tramps like us, baby we were born to run...[Bruuuuce1975]

Anmerkung: Wir stellen das Blog jetzt wieder online, um noch ausstehende Korrekturarbeiten abzuschließen.
Ausserdem sollen später Inhalte dieses Blogs in das neue Projekt übernommen werden.

[Arbeitstitel] ukrainisch/russiche Notizen 2016 unter blogger


Freitag, 30. Mai 2014

Banff



Do.29.05.
Dem Wolf auf der Spur
Es regnet die ganze Nacht und tut es auch noch, als ich am Morgen um 07:00h aufwache.
Die beiden anderen Gefährten schlafen noch. Wir werden uns heute wieder trennen. Sie wissen, ich werde nicht auf sie warten. Das Thermometer zeigt inzwischen 4,2°, wahrlich kein reizvoller Tagesbeginn. Die Hände frieren. Der Himmel ist grau, Regenschwaden wabern über den Pass, die Sicht beträgt nicht mehr als 200m.
Ich bin gereizt, fürchterlich gereizt. Das Wetter war schon so gut, und nun die bekannte Rolle rückwärts. Erneuter Kälteeinbruch, wieder muß die lange Radhose herausgewühlt werden. Wieder das Zwiebelprinzip, erst alles anziehen, dann wieder langsam ausziehen.
Kann das nicht endlich mal warm werden und vorallem bleiben in diesem Land?
Die Hände frieren fürchterlich, mir ist zum shcreiben zu Mute. 
Es braucht noch 180 Höhenmeter und die Passspitze ist erreicht. Hier ist die Kontinentale Wasserscheide der Rockies. Alberta Flüsse fließen nach Osten, BC’s Flüsse fließen nach Westen zum Pacific. Der Vermillion Pass ist seinen kanpp 1700m überhaupt der erste Pass der Rockies, über den eine Autostrasse in Betrieb genommen wurde.Für alle diese Details und den Provinzwechsel zurück nach Alberta habe ich heute morgen wenig Beachtung. Nieselregen, Kälte, erst in Alberta wird es 
um 10:00h langsam besser. Es gibt eine sagenhafte Abfahrt nach Castle Mountain. Gaby und Geoff hatten von dem Hostel und den beiden Campingplätzen in Castle Mountain erzählt. Das Hostel ist überfüllt. Full steht auf dem  Schild am Beginn der Strasse. Dafür steht mitten auf einer Lichtung ein imposanter Hirsch. Und läuft nicht mal weg! Irre, steht da und nimmt mich nicht ernst. In Manitoba sind die alle Wildtiere bisher geflüchtet. Einen Kaffee zum Wachwerden, obwohl reichlich spät für $2,50, immerhin wieder 16Unzen. Der Frau an der Kasse gehören die Castle Mountain Chalets. 200$ für 2-4Bett Cabins, kein schlechter Preis, aber sie versteht, das ich in einer anderen Liga unterwegs bin. 
Ich komme nach draußen und bin wieder mal wie so oft 3 min zu spät. Es lärmt das Horn des Zuges und ich denke an einen Güterzug und dann rast der Mountaineer Express durch Castle Mountain.
Der einzige Personenzug, den ViaRail auf der Strecke zwischen Tornto und Vancouver noch ins Rennen schickt. Alle anderen Langstreckenzüge der großen Eisenbahn Geschichte Kanadas sind inzwischen eingestellt. Der Mountaineer führt ein Alibidasein und jeden den man anspricht entfährt als erstes, Railway, viel zu teuer.  

Und nun fährt er vor meiner Nase an mir vorbei, und die Kamera wegen des Regens verpackt ist. Wie bei dem Buggy der Amish in Ontario, wenns drauf ankommt, gibt’s kein Foto. Später werde ich als erstes in Banff nach den Abfahrtszeiten des Zuges am Morgen fragen und da gibt’s dann die zweite Entäuschung. Der Mountaineer erreicht Banff nur alle 3 Tage, also nix mit Fotos auf dem Bahnhof.
Banff ist der Hauptort des namensgleichen Nationalparks. Eine Touristen-Hochburg. Es wimmelt voller Menschen aus allen Kontinenten und es herrscht eine ziemliche Sprachvielfalt. Tim Horton ist in der Nähe des Bahnhof, merkwürdigerweise der einzige im Ort, aber völlig überlaufen, also ziehe das geschäftliche vor, Geld muß besorgt werden, vielleicht hat das VisitorCenter hier auch kostenlos wifi(leider nein, völlig überlaufen), aber immerhin bekomme ich den Tip mit der Bücherei und dem heißen Bad. Yeah! Schon wieder eine warme Badewanne. In der Bücherei ist man zwar zum kostenlosen Internet bereit, erwartet aber vorerst eine Spende. Soviel zu kostenlos. Bleibt noch Starbucks. Deren kostenloses wifi wird mit einem Kaffee minimal nicht unter 4,50$ bezahlt. Im Vergleich zu Horton 1,39$ fast 3x so teuer. Mc Donalds wifi Netz hatte ich schon kommentiert.

Der Ganzjahres Campingplatz liegt im Osten der Stadt und die Touristenfrau sagte nur lakonisch, ist etwas uphill, 3km. Das uphill gestaltet sich als schlimmste Steigung des Tages und die 3km sind erheblich geschönt, zuerst kommen die Wohnmobiler zu ihrem Recht. Die Zelter sollten auf dem Platz dahinter sein, allein, ich finde den Eingang gar nicht, der Platz ist riesig groß, aber ich sehe weder Zelte noch Eingang und irgendwann ist meine Geduld am Ende; außerdem habe ich längst eine andere Idee.
Ich werde in Banff bleiben und in der Nacht ein wenig Wildbeobachtung machen. Den Platz habe ich schon auf der Hinfahrt ausgesucht. Eine wunderbare Lichtung.
Zurück in Downtown ist bei Tim immer noch Sturmzeit, aber sie machen endlich eine zweite Kasse auf. Es herrscht ein entsetzliche Lautstärke, alles redet, lacht, zwischendurch die Verkäufer, die die Nummern der inzwischen fertigen Speisen ausrufen. Eine fürchterliche Unruhe. Zuhause würde ich das nicht machen. Es macht einen wahnsinnig, dabei noch einmal über einen Text nach zudenken. Ich gerate jedes Mal in Stress, wenn ich die einzige Möglichkeit des schnellen, kostenlosen wifi dort brauche.
Ellinor hat Spätdienst, wir sprechen kurz, dann noch Safeway, um einzukaufen. Ich hatte in Banff auf Walmart gehofft. Das hätte die Preise moderat gehalten. Man merkt schon, die Preise in Banff sind erhöht. Ich werde mich daran gewöhnen müssen in Zukunft mehr zahlen zu müssen.
Raus aus der Stadt, um auf einem Rastplatz die Sachen für den morgigen Tag umzupacken. Das Fahrrad wird vor dem Schwimmbad stehen müssen, nur die Wertsachen müssen mit hinein.
Außerdem müssen die Lebensmittel in ein einen Extrasack. Parcs Canada hat genaue Empfehlungen vorbereitet, was alles nicht in einem Zelt in Bearcountry sein sollte. Und vorallem was nicht. Heute Nacht wird es wichtig werden.
Ich erreiche mein Nachtlager unauffällig, baue das Zelt auf und verhalte mich still, es ist noch keine 08:00pm, da kommt bereits der erste Fuchs über die Lichtung, wenig später ein Wolf. Ich sitze einer Tanne im Rücken und beobachte die Wildtiere mit dem Fernglas. Es ist noch taghell.
Heute morgen habe ich einen Ranger gesprochen, die Nebenstrecke Highway 1A, die Strecke die ich nach Banff benutzte, wird in der Nacht für den Fahrzeugverkehr geschlossen, um den Wildwechsel für die Tiere gefahrloser zu gestalten. Ja, es würde auch reichlich Bären hier geben, in und um Banff, sie sind allready there. 


Heute morgen gab es nur Hasen und eine Rehart die völlig ruhig neben dem Fahrrad bei der Nahrungssuche war. Interessant war, das die Tiere mit beiden Hinterläufen zusammen abspringen. 


Wenn ich mich bloß ein wenig darauf vorbereitet hätte, dann wüsste ich jetzt was für Tiere das sind. Aber ganz gleich, welche Caribouart das ist, es bleibt aufregend der Natur so nah zu sein. Und irgendwann gibts auch Bären und Elche. 
Oder Füchse.

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