tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Donnerstag, 8. Mai 2014

Auf dem Weg nach Brandon

aus dem Sonderprüfungskatalog: die Taiga Prüfung
Dienstag 6.5.

Es regnet seit 6 stunden, als ich mich endlich entschließe mal vor die Tür zu gehen. Da ist es schon seit zum aufstehen. Heute ist wieder alles grau, im Wetterbericht hatten die Norweger 3 Tage Schauer angekündigt, dieser Schauer wird heute bis in die 15.te Stunde des Tages durchgehend anhalten.


Ich hab das ja schon an anderer Stelle gesagt, ich bin ein unverbesserlicher Eisenbahnromantiker, andere würden den gestrigen Platz als einen Fehler bezeichnen, ich empfinde ihn als geradezu ideal, alle 30min spätestens kommt hier Canadian Pacific durch, und vor der Brücke des Entwässerungsgraben müssen die immer hupen, als ob da einer von rechts kommt, und dann geht es los, gadong,gadong, man hört die Achsen über die vibrierenden Holzschwellen federn, und ich liege im Schlafsack gleichso, als wäre der Liegewagen hinter angehängt. Ich mag das, es erinnert mich an die vielen Fahrten im Liegewagen, z.B. von Stettin mach Warschau, DreiStockBett- Abteil und im Einstieg ein echter Holzkohleofen. Oder die legendäre Aurora Borealis Reise, von Kolari nach Helsinki quer durch das sommernächtliche Finnland.



Die heutige Sonderprüfung passiert leider unangekündigt direkt nach dem Abbau, ich schleiche mich über die Schienen und habe den 150m unbefesstigten langen Deichkronenweg vor mir. Gestern am Abend keine Hürde, heute aber komme ich nur 30m bis zum rettenden Highway, dann hat der lehmige Boden vermischt mit Stroh des letzten Jahres den Zwischenraum zwischen Schutzblech und Rädern ausgemauert. Nichts rollt mehr, wie ein Pflug gerät das hintere Rad in die obersten 15cm des Bodens, ein hilfloser Blick nach vorn, die Strasse schaffe ich nicht.


Also im Dauerregen alles wieder ab, Rad quer und mit den Finger versuchen, den schwarzen Lehm herauspulen. 09:10h, ich glaub' ich krieg' 'nen Heulkrampf, das  teure Rad wie ein Pflug.

Es dauert ein irre Zeit bis sich die Räder wieder drehen lassen, meine Schuhe haben inzwischen 5cm Absätze. Den Rest der Strecke trage ich alles per Hand, inclusive Richtungswechsel auf dem Highway.

So kann man nicht zu Tim, aber zu Walmart darf man so. Ich sehe aus, das ist unglaublich, also erst einkaufen dann einen medium coffee with two milk und two sugar.

Natürlich kann man den Kaffee auch woanders bekommen, aber Tim hat ein großartiges wlan Netz.

Beim Walmart Supercentre also den Restlehm an den Schuhen gründlich in den Fußboden im Eingangsbereich einmassieren, tut mir echt leid Leute, ist nicht mein Tag heute, und Zügs für den Abend bunkern. Wer weiß, wo ich bleibe. 

Da der Nordamerikaner anscheinend nicht gerne schnippelt, gibt es bei Obst und Gemüse eine große Abteilung fertiggeschredderte Salate, coole Sache, ist alles mögliche dabei, fertig gewaschen, sofort essbar, brauchst' nur noch die Soße in die Tüte kippen und Saucen gibt es meist mehrere Meter lang.

Mein Favorit ist Coleslaw, also Weißkohl,Wurzel Radieschen Mix, mit Original Coleslaw-Sauce Salatdressing, das 1kg package für $1,99, danach gibt’s erstmal kein Hungergefühl mehr. Neulich ist mir dabei doch ein kleiner Fauxpas passiert. Die Zunge wollte das Gehirn rechts überholen und ich  finde das Zeugs nicht, werde unruhig, und frage die Servicekraft, eyh, do you sells also Garbage Salad? Da hatte ich doch schnell wie war garbage mit coleslaw verwechselt, also Müll mit Weisskohl. Ist aber alles gutgegangen, ich durfte im Laden bleiben.




Bei Tim Horton ist um 11:00h Sturm und Drangzeit, wegen der sozialen Atmopshere, aber die Netzqualität ist trotzdem beeindruckend. Schneller Seitenaufbau und der Kaffee ist woanders nicht wirklich billiger. Hat ein wenig was von Junge/Lübeck, aber hier gibt’s natürlichs, Bagels und Donuts, aber auch Burger und Suppen. Und es gibt in manchen Läden richtige Schlangen.
Im richtigen Sydney ist Sommer


Kein Vergleich übrgens zu McCafe, 2 war ich da, ein unterirdisches Wifi Netz.

Mehr als 1h Skype ich nach Lübeck, ich kann einige Bilder hochladen und probiere, wie das ist, wenn ich bald länger nicht mehr nach Motels suchen muß.

Um 12:30h regnet es noch immer, aber ich mache mich auf den Weg, Brandon ist zu weit für eine Dauerregenfahrt, also lasse ich es locker angehen, es passiert auch nicht viel. Regnet halt.



In Mc Gregor dann doch noch eine Begegnung, arg durchnässt in die Tankstelle, den Kaffee in der Hand stöbert mich Nick auf, und fragt wie’s denn so läuft und erzählt nebenbei das er auch Fahrrad fährt, nur eben nicht so weit und nicht grad jetzt.

Er hat seinen Doppelzug quer gestellt, Motor läuft, das ist nicht untypisch hier und ist auf den Weg zum Feierabend nach Winnipeg. Normalerweise fährt er Holz oder Maschinen, was grad anliegt, er ist gebührtiger Engländer, er kennt City of Hambörg gut und sagt sollen wir nicht dein Fahrrad hinten drauflegen, und wir fahren zusammen nach Winnipeg? ne Nick, ist die falsche Richtung, was ihn aber nicht stört und sagt, ist nur 1hour, jaja, für Auto’s, I give you my address und my wife will cook a good meal. Das ist nun schon die dritte Einladung rund um Winnipeg, aber imnmer rückwärtsgewandt. Als er sieht das mir beim Verstauen die Ladung verrutscht, kann er doch noch was gutes tun und eilt zu seinem 40to, und kommt mit drei Spanngurten zurück, Nein Nick, ich habe selbst welche, aber das stört ihn nicht, na, dann nur zwei, no, three, one for luck, lächelnd gibt er mir die Hand und macht sich mit seinem riesigen Truck auf nach Winnipeg. Ich gehe zu inflationär mit Einladungen um.



Ich habe immer wieder die Sorge gehabt, das die Tour bis zu Rockies vielleicht zu langweeilig sein könnte, mir die Zeit später fehlt und das ganze im Vergleich zur einstmalgewollten Fahrt zum Baikal keine Herausforderung sein könnte, aber nach 36Tage on the road, muß ich laut lachen über meine Naivität. Nein, ich will genau das hier und würde es auch wieder machen.

Jeden Tag kommen hier ihe Ereignisse, hilfreiche freundliche Personen auf mich zu, es ist der Hammer. Kanada steckt voller Überraschungen und eh du dich versiehst kommen sie um die Ecke. Warte auf den Tag, lass' ihn langsam heranrollen und am Abend ist so viel passiert, so viel beobachtet, das es für 3 Stories reicht.

Den Rest des Tages verbringe ich allein, der Regen hat ab 15:30 aufgehört, bis Km bei 82km kurz hinter Sydney ein herausfordernder Höhenzug herankommt und es zeigt sich das neue Antriebsmodul kommt im mittleren Gang an seine Grenzen, es scheint instiktive mind. ein Gang zu fehlen. Dabei ist der Anstieg hier in Manitoba moderat.

An einem wunderschönen Rastplatz(geschlossen) direkt unterhalb des Highway, gibt es Holzbänke, Waldboden und ein geöffnetes WC Häuschen. Perfekt, was willste mehr.

Vielleicht 8°mehr Wärme. 
Ich schreibe den Blog draussen vor dem Zelt, die schweren Freightliner geben genau die richtige Fernfahrer Atmosphere.


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