefüllt. Ich verbringe einige Zeit vor der Mission im Park. Schon 1772 gründeten die Jesuiten hier eine Mission. Sie ist deutlich besser erhalten, als die Franziskaner Mission in San Miquel. 
Wikipedia.org Mission San Luis Obispo de Tolosa 
Und ich treffe auf Dean, der mich wieder erkennt. Bist Du nicht gestern mit einem vollgepackten Fahrrad über den Grade gefahren? Er stammt aus Israel und wir unterhalten uns eine ganze Zeit lang über die Situation hier in den USA. Auch er hat den Traum eines Tages CrossAmerica fahren zu wollen.
San Luis Obispo Missionsstation
Anscheinend gibt es ein Footballspiel der NFL. Es wirkt ein wenig befremdlich, an diesem Sonntagmorgen die laute Begeisterung der Fans in den Pubs zu hören. Die Raiders aus LA spielen.

San Luis Obisbo

Klare Worte für Rückwärtsfahrer
Sa.15.11.
Typisch (nord)amerikanisch
Ich will früh aufbrechen in Templeton, ob nun, weil auch andere Gäste in dem B&B anwesend sind oder herzensgute Großzügigkeit, Scott und Elaine lassen sich es nicht nehmen und ich bekomme auch an diesem Tag ein gigantisches Omelett mit Paprika und Schinken. Alter Falter! 
Die anderen Gäste erscheinen später, viel Zeit für Konversation bleibt nicht mehr, auch Elaine und Scott sind am frühstücken und so mache ich mich ohne große, sonst übliche Verabschiedung auf den Weg. Es hat mir gut gefallen in Templeton.
Bike Lane Inn

Der Weg führt mehr oder weniger unerlaubt, das Verbotsschild ignoriend, über den Highway nach Atascadero und hier ist auch schon wieder Schluß mit Highway.

Nach der ersten Kreuzung sind deutlich klacker Fahrgeräusche zu hören. Ich weiß sofort was los ist. Aber das Ergebnis ist dann doch beeindruckend. Es hat etwas künstlerisches an sich, in einen 4cm langen Dachpappennagel zu fahren. Ich blicke auf den Kopf des tief eingedrungenen Zinknagels und bin echt erstaunt. Keine 3km nach dem Start. Woh!
Manchmal frag man sich wie das möglich ist

Danach durch den mehr als 5km langgezogenen Ort Atascadero. Ein typisches Strassendorf. Der alte El Camino Real folgt dem neuen Highway parallel, jede Auffahrt auf die deutlich flacher angelegte Strecke bleibt an diesem Morgen verwehrt.
Unter Geiern

Dafür entdecke ich wieder die großen Vögel, und diesmal gibt es so viele das Zeit bleibt zum angucken. Geier! Es sind wahrhaftig Geier. Ich habe nie vorher welche gesehen, in Scharen bevölkern sie die Bäume und Stromleitungen an der Strasse. In meinen Vorstellungen leben diese Vögel nur in den Wüsten, vorallem aber außerhalb der Zivilisation.
Diese Familie jedoch befindet sich nur ein wenig außerhalb des Ortes und hat ein Reh aufgespürt, das unweit der Bahnschienen verendet ist. 
Erste Pause in Santa Margarita, einem kleinen Ort an der Hauptstrasse ohne großartige Bedeutung, jedoch mit einer wunderbaren Antikscheune.
Keine 2km hinter dem Ort verläuft der Highway und nun ist die Auffahrt erlaubt. Kurz bevor ich den Highway erreiche, begrüßt mich jemand lautstark von hinten, es ist Debra, die mit ihrem Rennrad eine Samstagmorgen Tour fährt. Wir fahren ein wenig zusammen und ihre fröhliche aufgeweckte Stimmung wirkt gerade zu ansteckend. Auch sie hat einmal CrossAmerika gefahren, ist aber nun mit ihren vielen Enkel so eingebunden, das für große Touren keine Zeit mehr bleibt.
Auch sie spricht von the grade. Dem Anstieg, oder vulgo der Wand. Seit zwei Tagen reden sie alle von the grade, die mir bevor steht. Was the grade ist, entdecke ich dann, nachdem ich die Auffahrt hinter mir habe. Nach langer Zeit geht es mal wieder gefühlt endlos bergan. 

Nicht so sehr steil wie in Alberta, aber doch so, das ich Pausen einlegen muß und glücklich bin, als ich mein Lieblingsschild am Strassenrand entdecke, Brakecheck 1/2Mi. Und oben angekommen wird der Aufstieg belohnt. Gute 4Meilen mit mehr 67km/h führt der Weg zu Tag, fast bis vor die Tore San Luis Obispo(SLO).
Natürlich muß ich wie erwartet den Highway bereits an der ersten Abfahrt verlassen. Die Monterey führt durch die gesamte Vorstadt San Obisbos, bis in den Innenstadtkern. Dadurch das der Highway um die Stadt geleitet wird, gibt es einen nette, gemütliche Innenstadt mit vielen kleinen Geschäften, ähnlich wie Santa Cruz. Wobei SLO deutlich wohlhabender wirkt. Es gibt als sicheres Anzeichen im Gegensatz zu Santa Cruz keine Triftstores in der Innenstadt.
Mein Gastgeber wohnt 3057 Higuera, was für deutsche Verhältnisse, wie auf dem Mond klingt. 3057! Es ist noch etwas Zeit und so suche ich den örtlichen McDonalds auf, praktischerweise keine 500m von meinem Host entfernt. 
Debra aus Santa Magarita

Templeton-Atascadero

Aufforderung zum Gras schneiden, u. U. mehrmals im Jahr
Fr.14.11.
Donation ist alles
Ich bin eingeladen zu einem super Frühstück das Elaine selbst zu bereitet. So sitzen wir zu dritt in dem großen Raum, Tom mit seiner Frau und ich und machen auf Konversation. Ich erzähle den beiden von den Taranteln und meiner Unsicherheit, ob die auch wirklich Tod wären.
Nein, bestimmt nicht, sagt Tom ungerührt, die stellen sich nur Tod. Da wo er leben würde, würden sie beim wandern in den Bergen permanent auf diese pelzigen Gesellen stoßen. Es ist Paarungszeit im Oktoker, die Spinnen würden bisweilen weite Strecken auf der Suche nach dem anderen Geschlecht unternehmen. Was für Aussichten.




Ich bin nicht ängstlich, ich schlafe in Gegenden, die mir unbekannt sind und denke nicht eine Minute über irgendwelche drohenden Gefahren im Outback nach. Vielleicht ist das etwas naiv, aber ich vertraue meiner Intuition. Bisher hat das immer geklappt. Aber bei Taranteln gibt es keine Intuition. Nein, zugegeben, da spüre ich ein gewisse Angst.
Elaine kommt hinzu und erklärt auf ihrem letzten Campground hätten sie eine Tarantel im Zelt gehabt.
Hillllffee! Nun muß ich das Thema aber mal ganz schnell wechseln. 
Salinas River

Ich will den Tag nutzen und noch einmal in das Flussbett des Salinas Rivers und danach in den Nachbarort Atascadero. An diesem Tag ist der Weg ohne Gepäck leichter und ich unternehme eine längere Wanderung in dem Gebiet, das einst mit Wasser gefüllt war. Seit langem ist hier alles trocken. Zurückgeblieben sind unglaubliche Mengen an Kiesel und eine sich selbst überlassene Natur. Jedenfalls fast, denn Teile des ehemaligen Flussbetts werden von Motocross Fahrern genutzt. Deutlich sieht man die Schäden, die durch das Cruisen mit ihren Hinterrädern zurückbleiben.
Atascadero
Atascadero ist wie erwartet ein nicht besonders sehenswerter Strassenort mit den vielen typischen großen, uniformen Stores.
Halloween ist over....
 Ein austauschbarer Ort wie viele andere. All das, was in Templeton zum Glück fehlt und die Schönheit des Ortes ausmacht, hier ist es vorhanden. Atascadero ist eine typische Autostadt, nicht schön aber autogerecht.

 Nachdem Halloween abgearbeitet ist sind die Läden längst voll mit Weihnachtsschmuck. Spiderman und alle anderen Kostüme die noch da sind, gibt es jetzt für 10%. Stattdessen sind Pastiktannenbäume zum Verkauf bereitgestellt worden, ab 193$ der 2m Grünling wahlweise Kugeln je nach Geschmack. Und die Schmerzgrenze liegt bei K-mart ziemlich hoch.

...Platz für den nächsten Plastikmüll

Zurück im Ort folgt eine ausführliche Besichtigungstour. Dabei entdecke ich den auf Spendenbasis aufgebauten Buchschuppen des Ortes. Zwar planen sie eine richtige Bücherei im Ort mit Baukosten um die 3Mio$,aber im Moment haben sie erst 1,25 Mio zusammen, alles auf freiwilliger Basis. Einfach wäre das nicht in einem so kleinen Ort, so die freundliche Volunteerin die an diesem Tag anwesend ist. Sowas begeistert mich. 


Freitag, 14. November 2014

Templeton

Homepage des Biker Inns von Elaine und Scott
Do.,13.11.2014
www.bikelaneinn.com
Zunächst, ich habe nicht von Taranteln geträumt, das es dennoch eine äußerst unruhige Nacht war lag auch nicht am nahen Highway, sondern an den Chipmunks, die permanent das Vorzelt unsicher machten. Hey, nun reißt Euch doch mal zusammen, Taschenlampe wieder aus, 20min Ruhe und wieder gebinnt alles von vorn.
der Strom ist abgeschaltet, der aufblasbare Weihnachtsmann hängt am Zaun

Es sind 7Mi von San Miquel nach Paso Robles. Ich liege mit meinem Zeit irgendwo dazwischen. Eine kurze Strecke am frühen Morgen. Paso Robles next 4 Exits. Am ersten Exit ist meine Zeit gekommen. Bicycles exit here...Ja, ich weiß, also Garmin eingesschalten, aber das Ding stellt sich wieder blind. 
Templeton Main street
Es braucht eine ganze Zeit, bis ich ahne, der Ort heißt eigentlich El Paso del Robles und das Garmin braucht genau diesen Terminus, ein meinten sie vielleicht?.. gibt es nicht. Dabei ist es unwichtig, ob jeder die Stadt umgangssprachlich nur Paso oder Paso Robbles nennt. Ich stehe 10min am im Nieselregen Highwayrand und rede mit dem Garmin. 
Tempelton Fire Department

Der 26.000Einwohner Ort ist das Zentrum am südlichen Ende des Valleys. Es gibt mehrere Schulen, eine Bücherei, Starbucks&Co. und jede Menge Kaufhäuser. Die Stadt bietet eine Rundumversorgung für Biker. 

Erste Pause bei Smart&Final. Frühstück unter dem Vordach neben den Einkaufswagen. Es ist 07:30h, noch ist alles grau, es hat in der Nacht sogar zweimal leicht genieselt. Und auch hier sind die Strassen feucht. 

Albert hatte Unrecht. It never rains in southern California. Doch, aber nur ganz leicht.
Viel zu sehen gibt es Paso Robles indes nicht. Die Spring street führt einmal quer durch den Ort. Rechts und links liegen die kleinen Geschäfte, am südlichen Ortsausgang sind die großen Malls. 
Templeton Seed and Grain


Der Radfahrer wird nach Süden über die Vine street nach Templeton geführt. Aber gefühlt hört Paso auf den nächsten 5Meilen nicht mehr auf. Der gesamte Highway ist mit Gebäuden gesäumt. Alles autofreundlich arrangiert. Die Vine führt in den 7600 Einwohner kleinen Ort. Es ist ein gemütlicher Ort, der sofort Behaglichkeit ausstrahlt. 

Er könnte aufgrund seiner vielen Läden, deren Häuserfronten an historische Vorbilder erinnern, Kulisse eines Filmes sein. Zeit hat hier spürbar einen anderen Wert. Und dieser Ort ist sofort spürbar anders, als die vielen kleines Orte im Valley zuvor.
Google, Templeton Vineries

Wenn man sagen kann, dieser Ort ist  amerikanisch, dann schon allein weil er nicht mit San beginnt. Es gibt einen alles dominierenden großen Speicher mitten auf der Hauptstrasse, einen typischen Deli Convenience store, in dem zur Mittagszeit ein halbes Dutzend Verkäuferinnen die Chickenwings und Fries in take away Packungen verkaufen, einen typischen Waltons Family Eisenwarenladen und sogar einen Trader Joe. 
Tasting Room des Clavo Weinbauers

Und Templeton ist ein Schwergewicht in der Weinproduktion dieser Region, 
der Ort eignet sich hervorragend zu Ausflügen zu Probierhäusern der Vineries. Vine tasting; überall sieht man diese Schilder. Der Preis liegt meist bei 5-8Dollar, und man bekommt je nach Haus bis zu 10 verschiedene Weine zum Probieren. Winecountry welcome.com Es soll mehr als 300 Weinbauern hier in der Region geben, die wirkliche Spitzenweise produzieren. 
Hewitt, seit 1923 Eisenwaren und Pumpen

Ich habe in Paso Robles nichts eingekauft, da ich aufgrund der vorhandenen Zeit zunächst ins benachbarte Atascadero weiter wollte, um später zurück zu kommen. Schon auf der Google Karte aber sah die Sache bedenklich aus. Später in Templeton wird der Irrsinn nun greifbar.
Source:weather-forecast.com

Donnerstag, 13. November 2014

San Miquel

Wasser für jeden Zweck


Mi.,12.11.14 
Tarantula
Ich hatte ein wenig Sorge, das ich Weg zurück auf den Hauptweg des Parks, nicht wieder finden würde. Gestern in der völligen Dunkelheit, als ich in der Dunkelheit einfach quer durch die Büsche geschoben bin. Und ich wollte schon gar nicht den Parkrangern erklären, wo ich in meinem Aufzug herkommen würde, also blieb nur wieder das frühzeitige abrücken.
Echtes Guerilla Camping eben. 
King City
Allerdings stellte ich bei genauer Betrachtung am heutigen Morgen fest, dass das Sanitärhäuschen auf dem Campground verriegelt war und somit eine offizielle Aufnahme gestern ohnehin schwierig geworden wäre.
Die Saison ist einfach zu Ende, auch hier ist Mitte November, da kann es noch so warm draußen sein. 
Kaliforniens Felder brauchen  Wasser
Die frühe Flucht endet bei Mc Donalds und ich entdecke Steckdosen und eine gemütliche Kunstlederbank. Na, was für ein Start! Ellinor meldet sich nicht, so verbringe ich gute 90min bei McCafe und starte um 08:30am.
Rund um McDonalds haben sich alle Motelketten von Super8 bis Holiday Inn angesiedelt, das spricht für eine ansprechende Ortsgröße, ich muß einmal durch den Ort und komme so zu einer kurzweiligen Besichtigung. Bis 1969 führte der alte 101er durch den Ort, dann entschied man sich für eine großzügige Umgehung. Zu sehen gibt’s freilich nix, der bisher größte Ort nach Salinas ist ein verkehrsarmer, fast menschenleerer Weiler im Valley. 
Paris Valley road
Drei Dinge sind es, die den heutigen Tagesablauf entscheidend beeinflussen. Es wird bergig, es wird einsamer und der Highway 101 ist für längere Zeit tabu.
Gleich hinter King City wird die gewohnte Auffahrt verweigert, es gibt eine Regionalstrasse, die über San Lucas nach San Ardo führt. Der Highway verschwindet, die Felder sind abgeerntet, es gibt wieder viel Weinanbau und ich bin allein mit mir. Selten kommt ein Auto vorbei, der Weg nach San Lucas führt mich durch anscheinend menschenleere Gegenden, die Felder sind alle bearbeitet, aber ich sehe keine Menschen mehr.
San Lucas ist zu unbedeutend, es gibt hier keine Läden, die Strasse führt nun weiter nach San Ardo, ich finde nicht die Ausfahrt des Ortes und werrde stattdesssen durch das Paris Valley geführt; mehrfach kreuzt die Landstrasse den Highway, die Auffahrt bleibt weiterhin verwehrt.  Dafür steigt die Strasse nun kräftig an. Bis auf 370Hm führt der Weg wenigen Farmen vorbei, die verstreut in den baumlosen Bergen liegen. 

Eine karge Landschaft herrscht hier, das bestzutreffende Adjektiv ist wahrscheinlich leer. Hier herrscht eine großartige, atemraubende Leere. Nix ist zu sehen, verdörrte Weiden auf den Hügeln, Zäune, die am Horizont enden. Der Mensch wird klein in dieser scheinbaren unendliche Leere.
San Ardo, spanischer Ort in Zentral Kalinfornien, chinesisch geführter Supermarkt Millers
Backroads nennen die Nordamerikaner solche Gegenden. Es ist Mittagszeit. Auf den abseits der Strassen liegenden Farmen ist kein Arbeitsgeräusch zu hören. Ich bin völlig allein in der warmen Sonne. Einzig einige schwarze Rinder sind auf den graslosen Weiden zu sehen.
Dann erreiche ich San Ardo, ich unterquere den Highway, die Verbotsschilder fehlen, also ein sicheres Indiz, das die Auffahrt hier möglich ist. Früher durchquerte der 101er den kleinen Ort, seitdem die Umgehungsstrasse da ist, versandet der Ort. 

Aber ich will eine Pause einlegen und  brauche was zu trinken. Und vielleicht einen Kaffee. Oberflächlich betrachtet hat San Ardo noch alles was zu einem Dorf gehört, eine Grundschule, auf deren Schulhof 12 Kinder toben, jede Menge Häuser und den Hinweis auf Gastronomie und Tankstelle.
Interessant wird es allerdings, wenn man die Einheimischen nach dem Weg fragt, Buenos Diaz Seniora, spechen die englisch? ...Little! Okay, where ist the next grocery? Hä?(will sagen, wat?) Wohlgemerkt ich bin immer noch in Amerika und nicht irgendwo in Guatemala odersonstwo. 
Okay, next Gazolin station? und nun folgt ein Wortschwall, aber die Arme rudern nach links. Na bitte. 
Nein, das ist kein Zufall, ich entdecke selbst den Grocery, Millers…, chinesisch geführt, Kommunikation auch hier ohne großen Erfolg, hey Lady, do you sell coffee? No, gazolinstation. Wieder rudern die Arme in der Luft. Der Ort hat einen gewissen Charme, Typ staubiges Wüstennest in einem Western. Hey Gringo? Woher kommst Du her mit Deinem Stahlroß?
Danny vom San Ardo Cafe
Danny heißt der junge Mann, der das ArdoCafe am Laufen hält und mit ihm kann man sich in englisch unterhalten. Kaffee gibt’s im Pott, aber die Attraktion ist mehr das Interior des Ladens selbst. Sowas habe ich bisher nicht gesehen. Wie aus einem 70er Jahre Roadmovie, typisch amerikanisch, fast museal. 
Danny sagt, bevor sie den 101er gebaut hatten führte der alte Highway direkt durch den Ort, es gab 4 Tankstellen, mehrere Bars und Cafes. Nun ist er der einzige, seine Eltern übernahmen den Laden vor 25Jahren. Seine Hauptkundschaft sind die Ölarbeiter am Highway. Die zum Frühstück rüberkommen, es wäre meist so voll, das er mit dem servieren nicht nachkommt. Heute Mittag bin ich der einzige Gast.   
Danny's Weltkarte
Und er hat eine Weltkarte aufgehängt. Er ermuntert mich einen Pin in die große Karte hinter mir zu stecken. Zu meiner Überraschung sind viele Gäste aus Europa dieses Jahr schon hier gewesen. Die Karte ist auch auf Facebook, wie er stolz sagt, er ist im Ort ein bißchen berühmt. 
San Ardo Ölfeld
Ich verlasse den Ort, mein Ziel Paso Robles ist heute zu weit. Die Umwege Off-the Highway haben zuviel Zeit gekostet. San Miguel ist der nächste Ort, immer noch gut 45km entfernt. Der 101er führt tatsächlich an einem riesigen Ölfeld vorbei. Die Strassenqualität dieses Teilabschnittes ist desaströs, der Aphalt ist aufgerissen und mit Bitumen wieder gepflickt, für den Randstreifen, war das Budget anscheinend aufgebraucht; alle 5m fahre ich über eine querverlaufende aufgebrochene Welle. 
Eine so schlechte Strecke gab es in Amerika bisher noch nicht. Hier können sie nicht mit ihrem HIV Aids Ride entlang gekommen sein, eine Fahrt mit einem Rennrad und die Felge ist abends hinüber. In der Tat, es gibt hier auch keine Radfahrer, die Fahrt durch das Valley ist abseits der üblichen Hauptreiseroute auf dem Highway 1. 

Es waren Taya und andere, die mich, der ich keine Berge mehr wollte,  ermunterten hier zu fahren, flach sei es und einfach zu fahren. Dieser Tag aber ist alles andere als flach, wieder einmal haben sie mich hoch genommen, wenn das hier flach ist, möchte ich gar nicht wissen, was sie unter bergig verstehen.
Durch die Rüttelei fahre ich nun bedeutend langsamer und beobachte etwas, was mich erschaudert.