tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Sonntag, 2. November 2014

SF Fort Mason

Das nennt man Glück, hier an dieser Stätte in SF wird englisch gesprochen
Sa.,1.11.
Funeral
Im Grunde hatte ich mehr erwartet vom amerikanischen Halloween. Dafür, das in den Dörfern und Kleinstädten die Häuser teilweise zum Schreien komisch waren und Leute viel Geld für Deko ausgaben, dafür das die gängigen Stores hier in SF eine riesige Auswahl an Kostümen boten; außer Spesen nichts gewesen.

Nein, es war enttäuschend. Zwar gab sich die Hostelbesatzung redlich Mühe, alle Kräfte waren verkleidet, aber auf den Strassen um 22:00h war wenig zu sehen. Und die Gäste des Hostels waren geteilt.
Ein Großteil war nicht kostümiert und der andere Rest nahm die Gelegenheit war, sich im Kostüm dem Alkohol hinzugeben. Kurzum, wenn es unbedingt 3-8 Bier sein müssen, geht das auch ohne das Alcatrazkostüm und die alberne Plastikkette. Aber gut, ich komme aus dem Norden, ich fahre auch nicht im Winter an den Rhein und versuche literweise frühreifes Bier im Entwicklungsstadium zu trinken. Und dabei alle drei Minuten Kölle Alaaaf zu schreien.
Der teure Einkaufsspaß, falsch mehrere100$ Buße
Der Morgen danach ist im Speisesaal deutlich ruhiger, den letzten Zorro habe ich heute morgen bei meinem Boxenstop um 3:18h vor meiner Tür liegen sehen.  Es braucht heute etwas länger, bis die Halloweenees wach werden.
Es gibt neue Gesichter in der Küche, ein Schar deutscher Abiturientinnen, die gerade durch die USA touren und  sich als Aupair verdingen sitzen am Tisch  Sie klagen sich gegenseitig ihr anstrengendes Leben. Es ist schon zum Schmunzeln, dieser Generation zu zuhören, die inzwischen allesamt meine Kinder sein könnten. Aber jeder hat sein Smartphone vor sich liegen und es wird neben essen und trinken viel Zeit für Facebook investiert.
Chinatown goes Pop

Ich komme aus einer scheinbar anderen Welt. Ich muß immer wieder feststellen, meine Entwicklung ist so ganz anders verlaufen, ja natürlich, es gab auch keine Smartphones, aber ist es nicht allein.
Und doch bin ich neidisch; ein wenig neidisch über diesen Vorsprung dieser Generation. Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit meinem Smartphone, habe elementare Dinge noch immer nicht ganz verstanden, vorallem aber, bin ich neidisch auf die Freiheit diese haben, so ein Leben zu führen.
Ich brauchte fast 30 Jahre länger um herauszufinden, wie atemberaubend so eine Zeit sein kann, hier in einer anderen Welt. Meine Eltern hätte ich schlichtweg mit dem Gedanken überfordert, hey, ich will mal für eine Zeit Deutschland verlassen. Es ist nicht passiert, stattdessen gab es Kinder, Ehen, Träume und zerplatzende Träume und neue Träume. Aber für einen Austieg auf Zeit war irgendwie keine Zeit da. Und jeder in meinem Alter weiß, wenn es nicht frühzeitig passiert, wird es immer schwieriger, so einen Traum zu realisieren.

Ich verlasse das Haus wie gewohnt gegen 10:00h und mache mich erneut auf zum Meer. Nochmals zur Fisherman's Wharf und an den Strand, aber diesmal ein gutes Stück weiter, über den Hügel nach Fort Mason.
In der Jackson gibt's wieder etwas aus der Rubrik Autsch!
Ich komme hinzu und sehe 2 ungewöhnlich parkende CableCars. Es ist ein unfreiwilliger Stop. Ein schwerer Ford Pickup hat auf der linken Strassenseite gut 2 Fuß vom Bürgersteig frei in die Strasse hineingeparkt. Es wirkt schon dreist. Die Bahn ist blockiert. Alles Aussteigen und warten auf den Abschlepper. Es ist nicht klar, wann die Fahrt fortgesetzt werden kann.

Ich komme ins Gespräch mit dem schwarzen Officer. Passiert das oft? Sehr oft, aber meist sind die Leute im Haus und kommen hinaus und beheben den Stau sehr schnell. Unglücklich ist es wie heute, wenn die Leute in Chinatown zum shoppen unterwegs sind. 
Was kostet das? Wenn der towtruck den Wagen am Haken hat 600-800$. Meistens versuchen die Leute noch beim Heraunnahen zu fliehen.
Schon 30min stehen sie hier. Aber der towtruck läßt sich an diesem Morgen Zeit. Müßte auch erst von oben rückwärts hinunter und den Wagen herausbugsieren.
Natürlich ist das ein Wettlauf durch die engen Strassen, ist der Wagen erst am Haken, ist das Geschäft gemacht. An diesem Tag wird es etwas preiswerter. Zwei sehr junge Leute erscheinen, stammeln dreimal sorry Sir und verschwinden auf die Schnelle. Hast Du die Nummer, schreit sein Kollege?und lacht. Sie haben ihren Humor behalten, dafür passiert das zu oft, dennoch diese Nummer kostet mehrer hundert Dollar.

Am Samstag ist Chinatown gefühlt irgendwie noch geschäftiger, noch wuseliger, als in der Woche. Im Bereich der Lebensmittelmärkte an der Stockton herrscht ein Betrieb, als ob alle Läden zeitgleich Ausverkauf machen und schließen. Die Preise sind grob gesehen überall gleich, es gibt pro Strassenseite 5 Läden hintereinander, die alle Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch verkaufen, aber es scheint, als ob jeder denkt, gleich gibt's nicht mehr.
Greenstreet  Funeral

Ich muß dadurch und will das typische California Tshirt haben, gibt's zwei Blocks weiter in der Parallelstrasse. Auch hier gilt, jeder Händler hat sie, 1Shirt 4$, 3Shirts 10$ oder 5shirts 12$. Am Hafen sind sie teurer, aber nicht besser, nur der faule Tourist zahlt 4$ mehr. Wer läuft zahlt weniger. Und doch für eine kurze Zeit muß das Gewissen beruhigt werden. Ein Tshirt für 4$, beste China Ware, aber zur Verkaufsförderung mit dem Hinweis USA Quality versehen. Was heißt das jetzt? Produziert in den USA, oder haben Käufer anderer Länder mindere Stoffqualitäten zu erwarten?
Der Käufer, so er nicht ethnischmoralisch orientiert ist, kauft das Shirt und fragt nicht, für welchen Hungerlohn in welcher Fabrik ein Stück Stoff für umgerechnet 2,70€ hergestellt wurde und auch noch verschifft wurde. Inklusive Steuern, Hafengebürhen, etc. Hab ich jetzt auch getan, mußte sein, ich war bis zum Schluß nicht davon überzeugt, das die teureren Shirts aus einer anderen Fabrik kommen.

Samstag, 1. November 2014

SF-Die Parade

Ausnahmezustand ab noon
Fr.31.10.
Yes,Yes,Yes, we did it.
Es regnet in Strömen. Ausgerechnet heute, wo die offizielle Siegesfeier anberaumt ist. Einige Blocks weiter am Civic Center, denke ich immer noch, obwohl der Hostel Portier gestern deutlich von the parade gesprochen hat.
Gibt es eine zweite Bedeutung im englischen für parade? Wieso Parade? Was für eine Parade und warum sollte ich keinen Platz kriegen, weil alles überfüllt sei? Hätte ich nur gestern genauer nachgefragt. aber für mich war klar, eine Siegesfeier eben, so wie in Deutschland, wenn Bayern mal wieder den Pott geholt hat.

Dann stehen sie auf dem Balkon des Rathauses in München auf dem Marienplatz und lassen sich feiern. Mehr oder weniger alle Jahre wieder.

In Unkenntnis der Situation, die sich gerade zwei Blocks weiter bereits auf der Market abspielt, sitze ich gemütlich im Hostel trinke Kaffee und schreibe. Es regnet unentwegt. Um 12:00h soll's losgehen. Also verlasse ich im Dauerregen gegen 11:00h das Haus, man kann ja mal gucken.

Drei Schritte aus der Tür sehe ich das die Market Strasse etwas weiter drunten komplett abgesperrt ist. Ein Meer von Schwarzorange. Als ich mich den Sperren nähere, verstehe ich endlich was sie mit the parade meinen. Eine wirkliche Siegesparade, Start 12:00h vom Ferry Building die Market hinauf bis zur City Hall.
Ich traue meinen Augen nicht, es ist überwältigend. Die breite Straße ist komplett über Kilometer abgesperrt und es gibt nur Schwarzorange. Und es regnet Cats&Dogs. Doch die Menschen sind schon seit Stunden an den Gittern, um sich einen guten Platz zu sichern. An machen Stellen gibt es kein Durchkommen, alles ist mit Giants Fans verstopft.
Normalerweise mache ich mich nichts aus Massenveranstaltungen, ich meide sie wann immer ich kann, aber heute, hier, da geht es nicht anders. 
Ich habe das schon einmal in meinem Leben erlebt, damals als Lance seinen 5. Toursieg auf der Champs Elysees zelebrierte. Es war die Zeit, als es zwar Gerüchte gab, aber der Druck noch nicht zu stark war. Wir rannten am frühen Morgen durch die noch leeren Strassen der Pariser Innenstadt und waren völlig überrascht, das so viele Leute schon auf den Beinen waren.
Standhilfen für Kleinwüchsige in der 6. Reihe, an diesem Tag ist Körpergröße ein unbezahlbarer Vorteil
Hier ist das anders, hier wir eine Mannschaft gefeiert, lets go Giants! Ich bin sprachlos, stehe in der fünften Reihe an einer für mich übersichtlichen Stelle, Bon Jovi dröhnt aus den Lautsprechern, es regnet in Strömen und es ist 11:10h. Noch 50min+X.
und es gibt doch eine Pferdestaffel

Und die Leute sind in Partystimmung. Sobald ein Fotograf für ein Stimmungsfoto die Leute einpeitscht, geht ein ohrenbetäubender Krach los. Irgendwie scheint auch keine Schule zu sein, es sind unglaublich viele Kids im schulpflichtigen Alter anwesend. Es herrscht absoluter Ausnahmezustand. Gestern oder vorgestern soll es schwere Ausschreitungen hier in der Stadt gegeben haben, aber ich habe nichts davon mitbekommen. Heute hingegen ist alles friedlich, die Leute sind in absolut ausgelassen.
autenthische Fans der 7 Schwadron auf ihrem Leiterwagen

Ich habe auch ohne Trikot zufällig alles richtig gemacht, meine schwarze Regenhose und meine orange Jacke sind farbmäßig genau im Zielbereich, vielleicht hätte ich noch ein SF auf die Jacke malen sollen, dann wär's perfekt.
No.# Romo, Romo,Romo....
Das Warten zieht sich wie immer hin, es dauert und regnet ordentlich, aber keiner geht. Dann um 12:23h kommen die ersten Motorräder, es wird lauter.


Dann berittete Polizei mit den Fahnen und kurz danach erscheint der erste geschmückte Doppeldecker Bus. Seitlich sind die SpielerNr. und die Namen der Spieler angeschlagen. Die Menschenmenge ist nun nicht mehr zu halten.  Zwei Spieler pro Bus. Als erstes kommen Belt und Crawford.
Nicht nur die Mannschaft bekommt ihren Auftritt
Alle Spieler sind Millionäre, insofern ist es kein großer Unterschied zu Schweinsteiger, Ribery und Robben. Aber hier passiert etwas, was einem wirklich nahe geht. Da stehen nicht 16Spieler auf dem Balkon und halten einen Pott vom Balkon in die Menge und lassen sich feiern, hier ist jeder ein Star.
Sinnbild sind die riesigen Banner, die von den Laternen herunter hängen, Champion Together und orange October.
Der Wagen von Jake Peavy
Und nach dem ersten Bus kommen eben nicht die anderen, sondern erstmal marschieren die Platzwarte auf, es folgen die Kassierer, die Ticketabreisser, einfach jeder und mittendrin immer wieder mal ein Bus. Altgediente Recken, Veteranen  sind genauso dabei, wie Jahreskartenbesitzer, die mehrere geschmückte Strassenbahnen füllen.
Im Office herrscht Arbeitsunterbrechung
Dann kommt der Bus des Spieles Romo und die Menge um mich herum ist kaum noch zu halten. Romo, Romo,Romo. Es ist ohrenbetäubend. Und dann hält der Bus an und Romo steigt aus, herzt die Polizistin und geht zu seinen Fans.
mit eigenem Kamerateam und Begleitschutz, Madison Bumgarner

Der Konvoi gerät ins Stocken. Insgesamt dauert die Parade mehr als eine Stunde. Es gibt Konfetti, jede Menge Lolli, Halstücher undwasweißichnoch. Ehrlich, es geht einem nahe, auch wenn ich kaum etwas von den Regeln verstehe, ich denke an Gordon, Biker, du hättest hier sein müssen, man muß dabei gewesen sein.

Fast ist Schluß. Und dann kommt er. Bumgarner, verehrt wie kein anderer Spieler. Er hat seinen eigenen Wagen und ein Kamaerateam begleitet ihn. Er war auf den Titelzeiten der Zeitungen, Pitcher Madison Bumgarner, 25 Jahre alt, wertvollster Spieler der Saison 2014 und nun drehen sie alle ab. Minutenlang nimmt er die Ovationen der Fans auf seinem Laster entgegen. Fast rührungslos.
Zum Schluss folgt die Trophäe
 Aber die Menge tobt.
Danach ist die Parade zu Ende, was jetzt sichtbar wird, ist nicht schön, ein ungeheure Menge Müll an Plastikflaschen, Dosen und Dreck aller Art bleibt zurück. Es gibt viele, deren Stunde jetzt geschlagen hat, sie führen ihren Kampf mit Schnelligkeit gegen die professionellen Aufräumer, die sich auf der anderen Seite der Sperrgitter gesammelt haben. Es bleibt ein Paradies für Gebrauchtregenschirmsammler und Gebrauchtcampingstühle zurück.
Im allgemeinen wirrwarr bleibt auch das eine oder andere Giants Cap auf der Strecke.
zurück bleibt der Müll

Aber man muß es ihnen lassen, kaum ist der Wagen von Bumgarner durch, beginnen sie mit dem Aufräumen. tonnenweise Konfetti liegt auf der Strasse. Mehrere Kehrmaschinen sind parallel im Einsatz. Ich brauche eine Pause und trete den Heimweg an. Einen Kaffee im Hostel.
Die Party ist hier zu Ende

Nach einer Stunde folgt der zweite Teil, auf dem Weg zum Civic Center, das riesige Verdammlungsgelände, das gestern vorbereitet wurde.
Die Market street ist immer noch für Autos gesperrt, Polizisten sind überall zu sehen. Und plötzlich schlägt die Stimmung um. Während ich die Market erreiche, fangen mehr als 50 Polizisten plötzlich vor und hinter mir an zu rennen. Rennen an mir vorbei, nicht jeder altgediente Cop kann das Tempo halten.
und unvermittelt beginnt das Rennen

Heja, wat nun, Banküberfall? Von allen Seiten strömen die Cops herbei, muß ja was Großes sein. Fahrradpolizisten, Motocops, 4 Auto, Festnahme! Die Ordnungsmacht zeigt ihre Dominanz. Vier junge Leute liegen auf dem Boden, es wimmelt von Cops, jeder Widerstand ist zwecklos. Aber bei allem Respekt, ein Viertel hätte wahrscheinlich gereicht. Einen Bruch ausgerechnet heute auf der Market machen zu wollen ist vielleicht auch nicht wirklich intelligent.

Ich nähere mich der großen Wiese, gerade werden die Spieler noch einmal vorgestellt. Es gibt frenetischen Jubel und dann, gerade rechtzeitig, als letztes wieder Bumgarner über zwei Großbildleinwände. Es dröhnt in meinen Ohren.

Ich bleibe stehen und erlebe den Auftritt von Ed Lee, dem Bürgermeister der Stadt. Yes, Yes, brüllt er ins Mikro, Yes, we did it und wir sind heute in dieser tollen Stadt alle ein wenig größer geworden... Er spricht das aus, was die Menge hören will. Möglicherweise erreicht er auch die meisten.
 Dieser Tag ist ein Feiertag für die Stadt und ich sehe in viele glückliche Gesichter. Viele sind Nachfahren von Immigranten und haben keine weisse Hautfarbe.
Yes..., Yes..., Yes, we did it.

Für viele mag der Alltag morgen wieder etwas schwerer sein, wenn sie wieder etwas kleiner geworden sind im Anblick der tristen Gegenwart, aber das ist erst morgen.
und eigentlich ist heute auch noch Halloween

Freitag, 31. Oktober 2014

SF-City Hall+Cable Cars

Community Housing Programm in ausgedienten Hotels
Do., 20.10.
Die Vorteile einer Mitgliedschaft
Ich bin lange damit beschäftigt einige Briefe zu schreiben, einige Aktualisierungen am Blog vorzunehmen und die Bilder ins Netz zu stellen. Es ist zum verrückt werden, wiedermal funktioniert gar nichts. Das wifi Netz des Hauses ist überlastet, es tut sich minutenlang gar nichts. Der Seitenaufbau geschieht in Zeitlupe.

Gordon hat mir noch einmal den Rat gegeben, geh' in die Bibliothek. Aber jetzt anziehen und den Rechner mitnehmen und in die Bücherei laufen? Es bleibt ein frustranes Erlebnis.
Skype mit Ellinor wird zur Farce, man redet und irgendwann stellt man mittendrin fest, die Leitung ist längst weg. Ich führe Monologe an die Wand. Und die Krönung ist wirklich dieses Programm mit seinen bemerkenswerten Kommentaren, Skype versucht jetzt.... bitte beurteilen die Qualität des Skype Gesprächs... Beschissen! Skype wird zum Hassobjekt während der Tour, Microsoft, die Oberbösen, seit sie das Programm gekauft haben, geht es bergab.Und zwar stetig.
 bekennende Giants Fans, SFPD

Ich habe nur zwei Ideen an diesem Tag, zunächst nach südwest die Market street entlang Richtung Best Buy,in etwa sowas wie saturn.de und später in Cable Car Museum.
Golden Gate Theatre auf der mid Market

Mid Market street, wie der Abschnitt auf der anderen Seite der Mason heißt, liegt in Tenderloin und was das bedeutet, ist bereits gesagt. Links die Edelkaufhäuser wie Bloomingdale, rechts verschäftes Sanierungsgebiet.
Der Abschnitt wimmelt von homeless people. Sie gehören zum Stadtbild.
Und doch, es gibt eine Szene, die mich berührt und die zugleich das Verhältnis der etablierten Einwohner zu ihren homeless Nachbarn beschreibt. Da fällt einer sehr jungen Frau in angegriffenen AZ, wie das so typisch medizinisch heißt und die einen Einkaufswagen voller Gerümpel durch die Strasse schiebt, vor lauter taktiler Probleme das Handy aus der Hand. Sie ist nicht in der Lage sich zu bücken und ein gut gekleideter Mann kommt des Weges sammelt die Batterien und den Rest für sie auf und übergibt ihn ihr.
Foodtrucks auf der Plaza der Nationen für die die zhlen können, die homeless people sind aufgefordert von 7-11 nicht in den Parks zu schlafen

Sagt nichts und geht weiter. Immer wieder beobachte ich, wie Leute den homeless, die versunken ihren Becher vor sich halten, etwas zustecken.Statistisch gesehen ist die Donating Bereitschaft der Amerikaner um ein Vielfaches höher als in Deutschland.
Rathaus unter der zentralen Kuppel, Kathedralenarchitektur
Ein Szene weiter kurz vor der City Hall. Die Vorbereitungen für die Giants Parade am morgigen Mittag laufen auf Hochtouren.

Es ist San Francisco's gute Stube. Davor so etwas wie eine Plaza mit multi-ethnischen Marktständen.
Der angrenzende Park wimmelt von Obdachlosen. Es mögen mehr als 50 sein. Und niemand nimmt Anstoß an ihnen. Sie gehören zum Stadtbild. 

Das Rathaus ist der zweiter Bau dieser Art in der Stadt. Der erste Bau fiel dem Erdbeben 1906 zum Opfer. Es ist ein viereckiger Bau mit zentraler Kuppel. Ich frage beim wachhabenden Sheriff Dept. nach und ja, Sie dürfen rein, aber nur durch die Sicherheitsschleuse. 
Wikipedia.org City Hall SF 
 Wie auf dem Flughafen, aber es führt kein Weg daran vorbei und es lohnt sich. Es gibt im inneren des Gebäudes eine schmuckvolle, große Treppe, die den halben Raum ausfüllt. Die Kuppel ist strahlend weiß. Alles wirkt noch ziemlich neu nach Abschluß der letzten Renovierungsarbeiten. Auch die City Hall ist inzwischen erdbebenertüchtigt worden.
Mint Hill, Haus der Münze

Ansonsten gibt es nicht allzu viel im Erdgeschoß zu sehen, mehrere Besuchergruppen sind gleichzeitig anwesend, auch eine Trauung ist im Gange; es wirkt alles sehr unruhig.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

SF-Embarcadero+Fishermans Wharf

Bike Schleppverband kreuzt Market street
Mi.,29.10.
Lets go Giants!
Ich bin ziemlich enttäuscht, so sehr, wie lange nicht mehr, so der Giants Pitcher Jake Peavey nach dem gestrigen Spiel.
Kansas hat die Giants deutlich geschlagen.
Eher trotzig tragen die Leute heute ihre Fan Trikots an diesem frühen Morgen. Es sind nicht so viele Giants Fans wie in den Tagen zuvor zu sehen. Nun 3:3 steht es in den Best of 7 der World Series.
Die Sache ist wieder offen. Die katastrophale 0:10 Niederlage gestern in Kansas war eine harte Klatsche. Das heutige Spiel in Kansas City muß die Entscheidung bringen.
Ich bin auf dem Weg durch die Market street zum Hafen. Zunächst aber komme ich nicht schnell voran. Die Eindrücke in der östlichen Market street sind zu beeindruckend.

Bilder aus der Abteilung die Vertikale Stadt. Ich bin früh unterwegs. Um 09:00h haben noch nicht alle street people ihr Strassennachtlager geräumt. Es stinkt gewaltig an manchen Strassenkreuzungen nach Urin. Ein längerer Regen täte dieser Stadt gut. In St. Petersburg fahren am frühen Morgen Wassertankwagen durch die Hauptstrassen, die von der Strasse mit Hochdruck die Gewege reinigen.
Die Starbucksstores hingegen sind bereits gefüllt. Viele Berufstätige hetzen an mir in diesem sehr belebten Teil der Stadt an mir vorbei.

Am Ende der Market street liegt das Ferry Building. Wikipedia.org San Francisco Ferry Building
Das 1898 im neoklasseröffnete Empfangsgebäude für die Fähren über die Bay überstand das Beben von 1906 fast vollständig allerdings wurde der Glockenturm in Mitleidenschaft gezogen.
Das Uhrwerk blieb jedoch um 5:16h stehen des Bebens stehen und war lange Zeit ein Manetekel. Auch das Loma Beben 1989 überstand des Gebäude wie durch ein Wunder, während der Freeway wenige hundert Meter weiter wie Pappe zusammengefaltet wurde.
In den letzten Jahren wurde das Gebäude nach Jahren des Niederganges aufwendig saniert und man versuchte die Atmosphere zur Zeit des vorherigen Jahrhundert wieder herzustellen. 
Pier 1 Ferry Building 1915, Source www.prologispier1.com
Heute residieren Edel Restaurants und Cafes in dem Gebäude, man hat einen wunderbaren Blick auf die Bucht und die ankommenden Fähren, die heute allerdings nur noch Passagiere befördern. Vom Ferry Building geht es den Embarcadero entlang, die Uferstrasse mit seinen weiß gestrichenen Torgebäuden der Piers.
Pier 15 beherbergt heute ein Science Museum zum Anfassen, eine ganze Reihe Pier stehen allerdings leer oder dienen als Parkhäuser und Werkstätten.  Pier 33 auf dem Weg zur Fishermans Wharf ist der Anleger für den Trip nach Alcatraz. Als ich um 11:00h dort eintreffe, hatten auch viele die Idee an diesem schönen Herbsttag. Nein, keine 20min Warten um ein Ticket für diesen für diesen Tag zu bekommen.

The Rock wird vermarket wie kaum etwas in dieser Stadt, es gibt Shirts, Pullover, Becher, einfach alles, auf das sie die Silhouette des Felsens oder das Konterfei von Al Capone drucken läßt. Die Halbwertzeit dieser Memoralien scheint begrenzt. Wer läuft schon schon mit schwarzweiß gestreifter Kleidung und dem Aufdruck Proverty of State Prison durch Lübeck.

Fishermans Wharf ist das Hochamt des Tourismus hier in der Stadt, nirgendwo sonst sind so viele Auswertige zu sehen. Touristenläden reihen sich endlos an der Uferstrasse, es gibt das SF Dungeon, Madame Tussot's und die üblichen Verdächtigen. Und doch hat die Wharf auf sehr interessante Eindrücke zu bieten.
Da ist zum einen am Pier 45 etwas abseits die SS Jeremiah O`Brien, eines der letzten Schiffe der Liberty Klasse, jene Schiffe, die ab 1942 in Massenproduktion nach immer gleichem Muster an der gesamten Küste der USA und Kanada gebaut wurden, um als Konvoifrachter Rüstungsgüter für die stark bedrängten Alliierten in Europa zu liefern. Schneller Schiffe bauen als Döntitz' Ubootflotte sie versenken kann.
Die O`Brien nahm auch 1944 an der Landung vor der Normandie teil. Sie war schon abgeschrieben, als über Crowtfunding und viel Ehrenamt eine Idee aufkam, das Schiff vor dem Abwracker zu retten.