tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Donnerstag, 27. November 2014

LA-Venice


Di.,25.11.14
Arnold und die Muskelmänner
Ich muss noch einmal zurück nach Inglewood, die Sache von gestern und die Sache mit dem notwendigen Bikekarton zu Ende bringen.
Also scheinbar eine schnelle, leichte Aufgabe. Die Stadt auf dem schnellsten Wege verlassen, heißt zunächst flach am Strand nach Santa Monica zu kommen, macht gute 10km. Aber ich vertrödele den Start bei Starbucks bereits, denn jedes Mal, wenn einige Kunden mehr online sind, bricht in diesem Cafe die Leitung zusammen.

Santa Monica, wirkt um diese Uhrzeit noch ein wenig verschlafen, einzig auf dem Strandweg sind bereits außerordentlich viele Jogger und Walker auf der Promenade unterwegs.
Gute 2 Km hinter dem Ortskern beginnt im Süden der berühmte Strand von Venice. Wenn Malibu upperclass ist und Santa Monica Ortskern eher ein typisches Familienbad, dann ist Venice Beach freakig, multikulti, hip.

Zumindest für die einen. Denn Gegend um die Strandpromenade von Venice ist deutlich in die Jahre gekommen. Ist ein wenig eine morbide Schönheit. 
Die Gebäude sind deutlich angegraut, die Grafiti verblasst, die Gegend wirkt rau.In vorderster Linie stehen flache buntbemalten shops, einfache Blechhütten neben alten Steinbauten, deren Arkaden an die große Zeit Venice erinnern. Rolladen sind ramponiert, teil eingetreten, es ist kein Aushängeschild für Firstclass Shopping. Es gibt viel Ramsch, die typischenTshirts, die üblichen Standort Memoralien, bis hin zu buntbemalte Totenköpfen; viel Rastafari, kurz gesagt, zu viele Dinge von geringem Halbzeitwert.

Auf der anderen Seite der Promenade in den Dünenparks lagern mehr als 100 homeless people in Gruppen, für die der Tag an diesem frühen Morgen gerade erst begonnen zu scheinen hat. 


Alles wird dominiert von einem überdimensionalen V, erstellt aus übergroßen rostigen Stahlträgern. Auf einem Hügel in den Dünen befindet sich eine Polzeiwache, die ein wenig an die Davidswache erinnert. Wir zeigen Flagge.
Venice lebt von seinen unbeschreiblichen Stränden, von den Surfern und eben von dieser Art of living. Ein wenig weiter der berühmte Muscle Beach, Arnold hat hier trainiert, als er noch nicht Govenor werden wollte.
Shwoartzenegger was here
Ein Open Air Fitness Studio für 10$ darf hier jeder von Sonnenaufgang bis Untergang Gewichte stemmen. An den Wänden Grüße von Arnold und anderen berühmten Bodybuildern. 
Aber es war nicht immer so, denn die Entstehungsgeschichte von Venice eine ganz andere. Venice, eigentlich Venice of America war ein Fantasieobjekt eines reiches Tabakbarons, der um die Jahrhundertwende des vorherigen Jh. sich seinen Traum erfüllte. Ein Stadt in Amerika, die dem Ideal an der Adria ähneln sollte. Viel ist nicht geblieben, die Kanäle sind größtenteil zugeschüttet worden. Aber Spuren gibt es noch. Und nur wenige Blocks abseits der Promenade hat sich in den Strassen eine ganz andere Welt mit vielen Cafes und kleinen Boutiken, wieder so eine Art Prenzlauerberg für Reiche entwickelt. 
Wikipedia.org Venice Los Angeles

LA-Inglewood

Mo.,24.11.
Starbucks Inglewood
Es gilt die Unterkunft der letzten Tage zu organisieren. Also als erstes ein Ausflug nach Santa Monica. Der internationale Herbergsverband betreibt in Strandnähe an der 2nd Street ein Hostel.
8-10 Betten male Dorm für 34$+Tax bei Frühbuchung, Just-in-time geht auch, kostest aber 10$ Aufschlag. Transport zum Flughafen inclusive Bike ist für 18$ zu machen. Klingt gut, aber für die letzten Tage dürfte es auch etwas mehr sein, also auf in Richtung Flughafen. LAX liegt dem Stadtteil Inglewood vorgelagert und wie immer ist es auf der Karte nur ein Katzensprung. Immer an der Küste entlang und auf den Yachthafen Marina Del Rei zu.
In einem weitem Bogen um den Hafen und schon ist das Airportgelände erreicht, wenigstens auf der Karte. Dann in den Century Boulevard hinein, es braucht 5km die Strasse entlang, dann erscheinen die Motels wie die Perlen einer Kette hintereinander. So weit der Plan.
LAX, viertgrößter Airport der Welt hinter, Atlanta, Peking und London
Aber die Größe der Stadt erweisst sich auch heute als unerbittlich. Am rechten Strassenrand der 6spurigen Strassen voller Autos geht es in der Mittagshitze durch die Stadt. Die Temperatur beträgt um die Mittagszeit 42°. 
Die Interstate 405 Richtung Nord
Und die Strassen nehmen auch heute kein Ende. Die vorausberechneten 13Mi werden zur Herausforerung. Es herrscht ein permanenter Lärmpegel, der nach einer Weile einfach belastend wird. Hier sind keine Fahrräder zu sehen. Zwar gibt es genügend breite Randstreifen, aber diese Straßen waren nie für die gemeinsame Nutzung vorgesehen.
Das merkt man spätestens dann, wenn man als Radler auf dem Sepulveda Blvd. im Verlaufe des Hwy 1 in den Century Blvd links einbiegen will. Also der flotte crossover von ganz rechts über 5Spuren nach ganz links  Der Verkehrs stoppt nicht, niemand wartet, es scheint keine Lücken zu geben, es dauert ewig bis Ampelschaltungen den Verkehrsfluss kurzfristig bändigen.
Natürlich liegen die meine Holzklasse Motels vom Flughafen in respektablem Abstand zu den großen Häusern der Hiltons und Ramadas.. Der Century Blvd verbindet die großen Interstates miteinander und ist somit eine großer ZubringerAllee.

Die Strasse ist ausgefahren, der Asphalt ist brüchig, großenteils besteht die Oberfläche aus großen Betonflächen, die früher mal mit Dehnungsfugen verbunden waren, jetzt sind dort Schlaglöcher und Kratern.

Möglicherweise merkt der Fahrer eines großen Trucks kaum etwas davon. Aber ich.
Die Länge der Strasse, der Lärm und die Rüttelei zermürben. Ich bin nahe dabei umzudrehen. Es ist stressig, selbst in der Vor-rush hour. 
Ich habe das Gefühl, ich bin irgendwo im non-touristischen Outback. Das Hilton liegt nun schon 4km zurück. Aber dann lächelt der Economotel Chef eyh man, alles kein Problem, Flughafenservice, klar, 10$. Angeblich sind es nur 4Mi bis zum Terminal, aber es schlaucht, obwohl ich mich nicht davor scheue in der Stadt zu fahren.

Etwas fehlt noch; einen Bikeshop finden und einen Bikekarton vorbestellen. Die Radläden sind sowohl nördlich als südlich des Century. Jeweils nur 3Mi entfernt, also vorher einen Kaffee bei Starbucks und danach einen Neuanlauf.

Starbucks, safety Reasons
Alles läuft gut, das Fahrrad in Sichtweite, online mit einem gemütlichen Kaffee, aber es soll nicht sein; das Fahrrad erregt Ärger. Gehört ihnen das Fahrrad? Das darf dort nicht stehen, bitte entfernen sie das Rad umgehend. Was? Wieso da steht doch kein Verbotsschild, die Tür ist doch (nachgemessene)4m von dem Rad entfernt, was sollte nun stören?

Dienstag, 25. November 2014

25000, thank you so much

Mo.,24.11. 
25000!
Point Mugu State Park

Weil es sonst nicht passt, es ist passiert. Yeah, heute morgen um 5:30h!
25000klicks und es erfüllt mich mit gewissem Stolz. Aus dem usprünglich nur für Ellinor geplanten Lebenszeichen ist ein Werk mit durchaus respektablen Klickzahlen geworden. Letzte Woche sogar mit mehr als 185klicks an einem Tag. Natürlich beobachtet jeder, auch ich die Klickzahlen, mach der Blog noch so privat sein.

Deshalb einfach mal ein überwältigendes Thank you. 

Und doch geht die Geschichte nun zu Ende. Ich habe LA erreicht, in wenigen Tagen kehre ich nach Europa zurück. Die großen Geschichten sind vorbei, neue großartige aufregende Stories gibt es kaum noch zu erzählen. Einige Passagen werden sich jetzt wiederholen, leben am Strand, relaxen, die letzten Tage genießen. Reisevorbereitungen, Dinge aussortieren, an die homeless people verschenken, bestimmen jetzt die letzten Tage. 

LA-Beverly Hills


So.,23.11.14
Die Welt der Reichen 
Ich habe es ja gewusst, ich würde zu schnell sein, aber es war mir auch nicht möglich, die Zeit besser zu berechnen. Nun bin ich da, das Ziel ist erreicht.
Die Kette knackt inzwischen gewaltig, noch springt nichts, aber es ist mir ein Zeichen, jetzt nicht mehr zu viel zu riskieren.
Gegen 3:00h morgens hat sich im Topanga Canyon ein starker Sturm entwickelt, der am Zelt rüttelt. Es hilft nichts, ich muss raus, Sturmseile spannen. Das schöne an dem Zelt ist, das es mit 5 Häringen im Grunde bombenfest steht, so ist es nun auch bei Sturmpremiere.
Santa Monica Beach(sorry man sieht es deutlich, die Lichtzelle hat einen Knacks)
Fünf Stunden später ist der Sturm noch immer anhaltend und ich mache mich wieder auf zu Starbucks am Sunset. Heute Morgen sind alle Sitzplätze besetzt. Kaum zu fassen. Zu Hause würde ich nie auf die Idee kommen mit einem Laptop zu Cafe Junge zu gehen und mich um 08:00h morgens mit einem Kaffee vor den Bildschirm zu setzen. 
Aber an der amerikanischen Westküste gibt es eben auch nichts vergleichbares zu Cafe Junge und Starbucks steht hier für eine Genießerkultur. 
Ich muß die Zeit aktiv verbringen, sonst werden die Tage zu lang. Deswegen heute ein kurzer Ausflug nach Beverly Hills; liegt ja nach Karte sozusagen gleich nebenan. 15Mi Fahrtstrecke, jedenfalls theoretisch. Und vielleicht ein Blick auf den weltberühmten Hollywood Schriftzug. 

Zunächst, Beverly Hills hat da etwas im Namenszug, das eher misstrauisch machen sollte. Hills, wie Berge oder auch Anstrengung und so muß ich feststellen vom Strand ist es ein gewaltiger Anstieg die 7th Strasse hinauf in die obrige Welt. Es gibt die Santa Monica stairs, die die Welt oberhalb des Cliffs mit der Strandwelt via 189 Stufen verbindet. Oder eben die steile 7th.
Villen in Brentwood
Die San Vicento ist eine 3spurige Hauptstrasse, die durch den Villenort Brentwood führt und eine Radspur hat. Damit ist ein Drittel des Weges abgedeckt; was danach kommt ist vorsichtig gesagt, etwas für Leichtsinnige. Der Radweg hört wieder mal plötzlich auf und der Wilshire Boulevard führt nun 4-5spurig in eine Richtung. Es wird Vollgas gefahren, Tempo 50 innerorts wie bei uns in Deutschland reicht den Leuten hier scheinbar nur für den zweiten Gang. Ich werde rechts wie links überholt und habe das Gefühl wieder mal wieder mittendrin als nur dabei zu sein.
Spannend wird es immer dann wenn ein 90° Richtungswechsel ansteht und der Biker von ganz rechts in die nun entstehenden 2 Linksabieger einfädeln muß. Nein, natürlich hält da niemand, der Verkehr verlangsamt sich etwas an der Ampel und dann kommt der Schwenk cross über 4 Spuren.  
Die Strassen sind für Boliden mit 4 WD konzipiert, Radfahrer waren nicht mit eingeplant. 
Am Veteran Blvd ist ein nationaler Soldaten Friedhof, ein riesiges Gräberfeld, das an die Gräber in der Normandie erinnert. 
Es herrscht ein starker Verkehr an diesem Sonntag. Irgendwo, immer noch 5km bis Beverly Hills. Hier gibt es keine Radfahrer, keine Leute die einen Einkauf mit dem Rad erledigen, das hier ist spaßlos.

Santa Monica-Topanga State Park

Sycamore State Park

Sa.,22.11.
No camping
Wachwerden, zusammenpacken, weiterziehen, der State Park Sycamore ist nichts für lange Aufenthalte. Das Funktionsgebäude am Ende der Strasse ist in mäßigen Zustand. 
Sorry, no hot Water steht auf dem Schild am Eingang der Dusche, wir bitten um ihr Verständnis. Wie soll man dafür Verständnis haben? Nein, habe ich ganz und gar nicht! Nicht mal eine warme Dusche? Für was habe ich denn bezahlt? 
Villen bei Leo Carillo
Der Platz war ein Notfall und bei ausreichendem Tageslicht wäre ich auch bis Leo Carrillo durchgekommen. Als ich den Platz gute 10km weiter erreiche, wurmt es mich gewaltig. Die Lage ist bedeutend ansprechender, als der Platz der letzten Nacht. Es wird immer einfach zu schnell dunkel. Als wenn jemand mitten im schönsten Teil des Tages das Licht ausschaltet.
Mit dem Wort Rollers beschrieb Clemt die Strecke, überwiegend flach, bis auf einige Rollers. Rollende Hügel, aber was so verniedlichend ausgedrückt ist, erweisen sich als anspruchsvolle Wadenbeißer, an denen ich mich abarbeite. 
Hinter Leo Carillo dann die Ankündigung Malibu 27Mi scenic road. Es ist mehr ein Gebiet, als ein Ort im europäischen Sinne. Und Malibu Beach ist nicht einfach ein Ort, die Region steht für Reichtum. Über Km ziehen sich die Standorte der einzelnen Villen hin. Auf der Fahrbahn ist die Sicht zwar durch hohe Zäune, Gegensprechanlagen und Kameras verwehrt.  

Dan Blocker - 1966.jpg
Hoss Cartwright, wikipedia

Aber der Blick auf die linke Fahrbahnseite, die Hügel hinauf, lässt die finanzielle Potenz der Hauseigentümer erahnen. Viele Villen haben eine DreierGarage. Vormehme Zurückhaltung scheint hier nicht angesagt. Hier darf es auch gerne ein wenig mehr sein. 
Zuma Beach, Malibu
Über lange Zeit schlängelt sich der Pacific Coast Highway (PCH) die Küste entlang entlang, ohne das sich das Bild ändert. Mal einpaar Häuser mehr am Strand, mal ein unbebauter Strand. 
Malibu ist nicht einfach nur ein Ort www.socalbeachmag.net

Einzig für einen kurzen Augenblick reißt ein Schild mich aus den Gedanken, Dan Blocker Beach.Dan Blocker Beach Dan…na klar, Hoss Cartwright, Bonanza und richtig, seine Schauspielerkollegen haben den Strandabschnitt gekauft und Malibu hat ihn 1996 nach ihm benannt. 

Die Strecke ist ein Ausflugsgebiet für Biker. Etliche Rennfahrer mit ihren schicken Klamotten kommen mir an diesem Samstag entgegen. 
Viele fahren edle Karbonräder. Das Wetter ist ideal, die Chevron Tankstelle ist einer der Sammelpunkte der Biker. 

Ich komme mir vor wie bei einem Pausenstop der skandinavischen Bike Marathons. Nur das ich mit meinem Trecker mir den Weg durch die Edeltäder bis an die Hauswand bahnen muß.
Ich weiß, man kann sich unbeliebt machen, wenn man die südcalifornische Radkultur in Frage stellt. Aber bei diesen äußeren Bedingungen stellt sich unweigerlich die Frage, würden die auch alle ihr Rad benutzen, wenn sie 7 Monate Hamburger Wetter hätten? Die Antwort lautet wahrscheinlich NEIN, die große Mehrheit wohl eher nicht. 
In den Städten sieht man sie nicht, weder Holland-noch abgetakeltes Transportbike mit Brotkorb. Die Biker hier provitieren von der einmaligen klimatischen Situation. Insofern muß ich ein wenig grinsen, als mich die Rennfahrer musternen, wie ich mit meinem verbrauchten LIDL Shirt neben den Edelgekleideten auftauche.
Nach 35km erste Pause. Ich komme ins Gespräch mit heimischen Bikern und es folgt wie ein böses Omen die Aussage, ein Campingplatz? nein, nicht das ich wüsste. 
Würde ich Dinge bloß einmal zu Ende denken, dann würden es nicht immer so überraschend sein. Tatsächlich, es gibt im Großraum Santa Monica/LA keinen Campingplatz am Strand. 
Ich bin konsterniert. Ich hatte mir das so schön vorgestellt, es würde so sein wie in Carpinteria, ein State Park direkt am Meer und ich würde die letzten Tage vor dem Abflug dort verbringen können.
Zwar gibt es wie ich richtig gesehen habe auch etliche State Parks, aber die haben keinen Campingplatz. Einzig in der nähe des Flughafens befindet sich ein Asphalt RV Platz, natürlich nicht für Zelte. Ich steuere also auf eine Millionenstadt in den Ausmassen 100x100km mit weltberühmten Stränden zu, aber die Campingplätze liegen alle gut 1 Autostunde hinter mir. Oh no, das kann,.. nein, das will ich nicht glauben.
Nun jeder weiß das, LA steht in Amerika für Auto, für eine autoaffine Welt. Mehrfach haben sie mich beiseite genommen und deutlich gesagt LA ist anders, dort zählen Autos und nicht Fahrräder, sei vorsichtig, pass auf Dich auf! Hab ich einen Fehler gemacht, als ich mit dem Erreichen von LA von einem zweiten San Francisco geträumt habe, nur vielleicht mit mehr Strand? Und wärmer?
Gegen 14:00h kommt die Bucht von Santa Monica in Sicht. Es gibt wenig Hochhäuser zu sehen, viel Sonne, viel Strand. In der Entfernung sehe ich die Flugzeuge aufs Meer starten. Dort muß LAX sein. Vier Meilen vor Santa Monica führt plötzlich eine Seitenstrasse nach links, eine Strasse in den Topanga Canyon.

Samstag, 22. November 2014

Sycamore State Park

Der 101 am frühen Morgen nach Santa Barbara
Fr.,21.11.
Hiker Biker
Auch die zweite Nacht in Carpinteria verläuft ruhig. Aber es ist eine sehr kühle Nacht. Gegen 23:00h verschwanden die Wolken und in der sternenklaren Nacht fiel das Thermometer unter 6°.
Kaffee bei Starbucks am nächsten Morgen. Ich muß eine Wartezeit hinnehmen, um den Akku zu laden. Währenddessen kommt die Sonne an diesem Tag schon um 08;00h erfolgt und bescheint mit ihrem gleißenden Licht den Innenraum des Cafehauses.
der neue Bikepath am 101er
Um 09:00h der Akku gute 85% erreicht, genug für den Tag.
Diane hatte gestern den Bikepath so aufopfernd erklärt, das ich kaum Mühe habe. Allerdings ist es zunächst wie immer. Ein kurzes Stück Highway ist erlaubt, dann folgt nach wenigen 100m wieder der Verweis, um am Ende der Abfahrt nun auf dem durch dicke Betonwände von der Fahrbahn abgetrennten 2spurigen Bikepath fahren zu dürfen. Es ist eine edle 2m breite Asphaltstrecke entstanden und sie ist wirklich schön zu fahren.
Ein warmer Rückenwind peitscht mich Richtung Süden. Um 10:00h hat die Sonne bereits die 18° überschritten. Bei diesen Bedingungen könnte ich heute schon in Santa Monica sein. 
Das Surfer Paradies Rincon Beach
Leider ist bald Schluß und die Radstrecke folgt nun dem Verlauf  des alten Highways, der die kleinen Küstensiedlungen miteinader verbindet. Immer in der Nähe des Highways. Erster Stop nach 20km, um in der prallen Sonne das Zelt zu trocknen, falls es heute am Abend spät werden wird. 

Dann nach gut 30km Ventura. Seit mehr als 30Jahren kenne ich diesen Namen. Ventura Highway, heißt der Titel der früheren amerikanischen Westcoast Music Popband America.
Schon über 42Jahre alt zählt das Album History noch immer zu meinen 10 Lieblingsalben, die auf eine einsame Insel mitnehmen würde. 

Nach Ventura Downtown kommt man als Biker über die Mainstreet nur, wenn man den offiziellen Radweg verlässt. Im Gegensatz zu Santa Barbara scheint Ventura nicht ganz so wohlhabend zu sein. Auf 1km Mainstreet befinden sich nicht weniger als 10 Thriftstores. Im ersten werden zusätzlich auch Fahrräder gehandelt, das reizt mich, vielleicht gibt es Oldtimer zu bewundern, aber die Auslagen halten sich in Grenzen, stattdessen kramt der Besitzer einige Brocken seiner Deutschkenntnisse hervor.
www. socalbeachmag.net

 Ich habe Verwandte in Bochum, Oh nein, ausgerechnet Bochum, ist ja wie Gütersloh, womit er nichts anzufangen weiß. Meine Neffen studieren in Bochum. Mein Gott hätten die nicht eine andere Stadt in Deutschland finden können. Sorry liebe Bochumer. 
Amerika ist Caravan Land, Rincon Beach Caravan Park direkt am Meer
Wieder draußen, laufe ich Harvey über den Weg, der ein wenig aufgekratzt mich fragt, ob ich wirklich aus Kanada komme, weil er die Flagge erkannt hat. Er würde unbedingt gerne auch CrossAmerika fahren, aber er ist ein wenig unsicher wegen der vielen Autos. Einmal in Fahrt beschreibt Harvey mir im Detail wie der Weg weitergeht und welche Campingplätze am Wegesrand liegen. 
Ventura Missionskirche

Zur Mittagszeit zu Safeway, die hier unter dem Namen Vons agieren. Nach der Pause ist der Hinterreifen plötzlich platt. Herrjeh, selbst auf den letzten 100km bleibt mir aber auch nichts erspart.
Harvey läuft mir wieder über den Weg und ist jetzt auf dem Weg nach Hause. Gute 10Mi entfernt in den Bergen wohnt er. 
Ventura rüstet sich für Weihnachten
Es ist 13:00h als ich aus der Stadt ver schwinde. Und nun beginnt die Sache aus dem Ruder zu laufen, ohne das ich es mit bekomme.

Den ersten Campingplatz lasse ich ausfallen, der zweite ist schon saisonbedingt geschlossen. Und dann folgt dummerweise kein Dritter. Stattdessen folgen zwei riesige amerikanische Militärbasen, natürlich ohne Campground. Dazwischen ein wenig dörfliche Atmosphäre, aber die Felder werden alle agrarwirtschaftlich genutzt. 

Nur eine einzige große Brache in der Nähe der Chiquita Obstlagerhallen finde ich, überall No Trespassing, überall Zäune.
Ich könnte warten und dann einen  Weg durch die Lücken der Zäune finden, aber es ist erst 15:30h und zu langer Aufenthalt macht sich hier im Niemandsland verdächtig.. Also weiter, es kommt bestimmt bald ein State Park, aber es zieht sich unglaublich in die Länge, bis ich die das Gelände des 146.Lufttransportgeschwaders umrundet habe. Überall nur Zäune. 
Mainstreet
Wenn sie hier in Amerika eines richtig gut hinbekommen, dann ist das Zäune um unbebaute Flächen zu ziehen. Um dem grassierenden Grashalm Diebstahl Einhalt zu gebieten, oderwasweissich. Ganze Landstriche scheinen für immer umzäunt zu sein. 
ehemaliges Bankgebäude
 Das Land muß fürchterlich Angst haben vor sich seinen Bewohnern.

Freitag, 21. November 2014

Carpinteria-Strandtag

5 ft and rising nach einem schweren Wintersturm
Do.,20.11.
Glücksgefühl, kostenlos 

Am Meer ist es feucht; so feucht, dass das Zelt heute Morgen bei unabsichtlicher Berührung tropft. Die Sternenklare Nacht ist gegen 6:00h zu Ende.
Vom 101er dröhnt nun nicht mehr zu überhörender Berufsverkehr herüber. Es bleibt keine Zeit zum Warten, bis das Zelt trocken ist, also den ganzen Kram eingesackt und aufgesattelt.
Es ist noch kühl so früh an diesem Morgen, also zu McD auf einen Kaffee.

Und sie schaffen es tatsächlich mich um diese Uhrzeit zu überrumpeln. Large Coffee please, two cream, two sugar, (two milk wollen sie irgendwie nicht verstehen, bei diesem Wunsch bleibt der Kaffee immer schwarz, es heißt nun mal cream).2,04$, was? Gab’s ne Inflation in der letzten Nacht? ist der Dollar nun eine Ramschwährung? Seit dem ich in den USA bin zahle ich 1,08$, mit Ausnahme in San Francisco, dort gab’s den Metropolen Aufschlag.
  
Nein, sagt der freundliche junge Mann hinter dem Tresen, das ist ein privatbetriebener McD.
Es gebe company,-gruppen, und -privatbetriebene Stores. Sehen alle gleich auch, können aber unterschiedliche Preise haben. Dieser ist dummerweise privatbetrieben.
Na, da schau an, ein franchise store, ehrlich, mir ist das in Europa zuvor nie aufgefallen.
Sonnenaufgang 06:35 gegenüber dem Nachtlager
Und dann gibt's an diesem Morgen Glückgefühl gratis. Bei Starbucki fällt mein Blick auf die Ney York Times, nur ein kurzer Blick auf das Titelbild und merkwürdigerweise breitet sich Wohlgefühl aus.Yeah! Draussen herrlichster Sonnenschein, Frauen tragen flipflops, es herrscht ein scheinbar endloser Sommer und die Ostküste total eingeschneit. 5ft and rising.( ca.150cm)
Ich will im Ort bleiben, der Platz war ideal und ich habe Zeit, was gib’s schöneres, als einen Tag am Strand.
Duschen zum Beispiel. Mit Warmshowers ist das hier im Moment so eine Sache. Zwar gibt es einen ganzen Haufen Adressen, doch die sind alle vorübergehend nicht aufnahmebereit. 
Da ist der Nutzen gleich Null. Ich kann das sogar sehr gut verstehen, wenn man an einer Biker-Hauptroute lebt, sind es vielleicht irgendwann zu viele. Wer will schon dauernd für Fremde Wäsche waschen? Ich hatte mit meiner Idee der Fahrt durch das Valley vielleicht richtig Glück. Aber es stört mich auch nicht allzu sehr. Gerade in diesem Gebiet, gibt es alle 10Mi einen Statepark, wenn ich nichts finde, ist der State Park eine wirkliche Alternative. Zumal es ist warm und it never rains in southern California.
Versorgungsboot für die Förderplattformen in der Bucht legt ab
Aber Duschen wäre cool, nach drei Tagen minimaler Benetzung der Haut mit Wasser ist das ganzjährig betriebener Schwimmbad im Ort mit einem Kampfpreis für 2$/Dusche ein super Tagestip.